Deutschland Unterwegs

Fränkische Schweiz | Unterwegs im Land der 70 Biere

27. September 2013

Eines gleich mal vorweg: Nein, wir haben während unseres Urlaubs in der Fränkischen Schweiz keine 7o Bier getrunken. Auch wenn die Versuchung wirklich groß war, denn mit etwa 70 Brauereien ist die Fränkische Schweiz die Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt. In der Gemeinde Aufseß gibt es sogar gleich vier Brauereien: Im Ortskern und in den Ortsteilen Heckenhof, Hochstahl und Sachsendorf. Das bedeutet, das auf jede Brauerei etwa 1500 Einwohner kommen. Aufseß ist damit laut Guiness-Buch der Rekorde die Gemeinde mit der höchsten Brauereidichte. Das typische Bier der Region ist das Dunkle und natürlich das naturtrübe, ungespundete Keller- bzw. Zwicklbier. Größere Brauereien stellen aber auch andere gängige Sorten wie Helles, Weißbier und Pils her. Meistens sind die Brauereien kleine Privatbetriebe, die teilweise nur ein- oder zweimal in der Woche brauen. Ausgeschenkt wird oft nur in einigen wenigen Gasthäusern.

Neben dem Gebräu gibt es auch noch eine beachtliche Anzahl an Burgen und Ruinen. Nicht umsonst führt durch die Fränkische Schweiz die sogenannte „Burgenstraße“ Auf dieser Touristenstraße zwischen Mannheim und Prag kann man mehr als 70 Burgen, Schlössern und Festungen bewundern.

Fränkische Collage 2

Hinzu kommt die traumhafte Landschaft hier! Okay, mächtige Gipfel gilt es hier nicht zu erklimmen, der höchste Berg liegt bei knapp 620 m, aber so eine Wanderung oder Radtour durch diese sanfte Berg- und Hügellandschaft hat eindeutig was für sich. Vor allem, weil ab und an sehr markante Felsformationen herausspitzen. Das man an diesen Gebilden hervorragend klettern kann, brauche ich an dieser Stelle wohl niemanden mehr zu sagen. Die Fränkische Schweiz ist schon lange DAS deutsche Kletter-Eldorado schlechthin. Nicht vergessen sollte man aber auch die vielen, vielen Höhlen, die man erkunden kann. Am bekanntesten dürfte hierbei die Teufelshöhle bei Pottenstein sein.

Alle diese Angaben und noch vieles mehr sind auf wikipedia.de nachzulesen.

Na dann mal „Prost“! 🙂

Nachts

Bei unseren letzten Aufenthalten in der Fränkischen Schweiz haben wir unser Zelt – im wahrsten Sinne des Wortes – immer auf dem Campingplatz des Gasthof Eichler ausgestellt. Da wir dieses Mal ein bisschen mehr Komfort wollten, entschieden wir uns für eine Ferienwohnung.

Obwohl das Angebot hier recht groß ist, wurden wir schnell in Egloffstein fündig. Die Website der Familie Porisch war die bunteste von allen und die Familienmitglieder schauten auf den dort platzierten Fotos einfach sympathisch aus. Außerdem soll laut unserem Reiseführer* Egloffstein sowieso der optimale Ausgangsort für Wanderungen in der Fränkischen Schweiz sein. Und für Herrn Wallygusto besonders wichtig, es ist auch nur ein Katzensprung mit dem Fahrrad bis zum Campingplatz des Gasthof Eichler und seinen lecker Kuchen.

Fränkische Collage 3

Die Ferienwohnung hatte den wohlklingenden Namen „Ritterburg“ und war sehr schön. Sie hatte 2 Schlafzimmer, einen Wohnraum mit gut ausgestatteter Küchenzeile und ein großes, modernes Bad mit Fenster. Besonders toll war der Ausblick vom Balkon ins beschauliche Trubachtal. Aber auch Sternschnuppen konnten wir von hier aus beobachten. Ihr könnt Euch sicherlich denken, dass wir jeden Abend hier draußen eine regionale Bierspezialität genossen haben :-).

Direkt von der Haustür aus konnte mit dem Wandern und Radfahren loslegen – was wir dann auch ausgiebig getan haben.

Internet: www.ferienhaus-porisch.de
Adresse: Rabensteinstrasse 88, 91349 Egloffstein

Da wir die Wohnung ohne Frühstück und Brötchenservice gebucht haben, mussten wir uns erst mal ein paar Vorräte anlegen. Hier also noch ein paar Einkaufstipps:

Der REWE in Gräfenberg (Am Schönfeld 2) hat neben den üblichen und nötigen Lebensmittel einen Getränkemarkt, der Biere vieler regionaler Brauereien anbietet.

Eine einzige Verführung ist Inges Lädchen in Egloffstein! Neben Dingen des täglichen Bedarfs, also Konserven, Klopapier und Zahnpasta, gibt es nämlich eine große Auswahl an Obst und Gemüse aus Franken. Besonders beeindruckt hat uns allerdings die gut sortierte Käsetheke mit vielen überwiegend regionalen Bio Leckereien von Kuh, Ziege und Schaf, aus der wir uns aufgrund der Kürze unseres Aufenthalts leider nur zweimal bedienen konnten.

Das Cafe Mühle (Talstraße, 91349 Egloffstein) ist größer, als es von der Straße aussieht, denn auf der Rückseite gibt es noch einen großen Garten. Hier bekamen wir guten Kuchen und noch besseres Zwiebelbrot für die abendliche Brotzeit.

Tagsüber

Gleich an unserem 1. Tag machten wir in Gräfenberg eine Spaziergang durch die kleine Altstadt. Wir bewunderten die 3 verbliebenen Stadttore und die schöne Kirche. In einem kleinen Café am Marktplatz gönnten wir uns anschließend einen Cappuccino. Und Herr Wallygusto einen Zwetschgenkuchen, der ihm auch sehr gut schmeckte :-).

Unsere sportlichen Aktivitäten haben wir – bis auf zwei Ausnahmen – mit dem Wanderführer „Fränkische Schweiz“ von Rother* geplant:

Tour 36 führte uns von Plech aus durch einen verwunschenen Märchenwald zur Geißlochhöhle. Diese romantische Wanderung dauerte ca. 4 Stunden und wir kamen an zahlreichen Höhlen vorbei, die wir mehr oder weniger ausgiebig erkundigt haben.

Den Jägersteig auf Tour 19 durchs Klumpertal nach Bronn haben wir natürlich nicht ausgelassen. Zwar war der Weg so ein klein wenig beschwerlicher, als wenn wir den Weg durch das Tal genommen hätten, aber kamen so kamen wir an unglaublich faszinierenden Felsen vorbei.

Beschaulich ging es auch auf der Tour 36 zu: Von Egloffstein liefen wir zum Signalstein, der mit 564 Metern einer der höchsten Aussichtspunkte der Fränkischen Schweiz ist. Die Aussicht von dort ist nicht schlecht, allerdings hatten wir uns ein wenig mehr erwartet. Man ist halt vom Alpenblick verwöhnt :-). Besonders schön fanden wir den Weg durch das Großenoher Tal, wo tatsächlich ein wenig die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Wir genossen die Stille und ein erstaunlich großes Käsebrot und ein leckeres Pils der Brauerei Friedmann im Gasthof „Zu den drei Zinnen“ (Hausnummer 21).

Ein Besuch des Walberla, der eigentlich Ehrenbürg heißt, ist natürlich ein Muss, wenn man in der Fränkischen Schweiz ist. Die Tour 26 war für uns hinsichtlich der teilweise vagen Beschreibung eine echte Herausforderung. Aber da man sich auf dem Walberla eigentlich nicht verlaufen kann, fanden wir unser Auto letzten Endes doch recht schnell wieder :-).

Auch einen Abschnitt des Trubachtalweges wanderten wir entlang. Dabei kamen wir auch bei der Brauerei Meister in Unterzaunsbach (Hausnummer 8) vorbei. Warum in jedem Wander-oder Reiseführer mindestens ein Ausrufezeichen steht, wenn es um diese Brauerei steht, wissen wir jetzt auch: Das Bier schmeckt einfach hervorragend! Leider gab es mittags nur Tageskarte mit warmen Gerichten und keine Brotzeit, sonst wären wir sicher länger in dem kleinen Gastgarten direkt am Trubach sitzen geblieben. Danach ging es weiter über Wichsenstein nach Schweinsthal. Eingekehrt sind wir dann letzten Endes in dem kleinen Örtchen Schlehenmühle. Im gleichnamigen Gasthof gab es leckere Baggers mit hausgemachten Apfelmuß. Was Baggers sind? Ganz einfach: Kartoffelpuffer! So gestärkt ging es dann über Mostviel wieder richtig Ferienwohnung.

Fränkische Collage 1

Die 50 km lange Radtour Rund um Gößweinstein hat Herr Wallygusto auf www.gps-tour.info gefunden. Die Strecke war sehr schön, führte allerdings häufig über Autostraßen. Einen Zwischenstopp machten wir in Gößweinstein, wo wir uns im Gastgarten des Scheffel-Gasthof (Balthasar-Neumann-Straße 6 ) ein süffiges Wallfahrerbier (€ 2,50) genehmigten. Das Bier war witzigerweise € 0,20 billiger als das Spezi, das wir vorneweg getrunken haben. Ja, die Fränkische Schweiz ist wahrlich ein Paradies für Bierkenner :-)! Ach ja, der Basilika, die direkt neben dem Gasthof liegt, sollte man unbedingt einen Besuch abstatten! Sie ist DAS Wahrzeichen Gößweinsteins. Auf der Heimfahrt nach Egloffstein machten wir natürlich auch auf dem Gasthof Eichler Halt und aßen lecker Schokobananen- und Apfelkuchen.

Abends

Da unsere Ferienwohnung ja eine gut ausgestattete Küche hatte, waren wir abends nur zweimal essen. Da wir den Gasthof zur Post in Egloffstein von unserem letzten Urlaub noch wohlwollend in Erinnerung hatten, und dieser praktischerweise auch noch in Laufnähe war, kehrten wir dort sogar beidemale ein, wenn die Küche kalt blieb. Kulinarische Offenbarungen durften wir hier zwar nicht erwarten, aber Preis-Leistung waren top! Die Speisekarte bietet einige vegetarische Gerichte, die gut schmecken. Sehr zu empfehlen sind die Fruchtsäfte der lokalen Kelterei Pretzfeld, die hier ausgeschenkt werden.

Fazit

Auch beim insgesamt dritten Besuch der Fränkischen Schweiz ist unsere Begeisterung ungebrochen! Hier kann man bei gutem Essen, süffigen Bier und gemütlichen Wanderungen durch romantische Landschaften herrlich entspannen! Ganz klar – Wallygustos kommen wieder!

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2 Comments

  • Reply Backflittchen 27. September 2013 at 19:28

    Ich geb’s zu: Ich hab’s selbst nicht so mit dem Wandern. Aber eure Ausfluege (und die passenden Berichte dazu ^^) sind ja immer mit tollen ‚Essensangelegenheiten‘ garniert und deshalb haltet ihr meine Begeisterung automatisch hoch =) Vielen Dank fuer den ausfuehrlichen Bericht und wenn’s mich mal in die Gegend verschlagen sollte (bin ja auch immer offen fuer was ‚Neues‘) hab ich schon mal einpaar Anlaufstellen parat.
    (P.s. Am Besten hat mir aber folgende Textstelle gefallen: ‚Da wir die Wohnung ohne Frühstück und Brötchenservice gebucht haben … Der REWE in Gräfenberg (Am Schönfeld 2) hat … einen Getränkemarkt, der Biere vieler regionaler Brauereien anbietet.‘ 😀 😀
    Boese von mir gekuerzt – ich geb’s zu – aber irgendwie hat sich da in meinem Kopf gleich der lustige Zusammenhang gebildet *grins* Sorry ;))
    Habt ein schoenes Wochenende!! Liebe Gruesse, Jo

    • Reply Karin 29. September 2013 at 19:46

      Dankeschön! Vielleicht können wir Dich ja doch mal zum Wandern animieren 🙂

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