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Kalabrien & Basilikata | Einmal Stiefelspitze und zurück

1. Juni 2013
Kalabrien & Basilikata | Einmal Stiefelspitze und zurück

Nach 2 Jahren Zelten, Wandern und Frieren in Norwegen war es mal wieder an der Zeit, während des Jahresurlaubs wärmere Gefilde aufzusuchen. Da wir Wallygustos auf Sardinien bereits gute Erfahrungen mit Land, Küche und Menschen gemacht hatten, fiel die Vorauswahl auf Italien.

Allgemeines

In Gerace

In Gerace

Eine Dokumentation über Kalabrien und Basilikata weckte dann unser Interesse für den Süden Italiens. Kalabrien grenzt im Norden an die  Basilicata, im Westen an das Tyrrhenische Meer  und im Süden und Osten an das  Ionische Meer. Die Küste erstreckt sich über eine Länge von 780 km. Kalabrien ist fast vollständig von Gebirgszügen bedeckt. Um Flora und Fauna zu schützen, wurden drei  Regionalparks  eingerichtet. Der  Parco Nazionale del Pollino  im Norden erstreckt sich bis in die  Basilikata. Südlich liegen der  Parco Nazionale della Sila  und der  Parco Nazionale dell‘ Aspromonte. Die Überreste antiker Bauwerke in Kalabrien sind u. a. in den Ausgrabungsstätten von  Lokroi  und  Sybaris  zu besichtigen. Auch das  Museo Nazionale della Magna Grecia  in Reggio Calabria zeigt antike Architekturfragmente. Aus byzantinischer Zeit sind Kirchenbauten erhalten wie z. B. die Cattolica in  Stilo, die Oratorien San Marco und Panaghia in  Rossano  und die Chiesa San Giovanello in  Gerace. Unter normannischer Herrschaft entstanden neben weiteren Kirchenbauten auch zahlreiche Befestigungsanlagen. Dazu zählen die Kastelle von  Vibo Valentia,  Nicotera,  Cosenza  und Crotone. Auf Grund schwerer Erdbeben wurden viele historische Bauten zerstört und wieder neu aufgebaut. Ein Beispiel  neoromanischer Architektur  ist die  Kathedrale von Reggio Calabria, die nach dem Erdbeben 1908 neu erbaut wurde (Quelle: wikipedia.de). Alles also die besten Voraussetzungen für einen kombinierten Wander-Strand-Urlaub mit einem Hauch Kultur.

Reise- und Wanderführer (Klare Empfehlung: „Reise KnowHow Kalabrien, Basilikata“ und „Rother Wanderführer Kalabrien“) hierfür waren schnell gekauft, die endgültige Entscheidung ließ dann allerdings noch ein wenig auf sich warten. Zu unsicher waren wir uns, welche Jahreszeit und ob denn unsere bescheidenen Italienisch-Kenntnisse ausreichen würden.

Mahlzeit

Ein Grund für unsere Entscheidung war bestimmt auch die Aussicht auf 2 Wochen leckere Pizza & Pasta. In unserem Reiseführer steht nämlich, dass beinahe jeder Ort seine eigene Nudelform kennt. Das schöne ist, dass diese Nudeln nicht nur Zuhause sondern auch in vielen Restaurants per Hand hergestellt wurden. Mit der „Fileja“ durften wir erfreulicherweise mehrmals Bekanntschaft. Das besondere an ihrer Herstellung ist, dass der Teig über eine Stricknadel gerollt und so geformt wird. Hierzu werden fleischlastige Ragouts, aber auch Soßen mit Kichererbsen oder weißen Bohnen gereicht. So viele Gemüsegerichte, wie uns der Reiseführer vormachen wollte, gab es dann zwar doch nicht immer. Aber wenn alle Stricke rissen, nahmen wir einfach eine vegetarische Pizza. Bei diesem Klassiker wurden wir immer fleischlos fündig und glücklich.

Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass in Kalabrien gerne und viel mit Peperoncino gewürzt wird.  Zu Ehren der scharfen Schote wurde in Maierà sogar ein Museum errichtet. Dieses haben wir zwar nicht besucht, dafür aber in Tropea ein Gläschen „Salsa piccante“ mitgenommen.

Ein Caffe im Plastikbecher. Zumindest die Untertasse ist aus Porzellan :-).

Ein Caffe im Plastikbecher. Zumindest die Untertasse ist aus Porzellan :-).

Außerdem ist Kalabrien ja auch noch so etwas wie die italienische Hochburg der Konditoren und Eismacher. Eis und Kuchen haben wir folglich reichlich gegessen. Das Angebot war einfach zu verführerisch.

Aber auch wohlschmeckende Getränke gibt es hier, wie der auch bei uns bestens bekannte „Lemoncello“ und die Rotwein-Sorte Cirò.  Neu für mich war ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränke mit Kaffeegeschmack, dass unter Markennamen wie“Brasilcaffè“ oder „Brasilena“ zu bekommen ist.

Übrigens hat auch die Süddeutsche Zeitung die Vorzüge der kalabrischen Küche entdeckt, wie man hier nachlesen kann.

Wie man vielleicht denken kann, haben wir es uns die beiden Wochen so richtig gut gehen lassen :-).

Etappen

Nachdem die finale Entscheidung nun feststand, ging es nun an die Planung der Reiseroute. Da Herr Wallygusto ein spezielles Talent hierfür besitzt, durfte er sich auch dieses Jahr wieder dieses Themas annehmen.

Heraus kamen dabei diese Etappen:

1. Teil – Der Nationalpark Pollino & Basilikata
2. Teil – Tropea und das Tyrrenische Meer
3. Teil – Locri und der Aspromonte
4. Teil – Crotone
5. Teil – Potenza
6. Teil – Neapel

Fazit

Kalabrien und Basilikata haben auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das liegt nicht allein an den traumhaften und abwechslungsreichen Berglandschaften und den langen Sandstränden. Auch die Menschen mit ihrer hilfsbereiten und freundlichen Art haben wir in unsere Herzen geschlossen. Denn obwohl wir wirklich kaum Italienisch sprechen – und man mit Englisch auch nicht wirklich weiter kommt – kamen wir erstaunlich gut zurecht und uns nicht ganz wie die dummen Touristen vor, die wir eigentlich waren.

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5 Comments

  • Reply Südnorwegen & Schweden – Von Waffeln, Trollen & Moschusochsen | wallygusto 17. September 2014 at 8:48

    […] gleich vorweg: Derart kulinarische Highlights wie letztes Jahr in Süditalien gibt es (leider) keine! In Skandinavien sind Herr Wallygusto und ich nämlich (fast) immer […]

  • Reply Urlaub mit kindern Jesolo 15. Dezember 2014 at 16:13

    Lesen solcher Beiträge Ich verstehe, dass ich auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit schenken, Süditalien. Kalabrien ist unglaublich malerisch.

    • Reply Karin 16. Dezember 2014 at 20:09

      Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall! Wir werden definitiv wieder einmal nach Kalabrien fahren!

  • Reply Familienurlaub Jesolo 6. Januar 2015 at 16:04

    Ein Ort, reich an Geschichte, die viel zu bieten hat, ohne jeden Zweifel. Ausgezeichnete Wahl für einen faszinierenden Urlaub! Was ist Ihr nächstes Ziel?

    • Reply Karin 6. Januar 2015 at 16:32

      Wahrscheinlich die Toskana. Aber wir sind uns noch nicht sicher. 🙂

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