Browsing Tag

Bier

Deutschland Unterwegs

Fränkische Schweiz – Wandern & Bier, das rate ich Dir

9. Oktober 2017
Fraenkische Schweiz | Spatzen im Bamberg | www.wallygusto.de

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Herr Wallygusto und ich denken uns das jedes Mal, wenn wir eine paar Tage in der Fränkischen Schweiz verbringen. Die Anreise von München aus liegt mit dem Auto bei unter drei Stunden, die Landschaft ist wunderschön und lädt zum Wandern und Radfahren ein. Außerdem gibt es jede Menge kulinarische Genüsse zu entdecken – und damit meine ich nicht nur die Biere von nicht weniger als 70 Brauereien.

Leider liegt unser letzter Besuch nun auch schon wieder fast ein Jahr zurück. Damals waren wir nicht nur zum Wandern in der Gegend von Egloffstein sondern haben uns auch die Teufelshöhle in Pottenstein, die Altstadt von Bamberg und den Kellerberg in Forchheim angeschaut. Ich hoffe, dass Euch mein Reisebericht ein wenig Lust auf einen Kurzurlaub in dieser wirklich ruhigen & einladenden Gegend machen kann! Mehr Informationen findet Ihr auf der Website der zuständigen Tourismuszentrale.

Wandern in der Fraenkischen Schweiz

Sehenswertes

Die Teufelshöhle in Pottenstein ist die größte der rund 1.000 Höhlen in der Fränkischen Schweiz. Sie hat eine Gesamtlänge von ca. 3.000 Metern, von denen ca. die Hälfte der Öffentlichkeit zugänglich ist. Die Führung dauert rund 45 Minuten. Man sollte allerdings nicht vergessen warme Kleidung einzupacken, denn rund 400 Stufen führen tief ins Erdreich hinab. Ganz unten angekommen erkunden wir bei 9°C das wunderbare Ausmaß der Tropfsteinhöhle. Besonders beeindruckend ist der größte Höhlenraum, der 45x18x15 Meter große „Barbarossadom“. Im Höhlensystem gibt es aber auch noch diverse Knochenfunde und kreidezeitliche Sediment zu entdecken. Nach der „anstrengenden“ Tour durch die Unterwelt lockt uns das Terrassencafé mit leckerem Käse-und Apfelkuchen.

Fraenkische Schweiz | Terrassencafe Teufelshoehle | www.wallygusto.de

Nachdem es von unserer Unterkunft nur ein Katzensprung nach Bamberg ist, statten wir unserer fränkischen Lieblingsstadt ebenfalls einen kurzen Besuch ab. Der in einer Talmulde gelegene Bischofs-und ehemalige Kaisersitz hat bereits über 1.000 Jahre auf dem Buckel. Bamberg kann Deutschlands größte intakte mittelalterliche Altstadt ihr eigen nennen. Tatsächlich ist diese wunderschön und lohnt immer wieder aufs Neue einen Besuch. Es macht einfach unglaublich Spaß, durch die kleinen alten Gassen zu flanieren und sich vorzustellen, wie das Leben wohl früher ausgesehen haben mag.

Das Alte Rathaus ist nicht nur wegen seiner mit Fresken verzierten Fassade ist ein echtes Kuriosum: Um seine Entstehungsgeschichte rankt sich die Sage, dass der Bischof von Bamberg den Bürgern keinen Platz für den Bau eines Rathauses gewähren wollte. Die Bamberger fackelten daraufhin nicht lange und rammten Pfähle in die Regnitz. Auf der so geschaffenen künstlichen Insel errichteten sie anschließend das beeindruckende Rathaus.

Fraenkische Schweiz | Neues Rathaus in Bamberg

Ein weiteres Highlight ist die ehemalige Fischersiedlung Klein Venedig. Das Bild des pittoresken Stadtteils wird von dicht gedrängten Fachwerkbauten und winzigen Gärten bestimmt. Die Fachwerkhäuser – für die ich generell ein Faible habe – stammen überwiegend aus dem Mittelalter. Vor den Anlagestellen in den Vorgärten dümpeln Kähne und immer wieder schwimmen Entchen und Schwäne vorbei. Für Menschen wie Herrn Wallygusto und ich, die schon lange ihren Traum von einem kleinen, windschiefen Häuschen hegen, ist diese Ecke von Bamberg natürlich das reinste Paradies.

Fraenkische Schweiz | Klein Venedig in Bamberg

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in der Fränkischen Schweiz steht ein Ausflug nach Forchheim auf dem Plan. Das Stadtbild wird durch pittoreske Fachwerk-Ensembles und viele historische Gebäude geprägt. Das Forchheimer Rathaus stammt aus dem späten Mittelalter und ist ein echter Blickfang: Der zweigeschossige Hauptbau mit seinem beeindruckenden Fachwerk stammt aus dem Jahr 1402. Der Magistratsbau mit seinen geschnitzten Figuren und Szenen, die alle der Ursprung kleiner Geschichten und Anekdoten sind, folgte später. Das kleine Männchen im Gebälk des Magistratsbaus beispielsweise praktiziert eine sehr eigenwillige Abwehrmaßnahme gegen mögliche Angreifer: es streckt ihnen sein entblößtes Hinterteil entgegen.

Fraenkische Schweiz | Forchheimer Rathaus | www.wallygusto.de

Die Kammerersmühle in der Wiesentstraße ist nicht nur wegen des hübschen Fachwerks sehenswert: Das 1698 erbaute Gebäude hat sich nämlich im Laufe der Jahre einseitig zur Wiesent hin abgesenkt und bekam daher von den Forchheimern den Spitznamen “Schiefes Haus” verpasst. Die Mühle ist seit dem Jahr 1920 außer Betrieb und beherbergt heute eine Gaststätte. An den stilecht belassenen Räumlichkeiten können sich auch heute noch Besucher erfreuen.

Fraenkische Schweiz | Kammerersmuehle | Forchheim | www.wallygusto.de

Aktivitäten

Unser erster Tag in der Fränkischen Schweiz beglückt uns gleich mit ergiebigen Dauerregen. Was für ein Glück, dass es in Bamberg eine Boulderhalle der Blockhelden gibt. Hier warten die Blockhelden in einem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahr 1918 mit allerlei kniffligen Boulderproblemen auf uns. Das besondere an der 12 Meter hohen Halle ist, dass sie Rundbögen wie ein Kirchenschiff hat. Im Vergleich zu Bouldern- oder Kletterhallen in München geht es hier in Bamberg sehr entspannt zu – zumindest ist bei unserem Besuch an einem frühen Sonntagnachmittag relativ wenig los. Entspanntes Bouldern und ein guter Milchkaffee danach sind hier also garantiert. https://blockhelden.de/

Die Wanderung zu Burg Rabenstein & Sophienhöhle stammt aus dem Rother Wanderführer Fränkische Schweiz (Tour 16). Ausgangspunkt der recht langen Tour ist das kleine, von Felsen überragte Örtchen Tüchersfeld, das ein Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz ist. Von hier aus wandern wir zum wunderschönen Ailsbachtal, wo uns romantische Pfaden an der Sophienhöhle vorbei hinauf zur Burg Rabenstein führen. Die Sophienhöhle gilt als eine der schönsten, aktiven Tropfsteinhöhlen Frankens. Die Entstehung der Tropfsteingebilde in der Höhle habt Jahrtausende gedauert: Dazu zählen Stalagmiten, wie der riesige „Millionär“, oder bis zu drei Meter lange Sinterfahnen. Im Vorhöhlenraum gibt es zudem eines der vollständigsten Höhlenbärenskelette weltweit zu bewundern. Die hochmittelalterliche Adelsburg Rabenstein thront auf einem Hochplateau über dem Ailsbachtal. Klar, dass so ein beeindruckendes Bauwerk schon Hauptschauplatz für ein interaktives PC-Spiel und Filmkulisse war. In der urigen Gutsschenke warten Zwetschgenstreuselkuchen mit Sahne, eine ordentliche Portion Obazda & Hüttenkäse mit Brot und süffiges dunkles Bauernbier der Brauerei Held auf uns.

Fraenkische Schweiz | Burg Rabenstein | www.wallygusto.de

Der Fünf-Seidla-Steig ist der Brauereiwanderweg in der südlichen Fränkischen Schweiz. Wie der Name schon sagt, führt er zu den fünf Privatbrauereien in den Gemeinden Gräfenberg und Weißenohe. Da uns die normale Wegstrecke von insgesamt 10 Kilometern zu kurz ist, schwingen wir uns in Egloffstein auf unsere Fahrräder und holen ein wenig weiter aus. Durch wunderbare Wald-und Wiesenlandschaften radelnd klappern wir so Brauerei um Brauerei ab: Weißenohe, Lindenbräu (unbedingt Romadur mit Musik & Obazda probieren!) und Hofmann. Zum Glück gibt es nicht nur Seidla, also Halbe Biere, sondern auch kleinere Gebinde – andernfalls wären wir am Ende unserer Tour wohl vom Fahrrad gefallen. Das Elchbräu müssen wir allerdings sowieso auslassen, denn der Gasthof hat seinen verdienten Ruhetag. Überhaupt lohnt es sich, vor Antritt des Fünf-Seidla-Steig die Öffnungszeiten der Brauereigaststätten zu prüfen: Jede hat nämlich an einem anderen Tag Ruhetag!

Fraenkische Schweiz | Elchbraeu | www.wallygusto.de

Aus dem bereits erwähnten Rother Wanderführer (Tour 24) stammt auch die Wanderung zum Druidenhain und zur Ruine Neudeck. Bevor es aber zu der verwunschen und moosüberwitterten Felslandschaft und der malerisch gelegenen Burgruine Neideck geht, bringen wir erst einmal den größte Steigung hinter uns. Die führt uns völlig unspektakulär durch dichten Wald auf den 520 m hohen Zuckerhut, der außer dem Namen nichts mit seinem berühmten Bruder in Brasilien gemeinsam hat. Obwohl ich zugeben muss, dass die Aussicht von hier wirklich nicht schlecht ist: Die Sicht reicht ins Wiesenttal nach Westen und bis zum Walberla kurz vor Forchheim, nach Osten endet sie im engen und gewundenen Tal nach Streitberg, gegenüber liegt der imposante Hummerstein mit dem nach Norden verlaufenden Leinleitertal mit Burg Greifenstein im Hintergrund. Etwas später entzückt uns dann der Druidenhain mit seinen merkwürdigen Felsformationen, zwischen denen wir uns gut Druiden vorstellen können, wie sie mit ihren Sicheln auf der Suche nach Misteln sind. Nicht minder beeindruckend ist der Blick von der Burgruine Neudeck hinab ins Tal, den wir bei strahlendem Sonnenschein genießen dürfen.

Fraenkische Schweiz | Druidenhain | www.wallygusto.de

Fraenkische Schweiz | Ruine Neudeck | www.wallygusto.de

Eines der Hauptziele unseres diesjährigen Urlaubes in der Fränkischen ist ein Besuch der Brauerei Meister in Unterzaunsbach – zu gut ist uns das dunkle Vollbier dort in Erinnerung geblieben. Da eine Wanderung von Egloffstein nach Unterzaunsbach weder zeitlich noch vom Weg her eine große Herausforderung ist, strickt uns Herr Wallygusto nochmal eine große Rundtour zusammen. Das schier nicht enden wollende Netz aus Wanderwegen rund um Egloffstein will schließlich ausgiebig genutzt werden. Der kleine Gastgarten der Brauerei Meister ist sehr gemütlich und falls die Wirtschaft einmal geschlossen hat, gibt es einen Kühlschrank, aus dem sich der durstige Wanderer bedienen darf. Nachdem wir unsere trockenen Kehlen gründlich gespült haben, geht es hinauf zum Schlossberg bei Haidhof. Von dort geht es an Kirschgärten vorbei tief in den Wald zum Burgstall Burgstein. Von der verfallenen, vermutlich hochmittelalterlichen Burg, die sich auf einer felsigen Bergecke über zwei kleinen Tälern erhob, sind heute leider nur noch Reste übrig. Nach einer kleinen Stärkung mit unserer mitgebrachten Brotzeit geht es auch schon weiter zur nächsten Einkehr nach Thuisbrunn. Im gemütlichen Biergarten des Elchbräu verweilen wir bei Pils und Weißbier ein wenig länger als gedacht. Bevor wir uns auch noch die Bäuche mit fränkischer Hausmannskost vollschlagen, brechen wir auf und wanken zufrieden zurück nach Egloffstein.

Fraenkische Schweiz | Meisterbraeu | www.wallygusto.de

Einkaufen

Immer wieder eine einzige Verführung ist Inges Lädchen in Egloffstein! Auf lediglich 75 m² Ladenfläche werden über 3.000 Artikel angeboten: Neben Dingen des täglichen Bedarfs, also Konserven, Klopapier und Zahnpasta, findet man hier auch Wein, Gemüse und Obst aus der Region. Auch frische Milch und ausgewählte Käsesorten sowie eine große Auswahl an BIO Produkten umfasst das Sortiment. Besonders empfehlenswert ist die tolle Bruch-Schokolade der Confiserie Storath aus Stübig. Die Schokoladen werden nach eigenen Rezepten in Handarbeit hergestellt.

Beim Egloffsteiner Mühlbeck gibt es leckeres Brot aus Dinkelvollkorn, knusprige Schweinsohren und saftige Quarktaschen. Aber auch alle anderen Brot und Gebäckstücke sehen wirklich unglaublich gut aus! Schade, dass wir nur eine Woche in Egloffstein sind und uns daher nicht durch das gesamte Sortiment probieren können. Ich hoffe sehr, dass Helmut Windisch aller Unkenrufe zum Trotz seinen Laden immer noch betreibt. Zumindest gibt es noch aktuelle Google-Bewertungen.

Fraenkische Schweiz | Egloffsteiner Mühlbeck | www.wallygusto.de

Schlafen

Die wohl bekannteste Ortschaft im beschaulichen Trubachtal ist Egloffstein. Kein Wunder, denn sie hat neben ein paar Geschäften und Lokalen so einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten: Auf dem Berg über dem Ortskern sitzt die wundervolle Burg, unweit der der Aussichtspunkt Wilhelmsfelsen und ein Felsentor liegen. Vom Aussichtspunkt Pfarrfelsen auf der anderen Talseite kann man den Blick auf Egloffstein genießen und nur ca. 1 km südlich der Ortschaft auf einem anderen Berg gelegen findet man die Kirchenruine Dietersberg. Außerdem ist Egloffstein – wie wir inzwischen wissen – der optimale Ausgangsort für Wanderungen in der Fränkischen Schweiz.

Wie schon beim letzten Mal quartieren wir uns dort in einer der gemütlichen Ferienwohnungen der sympathischen Familie Porisch ein. Wir beziehen erneut die schöne „Ritterburg“: Sie hat 2 Schlafzimmer, einen Wohnraum mit gut ausgestatteter Küchenzeile und ein großes, modernes Bad mit Fenster. Natürlich genießen wir auch diesmal wieder mit einem kühlen Bier in der Hand den tollen Ausblick vom eigenen Balkon ins Trubachtal. Direkt von der Haustür aus können wir mit dem Wandern und Radfahren loslegen.

Fraenkische Schweiz | Wandern rund um Egloffstein | www.wallygusto.de

Essen

Das Café am Dom ist der letzte Vertreter der ehemals reichen Kaffeehauskultur rund um den Bamberger Dom. Die Einrichtung ist stilvoll und versprüht gediegenen Flair. Die Auswahl am Kuchenbuffet ist vielfältig: Egal ob Sahnetorten, Obstkuchen, Teegebäck oder Petit Fours – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Klar, dass Herr Wallygusto und ich da nicht widerstehen können und uns ein ordentliches frischen, hausgemachten Kuchen zum Kaffee gönnen.

Fraenkische Schweiz | Bamberg | www.wallygusto.de

Das Bräustüberl der Brauerei Friedmann in Gräfenberg gehört zum Fünf-Seidla-Steig. Die moderne, gemütliche Gaststube wartet bei unserem Besuch mit jungem Service und toller, moderner Mucke auf. Zu fairen Preisen gibt es hier leckere, große Käsespätzle und süffiges dunkles und helles Bier sowie Pils. Alles erfreulicherweise auch in probierfreundlichen kleinen Gläsern (0,3).

In der Gaststube des bodenständigen Gasthauses Drei Linden werden nicht nur Wild aus den fränkischen Wäldern rund um Bärnfels, lebendfrischer Fisch und das „fränkische Hummerla“ direkt aus dem Bassin am Haus serviert. Die Speisekarte bietet auch eine unglaublich große Auswahl an vegetarischen und vegane Gerichten. Und das wichtigste: Veganer Linsen-Pilzbraten, Semmel-Lasagne und selbstgemachte Nudeln schmecken auch sehr, sehr gut! Die Portionen sind groß und rechtfertigen einen kleinen, regionalen Schnaps zum Verdauen.

Die Einkehr in der romantisch in einem Tal gelegenen Schlehenmühle lässt sich gut mit einer kleinen Wanderung von Egloffstein über das Affalterthal oder das Trubachtal verbinden. Die Baggers (Kartoffelpuffer) mit Apfelmus sind uns noch vom letzten Mal in der Fränkischen Schweiz zu Recht in guter Erinnerung geblieben. Und das nicht nur, weil die Portion aus gleich vier dicken Stück besteht. Am besten genießt man sie zusammen mit dem tollen Bier von Veldensteiner.

Fraenkische Schweiz | Schlehenmühle | www.wallygusto.de

Ein Gasthof ist der Eichler schon lange nicht mehr. Martha, die Tochter der berühmten „Oma Eichler“, betreibt hier inzwischen nur noch den einfachen Campingplatz bei „Oma Eichler“ Obwohl das arg untertrieben ist: In Kletterkreisen ist es DER Campingpatz. Kletterer aus aller Welt schlagen hier ihre Zelte auf, leihen sich Kletterführer und oder essen den traumhaften Zwetschgenkuchen von Martha!

Immer für ein ordentliches Essen gut ist der Gasthof zur Post in Egloffstein, den wir schon von unserem letzten Urlaub kennen. Die Speisekarte bietet einige vegetarische Gerichte, wie Pfifferlinge mit Semmelkloß und Käsespätzle, die wirklich gut schmecken. Sehr zu empfehlen sind auch die Fruchtsäfte der lokalen Kelterei Pretzfeld, die hier ausgeschenkt werden.

Natürlich darf auch in Forchheim das obligatorische Stück Kuchen nicht fehlen! Im Café Schmitt gibt es neben Retro-Eisdielencharme auch eine große Auswahl an Kuchen und Torten. Obwohl ich bestimmt seit meiner Kindheit keine Erdbeer-Biskuitrolle mehr gegessen habe, entscheide ich mich für eben diese – der Anblick ist einfach zu verführerisch. Für Herrn Wallygusto gibt es den obligatorischen Apfelkuchen mit Sahne. Da das Wetter traumhaft ist, lassen wir uns im ruhigen Garten im Hinterhof bedienen: Bei Sonnenschein schmeckt es einfach nochmal so gut! Das Café Schmitt ist übrigens bereits seit 1913 in Forchheim ansässig und gehört damit nach eigener Aussage zu den ältesten Cafés der Stadt.

Fraenkische Schweiz | Cafe Schmitt in Forchheim | www.wallygusto.de

Trinken

Die bekannteste Brauerei Bambergs dürfte mit Abstand das Schlenkerla sein. Im historischen Fachwerkhaus mit seinen Butzenscheiben werden an weiß gescheuerten Holztischen fränkische Spezialitäten wie „Bamberger Zwiebel“ und Bambergs extremstes Rauchbier serviert: Der starke Rauchgeschmack hat mich schon immer an Räucherschinken erinnert – was ich auch schon als Nicht-Vegetarier als sehr anstrengend empfunden habe. Eilige holen sich ihr Bier übrigens an der Straßenschenke und trinken es im Stehen vor der Gaststätte.

Fraenkische Schweiz | Schlenkerla in Bamberg | www.wallygusto.de

In Forchheim geht man nicht in den Biergarten sondern „auf die Keller“ im Wald am östlichen Stadtrand. Als es noch keine Kühlschränke gab, hielten hier die Forchheimer Traditionsbrauereien in riesigen Gewölben aus Natursandstein ihr Bier kühl. Obwohl die Lagerstätten inzwischen längst der Vergangenheit angehören, sind die über 20 Keller-Wirtschaften geblieben. Acht fränkische Brauereien lassen in dem riesigen Eichen- und Buchenwald ihre Biere ausschenken. Es ist also kein Wunder, dass der Kellerberg als größter Biergarten der Welt gilt. Bevor wir uns also aufmachen, die kleine aber feine Forchheimer Altstadt zu erkunden, gönnen wir uns auf dem Neder-Keller ein Bierchen. Leider ist zur frühen Mittagsstunde noch recht wenig los, so dass der Funke nicht ganz überspringen will.

Fraenkische Schweiz | Neder-Keller in Forchheim | www.wallygusto.de

Liste der oben genannten Lokale, Läden & Unterkünfte und deren Adressen

Großbritannien Unterwegs

Oxford | Impressionen 2017

29. September 2017
Impressionen aus Oxford | www.wallygusto.de | Der Blog, der durch den Magen geht

Der Urlaub in Großbritannien vergeht wirklich wie im Flug: Nach einem kurzen Aufenthalt in London und ausgedehnten Wanderungen in Wales legen wir noch einen Zwischenstopp in Oxford ein. Klar mag es weniger von Touristen überlaufenen Ecken geben, aber als große Fans von Lewis – Der Oxford Krimi konnten wir einfach nicht widerstehen. Und tatsächlich sieht es in der Universitätsstadt genauso aus, wie sie im Fernsehen dargestellt wird: Universität reiht sich an Universität, Pub an Pub. Das Besondere an den Pubs hier ist, dass fast jedes einen gemütlichen Gastgarten hat. Außerdem kann ich in Oxford endlich meine heißgeliebten Mac’n’Cheese essen, auf die ich mich schon die ganze Zeit wie ein kleines Kind gefreut habe. Schweren Herzens brechen wir nach nur einer Übernachtung auf Richtung London, wo uns die Verspätung unseres Fliegers ein wirklich gutes Abendessen auf dem Flughafen Gatwick beschert.

Imbiss Restaurants

Wasserberghaeusl – Der Kiosk am Weßlinger See | Weßling

8. September 2017

Zugegeben, die kleine Wanderung um den Weßlinger See und durch den Altinger Wildpark birgt für geübte Wanderer wie Herrn Wallygusto und mich keine großen Herausforderungen. Trotzdem machen wir diese Tour seit ein paar Jahren regelmäßig – und zwar egal, ob im Sommer oder Winter. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Die Anreise von München aus ist kurz und man steht nicht ewig im Stau (vor allem, wenn man die S-Bahn nimmt). Außerdem ist die Gegend selten überlaufen und angenehm ruhig – und zwar so ruhig, dass man mit ein wenig Glück im Wald ein paar Wildschweine aufspüren kann. Den damals eher spießig anmutenden Kiosk am Weßlinger See haben wir dabei immer ignoriert und uns lieber beim Cafe am See mit Kuchen eingedeckt.

Das hat sich dieses Jahr aber schlagartig geändert: Seit Silvester ist das Wasserberghaeusl – der Kiosk am Weßlinger See unter neuer Regie. Claudius Brudnjak heißt der neue 30-jährige Pächter, der ordentlich frischen Wind an das Seeufer gebracht hat.

Wasserberghaeusl - Der Kiosk am Weßlinger See | Weßling

Draußen

Am Wasserberghäusl sitzt man entweder auf der sonnigen Terrasse oder auf einem Steg mitten im Weßlinger See. Angeblich gibt es für die kältere Jahreszeit auch Sitzplätze im Inneren, welche Herr Wallygusto und ich aber bisher nicht entdeckt haben. Zugegeben war bei unseren letzten Besuchen auch kein Bedarf, denn die Sonne hat uns immer mit ihren warmen Strahlen verwöhnt.

Speisekarte

Neun Jahre lang soll es im Kiosk am Weßlinger See die „die geilste Fischsemmel weit und breit“ gegeben haben. Damit ist jetzt Schluss! Die neue Speisenauswahl fällt ein bisschen moderner aus und bietet neben Obazda mit Breze auch Pastrami Sandwich und Antipasti auf Röstbrot. Natürlich gibt es auch selbstgemachten Kuchen und Gebäck sowie Eis am Stiel. Dabei wird viel Wert auf regionale Produkte gelegt. Das Angebot ist nicht groß, aber das erwarte ich von einem Kiosk auch nicht.

Wasserberghaeusl - Der Kiosk am Weßlinger See | Weßling

Geschmack

Obzada wird hier in zwei dicken Kugeln serviert, die für nur eine Brezen viel zu viel sind. Mit einer weiteren Brezen reicht die Portion locker für zwei Personen. Die Käsecreme ist schön cremig und würzig, die Brezen frisch – beides also sehr köstlich! Der Mandelbutterkuchen ist laut Aussage von Herrn Wallygusto ebenfalls sehr gut und enthält bestimmt kaum Kalorien – sind ja schließlich nur Mehl, Butter und Zucker drin. Die paar Mandeln oben drauf zählen nicht. 😉

Service

Die jungen Leute, die unsere Bestellung durch das Fenster des Kiosk entgegen nehmen, sind gut drauf und sehr freundlich. Service am Tisch gibt es nicht, fertiges Essen wird ausgerufen und muss selbst abgeholt werden. Übrigens hat das Wasserberghaeusl – Der Kiosk am Weßlinger während des ganzen Jahres geöffnet: Während der Sommersaison täglich von 10 – 19.00 Uhr, während der Wintersaison bei Eis-Tragfähigkeit von 10 – 17.00 Uhr. Die Öffnungszeiten sind natürlich vom Wetter abhängig – ist das schlecht, bleibt der Kiosk geschlossen!

Wasserberghaeusl - Der Kiosk am Weßlinger See | Weßling

Preise

Der Aperol Spritz kostet € 5,00, das Glas Wein (0,2) € 4,00 – beides wird großzügig eingeschenkt. Bier gibt’s aus der Flasche für € 3,00. Die riesige Portion Obzada mit Breze ist mit € 4,50 echt günstig, den Preis für den Kuchen haben wir vor lauter Hunger leider vergessen.

Fazit

Was soll ich sagen? Auf der gemütlichen Terrasse des Wasserberghaeusl zu sitzen und den Blick über den Weßlinger See schweifen zu lassen ist einfach unglaublich entspannend. Kein Wunder also, dass Herr Wallygusto und ich immer wieder auf eine Kleinigkeit zu essen und ein Kaltgetränk einkehren.

Adresse: Obere Seefeldstr. 20, Weßling

Großbritannien Unterwegs

Wales | Impressionen 2017

28. August 2017

Nach den aufregenden Tagen verlassen wir London mit einem lachenden und einem weinendem Auge Richtung Wales. Dort erwarten uns nicht nur Gipfel mit Namen, die wir nicht aussprechen können & beeindruckende Burgen! Wir trinken Bier mit (ebenfalls) unaussprechbaren Namen, entdecken eine tolle Microbrewery & italienisches Flair der Extraklasse! Außerdem gibt’s leckere Käsebrote mit mehr oder weniger guter Aussicht! Kein Wunder, dass die Zeit wie im Flug vergeht und wir eigentlich gar nicht mehr nach Hause wollen! 😉

Kneipe | Bar Magazin München Restaurants

Ambar Bistro | Obergiesing

25. August 2017
Ambar Bistro | Obergiesing

Nach unserem Besuch in Berlin waren Herr Wallygusto und ich mal wieder schwer genervt von der kulinarischen Landschaft in München: Zu wenig, zu spießig, zu gewollt. Nach unserem Besuch im Ambar Bistro in Giesing haben wir unsere Meinung dann aber wieder schnell geändert. Man muss einfach immer die Augen offen halten, um diese kleinen, aber feinen gastronomischen Perlen in unserer hassgeliebten Millionenstadt zu entdecken.

Drinnen 

Die Einrichtung des Ambar Bistro ist hell und freundlich. Die Bar ist weiß gefliest, an den Wänden hängen geschmackvolle Schwarzweiß-Fotos und moderne Kunstdrucke. Die kleinen Bistrotischen bieten Platz für insgesamt 30 hungrige Gäste. Da das Wetter bei unserem Besuch sommerlich-warm ist, nehmen wir an einem der kleinen Tische im Freien Platz. Während wir die letzten Sonnenstrahlen genießen, beobachten wir die vielen vorbeilaufenden Menschen und den Irrsinn des Straßenverkehrs. Fast ein bisschen wie in Italien.

Das Publikum ist bunt gemischt – vom Englisch sprechenden Touristen (?) bis hin zum Rentner mit Giesinger Stoffbeutel ist alles vertreten. Unter der Woche ist das Ambar Bistro übrigens immer sehr, sehr gut besucht, ohne Reservierung geht hier dann gar nichts. Freitag und Samstag kann man aber vor 22 Uhr ohne Probleme einfach so auf einen Happen vorbeischauen.

Ambar Bistro | München

Copyright: Ambar Bistro | München

Speisekarte 

Die Website des Ambar Bistro verspricht uns schon im Vorfeld großartige Biere und neapolitanische Küche – und das im Herzen von Giesing. Die übersichtliche Abendkarte bietet eine kleine, aber feine Auswahl neapolitanischer Gerichte: Antipasti (auf Wunsch auch vegetarisch und vegan) und italienische Fleischbällchen, die sogenannten Polpette, gibt es immer, der Rest ist Tagesform.

Weit umfangreicher ist da schon die Getränkekarte, deren große Auswahl an Craft Beer uns erst einmal ordentlich ins Rotieren bringt. Zwar kennen wir schon einige Biere, aber natürlich wollen wir unbedingt was völlig Neues ausprobieren. Wir verlassen uns also auf den Sachverstand unseres Gastgebers und lassen uns zum Einstand gleich mal zwei Porter aus Bayern empfehlen.

Ambar Bistro | Speisekarte

Geschmack 

Zugegeben kam die neapolitanische Küche bei unseren Besuchen in Neapel immer zu kurz. Da hier angeblich die Pizza erfunden wurde, haben wir uns bisher ausschließlich darauf konzentriert. Kein Wunder also, dass die köstlichen Zeppole für uns bis jetzt gänzlich unbekannt waren. Neben den frittierten Teigbällchen finden sich noch knusprige Kroketten mit Mozzarella und frittierte Polenta auf dem Teller. Zu den Fritto Misto wird Basilikum in Olivenöl gereicht. Das würzige Kraut setzt dabei einen frischen Kontrast zu den ausgebackenen Häppchen. Die gemischten Antipasti bestehen aus Zucchinigemüse, Karotten, gegrillten Paprika, getrockneten Tomaten und roter Bete. Begleitet wird die bunte Pracht von grünen, sehr aromatischen Oliven, einem Schälchen Hummus und einer Kugel cremigen Büffelmozzarella. Das letzte Mal durften wir so eine gute Vorspeise tatsächlich in Süditalien, in der Nähe von Tropea, genießen.

Ambar Bistro | Vorspeisen

Klar, dass unsere Erwartungen an die Pasta sehr hoch sind! Und wir werden nicht enttäuscht: Die hausgemachten Tagliolini alla Nerano mit Zucchini sind ein Gedicht! Die Portion ist zudem recht groß, so dass wir froh sind, uns fürs Teilen entschlossen zu haben. Da für Nachtisch jetzt leider kein Platz mehr ist, begnügen wir uns mit einem vorzüglichen Espresso.

Zur Rechnung wird uns ein Gläschen – ebenfalls hausgemachter – Lemoncello angeboten. Wir nehmen (natürlich) dankend an und werden mit dem intensiven Aroma reifer Zitronen belohnt. Meine Schwieger-Oma – Gott hab sie selig – hätte an diesem „Fruchtsaftgetränk“ ihre wahre Freude gehabt. Dieser Likör hat wirklich wenig mit dem Zeug zu tun, das man für gewöhnlich im Supermarkt zu kaufen bekommt: Von Spüli-Geschmack keine Spur! Was soll ich sagen? Einfach umwerfend gut!

Service 

Schon zu Beginn werden wir mit einem herzlichen „Ragazzi“ begrüßt. Ich liebe diesen Ausdruck ja heiß und innig, erinnert er mich doch an unzählige Italienischkurse und lustige Erlebnisse in Italien. Der erste Eindruck bestätigt sich im Laufe des Abends, denn unser Gastgeber ist ein unglaublich sympathischer, gut gelaunter & witziger Kerl. Noch dazu ist er ein Bierexperte erster Güte, der immer gerne mit Rat und Tat bei der Bierauswahl zur Seite steht.

Preise

Ein Abend im Ambar Bistro ist kein ganz billiges Vergnügen – Preis-Leistung passen unserer Meinung aber trotzdem! Außerdem muss man speziell für Craft Beer immer und überall tiefer in die Tasche greifen als für das Münchner Standardbier.

Fazit

Ragazzi, wenn Ihr mal neapolitanische Küche & Craftbeer genießen wollt, sei Euch ein Besuch im Ambar Bistro empfohlen! Wir waren das erste (aber garantiert nicht das letzte) Mal dort und sind immer noch am Schwärmen über das köstliche Essen & die tollen Biere!

Adresse: Tegernseer Landstr. 25, 81541 München

Großbritannien Unterwegs

London | Impressionen 2017

18. August 2017

Nachdem Herr Wallygusto und ich letztes Jahr einmal quer durch Schottland gefahren waren, war die Lust auf die britischen Inseln so richtig geweckt worden: Warum also nicht einmal nach Wales? Zum Wandern, Bier trinken & Seele baumeln lassen. Und da wir ohnehin mit dem Flieger anreisen wollten, drängte sich (natürlich) auch ein kleiner Ausflug nach London aus. Bevor es mit den richtigen Reiseberichten losgeht – für die ich bekannterweise immer richtig lange brauche, weil wir angeblich ja immer so viel essen 😉 – habe ich erst einmal ein paar Appetithäppchen aus London für Euch! Eingepackt habe ich jede Menge süße und deftige Leckereien, Craft Beer, Sehenswürdigkeiten, Streetart, indisches Streefood & Veggieburger!

 

 

Deutschland Unterwegs

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt

7. August 2017
Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt

Letztes Jahr hat es Herrn Wallygusto und mich endlich mal nach Köln verschlagen. Wer jetzt denkt, das jecke Treiben wäre der Grund gewesen, liegt komplett falsch! Schon seit langem sind wir große Fans der Band Edward Sharpe and The Magnetic Zeros. Leider gaben sich die geliebten Musiker nur für ein Konzert in Deutschland die Ehre! Und das im Rahmen der c/o pop Festivals in Köln. Was also tun? Kurzentschlossen besorgte uns Herr Wallygusto also ein Hotel und einen günstigen Flug – schließlich bekommt man nicht jeden Tag die Gelegenheit, Edward Sharpe & The Magnetic Zeros live zu sehen. Erste Impressionen von Köln und der (zahlreichen) Bierproben gab es ja schon vor einiger Zeit. Jetzt ist endlich auch der ausführliche Reisebericht mit allem, was sehenswert, köstlich & süffig ist online!

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Kallendresser

Sehenswertes

Die Gassen der Kölner Altstadt können zwar mit mittelalterlichen Namen und historischen Strukturen aufwarten, sind jedoch (leider) nicht wirklich alt. Tatsächlich ist nur noch wenig Originalbausubstanz vorhanden, denn nach dem zweiten Weltkrieg war auch Köln eine einzige Trümmerhalde. Das Wahrzeichen Kölns ist der Hohe Dom zu Köln. Die größte gotische Kathedrale der Welt birgt eine Vielzahl von Schätzen, Engeln und Dämonen. Unser Reiseführer verspricht eine überragende Aussicht vom Südturm auf die Altstadt. Da ich auf Türmen aber fast panische Höhenangst bekomme, lassen wir das lieber. Den Kölner Dom besichtigt man aufgrund seiner Beliebtheit am besten unter der Wochen und dann gleich frühmorgens.

Der Fischmarkt mit seinen kleinen schmucken Häuschen gefällt uns ganz besonders gut. Im 2. Weltkrieg wurden die Altstadt und mit ihr der Fischmarkt fast vollständig zerstört. Dank engagierten Stadtvätern und den Stadtkonservatoren der Nachkriegsjahre wurden viele der schmalen, spitzgiebeligen Häuser im historischen Stil wieder aufgebaut. Seinen Namen hat der Heumarkt vom einstigen Fernhandels- und Großmarkt, auf dem neben Flachs, Tuche, Käse, Fleisch, Kohlen und Eisen auch Viehfutter gehandelt wurde. Getreide gibt es hier inzwischen nur noch in flüssiger Form in einem der zahlreichen Gastronomiebetriebe, die den Heumarkt einsäumen.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Fischmarkt

Der Rheinauhafen ist sehr vielseitig: Die ehemalige Hafenanlage wird heute als Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbegebiet genutzt. Dabei vereint sie charmant die historische Hafenarchitektur mit modernen Bauwerken.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Rheinauhafen

Der Eigelstein ist ein urkölsches Veedel (=Viertel). Hier treffen kölscher Orient und orientalisches Kölsch aufeinander. Faszinierend finden wir den Kontrast zwischen den Marienstatuen an den Hausfassaden aus der Gründerzeit und der bunten Leuchtreklame der vielen, vielen Dönerläden. Ältestes Bauwerk des Viertels ist die nach dem Eigelstein benannte Eigelsteintorburg.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Eigelstein

Wer mich kennt, weiß dass ich mit Nippes nicht viel anfangen kann. Bei dem pittoresken Kölner Stadtteil gleichen Namens mache ich aber gerne eine Ausnahme! Während unseres Bummel durch das pittoreske Nippes ist leider ein Gewitter im Anzug, so dass es auf den Fotos leider nicht richtig zur Geltung kommt. Ich hätte aber trotzdem immer noch sehr gerne dort eine schnucklige Altbauwohnung.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Nippes

Köln hat neben faszinierenden Bauwerken und Plätzen auch ansprechende Parkanlagen zu bieten: Der Volksgarten ist eine in der südlichen Neustadt Kölns gelegene 13,9 Hektar große Grünfläche mit Kinderspielplätzen, einem Kahnweiher mit Tretbootverleih, Gartenrestaurant und Biergarten. Der Friedenspark ist der Name eines seit 1914 bestehenden Stadtparks in der Kölner Neustadt-Süd. Gut gefällt uns auch die Flora und der Botanische Garten, in dem es an die 10.000 kultivierte Pflanzenarten aus aller Welt zu bewundern gibt.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Flora & Botanischer Garten

Aktivitäten

Wie eingangs schon erwähnt, sind Edward Sharpe and the Magnetic Zeros, die ein Konzert in der Kölner Philharmonie geben, der wahre Grund für unseren Ausflug an den Rhein. Die quasi im Untergrund neben dem Dom gelegene Philharmonie besticht durch ausgefeilte Akustik, ganz ohne unerwünschtes Echo. Das liegt daran, dass der Konzertsaal einem Amphitheater nachempfunden wurde und es daher im ganzen Raum keine Wände gibt, die sich parallel gegenüberliegen.

Weil der Konzertsaal unterhalb des öffentlich begehbaren Heinrich-Böll-Platzes zwischen dem Museum Ludwig und der Treppenanlage zum Rheinufer liegt, verursachen die weitspannenden Träger der Dachkonstruktion aber auch ein Problem: Schrittgeräusche von Fußgängerinnen mit Pumps oder Fahrgeräusche von Skateboards oder Rollkoffern werden von den schwingenden Trägern ins Innere des Konzertsaals übertragen. Damit während Aufführungen und Proben in der Philharmonie keine akustischen Beeinträchtigungen entstehen, wird der Platz bewacht abgesperrt. Laut Wikipedia entstanden so im Jahr 2016 Gesamtkosten in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro.

Uns ist das, ehrlich gesagt ziemlich egal, denn das Konzert von Edward Sharpe und the Magnetic Zeros ist einfach phantastisch. Das Publikum geht voll mit, der Sänger leert während des Konzerts eine Flasche Rotwein und entledigt sich seiner Lederslippers. Und als dann mein Lieblingslied HOME gespielt wird, gibt es eh kein Halten mehr! Ein einfach wundervoller Konzertabend!

Schlafen

Das Hotel Lyskirchen ist ein elegantes, modernes 4-Sterne-Hotel mit insgesamt 105 Zimmern. Unser Doppelzimmer ist nicht zu groß und nicht zu klein, sehr sauber und mit einem 1a Gratis-WLAN ausgestatte. Da es während unseres Aufenthaltes in Köln unglaublich heiß ist und die Temperaturen auch nachts nicht merklich sinken, freuen wir uns auch über die gut funktionierende Klimaanlage. Zu Fuß brauchen wir nur ein paar Minuten bis in die Altstadt, zum Kölner Dom und zur Rheinuferpromenade. Wie das Frühstücksangebot ist, können wir nicht sagen, denn wir haben uns dafür entschieden, die erste Mahlzeit des Tages unterwegs einzunehmen.

Essen

Empfehlenswert für ein schnelles, aber dennoch gemütliches Frühstück ist die Coffee Gang. Die urbane Cafébar in der in der Neustadt-Süd serviert selbst gebrühten, fair gehandelten Kaffee sowie hausgemachte Kuchen und köstliche Sandwiches.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Coffee Gang

Eigentlich bin ich gar nicht mehr so wild auf Burger – zumindest nicht in München, wo sich das vegetarische und / oder vegane Angebot – bis auf einige wenige Ausnahmen – wenig glorreich gestaltet. Ein Blick in die Speisekarte der Bunte Burger Food Bar lässt mich dann aber doch wieder umschwenken! Hier ist jeder Burger vegan oder vegetarisch. Außerdem klingen Variationen wie der Desperado Tex Mex Burger mit einem Bratling aus Polenta-Schwarze Bohnen Mix, Avocadocreme und knackigen Tortilla Chips einfach viel zu verlockend, um ignoriert zu werden. Das ist auch kein Wunder, denn Bunte Burger gehört laut eigener Aussage zu den gastronomischen Topadressen in Köln!

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Bunte Burger

Die Eisdielerin stellt in ihrem kleinen Laden in Köln-Ehrenfeld einzigartiges Eis, leckere Sorbets, süße und herzhafte Waffeln her. Und das für Allesesser, Vegetarier & Veganer. Herr Wallygusto und ich bleiben eisern und begnügen uns jeder mit einer Kugel Birne-Rosmarin beziehungsweise Schokosorbet. Mehr hat nach unserem Besuch bei Bunter Burger aber auch keinen Platz mehr in unseren Bäuchen – leider! 😉

Auf der Suche nach einem ordentliche Frühstück stoßen wir am Rathenauplatz auf das Cafe Feynsinn. Die Auswahl an Frühstücksvariationen ist groß, selbst für Vegetarier: Selbst gemachte Marmeladen, süßer French Toast, gesundes Müsli, aber auch Herzhaftes wie frisch zubereiteter Kräuterquark, Humus-Curry-Dip, Mozzarella-Tomate und BIO-Rührei. Dazu werden frisches Brot, auch aus Vollkorn, Croissants und Brötchen gereicht. Das Frühstück ist schmackhaft und an den kleinen Tischen vor dem Cafe lässt es sich gemütlich sitzen.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Café Feynsinn

Nachdem das Frühstück beim Cafe Feynsinn für unsere Verhältnisse recht opulent war, lassen wir es an unserem letzten Tag in Köln etwas bescheidener angehen. Die Bäckerei Merzenich hat eine große Auswahl an pikantem und süßem Gebäck im Angebot, so dass wir uns mit einer großen Nougatbreze und einem Halven Hahn begnügen.

Etwas, was in München definitiv fehlt ist eine Zweigstelle vom Frittenwerk: Hier werden Imbiss-Klassiker mit frischen Zutaten neu interpretiert und treffen auf abwechslungsreiches Street-Food aus aller Welt. Eine ganz besondere Pommes-Spezialität ist „Poutine“ (sprich „Pu-ti:n“), an der man an den Imbissläden Kanadas nicht mehr vorbeikommt! Im Frittenwerk besteht das Classic Quebec Poutine aus den extra breit geschnittenen Hausfritten, die innen saftig und außen schön kross sind. Darüber werden Mozzarella Cheese Curds gestreut, die mit der hausgemachten (vegetarischen) Bratensauce verschmelzen. Köstlich! Begeistert sind wir auch von den Tijuana Street Fries: Eine große Portion Knoblauchfritten darf mit hausgemachter Guacamole aus reifen Avocados, frische Sour Cream und fein gewürfelten, kalten Tomaten kuscheln.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Frittenwerk

Trinken

Unsere erste Anlaufstelle ist das Brauhaus Früh am Dom, wo ich das erste Kölsch meines Lebens trinke. Vor einem Lokal stehen und mal schnell im Vorbeilaufen ein Bier in die Hand gedrückt zu bekommen, ist für mich als Münchnerin eine völlig neue Erfahrung. Ehrlich gesagt könnte ich mich aber gut daran gewöhnen!

Ein Besuch der Braustelle steht ganz oben auf unserer kulinarischen To-Do-Liste für Köln! Ehrenfelds einzige Brauerei wurde 2001 gegründet und ist inzwischen eine feste Größe in der gastronomischen Landschaft des Stadtteils. Neben eigenen Bieren werden auch jede Menge Craftbiere anderer Mikrobrauereien ausgeschenkt. Wir probieren uns munter durch Ehrenfelder Alt, Einkorn Gose, Helios und Pink Panther.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Braustelle

Richtig gut gefällt es uns bei Päffgen im Friesenviertel. Das urige Traditionsbrauhaus braut in seinem Hinterhof schon seit 1884 fleißig Kölsch. Wegen der geringen Kapazität der Brauerei von 6.000 Hektolitern jährlich ist der Verkauf aber auf einige wenige Kölner Gaststätten beschränkt. Auch gibt es das süffige Päffgen Kölsch nicht in Flaschen, sondern ausschließlich vom Fass. Im gemütlichen Gastgarten bestellen wir uns erst mal zwei Kölsch und – wie wir meinen – eine kleine Brotzeit dazu. Aber weit gefehlt: Der Halve Hahn besteht aus einer riesigen Scheibe mittelalten Goudas und der Kölsche Klüngel entpuppen sich als zwei Käsekugeln, die an Obazda erinnern. Sogar die Zwiebelringe und Gewürzgurken sind überdimensioniert! Dazu gibt es Vollkornbrot und Roggenbrötchen, liebevoll „Röggelchen“ genannt.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Päffgen

Peters Brauhaus suchen wir an leider am falschen Tag auf: Reiberdatschi – oder Rievkoche, wie sie in Köln genannt werden – gibt es hier immer nur dienstags. Dafür wird der Teig aber auch tatsächlich frisch gemacht und kommt nicht wie so oft aus dem Eimer. Egal, dann gibt’s eben nur ein Kölsch. 😉

Wie wir übrigens nach unserem Aufenthalt in Köln feststellen, haben wir zwar sehr viele Biere (Sion, Mühlen Kölsch, Gaffel…) probiert, das angeblich beste Kölsch ist uns aber durch die Lappen gegangen: Reissdorf ist das umsatzstärkstes und somit beliebteste Kösch. Die Zeiten, als es mit seiner angenehm milden und leicht süßlichen Note vor allem die Frauen ansprach sind also lange vorbei.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt |

Liste der oben genannten Lokale & Hotels und deren Adressen

Großbritannien Unterwegs

Edinburgh | Einmal quer durch Schottland (6)

28. Juli 2017
Brewdog Edinburgh Schottland

Die letzte Station unserer Rundreise durch Schottland ist Edinburgh. Edinburgh ist Schottlands zweitgrößte Stadt und ich habe mich schon während unseres letzten Aufenthaltes unsterblich in sie verliebt. Das liegt nicht nur an den vielen Pubs oder dem reichhaltigen, schottischen Frühstück, sondern an der angenehmen, entspannten Atmosphäre. Aber auch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten machen Edinburgh zu einer unglaublich schönen Stadt.

Auf dem Weg nach dorthin machen wir aber noch kurz in der Universitätsstadt St Andrews halt. Bevor es dann endgültig zurück zur Fähre in Newcastle geht, besichtigen wir noch kurz die Melrose Abbey in den Scotish Borders.

Sehenswertes

St Andrews ist nicht nur eine süße Studentenstadt an der Ostküste Schottlands, sondern gilt als Geburtsstätte des Golfsports. Bereits 1754 wurde hier der Royal and Ancient Golf Club of St Andrews als einer der ersten Golfclubs überhaupt gegründet. Sein berühmtes Clubhaus steht direkt am Old Course, der vermutlich der bekannteste Golfplatz der Welt ist. Als regelmäßige Leserin der Boulevardpresse ist mir diese schottische Kleinstadt in der Grafschaft Fife aber vor allem dadurch bekannt, dass Prinz William hier an der Universität seine Kate kennen lernte. Ein absolutes Muss ist ein Besuch der Ruinen der Kathedrale. Natürlich haben wir auch hier eine kulinarische Entdeckung gemacht: Beim Eis von Nardini lohnt es sich durchaus, schwach zu werden.

St Andrews | Schottland

Vom Calton Hill genießen wir einen hervorragenden Blick auf die Altstadt. Auch das National Monument, das an die gefallenen Soldaten während der Neapolitanischen Kriege erinnern soll, beeindruckt uns jedes Mal aufs Neue. Da es an einen griechischen Tempel erinnert, setzt es einen interessanten Kontrast zu den mittelalterlichen Fassaden der Old Town.

Edinburgh | Calton Hill

Dean Village ist ein altes Dorf im Nordwesten von Edinburgh und immer einen Besuch wert. Trotz seiner früher wohl geringen Größe, spielte es zu seinen besten Zeiten mit 11 aktiven Getreidemühlen eine wichtige Rolle für die Stadt. Man nutzte die Lage des Ortes am Fluss Water Of Leith, um die Mühlen anzutreiben und zu Edinburghs Kornkammer zu werden. Die Mühlen sind inzwischen schon lange stillgelegt. Und Dean Village ist eine ruhige Wohngegend, in der man gemütliche Spaziergänge entlang des Flusses machen kann.

Edinburgh | Dean Village

Die Circus Lane lässt unsere Herzen höher schlagen: Kein Wunder, den von einem bunten Häuschen träumen Herr Wallygusto und ich schon lange! Und hier wimmelt es geradezu von hübschen, kleinen Häusern, den sogenannten “Mews”. Mit “Mews” werden umgebaute Stallungen bezeichnet. In Edinburgh gibt es einige dieser Gassen, aber Circus Lane ist die schönste.

Edinburgh | Circus Lane

Das älteste Kaufhaus in Edinburgh ist Jenners in der lebhaften Princes Street. Angeblich treffen sich hier neben schottische Ladys auch MTV-Stars. Ob dem tatsächlich so ist, können Herr Wallygusto und ich nicht sagen, denn wir konzentrieren uns fast ausschließlich auf die großartige Feinkostabteilung. Dort finden sich neben Shortbread in allen möglichen liebenswerten Formen auch vegetarischer Haggis und goldene Osterhasen mit Glöckchen. Da ich hier kein schönes Bild geknipst habe, gibt’s für Euch ein bisschen Streetart als Ersatz!

Edinburgh | Einmal quer durch Schottland

Auf dem Weg von Edinburgh zur Fähre machen wir bei der schönen Ruine der Melrose Abbey halt. Einst die wahrscheinlich reichste Abtei Schottlands, ist sie angeblich immer noch die bekannteste. Wir bummeln gemütliche zwischen den Grabsteinen hindurch und machen uns auf die Suche nach dem Dudelsack spielendem Schwein an der Kirchenfassade. Da Sightseeing wirklich hungrig macht, sind wir froh, dass es in Ort eine tolle Bäckerei mit pikanten, teilweise vegetarischen Pasteten gibt. Im Supermarkt entdecken wir zudem Tea Cakes, eine Art Schaumküsse mit Keksboden mit dunkler Schokolade. Also wie man köstliche Süßigkeiten macht, wissen die Leute hier auf der Insel wirklich!

Melrose Abbey | Schottland

Aktivitäten

Kaum zu glauben, aber in Edinburgh gibt es einen richtigen Berg: Der Arthur’s Seat liegt nahe bei der Old Town, Luftlinie zirka zweieinhalb Kilometer von Edinburgh Castle entfernt. Er ist ein Überrest eines Vulkansystems aus der Zeit vor 350 Million Jahren, der später von Gletschern der Eiszeit in diese Form gebracht wurde. Da der der Gipfel des Arthur’s Seat lediglich auf 251 Metern Höhe liegt, ist die Besteigung ein Klacks. Die Wanderung auf den Arthur’s Seat hierher lohnt sich aber auf jeden Fall, denn wir haben einen traumhaften Ausblick auf Edinburgh.

Aussicht vom Arthurs Seat | Edinburgh

Schlafen

Das hübsche Piries Hotel befindet sich in einem für Edinburgh typischen Stadthaus. Das Zimmer ist winzig, aber sehr gemütlich und sauber. Auch der kostenlose WiFi funktioniert sehr gut. Ein weiteres Plus sind die vielen, fußläufig erreichbaren Sehenswürdigkeiten wie Princes Street, Edinburgh Castle, Holyrood Palace und The Royal Mile.

Essen

Da wir das Frühstück im Ryan’s von unserem letzten Besuch in Edinburgh noch in bester Erinnerung hatten, sind wir auch diesmal wieder zum Frühstücken hin. Da ich weiß, dass das Full Scottish Vegetarian Breakfast dort riesig ist, entscheide ich mich für Eggs Florentine mit frischem Spinat und werde nicht enttäuscht. Herr Wallygusto geht natürlich erneut in die Vollen und bestellt sich ein großes vegetarisches Frühstück mit allen Schikanen. Dazu gibt’s einen richtig guten Café Latte, serviert von einer sehr freundlichen Dame.

Ryan’s | Edinburgh

Gut frühstücken wir auch im Gram’s Naked Cafe. Hier gibt es ein große Auswahl an gesundem, heißen oder kalten Fastfood. Egal, ob man sich vegan, vegetarisch, glutenfrei oder laktosefrei ernährt – für jeden ist was dabei! Alle Speisen bestehen zu 100% aus natürlichen Zutaten. Der vegane Avocado Toast ist zwar recht wenig, aber die Avocado ist sehr cremig und das Sauerteigbrot herrlich knusprig. Geschmacklich ist alles super, auch der Cafe Latte. Der schmeckt uns sogar so gut, dass wir gleich noch einen zweiten bestellen.

Gram’s Naked Cafe | Edinburgh

Das Kalpna serviert nur vegetarische Gerichte und ist für Herrn Wallygusto und mich bis heute das beste indisches Restaurant, in dem wir jemals essen war. Von dem tollen Knoblauch-Naan, das frisch und nicht fettig ist, schwärmen wir noch heute. Den Kaffee danach bekommen wir übrigens in der French Press serviert – Espresso gibt es leider keinen. Ein weiteres Plus des Kalpna: Der Gastraum wartet mit wenig Schnickschnack auf, nur hier und da glitzert es ein wenig an der Wand, große Spiegel lassen den recht kleinen Raum größer wirken.

 Kalpna Restaurant | Edinburgh

Das Holyrood 9a ist ebenfalls ein alter Bekannter, bei dem wir auch diesmal gerne ein paar kleine Bierchen trinken und einen Burger essen: Es ist einfach DIE perfekte Symbiose aus klassischem Pub und moderner Kneipe. Die Auswahl an Bier ist & bleibt unglaublich: Neben etlichen Haussorten werden im Holyrood 9a auch viele, viele Gastbiere gezapft. Der Falafel Burger ist gewohnt groß und das Patty  schmeckt toll. Einzig das für Burger typische, labbrige Bun enttäuscht uns ein wenig.

Holyrood 9a | Edinburgh

Trinken

Natürlich besuchen Herr Wallygusto und ich diesmal auch ein paar andere Pubs als bei unserem letzten Besuch in Edinburgh. Da sich die schottische Hauptstadt der höchsten Kneipendichte in Europa rühmt, stellt das auch keine große Herausforderung dar. 😉

Laut unserem Reiseführer kann man im 1. Stock der Rose Street Brewery die Geräte der Brauerei besichtigen. Bei unserem Besuch sehen wir davon genauso wenig wie von dem angeblich dort gebrauten Bier. Dass in der Rose Street Brewery nur Standardbiere gezapft werden, mag unter anderem daran liegen, dass man inzwischen eines der unzähligen Nicholson’s-Pubs ist. Oder wir sind schlicht und ergreifend einfach blind.

Bollywood The Coffee Box | Edinburgh

Und noch ein Nicholson’s-Pub: Greyfriers’s Bobby bietet eine gute Atmosphäre und junges Publikum. Das Publikum besteht aus Studenten und Touristen, die durch die Geschichte des treuen Hundes gleichen Namens neugierig geworden sind: Der kleine Bursche wachte ganze 14 Jahre am Grab seines toten Herrchens!

The Pear Tree ist ein gemütlicher Pub mit kleinen Sitzecken und Ledercouchs. Lieber noch hätten Herr Wallygusto und ich im Gastgarten Platz genommen, doch dort ist trotz seiner beachtlichen Größe nichts mehr für uns frei. Schuld daran ist die große Videoleinwand, auf der ein Spiel der Fußball-Europameisterschaft übertragen wird.

The Pear Tree | Edinburgh

Der Erfinder von Sherlock Holmes, dessen Statue man unweit des Pubs bewundern kann, ist Namensgeber des The Conan Doyle. Sir Arthur Conan Doyle wäre bestimmt auch sehr zufrieden, denn das Lokal ist nicht nur sehr edel, sondern bietet auch eine sehr gute Auswahl an Essen. Es gehört übrigens ebenfalls zur Nicholson’s-Gruppe.

Ein ganz anderes Kaliber ist The Oxford Bar: Das Lieblingspub des Schriftstellers Ian Rankins versprüht eher den Charme einer Dorfkneipe. Das gemütliche Hinterzimmer hat einen Kamin und wir sitzen hier neben anderen Touristen und Anzugträgern, die frisch aus dem Büro kommen.

The Conan Doyle | Edinburgh

Als Bierliebhaber kommen Herr Wallygusto und ich in der Bar von Brew Dog voll auf unsere Kosten. Die Biere tragen fantasievolle Namen wie Cocoa Psycho Nitro oder Strawberry Blitz und sorgen für intensive Geschmacksmomente. Mein absoluter Liebling ist – wie schon in Glasgow – Jet Black Heart. An diesem Milk Stout mit seinen intensiven Kaffee- und Schokoladenaromen komme ich einfach nicht (mehr) vorbei! Neben den eigenen Craftbieren vom Fass werden auch regelmäßig diverse „Guest Drafts“ gezapft.

Auf der Suche nach einem neuen Pub entdecken wir über die App Untappd das Pub der Mikrobrauerei Andrew Usher & Co.! In der gemütlichen Kellerbar werden neben eigenen, recht ausgefallenen Bierkreationen auch Craftbiere anderer Brauereien angeboten. Während wir unser Bierchen genießen, bewundern wir die kleine Elektro-Brauereianlage, die auf 410 Liter auf einmal brauen kann.

Andrew Usher & Co. | Edinburgh

 

Liste der oben genannten Lokale & Hotels und deren Adressen

Großbritannien Unterwegs

Loch Ness & Cairngorms National Park | Einmal quer durch Schottland (5)

7. Juli 2017
Loch Ness | Schottland

Kaum zu glauben, aber unser Urlaub in Schottland liegt schon ein Jahr zurück! In den letzten Monaten habe ich Euch von unseren Erlebnissen in Glasgow, am Loch Lomond, auf der Isle Of Skye und den Südlichen & Nördlichen Highlands erzählt. Zeit, Euch mit an den Loch Ness zunehmen, um gemeinsam nach dem legendären Seeungeheuer Ausschau zu halten. Anschließend geht es zum Wandern in den Cairngorms National Park. Für den 5. Teil habe ich mich entschlossen, nicht mehr nur chronologisch unsere Reiseroute wiederzugeben, sondern alles schön in Kategorien zu packen. So könnt Ihr – wie in einem Reiseführer – schnell erkennen, was es an Sehenswürdigkeiten und interessanten Aktivitäten gibt und wo Ihr gut essen, trinken und schlafen könnt.

Schottisches Hochlandrind

Sehenswertes

Inverness liegt an der Mündung des Flusses Ness und ist ein wahrlich geschichtsträchtiger Ort, denn auf der Burg regierte im 11. Jahrhundert Macbeth. Seit dem 19. Jahrhundert steht  auf dem Hügel anstelle seiner Burg aber ein anschauliches Burgschloss. Der Caledonian Canal hat in der Stadt seinen östlichen Zugang. Nachdem wir in einem Einkaufszentrum einen Parkplatz gefunden haben, machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Unser erster Weg führt uns zur die Market Hall. Leider sind wir ein bisschen zu spät dran, so dass wir nur noch die Ladeninhaber beim Schließen ihrer kleinen Geschäfte beobachten können. Wir kaufen uns daher spontan in einem Supermarkt ein Eis am Stiel mit Pfefferminze & Schokolade und schlendern gemütlich den Ness Island Walk entlang.

Inverness | Schottland

Der Loch Ness ist nicht nur Schottlands zweitgrößter See, sondern verfügt aufgrund seiner Tiefe auch über das mit Abstand größte Wasservolumen aller schottischen Seen. Vielen dürfte er aber vor allem als Zuhause des legendären Seeungeheuers Nessie ein Begriff sein. Tatsächlich ist Nessie hier allgegenwärtig – auf T-Shirts, als Plüschtier und sogar in Keksdosen. Wir haben deshalb recht schnell genug von dem ganzen Hype, lassen daher das Loch Ness Centre and Exhibition links liegen und verlassen den überlaufenen Loch Ness ganz schnell wieder. Das kleine Dorf Invermoriston mit seiner alten Steinbrücke hingegen lohnt einen kurzen Zwischenstopp. „Moriston“ ist übrigens das gälische Wort für „Fluss der Wasserfälle“ und ziemlich treffend, denn die Moriston Falls sollen spektakulär sein, wenn der Fluss viel Wasser führt.

Thomas Telford Bridge in Invermoriston

Fort Augustus ist zwar klein, aber einer der großen Touri-Hotspots der Gegend! Die Lage am südwestlichen Ufer des Loch Ness könnte besser nicht sein und mit dem Caledonian Canal, der quer durch den Ort fließt, hat Fort Augustus auch einiges zu bieten. Außerdem ist das Dorf nach einem historischen Fort benannt, das nach nach der Niederschlagung des Jakobitenaufstands von 1715 hier errichtet wurde. Von der ursprünglichen Befestigungsanlage sind heute leider praktisch keine Überreste mehr vorhanden – obwohl Teile davon in das 1876 erbaute Benediktinerkloster integriert wurden. Wir kaufen uns in einem Imbiss ein mittelmäßiges Sandwich und beobachten kauend wie diverse Segelschiffe das Schleusensystem des insgesamt fast 100 km langen Kanals passieren.
Fort Augustus | Schottland

Aktivitäten

Wenn man schon mal in Schottland ist, gehört der Besuch einer der 100 schottischen Whiskybrennereien zum Pflichtprogramm – und zwar eigentlich selbst dann, wenn man so wie ich eigentlich gar keinen Whisky mag. Ich liebe zwar den Geruch, kann mit dem aber oft beißenden Geschmack nichts anfangen. Wir suchen uns daher mit Glenmorangie eine Brennerei in Tain aus, die einen der gefälligeren schottischen Whiskys herstellt. Das soll nicht heißen, dass die Qualität nicht stimmen würde – es gibt einfach Whiskys, die extrem torfig und meiner Meinung nach für Nicht-Liebhaber extrem anstrengend sind. Wir buchen also eine Führung und erfahren dabei so einiges über das Brennen von Whisky und die Geschichte von Glenmorangie: So werden hier auffällig hohe Brennblasen, die an die Hälse von Giraffen erinnern, verwendet. Das verwendete Malz wird zwar nicht mehr von Glenmorangie selbst hergestellt, aber man achtet beim Einkauf darauf, möglichst Malz aus Getreide der Umgebung zu kaufen, außerdem soll dieses nur leicht getorft sein. Davon, dass der Glenmorangie Whisky besonders mild ist, dürfen wir uns im Whisky-Tasting im Anschluss selbst überzeugen.

Glenmorangie Whisky | Schottland

Der Dog Fall Trail  ist eine kleine, aber feine Wanderung. Auf dem Weg zu Stromschnellen und den dunklen, stillen Becken der sehen laufen wir durch einen wunderschönen Wald mit alten, knorrigen Kiefern, glänzenden Silberbirken, mit Flechten bedeckten Eichen und Kiefernsetzlingen. Wir fühlen uns ein wenig wie in einem verwunschenen Regenwald – was durch den leichten Nieselregen, der an diesem Tag unserer ständiger Begleiter ist, noch unterstrichen wird.

Dog Fall Trail | Schottland

Im VisitScotland iCentre in Aviemorebesorgen besorgen wir uns den kleinen Wanderführer Walks Aviemare. Das praktische Heftchen enthält 24 kurze Spaziergänge und längere Touren rund um Aviemore, Glenmore und Spyside. Wir entscheiden uns für Tour 12, die uns vom See Loch Morlich zum Lairig Ghru Pass führt. Das Schöne an dieser Rundwanderung ist nicht nur, dass wir direkt vom Campingplatz loslaufen können!  Die Landschaft im Cairngorms National Park ist beeindruckend und zwischendurch gibt es noch eine kleine Klettereinlage über ein Geröllfeld.

Loch Morlich to Lairig Ghru Pass | Scotland

Schlafen

Da es in Inverness keine Möglichkeit gab, spontan noch ein schönes Hotelzimmer zu bekommen, fahren wir weiter Richtung Loch Ness. Dort schlagen wir unser Zelt bei Cannich Camping auf. Der Platz liegt ruhig und idyllisch im Wald und gleich nebenan gibt es sogar ein Café, das bei unserer Ankunft aber leider schon geschlossen hat. Beim netten Betreiber stoßen wir gleich auf großes Verständnis, dass wir den Trubel rund um den Loch Ness weitestgehend vermeiden und deswegen nur eine Nacht bleiben wollen. Seiner Meinung nach gibt es viel schönere Fleckchen in Schottland. Da es gerade mal nicht regnet, nutzen wir unseren kurzen Aufenthalt bei Cannich Camping, um unsere doch recht umfangreichen Biervorräte zu sichten. 😉

Bevor es wieder in städtische Gefilde geht, schlagen wir unser Zelt im Cairngorms National Park ein letztes Mal bei Glenmore Camping in the Forrest auf. Der Platz ist sehr groß und kann erfreulicherweise mit modernen und sehr sauberen Sanitäranlagen aufwarten. Außerdem können wir so schon ohne große Anstrengung den großartigen Panoramablick auf die umliegenden Cairngorms genießen. Ihr könnt es Euch sicher denken, aber dieser beeindruckenden Berggruppe verdankt unser Campingplatz natürlich seinen Namen.

Schottisches Craft Beer

Essen & Trinken

Durch Zufall stoßen wir in dem Dorf Foyers auf Cameron’s Teamroom & Farm Shop. Hier sehen wir auch – kein Witz – das erste und einige Mal knuffige Hochlandrinder. Nachdem sich keines der zotteligen Tiere hinter den Hörnern kraulen lassen wollte, suchen wir schnell das gemütliche Café auf. Zu den fluffigen Scones und dem fruchtig-saurem Rhabarber Crumble bekommen wir tollen Caffé Latte serviert.

In der Nähe von Glenmore Camping in the Forrest entdecken wir gleich zwei Einkehrmöglichkeiten: Die gemütliche Pine Marten Bar bietet trotz ihrer geringen Größe eine sehr gute Auswahl schottischer Biere, Whiskies und Ciders. Ab und an gibt es Livemusik. Das Cobbs Cafe at Glenmore ist im Interpretative and Information Centre for The Forestry Commission zu finden. Da es ebenfalls nicht weit von unserem Campingplatz entfernt liegt, gehen wir dort nach einer Wanderung gemütlich zum Kuchen essen.

Cameron’s Teamroom & Farm Shop

Liste der oben genannten Lokale & Campingplätze und deren Adressen

bayerisch Magazin München Restaurants

Aindorfer Hof | Laim

26. Juni 2017
Aindorfer Hof | Käsespätzle

Auch wenn es oft anders aussehen mag und Herr Wallygusto und ich Euch hier viele, viele Lokale vorstellen: Wir sind bequem! Wenn es uns irgendwo schmeckt, gehen wir dort immer und immer wieder hin. Und essen durchaus häufig das gleiche Gericht. Was allerdings oft der nur eingeschränkt für Vegetarier geeigneten Speisekarte geschuldet ist – vor allem, wenn es um bayrische Schmankerl geht! Das ist ja auch der Grund, warum wir so gerne asiatisch essen gehen! Darum wundert es auch nicht, dass wir bis vor einigen Monaten immer einen großen Bogen um den Aindorfer Hof gemacht haben. Man sollte hierzu vielleicht noch erwähnen, dass die bayrische Wirtschaft nur 10 Minuten von unserer Wohnung entfernt liegt. Diesen Missstand haben wir nun aus der Welt geräumt!

Drinnen 

Wie es sich für ein richtiges Stadtteilwirtshaus gehört, ist der Aindorfer Hof angenehm schlicht eingerichtet: Rot-weiße Gardinen, ein paar Schwarz-weiß Bilder an der Wand und Blümchen auf der Fensterbank – das war’s! Da der Gastraum aber eine recht überschaubare Größe hat, ist es trotzdem gemütlich. Auch gibt es einen kleinen Gastgarten, der im Sommer zum Verweilen einlädt. Das Publikum ist bunt gemischt, hier sitzt alt neben jung, Pärchen neben Familienfeiern.

Aindorfer Hof | Laim

Speisekarte 

Neben Klassikern aus der Bayerischen Küche wie „Aindorfer“ Schweinebraten und „Münchner“ Tafelspitz gibt es mit Käsespätzle und Spinatstrudel auch zwei vegetarische Hauptgerichte. Natürlich werden auch Vorspeisen, Salate, kleine Gerichte für zwischendurch und Dessert angeboten. Witzig finden Herr Wallygusto und ich die Idee mit dem bayrisch inspirierten Burger mit dem Schweinbraten-Patty. Für Kinder gibt es übrigens eine separate Karte mit kindgerechten Hauptgerichten und Eis.

Geschmack 

Herr Wallygusto und ich haben – wie könnte es auch anders sein – im Aindorfer Hof bisher nur die Käsespätzle probiert. Diese sind unserer Meinung nach aber auch extrem köstlich, da sie in einer cremigen Sauce und mit ordentlich Bergkäse serviert werden. Dazu noch ein großer Berg Röstzwiebeln und ein frischer Salat und wir sind zufrieden. Aber auch das Münchner Schnitzel und der Zwiebelrostbraten der Schwiegereltern sind anscheinend sehr gut, zumindest kommen von dieser Seite des Tisches keine Klagen. Und die Portionen sind sowieso riesig! Das trifft übrigens auch auf das Kinderschnitzel mit Pommes zu.

Aindorfer Hof | Essen

Service 

Der Service im Aindorfer Hof ist freundlich und sehr aufmerksam. So wird dem Neffen beispielsweise die Wartezeit auf sein Eis mit ein paar weißen Schaumgummi-Mäusen versüßt. Dass das Eis dann kurz darauf und somit früher als erwartet kam, spielt dabei keine Rolle. Bei den Hauptgerichten muss man sich bei gut gefülltem Lokal auf eine etwas längere Wartezeit einstellen, aber so haben wir mehr Zeit, uns in Ruhe zu unterhalten.

Preise

Die Preise sind unserer Meinung nach – gemessen an Geschmack und Portionsgröße – absolut fair. So kosten zum Beispiel Käsespätzle mit Salat € 10,40.

Fazit 

Inzwischen waren wir schon drei Mal im Aindorfer Hof und nach jedem Besuch rundum zufrieden. Wenn wir das nächste Mal zu Gast sind, werden wir auf alle Fälle den Kaiserschmarrn probieren – der sieht nämlich auch sehr, sehr appetitlich aus! Mal sehen, ob wir diesen guten Vorsatz umsetzen können, denn normalerweise sind wir nach der Portion Käsespätzle schon pappsatt. Was wiederum bestätigt, dass wir eigentlich nicht sonderlich experimentierfreudig sind. 😉

Adresse: Guido-Schneble-Straße 36, 80689 München