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Hotels & Co. Unterwegs

Hotel Schloss Wehrburg | Prissian | Italien

18. September 2017
Hotel Schloss Wehrburg | Prissian - www.wallygusto.de

Südtirol wurde von Herrn Wallygusto und mir die letzten Jahre sträflich vernachlässigt! Erst Anfang des Jahres haben wir unsere Liebe zu diesem schönen Streifen Erde mit einem verlängerten Wochenende wieder belebt – nicht nur Wandern & Törggelen im Herbst sondern auch Schneeschuhwandern in Südtirol macht nämlich unglaublich viel Spaß! Was für ein Glück, dass uns ein lieber Bekannter einen Besuch des Hotel Schloss Wehrburg in Prissian ans Herz gelegt hat! So konnten wir feststellen, dass auch der Südtiroler Sommer durchaus seine Reize hat!

Lage

Das Burgendorf Prissian und die Dörfer Tisens, Naraun, Gfrill, Platzers und Grissian auf dem Sonnenplateau der Gemeinde Tisens über dem Etschtal sind wahre Kleinode aus längst vergangener Zeit. Zahlreiche Adelsitze und Burgen zeugen davon, dass die Dörfer schon lange vor dem Aufkommen des Tourismus im Alpenraum für die Sommerfrische und zum Wandern dienten.

Neben der mittelalterlichen Wehrburg gibt es noch die Fahlburg, die Zwingenburg, das Schloss Katzenzungen sowie die Ruinen Pfeffersburg und Schloss Holz zu entdecken. Sie sind allesamt in Privatbesitz und werden auch heute noch aktiv genutzt. Die Renaissance-Residenzen Schloss Katzenzungen und der Fahlburg, wo einst Minnesänger Oswald von Wolkenstein in Gefangenschaft war, können zum Beispiel für Hochzeiten oder Firmenfeiern gemietet werden. Vor Castel Katzenzungen wächst darüber hinaus die größte und wohl älteste Weinrebe der Welt, die Versoaln-Rebe.

Hotel Schloss Wehrburg | Prissian - www.wallygusto.de

Hotelausstattung

Schon vom Auto aus ergreift die mittelalterliche Schlossromantik von uns Besitz: Es ist schon ein unbeschreiblicher Anblick, wie sich die stattliche Wehrburg über den Weinbergen und Apfelwiesen erhebt. Der hohe Burgfried, dicke Wehrmauer und trutzige Zinnen warten förmlich darauf, von uns erobert zu werden. Wir lassen uns nicht zweimal bitten und betreten frohen Mutes den Burghof durch das rot-weiße Tor. Was wir dort entdecken, ist Romantik pur: Der Innenhof ist liebevoll mit bunten Blumen gestaltet, dazwischen stehen kleine Tische, die zum Verweilen einladen. Hier werden bei schönem Wetter auch Frühstück und Abendessen serviert. Bei dem grandiosen Panoramablick über das Etschtal bis in die Dolomiten schmeckt es gleich nochmal so gut!

Der Weg auf unser Zimmer im Turm führt an einer kleinen Bibliothek vorbei, die bei schlechtem Wetter auch als Lesezimmer genutzt werden kann. Die tiefen Fensterbänke machen richtig Lust, sich mit einem Buch einzukuscheln.

Auch ansonsten lässt die Hotelausstattung nichts zu wünschen übrig: Neben einem ungeheizten Außenpool gibt es zusätzliche Freizeitangebot in Form eines Fahrradverleihs, Tischtennis und Sonnenliegen. Außerdem lädt das sonnige Mittelgebirge rund um das Schloss zu mehr oder weniger ausgedehnten Wanderungen ein. Talaufwärts grüßt die Kurstadt Meran vor der Texelgruppe, auf der anderen Seite erstrahlt der Rosengarten in all seiner Pracht. Wir nutzen die hervorragende Lage des Hotels Schloss Wehrburg für Wanderungen auf dem Leiferer Höhenweg, auf den Großen Laugen und die Tschaufenhöhe.

Tschaufenhaus - www.wallygusto.de

Zimmerausstattung

Unser Zimmer ist im Turm gelegen und nur über eine schmale Wendeltreppe zu erreichen. Wir sind daher froh, dass wir keinen großen Koffer dabei haben. Der Raum selbst ist in drei Bereiche aufgeteilt und vereint zeitgemäßen Komfort mit der schlichten Eleganz mittelalterlichen Flairs: Durch ein kleines Vorzimmer mit Sitzecke und Garderobe gelangen wir durch einen Rundbogen zu unserem bequemen (leicht knarzendem) Doppelbett und einen Bauernschrank. Hier findet sich auch ein nachträglich eingebautes, modernes Badzimmer mit Haartrockner, Dusche und WC. An den Wänden findet sich ein wunderschönes Fresko mit Rosenranken. Einen Fernseher gibt es erfreulicherweise nicht und auch das WLAN hat sich in dieser Höhe bereits verabschiedet. Das einzige Multimedia-Equipment stellt ein Telefon dar. Ich fühle mich sofort wie ein Burgfräulein und bin vor Freude ganz aus dem Häuschen.

Hotel Schloss Wehrburg | Prissian - www.wallygusto.de

Gastronomie

Das Frühstücksbuffet ist üppig und besticht vor allem durch seine große Auswahl an Cerealien: Neben Knusper-und Früchtemüsli werden diverse Körner, Obst sowie Trockenfrüchte angeboten. Dank der kleinen Schrottmühle kann man Buchweizen & Co. frisch schroten, was ich persönlich sehr toll finde. Die Auswahl an Käse ist okay, aber nicht überragend. Sehr empfehlenswert ist auf jeden Fall der Kräuterquark, von dem ich mir jeden Morgen eine große Portion gönne. Auch die einheimischem Marmeladen sind köstlich. Sehr gut gefallen mir auch die vielen verschiedenen Semmeln, Kornspitz und Vinschgerl sowie die süßen Teilchen.

Der jeweilige Aperitif des Tages ist hervorragend gemischt und stimmt auf das Abendessen ein. Dieses wird jeden Abend um 19 Uhr als viergängiges, sehr stilvolles Menü serviert. Der Küchenchef garantiert mit frischen Zutaten aus Südtirol, schonenden Zubereitungsarten und raffinierten Kombinationen kulinarischen Genuss. Auf unsere vegetarischen Wünsche wird ohne viel Aufhebens eingegangen und auch laktose- und glutenfreie Speisen sind überhaupt kein Problem. Die lange Tradition des Hauses schmecken wir auch in den vom eigenen Weingut hergestellten Weinen. Ihr solltet unbedingt einmal den vorzüglichen Weißpfeffer probieren!

Hotel Schloss Wehrburg | Prissian - www.wallygusto.de

Service

Das Hotel Schloss Wehrgut wird familiär bereits in dritter Generation von Julia Holzner und ihrem Ehemann Manuel Wanker geführt. Schon die Begrüßung verläuft sehr, sehr herzlich und zuvorkommend. Und so bleibt es auch für die gesamte Dauer unseres Aufenthaltes. Auch werden wir während und zwischen der Mahlzeiten immer freundlich und aufmerksam bedient.

Preise

Das Doppelzimmer mit Halbpension kostet auf Schloss Wehrburg je nach Kategorie zwischen € 63 und € 85. Diese Preise verstehen sich pro Person und Tag, bei einem Mindestaufenthalt von 3 Tagen. Bei einem Aufenthalt unter 3 Übernachtungen wird ein Aufschlag von 10% berechnet. Das Flascherl hauseigener Wein kostet um die € 20, der Aperitif des Tages € 4,00. Für die gebotene Leistung ist dieser Preis mehr als fair, wie Herr Wallygusto und ich finden.

Hotel Schloss Wehrburg | Prissian - www.wallygusto.de

Fazit

Wir haben im Juli ein Wochenende auf Schloss Wehrburg verbracht und waren absolut begeistert von der gemütlichen und doch stilvollen Atmosphäre. Das köstliche Essen und der vorzügliche Wein, kombiniert mit dem tollen Service, haben das übrige dazu beigetragen. Natürlich haben wir auch gleich für das nächste Jahr angefragt.

Adresse: Prissian 7, 39010 Tisens (Italien)

Großbritannien Unterwegs

Wales | Impressionen 2017

28. August 2017

Nach den aufregenden Tagen verlassen wir London mit einem lachenden und einem weinendem Auge Richtung Wales. Dort erwarten uns nicht nur Gipfel mit Namen, die wir nicht aussprechen können & beeindruckende Burgen! Wir trinken Bier mit (ebenfalls) unaussprechbaren Namen, entdecken eine tolle Microbrewery & italienisches Flair der Extraklasse! Außerdem gibt’s leckere Käsebrote mit mehr oder weniger guter Aussicht! Kein Wunder, dass die Zeit wie im Flug vergeht und wir eigentlich gar nicht mehr nach Hause wollen! 😉

Großbritannien Unterwegs

London | Impressionen 2017

18. August 2017

Nachdem Herr Wallygusto und ich letztes Jahr einmal quer durch Schottland gefahren waren, war die Lust auf die britischen Inseln so richtig geweckt worden: Warum also nicht einmal nach Wales? Zum Wandern, Bier trinken & Seele baumeln lassen. Und da wir ohnehin mit dem Flieger anreisen wollten, drängte sich (natürlich) auch ein kleiner Ausflug nach London aus. Bevor es mit den richtigen Reiseberichten losgeht – für die ich bekannterweise immer richtig lange brauche, weil wir angeblich ja immer so viel essen 😉 – habe ich erst einmal ein paar Appetithäppchen aus London für Euch! Eingepackt habe ich jede Menge süße und deftige Leckereien, Craft Beer, Sehenswürdigkeiten, Streetart, indisches Streefood & Veggieburger!

 

 

Deutschland Unterwegs

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt

7. August 2017
Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt

Letztes Jahr hat es Herrn Wallygusto und mich endlich mal nach Köln verschlagen. Wer jetzt denkt, das jecke Treiben wäre der Grund gewesen, liegt komplett falsch! Schon seit langem sind wir große Fans der Band Edward Sharpe and The Magnetic Zeros. Leider gaben sich die geliebten Musiker nur für ein Konzert in Deutschland die Ehre! Und das im Rahmen der c/o pop Festivals in Köln. Was also tun? Kurzentschlossen besorgte uns Herr Wallygusto also ein Hotel und einen günstigen Flug – schließlich bekommt man nicht jeden Tag die Gelegenheit, Edward Sharpe & The Magnetic Zeros live zu sehen. Erste Impressionen von Köln und der (zahlreichen) Bierproben gab es ja schon vor einiger Zeit. Jetzt ist endlich auch der ausführliche Reisebericht mit allem, was sehenswert, köstlich & süffig ist online!

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Kallendresser

Sehenswertes

Die Gassen der Kölner Altstadt können zwar mit mittelalterlichen Namen und historischen Strukturen aufwarten, sind jedoch (leider) nicht wirklich alt. Tatsächlich ist nur noch wenig Originalbausubstanz vorhanden, denn nach dem zweiten Weltkrieg war auch Köln eine einzige Trümmerhalde. Das Wahrzeichen Kölns ist der Hohe Dom zu Köln. Die größte gotische Kathedrale der Welt birgt eine Vielzahl von Schätzen, Engeln und Dämonen. Unser Reiseführer verspricht eine überragende Aussicht vom Südturm auf die Altstadt. Da ich auf Türmen aber fast panische Höhenangst bekomme, lassen wir das lieber. Den Kölner Dom besichtigt man aufgrund seiner Beliebtheit am besten unter der Wochen und dann gleich frühmorgens.

Der Fischmarkt mit seinen kleinen schmucken Häuschen gefällt uns ganz besonders gut. Im 2. Weltkrieg wurden die Altstadt und mit ihr der Fischmarkt fast vollständig zerstört. Dank engagierten Stadtvätern und den Stadtkonservatoren der Nachkriegsjahre wurden viele der schmalen, spitzgiebeligen Häuser im historischen Stil wieder aufgebaut. Seinen Namen hat der Heumarkt vom einstigen Fernhandels- und Großmarkt, auf dem neben Flachs, Tuche, Käse, Fleisch, Kohlen und Eisen auch Viehfutter gehandelt wurde. Getreide gibt es hier inzwischen nur noch in flüssiger Form in einem der zahlreichen Gastronomiebetriebe, die den Heumarkt einsäumen.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Fischmarkt

Der Rheinauhafen ist sehr vielseitig: Die ehemalige Hafenanlage wird heute als Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbegebiet genutzt. Dabei vereint sie charmant die historische Hafenarchitektur mit modernen Bauwerken.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Rheinauhafen

Der Eigelstein ist ein urkölsches Veedel (=Viertel). Hier treffen kölscher Orient und orientalisches Kölsch aufeinander. Faszinierend finden wir den Kontrast zwischen den Marienstatuen an den Hausfassaden aus der Gründerzeit und der bunten Leuchtreklame der vielen, vielen Dönerläden. Ältestes Bauwerk des Viertels ist die nach dem Eigelstein benannte Eigelsteintorburg.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Eigelstein

Wer mich kennt, weiß dass ich mit Nippes nicht viel anfangen kann. Bei dem pittoresken Kölner Stadtteil gleichen Namens mache ich aber gerne eine Ausnahme! Während unseres Bummel durch das pittoreske Nippes ist leider ein Gewitter im Anzug, so dass es auf den Fotos leider nicht richtig zur Geltung kommt. Ich hätte aber trotzdem immer noch sehr gerne dort eine schnucklige Altbauwohnung.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Nippes

Köln hat neben faszinierenden Bauwerken und Plätzen auch ansprechende Parkanlagen zu bieten: Der Volksgarten ist eine in der südlichen Neustadt Kölns gelegene 13,9 Hektar große Grünfläche mit Kinderspielplätzen, einem Kahnweiher mit Tretbootverleih, Gartenrestaurant und Biergarten. Der Friedenspark ist der Name eines seit 1914 bestehenden Stadtparks in der Kölner Neustadt-Süd. Gut gefällt uns auch die Flora und der Botanische Garten, in dem es an die 10.000 kultivierte Pflanzenarten aus aller Welt zu bewundern gibt.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Flora & Botanischer Garten

Aktivitäten

Wie eingangs schon erwähnt, sind Edward Sharpe and the Magnetic Zeros, die ein Konzert in der Kölner Philharmonie geben, der wahre Grund für unseren Ausflug an den Rhein. Die quasi im Untergrund neben dem Dom gelegene Philharmonie besticht durch ausgefeilte Akustik, ganz ohne unerwünschtes Echo. Das liegt daran, dass der Konzertsaal einem Amphitheater nachempfunden wurde und es daher im ganzen Raum keine Wände gibt, die sich parallel gegenüberliegen.

Weil der Konzertsaal unterhalb des öffentlich begehbaren Heinrich-Böll-Platzes zwischen dem Museum Ludwig und der Treppenanlage zum Rheinufer liegt, verursachen die weitspannenden Träger der Dachkonstruktion aber auch ein Problem: Schrittgeräusche von Fußgängerinnen mit Pumps oder Fahrgeräusche von Skateboards oder Rollkoffern werden von den schwingenden Trägern ins Innere des Konzertsaals übertragen. Damit während Aufführungen und Proben in der Philharmonie keine akustischen Beeinträchtigungen entstehen, wird der Platz bewacht abgesperrt. Laut Wikipedia entstanden so im Jahr 2016 Gesamtkosten in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro.

Uns ist das, ehrlich gesagt ziemlich egal, denn das Konzert von Edward Sharpe und the Magnetic Zeros ist einfach phantastisch. Das Publikum geht voll mit, der Sänger leert während des Konzerts eine Flasche Rotwein und entledigt sich seiner Lederslippers. Und als dann mein Lieblingslied HOME gespielt wird, gibt es eh kein Halten mehr! Ein einfach wundervoller Konzertabend!

Schlafen

Das Hotel Lyskirchen ist ein elegantes, modernes 4-Sterne-Hotel mit insgesamt 105 Zimmern. Unser Doppelzimmer ist nicht zu groß und nicht zu klein, sehr sauber und mit einem 1a Gratis-WLAN ausgestatte. Da es während unseres Aufenthaltes in Köln unglaublich heiß ist und die Temperaturen auch nachts nicht merklich sinken, freuen wir uns auch über die gut funktionierende Klimaanlage. Zu Fuß brauchen wir nur ein paar Minuten bis in die Altstadt, zum Kölner Dom und zur Rheinuferpromenade. Wie das Frühstücksangebot ist, können wir nicht sagen, denn wir haben uns dafür entschieden, die erste Mahlzeit des Tages unterwegs einzunehmen.

Essen

Empfehlenswert für ein schnelles, aber dennoch gemütliches Frühstück ist die Coffee Gang. Die urbane Cafébar in der in der Neustadt-Süd serviert selbst gebrühten, fair gehandelten Kaffee sowie hausgemachte Kuchen und köstliche Sandwiches.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Coffee Gang

Eigentlich bin ich gar nicht mehr so wild auf Burger – zumindest nicht in München, wo sich das vegetarische und / oder vegane Angebot – bis auf einige wenige Ausnahmen – wenig glorreich gestaltet. Ein Blick in die Speisekarte der Bunte Burger Food Bar lässt mich dann aber doch wieder umschwenken! Hier ist jeder Burger vegan oder vegetarisch. Außerdem klingen Variationen wie der Desperado Tex Mex Burger mit einem Bratling aus Polenta-Schwarze Bohnen Mix, Avocadocreme und knackigen Tortilla Chips einfach viel zu verlockend, um ignoriert zu werden. Das ist auch kein Wunder, denn Bunte Burger gehört laut eigener Aussage zu den gastronomischen Topadressen in Köln!

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Bunte Burger

Die Eisdielerin stellt in ihrem kleinen Laden in Köln-Ehrenfeld einzigartiges Eis, leckere Sorbets, süße und herzhafte Waffeln her. Und das für Allesesser, Vegetarier & Veganer. Herr Wallygusto und ich bleiben eisern und begnügen uns jeder mit einer Kugel Birne-Rosmarin beziehungsweise Schokosorbet. Mehr hat nach unserem Besuch bei Bunter Burger aber auch keinen Platz mehr in unseren Bäuchen – leider! 😉

Auf der Suche nach einem ordentliche Frühstück stoßen wir am Rathenauplatz auf das Cafe Feynsinn. Die Auswahl an Frühstücksvariationen ist groß, selbst für Vegetarier: Selbst gemachte Marmeladen, süßer French Toast, gesundes Müsli, aber auch Herzhaftes wie frisch zubereiteter Kräuterquark, Humus-Curry-Dip, Mozzarella-Tomate und BIO-Rührei. Dazu werden frisches Brot, auch aus Vollkorn, Croissants und Brötchen gereicht. Das Frühstück ist schmackhaft und an den kleinen Tischen vor dem Cafe lässt es sich gemütlich sitzen.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Café Feynsinn

Nachdem das Frühstück beim Cafe Feynsinn für unsere Verhältnisse recht opulent war, lassen wir es an unserem letzten Tag in Köln etwas bescheidener angehen. Die Bäckerei Merzenich hat eine große Auswahl an pikantem und süßem Gebäck im Angebot, so dass wir uns mit einer großen Nougatbreze und einem Halven Hahn begnügen.

Etwas, was in München definitiv fehlt ist eine Zweigstelle vom Frittenwerk: Hier werden Imbiss-Klassiker mit frischen Zutaten neu interpretiert und treffen auf abwechslungsreiches Street-Food aus aller Welt. Eine ganz besondere Pommes-Spezialität ist „Poutine“ (sprich „Pu-ti:n“), an der man an den Imbissläden Kanadas nicht mehr vorbeikommt! Im Frittenwerk besteht das Classic Quebec Poutine aus den extra breit geschnittenen Hausfritten, die innen saftig und außen schön kross sind. Darüber werden Mozzarella Cheese Curds gestreut, die mit der hausgemachten (vegetarischen) Bratensauce verschmelzen. Köstlich! Begeistert sind wir auch von den Tijuana Street Fries: Eine große Portion Knoblauchfritten darf mit hausgemachter Guacamole aus reifen Avocados, frische Sour Cream und fein gewürfelten, kalten Tomaten kuscheln.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Frittenwerk

Trinken

Unsere erste Anlaufstelle ist das Brauhaus Früh am Dom, wo ich das erste Kölsch meines Lebens trinke. Vor einem Lokal stehen und mal schnell im Vorbeilaufen ein Bier in die Hand gedrückt zu bekommen, ist für mich als Münchnerin eine völlig neue Erfahrung. Ehrlich gesagt könnte ich mich aber gut daran gewöhnen!

Ein Besuch der Braustelle steht ganz oben auf unserer kulinarischen To-Do-Liste für Köln! Ehrenfelds einzige Brauerei wurde 2001 gegründet und ist inzwischen eine feste Größe in der gastronomischen Landschaft des Stadtteils. Neben eigenen Bieren werden auch jede Menge Craftbiere anderer Mikrobrauereien ausgeschenkt. Wir probieren uns munter durch Ehrenfelder Alt, Einkorn Gose, Helios und Pink Panther.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Braustelle

Richtig gut gefällt es uns bei Päffgen im Friesenviertel. Das urige Traditionsbrauhaus braut in seinem Hinterhof schon seit 1884 fleißig Kölsch. Wegen der geringen Kapazität der Brauerei von 6.000 Hektolitern jährlich ist der Verkauf aber auf einige wenige Kölner Gaststätten beschränkt. Auch gibt es das süffige Päffgen Kölsch nicht in Flaschen, sondern ausschließlich vom Fass. Im gemütlichen Gastgarten bestellen wir uns erst mal zwei Kölsch und – wie wir meinen – eine kleine Brotzeit dazu. Aber weit gefehlt: Der Halve Hahn besteht aus einer riesigen Scheibe mittelalten Goudas und der Kölsche Klüngel entpuppen sich als zwei Käsekugeln, die an Obazda erinnern. Sogar die Zwiebelringe und Gewürzgurken sind überdimensioniert! Dazu gibt es Vollkornbrot und Roggenbrötchen, liebevoll „Röggelchen“ genannt.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Päffgen

Peters Brauhaus suchen wir an leider am falschen Tag auf: Reiberdatschi – oder Rievkoche, wie sie in Köln genannt werden – gibt es hier immer nur dienstags. Dafür wird der Teig aber auch tatsächlich frisch gemacht und kommt nicht wie so oft aus dem Eimer. Egal, dann gibt’s eben nur ein Kölsch. 😉

Wie wir übrigens nach unserem Aufenthalt in Köln feststellen, haben wir zwar sehr viele Biere (Sion, Mühlen Kölsch, Gaffel…) probiert, das angeblich beste Kölsch ist uns aber durch die Lappen gegangen: Reissdorf ist das umsatzstärkstes und somit beliebteste Kösch. Die Zeiten, als es mit seiner angenehm milden und leicht süßlichen Note vor allem die Frauen ansprach sind also lange vorbei.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt |

Liste der oben genannten Lokale & Hotels und deren Adressen

Großbritannien Unterwegs

Edinburgh | Einmal quer durch Schottland (6)

28. Juli 2017
Brewdog Edinburgh Schottland

Die letzte Station unserer Rundreise durch Schottland ist Edinburgh. Edinburgh ist Schottlands zweitgrößte Stadt und ich habe mich schon während unseres letzten Aufenthaltes unsterblich in sie verliebt. Das liegt nicht nur an den vielen Pubs oder dem reichhaltigen, schottischen Frühstück, sondern an der angenehmen, entspannten Atmosphäre. Aber auch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten machen Edinburgh zu einer unglaublich schönen Stadt.

Auf dem Weg nach dorthin machen wir aber noch kurz in der Universitätsstadt St Andrews halt. Bevor es dann endgültig zurück zur Fähre in Newcastle geht, besichtigen wir noch kurz die Melrose Abbey in den Scotish Borders.

Sehenswertes

St Andrews ist nicht nur eine süße Studentenstadt an der Ostküste Schottlands, sondern gilt als Geburtsstätte des Golfsports. Bereits 1754 wurde hier der Royal and Ancient Golf Club of St Andrews als einer der ersten Golfclubs überhaupt gegründet. Sein berühmtes Clubhaus steht direkt am Old Course, der vermutlich der bekannteste Golfplatz der Welt ist. Als regelmäßige Leserin der Boulevardpresse ist mir diese schottische Kleinstadt in der Grafschaft Fife aber vor allem dadurch bekannt, dass Prinz William hier an der Universität seine Kate kennen lernte. Ein absolutes Muss ist ein Besuch der Ruinen der Kathedrale. Natürlich haben wir auch hier eine kulinarische Entdeckung gemacht: Beim Eis von Nardini lohnt es sich durchaus, schwach zu werden.

St Andrews | Schottland

Vom Calton Hill genießen wir einen hervorragenden Blick auf die Altstadt. Auch das National Monument, das an die gefallenen Soldaten während der Neapolitanischen Kriege erinnern soll, beeindruckt uns jedes Mal aufs Neue. Da es an einen griechischen Tempel erinnert, setzt es einen interessanten Kontrast zu den mittelalterlichen Fassaden der Old Town.

Edinburgh | Calton Hill

Dean Village ist ein altes Dorf im Nordwesten von Edinburgh und immer einen Besuch wert. Trotz seiner früher wohl geringen Größe, spielte es zu seinen besten Zeiten mit 11 aktiven Getreidemühlen eine wichtige Rolle für die Stadt. Man nutzte die Lage des Ortes am Fluss Water Of Leith, um die Mühlen anzutreiben und zu Edinburghs Kornkammer zu werden. Die Mühlen sind inzwischen schon lange stillgelegt. Und Dean Village ist eine ruhige Wohngegend, in der man gemütliche Spaziergänge entlang des Flusses machen kann.

Edinburgh | Dean Village

Die Circus Lane lässt unsere Herzen höher schlagen: Kein Wunder, den von einem bunten Häuschen träumen Herr Wallygusto und ich schon lange! Und hier wimmelt es geradezu von hübschen, kleinen Häusern, den sogenannten “Mews”. Mit “Mews” werden umgebaute Stallungen bezeichnet. In Edinburgh gibt es einige dieser Gassen, aber Circus Lane ist die schönste.

Edinburgh | Circus Lane

Das älteste Kaufhaus in Edinburgh ist Jenners in der lebhaften Princes Street. Angeblich treffen sich hier neben schottische Ladys auch MTV-Stars. Ob dem tatsächlich so ist, können Herr Wallygusto und ich nicht sagen, denn wir konzentrieren uns fast ausschließlich auf die großartige Feinkostabteilung. Dort finden sich neben Shortbread in allen möglichen liebenswerten Formen auch vegetarischer Haggis und goldene Osterhasen mit Glöckchen. Da ich hier kein schönes Bild geknipst habe, gibt’s für Euch ein bisschen Streetart als Ersatz!

Edinburgh | Einmal quer durch Schottland

Auf dem Weg von Edinburgh zur Fähre machen wir bei der schönen Ruine der Melrose Abbey halt. Einst die wahrscheinlich reichste Abtei Schottlands, ist sie angeblich immer noch die bekannteste. Wir bummeln gemütliche zwischen den Grabsteinen hindurch und machen uns auf die Suche nach dem Dudelsack spielendem Schwein an der Kirchenfassade. Da Sightseeing wirklich hungrig macht, sind wir froh, dass es in Ort eine tolle Bäckerei mit pikanten, teilweise vegetarischen Pasteten gibt. Im Supermarkt entdecken wir zudem Tea Cakes, eine Art Schaumküsse mit Keksboden mit dunkler Schokolade. Also wie man köstliche Süßigkeiten macht, wissen die Leute hier auf der Insel wirklich!

Melrose Abbey | Schottland

Aktivitäten

Kaum zu glauben, aber in Edinburgh gibt es einen richtigen Berg: Der Arthur’s Seat liegt nahe bei der Old Town, Luftlinie zirka zweieinhalb Kilometer von Edinburgh Castle entfernt. Er ist ein Überrest eines Vulkansystems aus der Zeit vor 350 Million Jahren, der später von Gletschern der Eiszeit in diese Form gebracht wurde. Da der der Gipfel des Arthur’s Seat lediglich auf 251 Metern Höhe liegt, ist die Besteigung ein Klacks. Die Wanderung auf den Arthur’s Seat hierher lohnt sich aber auf jeden Fall, denn wir haben einen traumhaften Ausblick auf Edinburgh.

Aussicht vom Arthurs Seat | Edinburgh

Schlafen

Das hübsche Piries Hotel befindet sich in einem für Edinburgh typischen Stadthaus. Das Zimmer ist winzig, aber sehr gemütlich und sauber. Auch der kostenlose WiFi funktioniert sehr gut. Ein weiteres Plus sind die vielen, fußläufig erreichbaren Sehenswürdigkeiten wie Princes Street, Edinburgh Castle, Holyrood Palace und The Royal Mile.

Essen

Da wir das Frühstück im Ryan’s von unserem letzten Besuch in Edinburgh noch in bester Erinnerung hatten, sind wir auch diesmal wieder zum Frühstücken hin. Da ich weiß, dass das Full Scottish Vegetarian Breakfast dort riesig ist, entscheide ich mich für Eggs Florentine mit frischem Spinat und werde nicht enttäuscht. Herr Wallygusto geht natürlich erneut in die Vollen und bestellt sich ein großes vegetarisches Frühstück mit allen Schikanen. Dazu gibt’s einen richtig guten Café Latte, serviert von einer sehr freundlichen Dame.

Ryan’s | Edinburgh

Gut frühstücken wir auch im Gram’s Naked Cafe. Hier gibt es ein große Auswahl an gesundem, heißen oder kalten Fastfood. Egal, ob man sich vegan, vegetarisch, glutenfrei oder laktosefrei ernährt – für jeden ist was dabei! Alle Speisen bestehen zu 100% aus natürlichen Zutaten. Der vegane Avocado Toast ist zwar recht wenig, aber die Avocado ist sehr cremig und das Sauerteigbrot herrlich knusprig. Geschmacklich ist alles super, auch der Cafe Latte. Der schmeckt uns sogar so gut, dass wir gleich noch einen zweiten bestellen.

Gram’s Naked Cafe | Edinburgh

Das Kalpna serviert nur vegetarische Gerichte und ist für Herrn Wallygusto und mich bis heute das beste indisches Restaurant, in dem wir jemals essen war. Von dem tollen Knoblauch-Naan, das frisch und nicht fettig ist, schwärmen wir noch heute. Den Kaffee danach bekommen wir übrigens in der French Press serviert – Espresso gibt es leider keinen. Ein weiteres Plus des Kalpna: Der Gastraum wartet mit wenig Schnickschnack auf, nur hier und da glitzert es ein wenig an der Wand, große Spiegel lassen den recht kleinen Raum größer wirken.

 Kalpna Restaurant | Edinburgh

Das Holyrood 9a ist ebenfalls ein alter Bekannter, bei dem wir auch diesmal gerne ein paar kleine Bierchen trinken und einen Burger essen: Es ist einfach DIE perfekte Symbiose aus klassischem Pub und moderner Kneipe. Die Auswahl an Bier ist & bleibt unglaublich: Neben etlichen Haussorten werden im Holyrood 9a auch viele, viele Gastbiere gezapft. Der Falafel Burger ist gewohnt groß und das Patty  schmeckt toll. Einzig das für Burger typische, labbrige Bun enttäuscht uns ein wenig.

Holyrood 9a | Edinburgh

Trinken

Natürlich besuchen Herr Wallygusto und ich diesmal auch ein paar andere Pubs als bei unserem letzten Besuch in Edinburgh. Da sich die schottische Hauptstadt der höchsten Kneipendichte in Europa rühmt, stellt das auch keine große Herausforderung dar. 😉

Laut unserem Reiseführer kann man im 1. Stock der Rose Street Brewery die Geräte der Brauerei besichtigen. Bei unserem Besuch sehen wir davon genauso wenig wie von dem angeblich dort gebrauten Bier. Dass in der Rose Street Brewery nur Standardbiere gezapft werden, mag unter anderem daran liegen, dass man inzwischen eines der unzähligen Nicholson’s-Pubs ist. Oder wir sind schlicht und ergreifend einfach blind.

Bollywood The Coffee Box | Edinburgh

Und noch ein Nicholson’s-Pub: Greyfriers’s Bobby bietet eine gute Atmosphäre und junges Publikum. Das Publikum besteht aus Studenten und Touristen, die durch die Geschichte des treuen Hundes gleichen Namens neugierig geworden sind: Der kleine Bursche wachte ganze 14 Jahre am Grab seines toten Herrchens!

The Pear Tree ist ein gemütlicher Pub mit kleinen Sitzecken und Ledercouchs. Lieber noch hätten Herr Wallygusto und ich im Gastgarten Platz genommen, doch dort ist trotz seiner beachtlichen Größe nichts mehr für uns frei. Schuld daran ist die große Videoleinwand, auf der ein Spiel der Fußball-Europameisterschaft übertragen wird.

The Pear Tree | Edinburgh

Der Erfinder von Sherlock Holmes, dessen Statue man unweit des Pubs bewundern kann, ist Namensgeber des The Conan Doyle. Sir Arthur Conan Doyle wäre bestimmt auch sehr zufrieden, denn das Lokal ist nicht nur sehr edel, sondern bietet auch eine sehr gute Auswahl an Essen. Es gehört übrigens ebenfalls zur Nicholson’s-Gruppe.

Ein ganz anderes Kaliber ist The Oxford Bar: Das Lieblingspub des Schriftstellers Ian Rankins versprüht eher den Charme einer Dorfkneipe. Das gemütliche Hinterzimmer hat einen Kamin und wir sitzen hier neben anderen Touristen und Anzugträgern, die frisch aus dem Büro kommen.

The Conan Doyle | Edinburgh

Als Bierliebhaber kommen Herr Wallygusto und ich in der Bar von Brew Dog voll auf unsere Kosten. Die Biere tragen fantasievolle Namen wie Cocoa Psycho Nitro oder Strawberry Blitz und sorgen für intensive Geschmacksmomente. Mein absoluter Liebling ist – wie schon in Glasgow – Jet Black Heart. An diesem Milk Stout mit seinen intensiven Kaffee- und Schokoladenaromen komme ich einfach nicht (mehr) vorbei! Neben den eigenen Craftbieren vom Fass werden auch regelmäßig diverse „Guest Drafts“ gezapft.

Auf der Suche nach einem neuen Pub entdecken wir über die App Untappd das Pub der Mikrobrauerei Andrew Usher & Co.! In der gemütlichen Kellerbar werden neben eigenen, recht ausgefallenen Bierkreationen auch Craftbiere anderer Brauereien angeboten. Während wir unser Bierchen genießen, bewundern wir die kleine Elektro-Brauereianlage, die auf 410 Liter auf einmal brauen kann.

Andrew Usher & Co. | Edinburgh

 

Liste der oben genannten Lokale & Hotels und deren Adressen

Großbritannien Unterwegs

Loch Ness & Cairngorms National Park | Einmal quer durch Schottland (5)

7. Juli 2017
Loch Ness | Schottland

Kaum zu glauben, aber unser Urlaub in Schottland liegt schon ein Jahr zurück! In den letzten Monaten habe ich Euch von unseren Erlebnissen in Glasgow, am Loch Lomond, auf der Isle Of Skye und den Südlichen & Nördlichen Highlands erzählt. Zeit, Euch mit an den Loch Ness zunehmen, um gemeinsam nach dem legendären Seeungeheuer Ausschau zu halten. Anschließend geht es zum Wandern in den Cairngorms National Park. Für den 5. Teil habe ich mich entschlossen, nicht mehr nur chronologisch unsere Reiseroute wiederzugeben, sondern alles schön in Kategorien zu packen. So könnt Ihr – wie in einem Reiseführer – schnell erkennen, was es an Sehenswürdigkeiten und interessanten Aktivitäten gibt und wo Ihr gut essen, trinken und schlafen könnt.

Schottisches Hochlandrind

Sehenswertes

Inverness liegt an der Mündung des Flusses Ness und ist ein wahrlich geschichtsträchtiger Ort, denn auf der Burg regierte im 11. Jahrhundert Macbeth. Seit dem 19. Jahrhundert steht  auf dem Hügel anstelle seiner Burg aber ein anschauliches Burgschloss. Der Caledonian Canal hat in der Stadt seinen östlichen Zugang. Nachdem wir in einem Einkaufszentrum einen Parkplatz gefunden haben, machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Unser erster Weg führt uns zur die Market Hall. Leider sind wir ein bisschen zu spät dran, so dass wir nur noch die Ladeninhaber beim Schließen ihrer kleinen Geschäfte beobachten können. Wir kaufen uns daher spontan in einem Supermarkt ein Eis am Stiel mit Pfefferminze & Schokolade und schlendern gemütlich den Ness Island Walk entlang.

Inverness | Schottland

Der Loch Ness ist nicht nur Schottlands zweitgrößter See, sondern verfügt aufgrund seiner Tiefe auch über das mit Abstand größte Wasservolumen aller schottischen Seen. Vielen dürfte er aber vor allem als Zuhause des legendären Seeungeheuers Nessie ein Begriff sein. Tatsächlich ist Nessie hier allgegenwärtig – auf T-Shirts, als Plüschtier und sogar in Keksdosen. Wir haben deshalb recht schnell genug von dem ganzen Hype, lassen daher das Loch Ness Centre and Exhibition links liegen und verlassen den überlaufenen Loch Ness ganz schnell wieder. Das kleine Dorf Invermoriston mit seiner alten Steinbrücke hingegen lohnt einen kurzen Zwischenstopp. „Moriston“ ist übrigens das gälische Wort für „Fluss der Wasserfälle“ und ziemlich treffend, denn die Moriston Falls sollen spektakulär sein, wenn der Fluss viel Wasser führt.

Thomas Telford Bridge in Invermoriston

Fort Augustus ist zwar klein, aber einer der großen Touri-Hotspots der Gegend! Die Lage am südwestlichen Ufer des Loch Ness könnte besser nicht sein und mit dem Caledonian Canal, der quer durch den Ort fließt, hat Fort Augustus auch einiges zu bieten. Außerdem ist das Dorf nach einem historischen Fort benannt, das nach nach der Niederschlagung des Jakobitenaufstands von 1715 hier errichtet wurde. Von der ursprünglichen Befestigungsanlage sind heute leider praktisch keine Überreste mehr vorhanden – obwohl Teile davon in das 1876 erbaute Benediktinerkloster integriert wurden. Wir kaufen uns in einem Imbiss ein mittelmäßiges Sandwich und beobachten kauend wie diverse Segelschiffe das Schleusensystem des insgesamt fast 100 km langen Kanals passieren.
Fort Augustus | Schottland

Aktivitäten

Wenn man schon mal in Schottland ist, gehört der Besuch einer der 100 schottischen Whiskybrennereien zum Pflichtprogramm – und zwar eigentlich selbst dann, wenn man so wie ich eigentlich gar keinen Whisky mag. Ich liebe zwar den Geruch, kann mit dem aber oft beißenden Geschmack nichts anfangen. Wir suchen uns daher mit Glenmorangie eine Brennerei in Tain aus, die einen der gefälligeren schottischen Whiskys herstellt. Das soll nicht heißen, dass die Qualität nicht stimmen würde – es gibt einfach Whiskys, die extrem torfig und meiner Meinung nach für Nicht-Liebhaber extrem anstrengend sind. Wir buchen also eine Führung und erfahren dabei so einiges über das Brennen von Whisky und die Geschichte von Glenmorangie: So werden hier auffällig hohe Brennblasen, die an die Hälse von Giraffen erinnern, verwendet. Das verwendete Malz wird zwar nicht mehr von Glenmorangie selbst hergestellt, aber man achtet beim Einkauf darauf, möglichst Malz aus Getreide der Umgebung zu kaufen, außerdem soll dieses nur leicht getorft sein. Davon, dass der Glenmorangie Whisky besonders mild ist, dürfen wir uns im Whisky-Tasting im Anschluss selbst überzeugen.

Glenmorangie Whisky | Schottland

Der Dog Fall Trail  ist eine kleine, aber feine Wanderung. Auf dem Weg zu Stromschnellen und den dunklen, stillen Becken der sehen laufen wir durch einen wunderschönen Wald mit alten, knorrigen Kiefern, glänzenden Silberbirken, mit Flechten bedeckten Eichen und Kiefernsetzlingen. Wir fühlen uns ein wenig wie in einem verwunschenen Regenwald – was durch den leichten Nieselregen, der an diesem Tag unserer ständiger Begleiter ist, noch unterstrichen wird.

Dog Fall Trail | Schottland

Im VisitScotland iCentre in Aviemorebesorgen besorgen wir uns den kleinen Wanderführer Walks Aviemare. Das praktische Heftchen enthält 24 kurze Spaziergänge und längere Touren rund um Aviemore, Glenmore und Spyside. Wir entscheiden uns für Tour 12, die uns vom See Loch Morlich zum Lairig Ghru Pass führt. Das Schöne an dieser Rundwanderung ist nicht nur, dass wir direkt vom Campingplatz loslaufen können!  Die Landschaft im Cairngorms National Park ist beeindruckend und zwischendurch gibt es noch eine kleine Klettereinlage über ein Geröllfeld.

Loch Morlich to Lairig Ghru Pass | Scotland

Schlafen

Da es in Inverness keine Möglichkeit gab, spontan noch ein schönes Hotelzimmer zu bekommen, fahren wir weiter Richtung Loch Ness. Dort schlagen wir unser Zelt bei Cannich Camping auf. Der Platz liegt ruhig und idyllisch im Wald und gleich nebenan gibt es sogar ein Café, das bei unserer Ankunft aber leider schon geschlossen hat. Beim netten Betreiber stoßen wir gleich auf großes Verständnis, dass wir den Trubel rund um den Loch Ness weitestgehend vermeiden und deswegen nur eine Nacht bleiben wollen. Seiner Meinung nach gibt es viel schönere Fleckchen in Schottland. Da es gerade mal nicht regnet, nutzen wir unseren kurzen Aufenthalt bei Cannich Camping, um unsere doch recht umfangreichen Biervorräte zu sichten. 😉

Bevor es wieder in städtische Gefilde geht, schlagen wir unser Zelt im Cairngorms National Park ein letztes Mal bei Glenmore Camping in the Forrest auf. Der Platz ist sehr groß und kann erfreulicherweise mit modernen und sehr sauberen Sanitäranlagen aufwarten. Außerdem können wir so schon ohne große Anstrengung den großartigen Panoramablick auf die umliegenden Cairngorms genießen. Ihr könnt es Euch sicher denken, aber dieser beeindruckenden Berggruppe verdankt unser Campingplatz natürlich seinen Namen.

Schottisches Craft Beer

Essen & Trinken

Durch Zufall stoßen wir in dem Dorf Foyers auf Cameron’s Teamroom & Farm Shop. Hier sehen wir auch – kein Witz – das erste und einige Mal knuffige Hochlandrinder. Nachdem sich keines der zotteligen Tiere hinter den Hörnern kraulen lassen wollte, suchen wir schnell das gemütliche Café auf. Zu den fluffigen Scones und dem fruchtig-saurem Rhabarber Crumble bekommen wir tollen Caffé Latte serviert.

In der Nähe von Glenmore Camping in the Forrest entdecken wir gleich zwei Einkehrmöglichkeiten: Die gemütliche Pine Marten Bar bietet trotz ihrer geringen Größe eine sehr gute Auswahl schottischer Biere, Whiskies und Ciders. Ab und an gibt es Livemusik. Das Cobbs Cafe at Glenmore ist im Interpretative and Information Centre for The Forestry Commission zu finden. Da es ebenfalls nicht weit von unserem Campingplatz entfernt liegt, gehen wir dort nach einer Wanderung gemütlich zum Kuchen essen.

Cameron’s Teamroom & Farm Shop

Liste der oben genannten Lokale & Campingplätze und deren Adressen

Großbritannien Unterwegs

Südliche & Nördliche Highlands | Einmal quer durch Schottland (4)

19. Juni 2017
Lochcarron Scotland

Die Tage auf der Isle of Skye vergehen (leider) wie im Flug – aber zum Glück liegt die Hälfte unseres Urlaubes noch vor uns. Bei düsterem Wetter mit tiefen Wolken, verlassen wir die Insel also mit einem lachendem und einem weinenden Auge. Unser Ziel ist es, durch die Südlichen Highlands an das nördliche Ende von Schottland zu fahren. Von dort aus soll es dann über Inverness, den Loch Ness und den Cairngorms-Nationpark wieder zurück nach Süden, genauer gesagt nach Edinburgh, gehen.

Unterwegs in den südlichen Highlands

Als wir am Loch Carron ankommen, zeigt sich das Wetter leider immer noch von seiner ungestümen Seite. Zum Glück entdecken wir in der hübschen, kleinen Stadt Lochcarron das gemütliche Waterside Cafe. Ich bestelle Hot Chocolate with Cream and Marshmellows, was von der freundlichen Inhaberin mit einem „Good choice“ quittiert wird. Und tatsächlich ist das Ungetüm aus Zucker und Sahne das beste Heißgetränk aller Zeiten! Schade nur, dass wir so gar keinen Hunger haben: Die große Auswahl an kleinen Gerichten ist groß und die Kuchen sehen allesamt zum Anbeißen aus. Kein Wunder, dass das kleine Café gut besucht ist!

Am malerischen Loch Maree, der mit einer Fläche von 28,5 km² der flächenmäßig viertgrößte See Schottlands ist, stoßen wir anschließend auf den Woodland TrailDa der Regen kurz mal Pause macht, beschließen wir uns kurz die Beine zu vertreten. Wir packen also unsere Kamera und die Regenjacken ein und lassen uns auf dem kurzen Waldlehrpfad über das Ecosystem der Umgebung rund um den See aufklären.

Das triste Wetter lässt schnell den Wunsch nach der nächsten Kaffeepause entstehen. Ein Glück, dass unser Reiseführer am Loch Gairloch einen kulinarischen Tipp der besonderen Art für uns hat: Die The Mountain Coffee Company ist eine witzige Mischung aus Café, Reformhaus und Buchladen. So gibt es neben kleinen Gerichten auch Wanderführer, allerlei Müsliriegel und Yogi Tee zu kaufen. Die Mountain Lattes mit Zimt und unsere üppig belegten Bagels mit Matur Cheddar, Tomaten & Pickles und Pilzen, Tomaten & Cream Cheese sind köstlich und trösten uns über die triste Witterung hinweg.

Ullapool wurde 1788 als Hafen für den Heringsfang gegründet und ist mit 1.541 Einwohnern die größte Siedlung in den sehr dünn besiedelten nordwestlichen Highlands. Wir legen hier eine kleine Pause ein, um unsere Vorräte an Mineralwasser, Fertigsauce und Toffees aufzustocken. Da es sehr kalt ist und immer wieder regnet, machen wir nur einen kurzen Spaziergang am Hafen und bewundern die Fischerboote und Yachten, die dort vor Anker liegen. Da wir noch gut satt von der letzten Kaffeepause sind, lassen wir die vielen Restaurants und Pubs links liegen und fahren lieber schnell weiter zu unserer nächsten Übernachtungsmöglichkeit.

Der spröde Charme der nördichen Highlands

An der Atlantikküste angekommen, schlagen wir unser Zelt auf dem Clachtoll Beach Campsite auf. Die Herausforderung besteht hierbei, beim Aufbauen nicht zusammen mit der Zeltplane abzuheben und in Irland wieder zu landen. Der Wind bläst kräftig und so kalt, dass ich schon nach kurzer Zeit meine Jeans gegen lange Unterhose und dicke Softshell-Wanderhose tausche. Aber wenigstens gibt es so keine Midges – eine echte Erleichterung! Ansonsten ist der Campingplatz aber sehr schön, denn er ist sehr sauber und ruhig. Die Sanitäranlagen sind komfortabel und liebevoll im Marinestil dekoriert. Und wer mag, kann sich in der Damendusche mit einem Glätteisen von GHD die Haare stylen. Und falls einem doch mal der Gaskocher weggeweht werden sollte, gibt es einen Münzautomat für Heißgetränke. 😉

Nicht weit vom Campingplatz entfernt steht der Old Man of Stoer, eine weitere beeindruckende Felsnadel. Klar, dass wir die kurze Wanderung mitnehmen, bevor es wieder an’s Autofahren geht. Der Old Man wurde erstmals 1966 von einer Seilschaft um den schottischen Bergsteiger Tom Patey und ist seitdem ein beliebtes Ziel für Kletterer. Der Zugang ist allerdings nicht ganz unkompliziert, denn es muss zuerst eine Seilrutsche aufgebaut werden. Hierzu muss ein Mitglied der Seilschaft durch den schmalen Meeresarm zwischen Klippen und Felsfuß schwimmen – bei der stürmischen See keine angenehme Vorstellung.

Bei Sango Sands Camping war seinerseits schon John Lennon zu Gast. Der große Platz liegt direkt an der Küste und es weht stetig eine steife Brise. Die lange Unterhose ist also auch hier mein wichtigstes Accessoire. Aber der Wind hat Vorteile, denn er hält auch hier die Midges fern! Sango Sands kann erfreulicherweise auch mit sehr komfortablen Duschen mit Temperaturregelung, Glastür und viel Ablagefläche aufwarten. Der Aufenthaltsraum ist leider wenig gemütlich und als allenfalls zweckdienlich zu bezeichnen.

Da der Aufenthaltsraum unseres Campingplatzes leider nicht zum Verweilen einlädt, entschließen wir uns, das nahe Pub genauer unter die Lupe zu nehmen. Da es dort Mac & Cheese mit Pommes gibt, entschließen wir dort einzukehren. Da das Essen schmeckt und auch die Auswahl an Bier und Cider okay ist, schauen wir auch an unserem zweiten Abend im Sango Sands vorbei und genießen das warme Essen in der gemütlichen Atmosphäre des Pubs.

Natürlich sind wir nicht nur hier, um uns die Bäuche vollzuschlagen und schottisches Bier zu trinken! Laut unserem Reiseführer gibt es am Cape Wrath putzige Papageientaucher, die sogenannten Puffins. So machen wir uns früh am Morgen auf dem Weg zum Fährableger in Keoldale bei Durness. Dort bringt uns eine kleine Passagierfähre über den Kyle of Durness, eine der schönsten Buchten der Highlands. Zum Glück tragen wir wieder lange Unterhosen und dicke Fleecepullis unter den Regenjacken – auf der offenen Fähre ist es eiskalt und windig. Am anderen Ufer wartet bereits ein Minibus auf uns, der uns auf einer holprigen Straße knapp 18 Kilometern durch eine einsame und praktisch unbewohnte Region bringt. Auf dem Weg zum Cape Wrath erzählt uns der Fahrer im breitesten schottischen Dialekt, dass das Gebiet von der Royal Air Force als militärisches Übungsgebiet für Bombenabwürfe genutzt, wird und an welchem Felsen sich die Hirsche bevorzugt zur Fellpflege treffen. Am Kap selbst, das den nordwestlichsten Punkt der Insel Großbritannien darstellt, steht ein Leuchtturm, der 1828 erbaut wurde und bis 1998 bemannt war. Auch finden sich dort die Ruinen der Lloyd’s-Signalstation, die zur Überwachung der Schifffahrt benutzt wurde. Wir kämpfen uns so weit wie möglich an die Klippen vor, erspähen auch ein paar mutige Seevögel – von den kleinen Puffins aber leider keine Spur. Die erneute Lektüre des Reiseführers verrät uns auch warum: Aus welchen Gründen auch immer haben wir uns komplett mit der Tour vertan. Die knuffigen Puffins gibt’s auf Handa Island und nicht am Cape Wrath zu bewundern.

Cape Wrath

Durchgefroren und ein wenig enttäuscht – wir hätten so gerne einmal Puffins gesehen – schicken wir uns an, den Cocoa Mountain zu besteigen. Das ist natürlich nur bildlich gesprochen, auch wenn im Cocoa Mountain Cafe and Chocolaterie im Weiler Balnakeil  tatsächlich Berge von Schokolade auf uns warten. Wir haben die Wahl zwischen Choco Croissant mit weißer oder dunkler Schokolade, allerlei bunten Pralinen, diversen Flapjacks und Schokotartelettes. Dazwischen lacht ein großer Mountain Mocha mit Sahne und Schokosauce von der Speiskarte. Alles schmeckt köstlich und lässt kalte Nasen und Füße schnell der Vergangenheit angehören. Angesichts der süßen Köstlichkeiten wird uns sogar ein wenig warm um’s Herz. Leider ist die Bedienung ein wenig seltsam – so richtig auf die Reihe bekommend die Damen und Herren hier nichts.

Cocoa Mountain Cafe and Chocolaterie

Am nächsten Morgen brechen wir unsere Zelte an der unwirtlichen Nordküste Schottlands ab und fahren in wärmere Gefilde. Unweit von Golspie steht an der Ostküste das beeindruckende Dunrobin Castle. Es ist der Stammsitz des Earl of Sutherland und mit 189 Zimmern größte Wohngebäude in den Nördlichen Highlands. Der tolle Garten und die zu Dunrobin Castle gehörige Falknerei lohnen ebenfalls einen Besuch. Eigentlich besichtigen Herr Wallygusto und ich nie Schlösser von innen – hier machen wir aber eine Ausnahme.

 Liste der oben genannten Lokale & Campingplätze und deren Adressen

Großbritannien Unterwegs

Isle Of Skye | Einmal quer durch Schottland (3)

8. Mai 2017
Mac Leods Maidens - Isle of Skye

Wie ich Euch ja bereits erzählt habe, ist eines unserer Hauptziele die Isle of Skye. Die Insel des Nebels – woher der Name wohl kommt? 😉 – ist die größte Insel der Inneren Hebriden und liegt unmittelbar vor der schottischen Westküste im Atlantik. Herr Wallgusto und ich sind schon sehr gespannt, ob die Landschaft dort wirklich so atemberaubend ist, wie sie auf den vielen, vielen Fotos auf Instagram aussieht!

Auf dem Weg zur Isle Of Skye

Unterwegs machen wir noch kurz in dem Örtchen Glenfinnan halt. Dort wurde 1815 nach Plänen des schottischen Architekten James Gillespie Graham das Glenfinnan Monument erbaut, um den Platz zu markieren, an dem 1745 die Standarte von Prinz Charles Edward Stuart zu Beginn der zweiten Jakobiterrevolte gehisst wurde. Die Statue auf der Spitze der Säule stellt einen Schotten im traditionellen Kilt dar. Außerdem bewundern wir das Glenfinnan Viadukt, eine imposante Brücke über die schon der Hogwart Express fahren durfte.

Irgendwie ist ganz Schottland eine Filmkulisse, denn auch Eilean Donan Castle durfte schon in einem Kinofilm mitwirken! Na, kommt Ihr drauf? Nein? Es ist das Schloss des Highlanders. Ich muss ja gestehen, dass ich mir den Film erst nach unserem Schottland-Urlaub angeschaut habe, so begeistert war ich von diesem Schloss.

Scones & Cappuccino

Bevor wir uns auf dem Weg zu unserem Campingplatz machen, kehren wir aber in Broadford im gemütlichen Café Sia ein. Hier wird nicht nur auf der Isle of Skye gerösteter Kaffee ausgeschenkt, es gibt auch eine gute Auswahl an Gebäck. Da Herr Wallgusto und ich vor einer Ewigkeit das letzte Mal Scones gegessen haben, fällt uns die Entscheidung leicht. Die Scones werden hier ganz klassisch mit Butter und Marmelade serviert. Dazu gönnen wir uns – not very british – einen Cappuccino. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn die Schotten bevorzugen sowieso Kaffee – und zwar sehr starken!

Café Sia - Isle of Skye

 

Campingplatz mit Bar & Aussicht

Bei der Auswahl unseres Campingplatzes gehen wir keine Kompromisse ein und entscheiden uns für den recht großen Sligachan Camping:

  1. Der Anblick der umliegenden Red Cullens ist einfach atemberaubend und macht den Campingplatz zu einem hervorragenden Basecamp für Wanderungen.
  2. Die Hauptstadt Portree ist quasi um die Ecke. Dort gibt es Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants, eine Bank und eine Touristeninformation. Außerdem ist der kleine Hafen sehr pittoresk und lohnt einen Abstecher!
  3. Das Seumas Pub auf der gegenüberliegenden Seite der Straße: Dort ist es nicht nur gemütlich, sondern der durstige Gast kann aus ca. 200 Whisky-Sorten und diversen schottischen Bieren & Cider wählen. Nicht umsonst darf man sich Whisky Bar Of The Year 2015 rühmen! Außerdem ist das Essen wirklich gut – sehr empfehlenswert sind der vegetarische Burger mit Ziegenkäse und mediterrane Linguine mit Gemüse. Komplettiert wird das Angebot durch Pool-Tische und Fernseher, auf denen wir ein paar Spiele der gerade stattfindenden Fußball-EM beobachten.

Neben dieser herausragenden Vorteile möchte ich noch erwähnen, dass die Duschen sehr sauber und warm sind! Sligachan Camping ist definitiv der Place To Sleep auf Skye, wenn man mit dem Zelt unterwegs ist.

Wanderung auf den Marsco

Auf Skye wird mir das erste Mal so richtig bewusst, warum ich karge Landschaften ganz besonders gerne mag: Man kann seinen Geist fliegen lassen, ohne dass er irgendwo hängen bleibt. Die Wanderung auf den Marsco macht dies besonders deutlich, denn die Weiten sind unendlich und kein Wald stört die Aussicht. Und bis auf ein paar vereinzelte Wanderer begegnen uns nur misstrauische Schafe, einsamer geht es kaum! Der Aufstieg selbst gestaltet sich teilweise recht mühsam, da es zum Ende hin nicht mehr ganz einfach zu erkennen ist, wie wir den Grat erreichen können. Unser Durchhaltevermögen macht sich aber bezahlt, denn auf dem Gipfel werden wir mit einer traumhaften Aussicht auf die imposante Felslandschaft des Cuillin belohnt. Außerdem wartet unsere Lunchbox mit Müsliriegeln und Oatcakes auf uns. 😉

Old Man of Storr & Kilt Rocks

Der Old Man of Storr steht auf der Halbinsel Trotternish, etwa zehn Kilometer nördlich von Portree. Die 48 Meter hohe Felsnadel ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Isle of Skye und beliebtes Postkartenmotiv. Wir wundern uns nur, wie die Fotografen es bei dem hier herrschenden Andrang schaffen, so einsame, mystische Bilder der imposanten Felsnadel zu schießen.

Nicht weit vom Old Man of Storr entdecken wir die Kilt Rocks, die ihren Namen ihrer Ähnlichkeit zum Tartan-Muster des Schottenrocks verdanken. Wie wir auf myhighlands.de nachlesen können, wurde die beeindruckende Küstenlinie früher von Seefahrern als wichtige Landmarke genutzt. Heute werden die Kilt Rocks hauptsächlich von Touristen wie uns Wallygustos bewundert.

Die skurrilen Felsen des Quiraing

In unserem Wanderführer stoßen Herr Wallygusto und ich auf die kleine, aber feine Tour durch den Quiraing. Der Quiraing ist eine durch geomorphologische Prozesse, vor allem Erdrutsche, entstandene bizarre Landschaft. Der Name wird von dem altnordischen Kvi Rand abgeleitet und bedeutet „Gerundete Falte“. Einige der Felsformationen sind so prägnant, dass sie eigene Namen erhalten haben: So gibt es die 37 Meter hohe Felsnadel The Needle und The Prison, der einer massiven, mittelalterlichen Festung ähnelt. Ein nicht ganz abgerutschter Felsblock von der Größe eines Fußballfelds hat den Spitznamen The Table verpasst bekommen. Bei unserer kurzen Wanderung durch bizarre Landschaft des Quiraing wird wieder deutlich, wie schön Schottland bei düsterem, nebligen Wetter ist. Entsprechend durchgefroren kommen wir auch wieder am Parkplatz an. Ein Glück, dass dort ein kleiner Imbisswagen mit wohlschmeckendem, warmen Linsen-Gemüse-Eintopf auf uns wartet.

Ein Besuch bei Mac Leods Maidens

Die Wanderung zu den MacLeod’s Maidens ist lang, aber einfach. Der Weg lohnt sich aber schon allein wegen seiner malerischen Kulisse, denn wir wandern die meiste Zeit an der Küste entlang. Die Felstürme der MacLeod’s Maidens sind natürlich das absolute Highlight: Etwas fotogeneres habe ich selten gesehen! Der höchste Felsturm ist 65m hoch und damit der höchste auf ganz Skye. Um den Namen MacLeod’s Maidens rankt sich folgende Legende: An den Klippen dieser Küste zerschellte das Boot mit der Frau und den beiden Töchtern des vierten Clanchiefs der MacLeod’s. Bei vielen Seeleuten war dieser Punkt in den letzten Jahrhunderten wegen der vielen Unfälle berüchtigt. Auch wird sich immer wieder erzählt, dass Schmuggler und Küstenpiraten bei den Felstürmen falsche Positionslichter platziert hatten, um dann die dadurch verunglückten Schiffe zu plündern.

Soviel Drama lässt uns aber nicht den Appetit auf englisches Gebäck verlieren. Und so lassen wir uns im Anschluss an unserem Besuch bei MacLeod’s Maidens im Waterside Cafe & Bistro von der netten Inhaberin köstlichen Kuchen und guten Kaffee servieren. Das kleine, gemütliche Cafe ist direkt neben einer Tankstelle zu finden und leicht zu übersehen. Ein Glück, dass uns der Hunger Adleraugen verliehen hat!

Die Parkanlagen des Dunvegan Castle

Ein absolutes Muss ist für uns die Besichtigung des Dunvegan Castle und der dazugehörigen Parkanlage. Die Burg ist der Stammsitz des schottischen Clans der bereits erwähnten MacLeods und liegt idyllisch direkt am Loch Dunvegan. Der in der viktorianischen Zeit angelegte Park beeindruckt dank des Golfstroms nicht nur durch seine Größe, sondern auch durch eine Vielfalt von Pflanzen. Zudem gibt es zwei Wasserfälle, Laubengänge, Rhododendronhaine und ein Seerosenbecken.

Liste der oben genannten Lokale & Campingplätze und deren Adressen

Großbritannien Unterwegs

Loch Lomond & Argyll and Bute | Einmal quer durch Schottland (2)

21. April 2017
Oban - Schottland

 

Nach knapp drei Tagen im quirligen Glasgow freuen Herr Wallygusto und ich uns auf die erste Outdoor-Etappe unseres Schottland –Urlaubes, die uns erst an den Loch Lomond und dann quer durch die Gemeinde Argyll und Bute führt.

Camping am Loch Lomond

Der Loch Lomond ist mit einer Fläche von etwa 71 km² nicht nur der größte, sondern gilt auch als der schönste See Schottlands. Seit 2002 ist Loch Lomond Teil des Nationalparks Loch Lomond and the Trossachs und nicht nur für Glasgower ein beliebtes Ausflugsziel

Die Midges – der erste Kontakt

Auf dem schönen Platz von Cashel Camping kommt das erste Mal unser Zelt zum Einsatz. Aber nicht nur die ruhige Lage direkt am See überzeugt uns: Der Empfang ist freundlich, der zum Campingplatz gehörende Shop gut sortiert und die Sanitäranlagen sauber.

Leider machen wir hier auch das erste Mal Bekanntschaft mit den Highland Midges. Die Midges oder Midgies sind gerade mal 2 mm große Stechmücken und überall in den Highlands anzutreffen. Ihre nur geringe Größe machen sie mit einer Aufdringlichkeit wett, die wirklich ihres gleichen sucht! Als uns die Midges erst einmal als Nahrung identifiziert haben, gibt es für uns kein Entkommen! Trotz angeblich geeignetem Mückenspray aus dem Outdoor-Shop, intensivem Einreiben mit Avon Skin So Soft Oil (einem sogenannten Geheimtipp) und Moskitonetz beißen uns diese kleinen Biester, was das Zeug hält! Aber irgendeinen Nachteil müssen die schottischen Highlands ja haben – sonst wären sie viel zu schön, um wahr zu sein!

Adresse: Rowardennan, Glasgow G63 0AW

Highlights rund um den Loch Lomond

Wenn man schon am Loch Lomond ist, gehört die Besteigung des Ben Lomond einfach dazu! Der Weg zum Gipfel ist zwar lang, aber wenig anspruchsvoll und so auch für wenig geübte Wanderer durchaus machbar. Nach einem zähen Aufstieg, der gefühlt nicht enden will, werden wir also mit der grandiosen Aussicht auf den wunderschönen Loch Lomond belohnt! Und natürlich wartet auch hier eine hungrige Meute Midges auf uns, die uns aussaugen wollen!

Am Westufer des Loch Lomand liegt das unter Denkmalschutz stehende Luss. Der 220 Einwohner zählende Ort fällt in erster Linie durch seine pedantisch gepflegten Vorgärten mit den vielen bunten Blumen auf. Außerdem erinnern uns die einstöckigen pittoresken Häuserwürfel ein wenig an Neuschwanstein – zumindest was deren Beliebtheit bei Touristen angeht. Höhepunkt des Jahres sind übrigens die Highland Games, dann allerdings verwandelt sich das kleine Örtchen in einen einzigen, riesigen Parkplatz.

Unterwegs durch Argyll und Bute

Auf unserem Weg durch Argyll und Bute durchqueren wir nicht nur herrliche Landschaften, sondern kommen auch an zahlreichen interessanten Bauwerken vorbei: Die malerische Silhouette der trutzig-düsteren Inselburg Castle Stalker kommt vielen von Euch sicherlich bekannt vor: Monty Python nutzten Castle Stalker als Filmkulisse für die Schlussszene des Kinofilms Die Ritter der Kokosnuss, wo sie als Gralsburg „Schloss von Aaaaaaaargh“ zu sehen ist.

Kaffeepause in Oban

Das fast schon städtisch anmutende Oban war bis ins 19. Jahrhundert hinein ein kleines Fischerdorf. Dank Dampfschiff-Ära und Eisenbahnanschluss im Jahre 1880 wuchs Oban zum Zentrum der Westküste und wurde zum Hauptfährhafen für die Inneren und Äußeren Hebriden. Von Oban fahren Fähren zu den Inseln Mull, Colonsay, Coll, Tiree, Barra und South Uist. Die Granitfelsen, Meeresbuchten und Inseln rund um Oban machen den Ort auch für Touristen und Tiefseeangler interessant. Wir nutzen den Ort für eine Kaffeepause im süßen Oma-Café Kitchen’s Garten, in dem es auch jede Menge Feinkost zu kaufen gibt.

Anschließend machen wir uns auf die Suche nach dem Tower, den wir nach längerer, erfolgloser Suche dann auch eher zufällig vom Hafen aus entdecken. Keine Ahnung, was wir uns darunter genau vorgestellt haben, diese schottische Version des Kolosseums aber auf jeden Fall nicht. 😉

Craft Beer am Wegesrand

Natürlich hat Argyll & Bute nicht nur eine wunderschöne Landschaft und beeindruckende Burgruinen zu bieten! Wie es sich für eine ordentliche schottische Gemeinde gehört, gibt es auch hier eine kleine, aber feine Brauerei. Bei der Fyne Ales Brewery (Achadunan, Cairndow PA26 8BJ) gibt es jede Menge feines Craftbeer mit fantasievollen Namen. Erfreulicherweise gibt es im Sortiment auch Gose – eine Biersorte, die wir in Leipzig kennen und schätzen gelernt haben. Klar, dass es bei Herrn Wallygusto und mir nicht nur beim Bewundern der schicken Etiketten im Brewery Shop bleibt und wir uns gleich einen kleinen Biervorrat für den nächsten Campingplatz anlegen.

Zelten am Loch Sunart

Bevor es für uns auf die Isle of Skye, einem unserer Hauptziele geht, schnuppern wir aber erstmal mal ein bisschen länger die Luft der schottischen Highlands. Unser nächster Halt ist am Loch Sunart, wo wir den Gipfel des Beinn Resipol besteigen wollen. Wir schlagen unser Zelt direkt am See auf dem Resipole Campingplatz auf. Der Platz ist groß, gut ausgestattet und die Sanitäranlagen sehr sauber. Ein Plus ist auch, dass die Duschräume eine ordentliche Heizung haben – das ist nicht überall der Fall. Auch ist der Platz nachts nicht ganz so ruhig, denn es führt eine relativ stark befahrene Straße daran vorbei.

Leider macht uns hier das Wetter einen dicken Strich durch die Rechnung: Zum ersten Mal machen wir Bekanntschaft mit dem typischen schottischen Regen, der sich wirklich ausdauernd und sehr ergiebig auf die Erde ergießen kann. Unsere geplante Wanderung fällt also leider aus. Langweilig wird uns aber (erstaunlicherweise) trotzdem nicht! Wir bauen unser Tarp auf und dichten Schmähreime auf die lästigen und allgegenwärtigen Midges a la „Only a dead midge is a good midge“ oder „All midges are bitches“. Außerdem überlegen wir uns, ob 11 Uhr zu früh für unsere erstes Bier ist.

Adresse: Loch Sunart, Acharacle PH36 4HX

Coffeetime im Archaracle Tea Room

Als wir entdecken, dass es nicht weit vom Campingplatz entfernt den Acharacle Tea Room (Post Office Buildings, Acharacle PH36 4JL) gibt, zögern wir trotzdem nicht lange: Die Aussicht auf Kuchen und Sandwiches im Trockenen (und ohne Midges!!!) ist einfach zu verführerisch! Und der kleine Ausflug mit dem Auto lohnt sich auf jeden Fall, denn das vermeintlich kleine Sandwich entpuppt sich als vollwertige Mahlzeit und es gibt kostenlosen WLAN. Erwähnenswert ist auch die unglaublich freundliche Bedienung, die perfekt zum gemütlichen Ambiente des Cafés passt.

Frisch gestärkt schauen wir uns auf dem Rückweg zum Campingplatz die kargen Ruinen von Castle Tioram. Der Regen stört uns dabei wenig, denn seien wir doch mal ehrlich: Wirken Schottlands Schlösser bei tiefhängenden, dunklen Wolken nicht noch magischer? Überhaupt gewinnt die gesamte Landschaft durch „schlechtes“ Wetter ungemein an Atmosphäre! 😉 Mehr Informationen zu dieser und vielen anderen unentdeckten schottischen Sehenswürdigkeiten findet Ihr auf UNDISCOVERED SCOTLAND.

Fazit

Nach unserer ersten Begegnung mit dem Midges am Loch Lomand ist uns klar: Alles, aber wirklich alles, was wir bisher über diese geflügelten Mistviecher gehört haben, ist wahr! Und noch viel, viel schlimmer als befürchtet! Aber wir lassen uns die gute Urlaubsstimmung nicht vermiesen und genießen die wunderschöne Landschaft Schottlands – die bei Regen sogar noch beeindruckender wird! Unsere nächste Station ist die Isle of Skye!

Großbritannien Unterwegs

Glasgow & Dumfries and Galloway | Einmal quer durch Schottland (1)

31. März 2017
Glasgow & Dumfries and Galloway – Einmal quer durch Schottland

Schon als Herr Wallgusto und ich 2014 das erste Mal in Edinburgh schottischen Boden betreten haben, verliebten wir uns in dieses raue, wunderschöne Land: Zu gemütlich waren die Pubs, zu süffig das Craft Beer und zu sympathisch waren seine trinkfesten, Dudelsack spielenden Einwohner (das ist natürlich nur ein Klischee ;-)) Außerdem glotzen uns auf gefühlt von jeder Postkarte putzige Hochlandrinder an und atemberaubende Bergmassive warten darauf, von uns erobert zu werden. Letztes Jahr war es dann endlich soweit: Wir reisten zum Wandern in die schottischen Highlands & auf die Isle of Skye! Und da ein wenig Kultur nicht fehlen darf, rahmten wir den Urlaub noch mit kurzen Aufenthalten in Glasgow und Edinburgh ein.

Unterwegs nach Glasgow

Da wir möglichst flexibel sein wollen, entscheiden wir uns für die Anreise mit dem eigenen PKW. Außerdem haben wir so genug Platz für Campingequipment, Lebensmittel und was man sonst noch so auf Reisen braucht. Vollbepackt geht es also erst einmal von München nach Amsterdam, wo wir mit der Fähre über Nacht nach Newcastle übersetzen. Dort angekommen, machen wir uns durch die Gemeinde Dumfries and Galloway auf dem Weg nach Glasgow. Natürlich freut uns zwei Kindsköpfe dabei besonders, dass es nicht nur viele schöne Örtchen und Schlösser, sondern auch jede Menge kleine und große Schafe zu sehen gibt! 😉

Schon auf dem Weg von Newcastle nach Glasgow dürfen wir einen kleinen Teil der schottischen Sehenswürdigkeiten kennenlernen! So entdecken wir nach einem kurzen Abstecher in Gretna Green – einem der bekanntesten und beliebtesten Hochzeitsorte der Welt & DIE Touristenhölle schlechthin – die  gut erhaltene Ruine von Caerlaverock Castle. Die einzige dreieckige Wasserburg in Schottland ist etwas ganz besonders: Caerlaverock Castle ist komplett von einem wassergefüllten Graben umgeben und wurde nicht, wie viele andere Burgen, auf einem Felsen errichtet. Dummerweise ist ausgerechnet der Graben auf unserem Foto nicht zu erkennen.

Bei der Sweetheart Abbey handelt es sich um ein ehemaliges Zisterzienserkloster. Der Legende nach hat sich hier eine schottische Edeldame zusammen mit dem Herz ihres geliebten Ehemannes beerdigen lassen. Das muss wahre Liebe gewesen sein!

Glasgow

Bevor wir aber unsere Hauptziele, die schottischen Highlands und die Isle auf Skye, ansteuern, stehen ein paar Tage intensives Sightseeing in Glasgow, Schottlands größter Stadt an. Mit etwa 600.000 Einwohnern ist Glasgow zudem – nach London und Birmingham – die drittgrößte Stadt des Vereinigten Königreichs. Im Gegensatz zur schottischen Hauptstadt Edinburgh gilt Glasgow als Arbeiterstadt.

Klein, aber fein – das The Heritage Hotel

Bevor wir Glasgow unsicher machen, beziehen wir aber erst unser Zimmer im The Heritage Hotel. Das Zimmer ist klein, aber sauber und das Bad winzig. Aber wir sind ja nur zu zweit und den ganzen Tag unterwegs – außerdem bleiben wir ja auch nicht ewig. Es gibt also nicht wirklich was zu meckern. Da das Frühstück im Preis inbegriffen ist und die Bewertungen im Internet durchaus positiv ausfallen, nehmen wir unsere erste Mahlzeit des Tages also im Hotel ein: Müsli, kleine Päckchen mit Cerealien von Kelloggs, abgepackter Käse, Joghurt, Dosenfrüchte und frisches Obst. Dazu gibt es ein warmes Frühstück aus frisch zubereiteten Eiergerichten nach Wahl, Grilltomaten, Potatoe Scones und gebratenen Pilze. Dazu werden Saft, Tee und guter Kaffee gereicht. Alles in allem ist das Angebot nicht überragend, aber sehr sättigend.

Adresse: 4 / 5 Alfred Terrace (Off Great Western Road) Glasgow G12 8RF 

Highlights

Als Schottlands größte Stadt kann Glasgow mit jeder Menge Sehenswürdigkeiten aufwarten. Eines der interessantesten Dinge, die man in Glasgow unternehmen kann, ist es einfach mal nach oben zu sehen um die auffälligen Architekturstile zu bewundern, während man durch die Straßen schlendert. Und so lassen Herr Wallygusto und ich den Sightseeing-Bus links liegen, schnappen uns Reiseführer & Stadtplan und laufen einfach drauf los. Hier nur ein paar unserer Eindrücke!

Die Gallery of Modern Art bewundern wir nur von außen. Ob sie also tatsächlich ein Must-see für moderne und zeitgenössische Kunst ist, können wir also leider nicht bestätigen. Aber Herr Wallygusto und ich fallen sowieso eher unter die Kategorie „Kunstbanausen“. 🙂 Wer glaubt, die City Chambers wären schon vom George Square aus betrachtet beeindruckend genug, sollte unbedingt einen Blick ins Innere riskieren! Das Treppenhaus aus italienischem Carrara-Marmor ist einfach atemberaubend!

Vom Necropolis aus genießen wir einen tollen Ausblick auf die Glasgow Cathedral. Und da wir auch ein bisschen morbide unterwegs sind, machen wir einen kleinen Spaziergang zwischen den alten Grabsteinen des viktorianischen Friedhofes.

Sehr schön sind auch die 1817 erbauten Botanischen Gärten mit ihren zahlreichen Gewächshäusern, von denen Kibble Palace das sehenswerteste ist. Der Kibble Palace ist ein beeindruckendes Glashaus aus Glas und Gusseisen, das eine Fläche von 2137 m² bedeckt.

Pub Crub & ein schnelles Pint zwischendurch

Kürzlich durfte ich im Freundeskreis mal wieder eine vollkommen sinnlose Diskussion über die Qualität des schottischen Essens führen. Klar lässt sich die Kost hier nicht mit der Gemüseküche Griechenlands oder der Pasta Italiens vergleichen, doch hat sich kulinarisch inzwischen einiges getan! Die Rückbesinnung auf die heimischen Produkte von erstklassiger Qualität sorgen dafür, dass in der schottischen Küche schon lange nicht mehr nur Frittiertes auf den Tisch kommt. Und wem die Küche Schottlands absolut nicht zusagen will, dem steht der Weg zu unzähligen Lokalen mit internationaler Küche offen. Die Süddeutsche Zeitung hat dies in ihrem Artikel The Taste Of Scotland gut auf den Punkt gebracht.

Und so kommt es auch, dass der sogenannte „Pub Grub“ inzwischen um einiges schmackhafter ist als sein Ruf! Wir haben uns davon selbst mal wieder überzeugen können:

Zu Füssen des Glasgow Necropolis stoßen wir auf das riesige Gelände der Wellparkbrauerei, die mit dem Tennent’s Lager Schottlands Marktführer bei den untergärigen Bieren ist. 2015 sprang man auf den Craft Beer Zug auf und bietet seitdem mit der Drygate Brewing Company (85 Drygate) handgebraute Biere mit so rustikalen Namen wie Ax Man Rye und Bearface an. Die Biere verkosten wir natürlich gleich vor Ort im zur Brauerei gehörenden Pub. Und da Sightseeing bekannter Weise sehr, sehr hungrig macht, gönnen wir uns dazu eines der herrlichen Sandwiches zum Selbstbelegen.

Im Pub der jungen Wilden von Brewdog (1397 Argyle Street) gefällt es uns so gut, dass wir gleich zweimal einkehren: Nachmittags zum Bier trinken, wo ich meine Liebe zu Jet Black Heart, einem unglaublich dunklem Milk Stout mit intensiven Kaffee- und Schokoladenaromen, entdecke. Und ein paar Stunden später zum Abendessen, als wir ein vegetarisches Sandwich mit einem recht ungewöhnlichen Belag aus Linsen und Senfkörnern probieren – weder fettig, noch langweilig, nur einfach köstlich!

Auf ein Pint in’s Pub

Natürlich muss man im Pub nichts Essen sondern kann es sich auch einfach nur mit einem (Half) Pint Bier oder Cider gut gehen lassen:

Das Inn Deep (445 Great Western Road) lässt das Herz eines jeden Craft Beer – Liebhabers höherschlagen: Seit 2012 werden hier unter dem Motto “craft beer, not crap beer.” 12 ausgewählte Biere vom Fass serviert. Und wer seinen besten vierbeinigen Freund mitbringt, der darf ihn mit gratis Hundekeksen verwöhnen. Der Ben Nevis (1147 Argyle Road) ist mit einer Höhe von 1345 Metern der höchste Berg Schottlands und Großbritanniens. Das gleichnamige Pub hingegen ist klein, aber sehr gemütlich – und im Grunde genauso, wie ich mir ein Pub schon immer vorgestellt habe. Von daher ist es einfach nur großartig und ich kann Euch nur empfehlen, dort einmal auf ein Pint oder zwei vorbeizuschauen. Das kleine Pub The Belle (617 Great Western Road) liegt unweit unseres Hotels und eignet sich daher hervorragend für einen kleinen Absacker. Gemütlich sitzt es sich auch auf der kleinen Terrasse des Black Sparrow (241 North Street). Ein bisschen enttäuscht sind wir von der laut unserem Reiseführer legendären The Horse Shoe Bar (17-19 Drury Street) – aber für ein schnelles Bierchen vor dem Abendessen kommt uns das recht gewöhnliche Pub dann doch gerade recht.

Must Do – Indisch essen gehen

Wo man in Glasgow zum Essen hingehen sollte? Natürlich zum Inder, denn selten gibt es eine so große Auswahl an guten indischen Lokalen wie hier! Unsere Wahl fällt nach kurzer Suche und einem intensiven Blick auf die Speisekarte auf das Punjabi (157 North Street), wo wir uns mit krossen Pakora, frischem Naan und vegetarischem Curries verwöhnen lassen. Leider sind wir danach so voll, dass keine Nachspeise mehr Platz hat. Oder soll ich sagen, zum Glück? Denn so versäumen wir es mal wieder den legendären frittierten Mars-Riegel zu probieren, den wir danach nämlich nirgends mehr zu Gesicht bekommen.

Fazit

Glasgow ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Auch wenn wir seine kulturellen Highlights wie Museen und Galerien gar nicht richtig zu würdigen wissen – der Wettergott meint es zu gut mit uns! So sitzen wir lieber in einem der schönen Parks statt moderne Gemälde und historische Artefakte in stickigen Ausstellungsräumen zu bewundern. Noch mehr Informationen über Glasgow (und natürlich Schottland im Allgemeinen) findet Ihr auf www.visitscotland.com. Die nächste Station auf unserer Rundreise ist der Loch Lomond, der als schönster See Schottlands gilt!