Großbritannien Unterwegs

Edinburgh | Einmal quer durch Schottland (6)

28. Juli 2017
Brewdog Edinburgh Schottland

Die letzte Station unserer Rundreise durch Schottland ist Edinburgh. Edinburgh ist Schottlands zweitgrößte Stadt und ich habe mich schon während unseres letzten Aufenthaltes unsterblich in sie verliebt. Das liegt nicht nur an den vielen Pubs oder dem reichhaltigen, schottischen Frühstück, sondern an der angenehmen, entspannten Atmosphäre. Aber auch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten machen Edinburgh zu einer unglaublich schönen Stadt.

Auf dem Weg nach dorthin machen wir aber noch kurz in der Universitätsstadt St Andrews halt. Bevor es dann endgültig zurück zur Fähre in Newcastle geht, besichtigen wir noch kurz die Melrose Abbey in den Scotish Borders.

Sehenswertes

St Andrews ist nicht nur eine süße Studentenstadt an der Ostküste Schottlands, sondern gilt als Geburtsstätte des Golfsports. Bereits 1754 wurde hier der Royal and Ancient Golf Club of St Andrews als einer der ersten Golfclubs überhaupt gegründet. Sein berühmtes Clubhaus steht direkt am Old Course, der vermutlich der bekannteste Golfplatz der Welt ist. Als regelmäßige Leserin der Boulevardpresse ist mir diese schottische Kleinstadt in der Grafschaft Fife aber vor allem dadurch bekannt, dass Prinz William hier an der Universität seine Kate kennen lernte. Ein absolutes Muss ist ein Besuch der Ruinen der Kathedrale. Natürlich haben wir auch hier eine kulinarische Entdeckung gemacht: Beim Eis von Nardini lohnt es sich durchaus, schwach zu werden.

St Andrews | Schottland

Vom Calton Hill genießen wir einen hervorragenden Blick auf die Altstadt. Auch das National Monument, das an die gefallenen Soldaten während der Neapolitanischen Kriege erinnern soll, beeindruckt uns jedes Mal aufs Neue. Da es an einen griechischen Tempel erinnert, setzt es einen interessanten Kontrast zu den mittelalterlichen Fassaden der Old Town.

Edinburgh | Calton Hill

Dean Village ist ein altes Dorf im Nordwesten von Edinburgh und immer einen Besuch wert. Trotz seiner früher wohl geringen Größe, spielte es zu seinen besten Zeiten mit 11 aktiven Getreidemühlen eine wichtige Rolle für die Stadt. Man nutzte die Lage des Ortes am Fluss Water Of Leith, um die Mühlen anzutreiben und zu Edinburghs Kornkammer zu werden. Die Mühlen sind inzwischen schon lange stillgelegt. Und Dean Village ist eine ruhige Wohngegend, in der man gemütliche Spaziergänge entlang des Flusses machen kann.

Edinburgh | Dean Village

Die Circus Lane lässt unsere Herzen höher schlagen: Kein Wunder, den von einem bunten Häuschen träumen Herr Wallygusto und ich schon lange! Und hier wimmelt es geradezu von hübschen, kleinen Häusern, den sogenannten “Mews”. Mit “Mews” werden umgebaute Stallungen bezeichnet. In Edinburgh gibt es einige dieser Gassen, aber Circus Lane ist die schönste.

Edinburgh | Circus Lane

Das älteste Kaufhaus in Edinburgh ist Jenners in der lebhaften Princes Street. Angeblich treffen sich hier neben schottische Ladys auch MTV-Stars. Ob dem tatsächlich so ist, können Herr Wallygusto und ich nicht sagen, denn wir konzentrieren uns fast ausschließlich auf die großartige Feinkostabteilung. Dort finden sich neben Shortbread in allen möglichen liebenswerten Formen auch vegetarischer Haggis und goldene Osterhasen mit Glöckchen. Da ich hier kein schönes Bild geknipst habe, gibt’s für Euch ein bisschen Streetart als Ersatz!

Edinburgh | Einmal quer durch Schottland

Auf dem Weg von Edinburgh zur Fähre machen wir bei der schönen Ruine der Melrose Abbey halt. Einst die wahrscheinlich reichste Abtei Schottlands, ist sie angeblich immer noch die bekannteste. Wir bummeln gemütliche zwischen den Grabsteinen hindurch und machen uns auf die Suche nach dem Dudelsack spielendem Schwein an der Kirchenfassade. Da Sightseeing wirklich hungrig macht, sind wir froh, dass es in Ort eine tolle Bäckerei mit pikanten, teilweise vegetarischen Pasteten gibt. Im Supermarkt entdecken wir zudem Tea Cakes, eine Art Schaumküsse mit Keksboden mit dunkler Schokolade. Also wie man köstliche Süßigkeiten macht, wissen die Leute hier auf der Insel wirklich!

Melrose Abbey | Schottland

Aktivitäten

Kaum zu glauben, aber in Edinburgh gibt es einen richtigen Berg: Der Arthur’s Seat liegt nahe bei der Old Town, Luftlinie zirka zweieinhalb Kilometer von Edinburgh Castle entfernt. Er ist ein Überrest eines Vulkansystems aus der Zeit vor 350 Million Jahren, der später von Gletschern der Eiszeit in diese Form gebracht wurde. Da der der Gipfel des Arthur’s Seat lediglich auf 251 Metern Höhe liegt, ist die Besteigung ein Klacks. Die Wanderung auf den Arthur’s Seat hierher lohnt sich aber auf jeden Fall, denn wir haben einen traumhaften Ausblick auf Edinburgh.

Aussicht vom Arthurs Seat | Edinburgh

Schlafen

Das hübsche Piries Hotel befindet sich in einem für Edinburgh typischen Stadthaus. Das Zimmer ist winzig, aber sehr gemütlich und sauber. Auch der kostenlose WiFi funktioniert sehr gut. Ein weiteres Plus sind die vielen, fußläufig erreichbaren Sehenswürdigkeiten wie Princes Street, Edinburgh Castle, Holyrood Palace und The Royal Mile.

Essen

Da wir das Frühstück im Ryan’s von unserem letzten Besuch in Edinburgh noch in bester Erinnerung hatten, sind wir auch diesmal wieder zum Frühstücken hin. Da ich weiß, dass das Full Scottish Vegetarian Breakfast dort riesig ist, entscheide ich mich für Eggs Florentine mit frischem Spinat und werde nicht enttäuscht. Herr Wallygusto geht natürlich erneut in die Vollen und bestellt sich ein großes vegetarisches Frühstück mit allen Schikanen. Dazu gibt’s einen richtig guten Café Latte, serviert von einer sehr freundlichen Dame.

Ryan’s | Edinburgh

Gut frühstücken wir auch im Gram’s Naked Cafe. Hier gibt es ein große Auswahl an gesundem, heißen oder kalten Fastfood. Egal, ob man sich vegan, vegetarisch, glutenfrei oder laktosefrei ernährt – für jeden ist was dabei! Alle Speisen bestehen zu 100% aus natürlichen Zutaten. Der vegane Avocado Toast ist zwar recht wenig, aber die Avocado ist sehr cremig und das Sauerteigbrot herrlich knusprig. Geschmacklich ist alles super, auch der Cafe Latte. Der schmeckt uns sogar so gut, dass wir gleich noch einen zweiten bestellen.

Gram’s Naked Cafe | Edinburgh

Das Kalpna serviert nur vegetarische Gerichte und ist für Herrn Wallygusto und mich bis heute das beste indisches Restaurant, in dem wir jemals essen war. Von dem tollen Knoblauch-Naan, das frisch und nicht fettig ist, schwärmen wir noch heute. Den Kaffee danach bekommen wir übrigens in der French Press serviert – Espresso gibt es leider keinen. Ein weiteres Plus des Kalpna: Der Gastraum wartet mit wenig Schnickschnack auf, nur hier und da glitzert es ein wenig an der Wand, große Spiegel lassen den recht kleinen Raum größer wirken.

 Kalpna Restaurant | Edinburgh

Das Holyrood 9a ist ebenfalls ein alter Bekannter, bei dem wir auch diesmal gerne ein paar kleine Bierchen trinken und einen Burger essen: Es ist einfach DIE perfekte Symbiose aus klassischem Pub und moderner Kneipe. Die Auswahl an Bier ist & bleibt unglaublich: Neben etlichen Haussorten werden im Holyrood 9a auch viele, viele Gastbiere gezapft. Der Falafel Burger ist gewohnt groß und das Patty  schmeckt toll. Einzig das für Burger typische, labbrige Bun enttäuscht uns ein wenig.

Holyrood 9a | Edinburgh

Trinken

Natürlich besuchen Herr Wallygusto und ich diesmal auch ein paar andere Pubs als bei unserem letzten Besuch in Edinburgh. Da sich die schottische Hauptstadt der höchsten Kneipendichte in Europa rühmt, stellt das auch keine große Herausforderung dar. 😉

Laut unserem Reiseführer kann man im 1. Stock der Rose Street Brewery die Geräte der Brauerei besichtigen. Bei unserem Besuch sehen wir davon genauso wenig wie von dem angeblich dort gebrauten Bier. Dass in der Rose Street Brewery nur Standardbiere gezapft werden, mag unter anderem daran liegen, dass man inzwischen eines der unzähligen Nicholson’s-Pubs ist. Oder wir sind schlicht und ergreifend einfach blind.

Bollywood The Coffee Box | Edinburgh

Und noch ein Nicholson’s-Pub: Greyfriers’s Bobby bietet eine gute Atmosphäre und junges Publikum. Das Publikum besteht aus Studenten und Touristen, die durch die Geschichte des treuen Hundes gleichen Namens neugierig geworden sind: Der kleine Bursche wachte ganze 14 Jahre am Grab seines toten Herrchens!

The Pear Tree ist ein gemütlicher Pub mit kleinen Sitzecken und Ledercouchs. Lieber noch hätten Herr Wallygusto und ich im Gastgarten Platz genommen, doch dort ist trotz seiner beachtlichen Größe nichts mehr für uns frei. Schuld daran ist die große Videoleinwand, auf der ein Spiel der Fußball-Europameisterschaft übertragen wird.

The Pear Tree | Edinburgh

Der Erfinder von Sherlock Holmes, dessen Statue man unweit des Pubs bewundern kann, ist Namensgeber des The Conan Doyle. Sir Arthur Conan Doyle wäre bestimmt auch sehr zufrieden, denn das Lokal ist nicht nur sehr edel, sondern bietet auch eine sehr gute Auswahl an Essen. Es gehört übrigens ebenfalls zur Nicholson’s-Gruppe.

Ein ganz anderes Kaliber ist The Oxford Bar: Das Lieblingspub des Schriftstellers Ian Rankins versprüht eher den Charme einer Dorfkneipe. Das gemütliche Hinterzimmer hat einen Kamin und wir sitzen hier neben anderen Touristen und Anzugträgern, die frisch aus dem Büro kommen.

The Conan Doyle | Edinburgh

Als Bierliebhaber kommen Herr Wallygusto und ich in der Bar von Brew Dog voll auf unsere Kosten. Die Biere tragen fantasievolle Namen wie Cocoa Psycho Nitro oder Strawberry Blitz und sorgen für intensive Geschmacksmomente. Mein absoluter Liebling ist – wie schon in Glasgow – Jet Black Heart. An diesem Milk Stout mit seinen intensiven Kaffee- und Schokoladenaromen komme ich einfach nicht (mehr) vorbei! Neben den eigenen Craftbieren vom Fass werden auch regelmäßig diverse „Guest Drafts“ gezapft.

Auf der Suche nach einem neuen Pub entdecken wir über die App Untappd das Pub der Mikrobrauerei Andrew Usher & Co.! In der gemütlichen Kellerbar werden neben eigenen, recht ausgefallenen Bierkreationen auch Craftbiere anderer Brauereien angeboten. Während wir unser Bierchen genießen, bewundern wir die kleine Elektro-Brauereianlage, die auf 410 Liter auf einmal brauen kann.

Andrew Usher & Co. | Edinburgh

 

Liste der oben genannten Lokale & Hotels und deren Adressen

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2 Comments

  • Reply Kirsi Gembus 2. August 2017 at 7:38

    Oh ja Schottland immer noch ein Traumland von mir und irgendwann wird der Traum auch wahr. Wunderbare Fotos hast Du mitgebracht, kulinarisch und auch die Stadtansichten sind toll.
    Viele Grüße
    Kirsi

    • Reply Karin 3. August 2017 at 19:48

      Dann solltest Du UNBEDINGT mal nach Schottland reisen! Uns hat es wirklich unglaublich gut gefallen!!!

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