Skandinavien Unterwegs

Hemsedal & Jotunheimen | Unterwegs in Südnorwegen & Schweden (2)

15. Oktober 2014

Vor einiger Zeit habe ich Euch angefangen, Euch von unserem letzten Sommerurlaub in Südnorwegen & Schweden zu erzählen. Von München über Unterfranken nach Lüneburg fahren wir weiter zum Fährhafen in Dänemark.

An der dänischen Küste angekommen, vertreten Herr Wallygusto und ich uns erstmal kurz am Strand die Beine. Leider ist es ziemlich windig und bald fängt es auch noch zu regnen an, so dass wir uns schon frühzeitig in die Warteschlange auf die Fähre einreihen.

Die Überfahrt von Hirtshals nach Kristiansand verläuft ereignislos und wir kommen relativ entspannt auf dem dortigen Campingplatz an. Am nächsten Tag geht es dann durch das bezaubernde Hemsedal weiter nach Uvdal, wo wir nochmal für eine Nacht unser Zelt aufschlagen.

Am nächsten Tag geht es dann über Geilo nach Jotunheimen, wo wir den ersten längeren Aufenthalt unseres Rundtrips haben. Jotunheimen bedeutet übersetzt „Heim der Riesen“ und ist das höchste Gebirge Norwegens und Skandinaviens. Wir waren schon zweimal hier, aber die schroffe Landschaft hat trotzdem nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Ob das daran liegt, dass mir Herr Wallygusto hier, auf dem Veslfjellet, vor 3 Jahren einen sehr romantischen Heiratsantrag gemacht hat? Mag sein!

Nachts

  • Unsere erste Nacht auf norwegischem Boden verbringen wir im Kristiansand Feriesenter. Das Kristiansand Feriesenter ist ein großer, sauberer Campingplatz direkt am Fjord. Wir zelten direkt am Wasser und genießen die Ruhe hier. Der Aufenthaltsraum ist sehr schön, leider kostet die Benutzung der Herde extra. Und dass, obwohl der Campingplatz sowieso schon recht teuer ist. Neben Zeltflächen und Stellplätzen für Wohnmobile gibt es auch Bungalows in verschiedenen Größen und Motelzimmer.

    Internet: www.kristiansandferiesenter.no
    Adresse:
    Dvergsnesveien 571, N-4639 Kristiansand
  • In Uvdal übernachten wir auf dem Roesdal Hyttenleie og Camping. Der Platz ist klein, aber fein und der Eigentümer sehr nett. Die Sanitäranlagen sind sehr sauber, die Ausstattung einfach. Zuerst sind nur die Schafe unsere Nachbarn, dann kommt noch eine sympathische Familie aus den Niederlanden dazu. Roesdal Hyttenleie og Camping ist einer der gemütlichsten Campingplätze, auf denen wir übernachten. Auch hier gibt es einige Hütten, die man recht günstig mieten kann.

       Adresse: N-3632 Uvdal

Uvdal Roesdal Hyttenleie

  • Maurvangen ist ein großer Campingplatz an der Sjoa, deren lautes Rauschen uns in den Schlaf begleitet. 1a auch der Ausblick auf den berühmten Besseggen-Grad. Den Typen an der Rezeption finden wir allerdings, wie auch schon die Jahre zuvor, etwas gewöhnungsbedürftig. Die Sanitäranlagen sind trotz der vielen Gäste sauber. Kochgelegenheiten gibt es auch, doch liegen diese ein wenig abseits der Campingfläche. Wer nicht zelten mag, kann auch eine der 26 Hütten mieten. Maurvangen ist ein toller Ausgangspunkt für Wanderungen in Jotunheimen und auch für einen längeren Aufenthalt empfehlenswert, wie wir finden.

    Adresse:
     Besseggen Fjellpark, Maurvangen, N-2680 VÅGÅ
    Internet: www.maurvangen.no

Mahlzeit

Bisher versorgen wir uns noch selbst, das heißt wir decken uns im erstbesten Supermarkt mit Joghurt, Chips, Schokoriegel und Knäckebrot ein. Diese Leckereien wandern bei jedem Norwegen-Urlaub in unseren Einkaufswagen:

    • GO’morgen ist ein leckerer Jogurt der Firma Tine, ähnlich wie der „Joghurt mit der Ecke“. Es gibt keine Sorte, die wir noch nicht getestet haben. Am besten finden wir Vanillejoghurt mit Nussmix.
    • Absolut der Hammer sind Sørlands Chips. Die Kartoffelchips werden in Norwegen hergestellt und sind in vielen Sorten erhältlich.
    • Kvikk Lunsj darf in keinem Wanderrucksack fehlen! Schon bei unserem ersten Urlaub in Norwegen waren wir süchtig nach diesem Schoko-Keks-Riegel. Jeder Keks ist ein eigener kleiner Wanderführer, denn in jeder Verpackung ist eine Route für eine Bergtour zu finden. Sehr lecker ist übrigens auch der Peanøttkubbe mit Erdnüssen und Toffee.
    • Eine norwegische Spezialität ist MORS FLATBROD. Das sehr dünne, knusprige Knäckebrot eignet sich hervorragend als Snack.
    • Natürlich kaufen wir auch wieder Gudbrandsdalsost von Tine, das ist ein dunkelbrauner Käse aus Molke und Ziegenmilch. Der Geschmack ist leicht karamellig und einfach einzigartig. Überhaupt sind viele Käsesorten der norwegischen Großmolkerei sehr lecker. Ein Vorbeikommen ist eh unmöglich, denn die Produkte beherrschen wirklich jede Kühltheke.

Generell stellen wir auch dieses Mal fest, dass die Auswahl in den Supermärkten topp ist. Die Preise für Lebensmittel sind zwar deutlich höher als bei uns, dafür ist die Qualität sehr gut. Das merken wir vor allem bei Obst und Gemüse. Schade ist nur, dass in Norwegen Gemüse, z. B. Paprika, einzeln eingeschweißt wird. Das müsste wirklich nicht sein!

Tagsüber

Norwegen ist berühmt für seine Stabkirchen. Bei Stabkirchen (auch Mastkirchen genannt) handelt es sich um hölzerne Kirchen, die als Stabbau konstruiert wurden. Außer der Dachmastenkonstruktion ist die Vertikalität des Kirchengebäudes ein wichtiges Kennzeichen: Im Gegensatz zu Blockbauten, in denen die Balken waagrechtt liegen, stehen bei den Stabkirchen die Holzteile senkrecht. Auf unserem Weg nach Jotunheimen kommen wir an mehreren dieser wunderschönen Bauwerke vorbei:

Die Stabkirche von Heddal ist die größte Stabkirche des Landes und auch eine der berühmtesten! Sie ist stolze 26 m hoch und erinnert an eine asiatische Pagode.

Stabkirche Heddal

Bei unserer Fahrt durch das verwunschene Numedal sehen wir gleich vier Stabkirchen: Die Kirche in Flesberg sieht man ihre Ursprünglichkeit leider nicht mehr an, einzig das schöne Drachenportal ist sehenswert. Auch die Stabkirche in Rollag wurde während der Jahrhunderte stark verändert. Durch die Umbauten entstand eine gelungene Verbindung aus Stab-und Blockbautechnik.

Stabkirchen Flesberg & Rollag

Ganz bezaubernd finden wir die kleine Einmaststabkirche von Nore. In Uvdal müssen wir die Original-Stabkirche erst einmal suchen. Diese befindet sich nämlich in einem Freilichtmuseum am Berghang. Die große Kirche im Ort ist lediglich eine Imitation!

Stabkirche Nore & Uvdal

In Torpo bewundern wir eine winzig kleine Stabkirche, die bereits um das Jahr 1200 erbaut wurde. Bemerkenswert sind hier die farbenfrohen Bilder am Baldachin, die Geschichten aus dem Leben Jesu erzählen.

Die örtliche Stabkirche von Hegge besitzt trotz einiger Umbauten im 18./19. Jahrhundert noch ein kunstvoll verziertes Portal mit Ranken und Drachenmotiven. Leider ist dies von außen nicht zu sehen, so dass die Kirche eigentlich recht unspektakulär ist.

Stabkirche Torpo & Hegge

Auf deAuAAufm Weg von Uvdal nach Maurvangen machen wir kurz in Geilo halt. Außer dem gemütlichen Café Mocca (Kyrkjevegen 8) hat der Wintersportort im Sommer nicht viel zu bieten, Sehenswürdigkeiten gibt es dort nämlich keine. Wie beim letzten Mal genießen wir auf der Sonnenterrasse Café Mocca ein leckeres Sandwich mit Käse, roten Zwiebeln und Tomaten und dazu einen guten Cappuccino.

Wanderungen

Alle Wanderungen in Jotunheimen stammen aus dem Rother Wanderführer Norwegen: Jotunheimen – Rondane*.

  • Tour 12 Hulderstigen – Ovre Birisjotjonne beweist dabei eindrucksvoll, dass auch kurze, einfache Wanderungen durchaus reizvoll sein können. Auf dem Natur- und Kulturlehrpfald Hulderstigen wandern wir gemütlich zu Seen und durch Urwald im Sjodalen. Da die lesenswerten Lehrtafeln auch auf Deutsch verfasst sind, lernen wir viel über die hiesige Landschaft und ihre Bewohner. Und, dass in Norwegen das Wasser tatsächlich von allen Seiten kommen kann, denn wir müssen nicht nur kleine Bachläufe überqueren sondern geraten auch in einen starken Regenschauer.
  • Die nächste Wanderung in Jotunheimen geht praktischerweise genau an unserem Campingplatz los. Tour 21 führt uns von Maurvangen auf den Sikkilsdaslhöa. Der Aufstieg ist stellenweise recht beschwerlich, jedoch werden wir durch die tolle Aussicht auf den Besseggen ausreichend hierfür entschädigt.

Jotunheimen SikkilsdaslhöaNach zwei schönen Tagen in der Wildnis von Jotunheimen geht es weiter nach Rondane, den ältesten Nationalpark Norwegens.

Weitere Etappen

1. Teil – Lüneburg
3. Teil – Rondane & Dovrefjell
4. Teil – Trondheim
5. Teil – Jämtland
6. Teil – Dalarnas & Ystad
7. Teil – Hamburg

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3 Comments

  • Reply {Unterwegs} in Südnorwegen & Schweden – 1. Teil Lüneburg | wallygusto 22. Januar 2015 at 13:32

    […] Teil – Hemsedal & Jotunheimen 3. Teil – Rondane & Dovrefjell 4. Teil – Trondheim 5. Teil – Jämtland 6. Teil […]

  • Reply {Unterwegs} in Südnorwegen & Schweden – 3. Teil Rondane & Dovrefjell | wallygusto 4. Februar 2015 at 18:37

    […] Teil – Lüneburg 2. Teil – Hemsedal & Jotunheimen 4. Teil – Trondheim 5. Teil – Jämtland 6. Teil – Dalarnas & Ystaad 7. Teil […]

  • Reply {Unterwegs} in Südnorwegen & Schweden – Von Waffeln, Trollen & Moschusochsen | wallygusto 4. Februar 2015 at 18:38

    […] Teil – Hemsedal & Jotunheimen […]

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