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Wasserberghaeusl – Der Kiosk am Weßlinger See | Weßling

8. September 2017

Zugegeben, die kleine Wanderung um den Weßlinger See und durch den Altinger Wildpark birgt für geübte Wanderer wie Herrn Wallygusto und mich keine großen Herausforderungen. Trotzdem machen wir diese Tour seit ein paar Jahren regelmäßig – und zwar egal, ob im Sommer oder Winter. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Die Anreise von München aus ist kurz und man steht nicht ewig im Stau (vor allem, wenn man die S-Bahn nimmt). Außerdem ist die Gegend selten überlaufen und angenehm ruhig – und zwar so ruhig, dass man mit ein wenig Glück im Wald ein paar Wildschweine aufspüren kann. Den damals eher spießig anmutenden Kiosk am Weßlinger See haben wir dabei immer ignoriert und uns lieber beim Cafe am See mit Kuchen eingedeckt.

Das hat sich dieses Jahr aber schlagartig geändert: Seit Silvester ist das Wasserberghaeusl – der Kiosk am Weßlinger See unter neuer Regie. Claudius Brudnjak heißt der neue 30-jährige Pächter, der ordentlich frischen Wind an das Seeufer gebracht hat.

Wasserberghaeusl - Der Kiosk am Weßlinger See | Weßling

Draußen

Am Wasserberghäusl sitzt man entweder auf der sonnigen Terrasse oder auf einem Steg mitten im Weßlinger See. Angeblich gibt es für die kältere Jahreszeit auch Sitzplätze im Inneren, welche Herr Wallygusto und ich aber bisher nicht entdeckt haben. Zugegeben war bei unseren letzten Besuchen auch kein Bedarf, denn die Sonne hat uns immer mit ihren warmen Strahlen verwöhnt.

Speisekarte

Neun Jahre lang soll es im Kiosk am Weßlinger See die „die geilste Fischsemmel weit und breit“ gegeben haben. Damit ist jetzt Schluss! Die neue Speisenauswahl fällt ein bisschen moderner aus und bietet neben Obazda mit Breze auch Pastrami Sandwich und Antipasti auf Röstbrot. Natürlich gibt es auch selbstgemachten Kuchen und Gebäck sowie Eis am Stiel. Dabei wird viel Wert auf regionale Produkte gelegt. Das Angebot ist nicht groß, aber das erwarte ich von einem Kiosk auch nicht.

Wasserberghaeusl - Der Kiosk am Weßlinger See | Weßling

Geschmack

Obzada wird hier in zwei dicken Kugeln serviert, die für nur eine Brezen viel zu viel sind. Mit einer weiteren Brezen reicht die Portion locker für zwei Personen. Die Käsecreme ist schön cremig und würzig, die Brezen frisch – beides also sehr köstlich! Der Mandelbutterkuchen ist laut Aussage von Herrn Wallygusto ebenfalls sehr gut und enthält bestimmt kaum Kalorien – sind ja schließlich nur Mehl, Butter und Zucker drin. Die paar Mandeln oben drauf zählen nicht. 😉

Service

Die jungen Leute, die unsere Bestellung durch das Fenster des Kiosk entgegen nehmen, sind gut drauf und sehr freundlich. Service am Tisch gibt es nicht, fertiges Essen wird ausgerufen und muss selbst abgeholt werden. Übrigens hat das Wasserberghaeusl – Der Kiosk am Weßlinger während des ganzen Jahres geöffnet: Während der Sommersaison täglich von 10 – 19.00 Uhr, während der Wintersaison bei Eis-Tragfähigkeit von 10 – 17.00 Uhr. Die Öffnungszeiten sind natürlich vom Wetter abhängig – ist das schlecht, bleibt der Kiosk geschlossen!

Wasserberghaeusl - Der Kiosk am Weßlinger See | Weßling

Preise

Der Aperol Spritz kostet € 5,00, das Glas Wein (0,2) € 4,00 – beides wird großzügig eingeschenkt. Bier gibt’s aus der Flasche für € 3,00. Die riesige Portion Obzada mit Breze ist mit € 4,50 echt günstig, den Preis für den Kuchen haben wir vor lauter Hunger leider vergessen.

Fazit

Was soll ich sagen? Auf der gemütlichen Terrasse des Wasserberghaeusl zu sitzen und den Blick über den Weßlinger See schweifen zu lassen ist einfach unglaublich entspannend. Kein Wunder also, dass Herr Wallygusto und ich immer wieder auf eine Kleinigkeit zu essen und ein Kaltgetränk einkehren.

Adresse: Obere Seefeldstr. 20, Weßling

Großbritannien Unterwegs

Wales | Impressionen 2017

28. August 2017

Nach den aufregenden Tagen verlassen wir London mit einem lachenden und einem weinendem Auge Richtung Wales. Dort erwarten uns nicht nur Gipfel mit Namen, die wir nicht aussprechen können & beeindruckende Burgen! Wir trinken Bier mit (ebenfalls) unaussprechbaren Namen, entdecken eine tolle Microbrewery & italienisches Flair der Extraklasse! Außerdem gibt’s leckere Käsebrote mit mehr oder weniger guter Aussicht! Kein Wunder, dass die Zeit wie im Flug vergeht und wir eigentlich gar nicht mehr nach Hause wollen! 😉

Kneipe | Bar Magazin München Restaurants

Ambar Bistro | Obergiesing

25. August 2017
Ambar Bistro | Obergiesing

Nach unserem Besuch in Berlin waren Herr Wallygusto und ich mal wieder schwer genervt von der kulinarischen Landschaft in München: Zu wenig, zu spießig, zu gewollt. Nach unserem Besuch im Ambar Bistro in Giesing haben wir unsere Meinung dann aber wieder schnell geändert. Man muss einfach immer die Augen offen halten, um diese kleinen, aber feinen gastronomischen Perlen in unserer hassgeliebten Millionenstadt zu entdecken.

Drinnen 

Die Einrichtung des Ambar Bistro ist hell und freundlich. Die Bar ist weiß gefliest, an den Wänden hängen geschmackvolle Schwarzweiß-Fotos und moderne Kunstdrucke. Die kleinen Bistrotischen bieten Platz für insgesamt 30 hungrige Gäste. Da das Wetter bei unserem Besuch sommerlich-warm ist, nehmen wir an einem der kleinen Tische im Freien Platz. Während wir die letzten Sonnenstrahlen genießen, beobachten wir die vielen vorbeilaufenden Menschen und den Irrsinn des Straßenverkehrs. Fast ein bisschen wie in Italien.

Das Publikum ist bunt gemischt – vom Englisch sprechenden Touristen (?) bis hin zum Rentner mit Giesinger Stoffbeutel ist alles vertreten. Unter der Woche ist das Ambar Bistro übrigens immer sehr, sehr gut besucht, ohne Reservierung geht hier dann gar nichts. Freitag und Samstag kann man aber vor 22 Uhr ohne Probleme einfach so auf einen Happen vorbeischauen.

Ambar Bistro | München

Copyright: Ambar Bistro | München

Speisekarte 

Die Website des Ambar Bistro verspricht uns schon im Vorfeld großartige Biere und neapolitanische Küche – und das im Herzen von Giesing. Die übersichtliche Abendkarte bietet eine kleine, aber feine Auswahl neapolitanischer Gerichte: Antipasti (auf Wunsch auch vegetarisch und vegan) und italienische Fleischbällchen, die sogenannten Polpette, gibt es immer, der Rest ist Tagesform.

Weit umfangreicher ist da schon die Getränkekarte, deren große Auswahl an Craft Beer uns erst einmal ordentlich ins Rotieren bringt. Zwar kennen wir schon einige Biere, aber natürlich wollen wir unbedingt was völlig Neues ausprobieren. Wir verlassen uns also auf den Sachverstand unseres Gastgebers und lassen uns zum Einstand gleich mal zwei Porter aus Bayern empfehlen.

Ambar Bistro | Speisekarte

Geschmack 

Zugegeben kam die neapolitanische Küche bei unseren Besuchen in Neapel immer zu kurz. Da hier angeblich die Pizza erfunden wurde, haben wir uns bisher ausschließlich darauf konzentriert. Kein Wunder also, dass die köstlichen Zeppole für uns bis jetzt gänzlich unbekannt waren. Neben den frittierten Teigbällchen finden sich noch knusprige Kroketten mit Mozzarella und frittierte Polenta auf dem Teller. Zu den Fritto Misto wird Basilikum in Olivenöl gereicht. Das würzige Kraut setzt dabei einen frischen Kontrast zu den ausgebackenen Häppchen. Die gemischten Antipasti bestehen aus Zucchinigemüse, Karotten, gegrillten Paprika, getrockneten Tomaten und roter Bete. Begleitet wird die bunte Pracht von grünen, sehr aromatischen Oliven, einem Schälchen Hummus und einer Kugel cremigen Büffelmozzarella. Das letzte Mal durften wir so eine gute Vorspeise tatsächlich in Süditalien, in der Nähe von Tropea, genießen.

Ambar Bistro | Vorspeisen

Klar, dass unsere Erwartungen an die Pasta sehr hoch sind! Und wir werden nicht enttäuscht: Die hausgemachten Tagliolini alla Nerano mit Zucchini sind ein Gedicht! Die Portion ist zudem recht groß, so dass wir froh sind, uns fürs Teilen entschlossen zu haben. Da für Nachtisch jetzt leider kein Platz mehr ist, begnügen wir uns mit einem vorzüglichen Espresso.

Zur Rechnung wird uns ein Gläschen – ebenfalls hausgemachter – Lemoncello angeboten. Wir nehmen (natürlich) dankend an und werden mit dem intensiven Aroma reifer Zitronen belohnt. Meine Schwieger-Oma – Gott hab sie selig – hätte an diesem „Fruchtsaftgetränk“ ihre wahre Freude gehabt. Dieser Likör hat wirklich wenig mit dem Zeug zu tun, das man für gewöhnlich im Supermarkt zu kaufen bekommt: Von Spüli-Geschmack keine Spur! Was soll ich sagen? Einfach umwerfend gut!

Service 

Schon zu Beginn werden wir mit einem herzlichen „Ragazzi“ begrüßt. Ich liebe diesen Ausdruck ja heiß und innig, erinnert er mich doch an unzählige Italienischkurse und lustige Erlebnisse in Italien. Der erste Eindruck bestätigt sich im Laufe des Abends, denn unser Gastgeber ist ein unglaublich sympathischer, gut gelaunter & witziger Kerl. Noch dazu ist er ein Bierexperte erster Güte, der immer gerne mit Rat und Tat bei der Bierauswahl zur Seite steht.

Preise

Ein Abend im Ambar Bistro ist kein ganz billiges Vergnügen – Preis-Leistung passen unserer Meinung aber trotzdem! Außerdem muss man speziell für Craft Beer immer und überall tiefer in die Tasche greifen als für das Münchner Standardbier.

Fazit

Ragazzi, wenn Ihr mal neapolitanische Küche & Craftbeer genießen wollt, sei Euch ein Besuch im Ambar Bistro empfohlen! Wir waren das erste (aber garantiert nicht das letzte) Mal dort und sind immer noch am Schwärmen über das köstliche Essen & die tollen Biere!

Adresse: Tegernseer Landstr. 25, 81541 München

Großbritannien Unterwegs

London | Impressionen 2017

18. August 2017

Nachdem Herr Wallygusto und ich letztes Jahr einmal quer durch Schottland gefahren waren, war die Lust auf die britischen Inseln so richtig geweckt worden: Warum also nicht einmal nach Wales? Zum Wandern, Bier trinken & Seele baumeln lassen. Und da wir ohnehin mit dem Flieger anreisen wollten, drängte sich (natürlich) auch ein kleiner Ausflug nach London aus. Bevor es mit den richtigen Reiseberichten losgeht – für die ich bekannterweise immer richtig lange brauche, weil wir angeblich ja immer so viel essen 😉 – habe ich erst einmal ein paar Appetithäppchen aus London für Euch! Eingepackt habe ich jede Menge süße und deftige Leckereien, Craft Beer, Sehenswürdigkeiten, Streetart, indisches Streefood & Veggieburger!

 

 

Deutschland Unterwegs

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt

7. August 2017
Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt

Letztes Jahr hat es Herrn Wallygusto und mich endlich mal nach Köln verschlagen. Wer jetzt denkt, das jecke Treiben wäre der Grund gewesen, liegt komplett falsch! Schon seit langem sind wir große Fans der Band Edward Sharpe and The Magnetic Zeros. Leider gaben sich die geliebten Musiker nur für ein Konzert in Deutschland die Ehre! Und das im Rahmen der c/o pop Festivals in Köln. Was also tun? Kurzentschlossen besorgte uns Herr Wallygusto also ein Hotel und einen günstigen Flug – schließlich bekommt man nicht jeden Tag die Gelegenheit, Edward Sharpe & The Magnetic Zeros live zu sehen. Erste Impressionen von Köln und der (zahlreichen) Bierproben gab es ja schon vor einiger Zeit. Jetzt ist endlich auch der ausführliche Reisebericht mit allem, was sehenswert, köstlich & süffig ist online!

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Kallendresser

Sehenswertes

Die Gassen der Kölner Altstadt können zwar mit mittelalterlichen Namen und historischen Strukturen aufwarten, sind jedoch (leider) nicht wirklich alt. Tatsächlich ist nur noch wenig Originalbausubstanz vorhanden, denn nach dem zweiten Weltkrieg war auch Köln eine einzige Trümmerhalde. Das Wahrzeichen Kölns ist der Hohe Dom zu Köln. Die größte gotische Kathedrale der Welt birgt eine Vielzahl von Schätzen, Engeln und Dämonen. Unser Reiseführer verspricht eine überragende Aussicht vom Südturm auf die Altstadt. Da ich auf Türmen aber fast panische Höhenangst bekomme, lassen wir das lieber. Den Kölner Dom besichtigt man aufgrund seiner Beliebtheit am besten unter der Wochen und dann gleich frühmorgens.

Der Fischmarkt mit seinen kleinen schmucken Häuschen gefällt uns ganz besonders gut. Im 2. Weltkrieg wurden die Altstadt und mit ihr der Fischmarkt fast vollständig zerstört. Dank engagierten Stadtvätern und den Stadtkonservatoren der Nachkriegsjahre wurden viele der schmalen, spitzgiebeligen Häuser im historischen Stil wieder aufgebaut. Seinen Namen hat der Heumarkt vom einstigen Fernhandels- und Großmarkt, auf dem neben Flachs, Tuche, Käse, Fleisch, Kohlen und Eisen auch Viehfutter gehandelt wurde. Getreide gibt es hier inzwischen nur noch in flüssiger Form in einem der zahlreichen Gastronomiebetriebe, die den Heumarkt einsäumen.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Fischmarkt

Der Rheinauhafen ist sehr vielseitig: Die ehemalige Hafenanlage wird heute als Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gewerbegebiet genutzt. Dabei vereint sie charmant die historische Hafenarchitektur mit modernen Bauwerken.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Rheinauhafen

Der Eigelstein ist ein urkölsches Veedel (=Viertel). Hier treffen kölscher Orient und orientalisches Kölsch aufeinander. Faszinierend finden wir den Kontrast zwischen den Marienstatuen an den Hausfassaden aus der Gründerzeit und der bunten Leuchtreklame der vielen, vielen Dönerläden. Ältestes Bauwerk des Viertels ist die nach dem Eigelstein benannte Eigelsteintorburg.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Eigelstein

Wer mich kennt, weiß dass ich mit Nippes nicht viel anfangen kann. Bei dem pittoresken Kölner Stadtteil gleichen Namens mache ich aber gerne eine Ausnahme! Während unseres Bummel durch das pittoreske Nippes ist leider ein Gewitter im Anzug, so dass es auf den Fotos leider nicht richtig zur Geltung kommt. Ich hätte aber trotzdem immer noch sehr gerne dort eine schnucklige Altbauwohnung.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Nippes

Köln hat neben faszinierenden Bauwerken und Plätzen auch ansprechende Parkanlagen zu bieten: Der Volksgarten ist eine in der südlichen Neustadt Kölns gelegene 13,9 Hektar große Grünfläche mit Kinderspielplätzen, einem Kahnweiher mit Tretbootverleih, Gartenrestaurant und Biergarten. Der Friedenspark ist der Name eines seit 1914 bestehenden Stadtparks in der Kölner Neustadt-Süd. Gut gefällt uns auch die Flora und der Botanische Garten, in dem es an die 10.000 kultivierte Pflanzenarten aus aller Welt zu bewundern gibt.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Flora & Botanischer Garten

Aktivitäten

Wie eingangs schon erwähnt, sind Edward Sharpe and the Magnetic Zeros, die ein Konzert in der Kölner Philharmonie geben, der wahre Grund für unseren Ausflug an den Rhein. Die quasi im Untergrund neben dem Dom gelegene Philharmonie besticht durch ausgefeilte Akustik, ganz ohne unerwünschtes Echo. Das liegt daran, dass der Konzertsaal einem Amphitheater nachempfunden wurde und es daher im ganzen Raum keine Wände gibt, die sich parallel gegenüberliegen.

Weil der Konzertsaal unterhalb des öffentlich begehbaren Heinrich-Böll-Platzes zwischen dem Museum Ludwig und der Treppenanlage zum Rheinufer liegt, verursachen die weitspannenden Träger der Dachkonstruktion aber auch ein Problem: Schrittgeräusche von Fußgängerinnen mit Pumps oder Fahrgeräusche von Skateboards oder Rollkoffern werden von den schwingenden Trägern ins Innere des Konzertsaals übertragen. Damit während Aufführungen und Proben in der Philharmonie keine akustischen Beeinträchtigungen entstehen, wird der Platz bewacht abgesperrt. Laut Wikipedia entstanden so im Jahr 2016 Gesamtkosten in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro.

Uns ist das, ehrlich gesagt ziemlich egal, denn das Konzert von Edward Sharpe und the Magnetic Zeros ist einfach phantastisch. Das Publikum geht voll mit, der Sänger leert während des Konzerts eine Flasche Rotwein und entledigt sich seiner Lederslippers. Und als dann mein Lieblingslied HOME gespielt wird, gibt es eh kein Halten mehr! Ein einfach wundervoller Konzertabend!

Schlafen

Das Hotel Lyskirchen ist ein elegantes, modernes 4-Sterne-Hotel mit insgesamt 105 Zimmern. Unser Doppelzimmer ist nicht zu groß und nicht zu klein, sehr sauber und mit einem 1a Gratis-WLAN ausgestatte. Da es während unseres Aufenthaltes in Köln unglaublich heiß ist und die Temperaturen auch nachts nicht merklich sinken, freuen wir uns auch über die gut funktionierende Klimaanlage. Zu Fuß brauchen wir nur ein paar Minuten bis in die Altstadt, zum Kölner Dom und zur Rheinuferpromenade. Wie das Frühstücksangebot ist, können wir nicht sagen, denn wir haben uns dafür entschieden, die erste Mahlzeit des Tages unterwegs einzunehmen.

Essen

Empfehlenswert für ein schnelles, aber dennoch gemütliches Frühstück ist die Coffee Gang. Die urbane Cafébar in der in der Neustadt-Süd serviert selbst gebrühten, fair gehandelten Kaffee sowie hausgemachte Kuchen und köstliche Sandwiches.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Coffee Gang

Eigentlich bin ich gar nicht mehr so wild auf Burger – zumindest nicht in München, wo sich das vegetarische und / oder vegane Angebot – bis auf einige wenige Ausnahmen – wenig glorreich gestaltet. Ein Blick in die Speisekarte der Bunte Burger Food Bar lässt mich dann aber doch wieder umschwenken! Hier ist jeder Burger vegan oder vegetarisch. Außerdem klingen Variationen wie der Desperado Tex Mex Burger mit einem Bratling aus Polenta-Schwarze Bohnen Mix, Avocadocreme und knackigen Tortilla Chips einfach viel zu verlockend, um ignoriert zu werden. Das ist auch kein Wunder, denn Bunte Burger gehört laut eigener Aussage zu den gastronomischen Topadressen in Köln!

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Bunte Burger

Die Eisdielerin stellt in ihrem kleinen Laden in Köln-Ehrenfeld einzigartiges Eis, leckere Sorbets, süße und herzhafte Waffeln her. Und das für Allesesser, Vegetarier & Veganer. Herr Wallygusto und ich bleiben eisern und begnügen uns jeder mit einer Kugel Birne-Rosmarin beziehungsweise Schokosorbet. Mehr hat nach unserem Besuch bei Bunter Burger aber auch keinen Platz mehr in unseren Bäuchen – leider! 😉

Auf der Suche nach einem ordentliche Frühstück stoßen wir am Rathenauplatz auf das Cafe Feynsinn. Die Auswahl an Frühstücksvariationen ist groß, selbst für Vegetarier: Selbst gemachte Marmeladen, süßer French Toast, gesundes Müsli, aber auch Herzhaftes wie frisch zubereiteter Kräuterquark, Humus-Curry-Dip, Mozzarella-Tomate und BIO-Rührei. Dazu werden frisches Brot, auch aus Vollkorn, Croissants und Brötchen gereicht. Das Frühstück ist schmackhaft und an den kleinen Tischen vor dem Cafe lässt es sich gemütlich sitzen.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Café Feynsinn

Nachdem das Frühstück beim Cafe Feynsinn für unsere Verhältnisse recht opulent war, lassen wir es an unserem letzten Tag in Köln etwas bescheidener angehen. Die Bäckerei Merzenich hat eine große Auswahl an pikantem und süßem Gebäck im Angebot, so dass wir uns mit einer großen Nougatbreze und einem Halven Hahn begnügen.

Etwas, was in München definitiv fehlt ist eine Zweigstelle vom Frittenwerk: Hier werden Imbiss-Klassiker mit frischen Zutaten neu interpretiert und treffen auf abwechslungsreiches Street-Food aus aller Welt. Eine ganz besondere Pommes-Spezialität ist „Poutine“ (sprich „Pu-ti:n“), an der man an den Imbissläden Kanadas nicht mehr vorbeikommt! Im Frittenwerk besteht das Classic Quebec Poutine aus den extra breit geschnittenen Hausfritten, die innen saftig und außen schön kross sind. Darüber werden Mozzarella Cheese Curds gestreut, die mit der hausgemachten (vegetarischen) Bratensauce verschmelzen. Köstlich! Begeistert sind wir auch von den Tijuana Street Fries: Eine große Portion Knoblauchfritten darf mit hausgemachter Guacamole aus reifen Avocados, frische Sour Cream und fein gewürfelten, kalten Tomaten kuscheln.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Frittenwerk

Trinken

Unsere erste Anlaufstelle ist das Brauhaus Früh am Dom, wo ich das erste Kölsch meines Lebens trinke. Vor einem Lokal stehen und mal schnell im Vorbeilaufen ein Bier in die Hand gedrückt zu bekommen, ist für mich als Münchnerin eine völlig neue Erfahrung. Ehrlich gesagt könnte ich mich aber gut daran gewöhnen!

Ein Besuch der Braustelle steht ganz oben auf unserer kulinarischen To-Do-Liste für Köln! Ehrenfelds einzige Brauerei wurde 2001 gegründet und ist inzwischen eine feste Größe in der gastronomischen Landschaft des Stadtteils. Neben eigenen Bieren werden auch jede Menge Craftbiere anderer Mikrobrauereien ausgeschenkt. Wir probieren uns munter durch Ehrenfelder Alt, Einkorn Gose, Helios und Pink Panther.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Braustelle

Richtig gut gefällt es uns bei Päffgen im Friesenviertel. Das urige Traditionsbrauhaus braut in seinem Hinterhof schon seit 1884 fleißig Kölsch. Wegen der geringen Kapazität der Brauerei von 6.000 Hektolitern jährlich ist der Verkauf aber auf einige wenige Kölner Gaststätten beschränkt. Auch gibt es das süffige Päffgen Kölsch nicht in Flaschen, sondern ausschließlich vom Fass. Im gemütlichen Gastgarten bestellen wir uns erst mal zwei Kölsch und – wie wir meinen – eine kleine Brotzeit dazu. Aber weit gefehlt: Der Halve Hahn besteht aus einer riesigen Scheibe mittelalten Goudas und der Kölsche Klüngel entpuppen sich als zwei Käsekugeln, die an Obazda erinnern. Sogar die Zwiebelringe und Gewürzgurken sind überdimensioniert! Dazu gibt es Vollkornbrot und Roggenbrötchen, liebevoll „Röggelchen“ genannt.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt | Päffgen

Peters Brauhaus suchen wir an leider am falschen Tag auf: Reiberdatschi – oder Rievkoche, wie sie in Köln genannt werden – gibt es hier immer nur dienstags. Dafür wird der Teig aber auch tatsächlich frisch gemacht und kommt nicht wie so oft aus dem Eimer. Egal, dann gibt’s eben nur ein Kölsch. 😉

Wie wir übrigens nach unserem Aufenthalt in Köln feststellen, haben wir zwar sehr viele Biere (Sion, Mühlen Kölsch, Gaffel…) probiert, das angeblich beste Kölsch ist uns aber durch die Lappen gegangen: Reissdorf ist das umsatzstärkstes und somit beliebteste Kösch. Die Zeiten, als es mit seiner angenehm milden und leicht süßlichen Note vor allem die Frauen ansprach sind also lange vorbei.

Köln – Ein Wochenende in Deutschlands jeckster Stadt |

Liste der oben genannten Lokale & Hotels und deren Adressen

Großbritannien Unterwegs

Edinburgh | Einmal quer durch Schottland (6)

28. Juli 2017
Brewdog Edinburgh Schottland

Die letzte Station unserer Rundreise durch Schottland ist Edinburgh. Edinburgh ist Schottlands zweitgrößte Stadt und ich habe mich schon während unseres letzten Aufenthaltes unsterblich in sie verliebt. Das liegt nicht nur an den vielen Pubs oder dem reichhaltigen, schottischen Frühstück, sondern an der angenehmen, entspannten Atmosphäre. Aber auch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten machen Edinburgh zu einer unglaublich schönen Stadt.

Auf dem Weg nach dorthin machen wir aber noch kurz in der Universitätsstadt St Andrews halt. Bevor es dann endgültig zurück zur Fähre in Newcastle geht, besichtigen wir noch kurz die Melrose Abbey in den Scotish Borders.

Sehenswertes

St Andrews ist nicht nur eine süße Studentenstadt an der Ostküste Schottlands, sondern gilt als Geburtsstätte des Golfsports. Bereits 1754 wurde hier der Royal and Ancient Golf Club of St Andrews als einer der ersten Golfclubs überhaupt gegründet. Sein berühmtes Clubhaus steht direkt am Old Course, der vermutlich der bekannteste Golfplatz der Welt ist. Als regelmäßige Leserin der Boulevardpresse ist mir diese schottische Kleinstadt in der Grafschaft Fife aber vor allem dadurch bekannt, dass Prinz William hier an der Universität seine Kate kennen lernte. Ein absolutes Muss ist ein Besuch der Ruinen der Kathedrale. Natürlich haben wir auch hier eine kulinarische Entdeckung gemacht: Beim Eis von Nardini lohnt es sich durchaus, schwach zu werden.

St Andrews | Schottland

Vom Calton Hill genießen wir einen hervorragenden Blick auf die Altstadt. Auch das National Monument, das an die gefallenen Soldaten während der Neapolitanischen Kriege erinnern soll, beeindruckt uns jedes Mal aufs Neue. Da es an einen griechischen Tempel erinnert, setzt es einen interessanten Kontrast zu den mittelalterlichen Fassaden der Old Town.

Edinburgh | Calton Hill

Dean Village ist ein altes Dorf im Nordwesten von Edinburgh und immer einen Besuch wert. Trotz seiner früher wohl geringen Größe, spielte es zu seinen besten Zeiten mit 11 aktiven Getreidemühlen eine wichtige Rolle für die Stadt. Man nutzte die Lage des Ortes am Fluss Water Of Leith, um die Mühlen anzutreiben und zu Edinburghs Kornkammer zu werden. Die Mühlen sind inzwischen schon lange stillgelegt. Und Dean Village ist eine ruhige Wohngegend, in der man gemütliche Spaziergänge entlang des Flusses machen kann.

Edinburgh | Dean Village

Die Circus Lane lässt unsere Herzen höher schlagen: Kein Wunder, den von einem bunten Häuschen träumen Herr Wallygusto und ich schon lange! Und hier wimmelt es geradezu von hübschen, kleinen Häusern, den sogenannten “Mews”. Mit “Mews” werden umgebaute Stallungen bezeichnet. In Edinburgh gibt es einige dieser Gassen, aber Circus Lane ist die schönste.

Edinburgh | Circus Lane

Das älteste Kaufhaus in Edinburgh ist Jenners in der lebhaften Princes Street. Angeblich treffen sich hier neben schottische Ladys auch MTV-Stars. Ob dem tatsächlich so ist, können Herr Wallygusto und ich nicht sagen, denn wir konzentrieren uns fast ausschließlich auf die großartige Feinkostabteilung. Dort finden sich neben Shortbread in allen möglichen liebenswerten Formen auch vegetarischer Haggis und goldene Osterhasen mit Glöckchen. Da ich hier kein schönes Bild geknipst habe, gibt’s für Euch ein bisschen Streetart als Ersatz!

Edinburgh | Einmal quer durch Schottland

Auf dem Weg von Edinburgh zur Fähre machen wir bei der schönen Ruine der Melrose Abbey halt. Einst die wahrscheinlich reichste Abtei Schottlands, ist sie angeblich immer noch die bekannteste. Wir bummeln gemütliche zwischen den Grabsteinen hindurch und machen uns auf die Suche nach dem Dudelsack spielendem Schwein an der Kirchenfassade. Da Sightseeing wirklich hungrig macht, sind wir froh, dass es in Ort eine tolle Bäckerei mit pikanten, teilweise vegetarischen Pasteten gibt. Im Supermarkt entdecken wir zudem Tea Cakes, eine Art Schaumküsse mit Keksboden mit dunkler Schokolade. Also wie man köstliche Süßigkeiten macht, wissen die Leute hier auf der Insel wirklich!

Melrose Abbey | Schottland

Aktivitäten

Kaum zu glauben, aber in Edinburgh gibt es einen richtigen Berg: Der Arthur’s Seat liegt nahe bei der Old Town, Luftlinie zirka zweieinhalb Kilometer von Edinburgh Castle entfernt. Er ist ein Überrest eines Vulkansystems aus der Zeit vor 350 Million Jahren, der später von Gletschern der Eiszeit in diese Form gebracht wurde. Da der der Gipfel des Arthur’s Seat lediglich auf 251 Metern Höhe liegt, ist die Besteigung ein Klacks. Die Wanderung auf den Arthur’s Seat hierher lohnt sich aber auf jeden Fall, denn wir haben einen traumhaften Ausblick auf Edinburgh.

Aussicht vom Arthurs Seat | Edinburgh

Schlafen

Das hübsche Piries Hotel befindet sich in einem für Edinburgh typischen Stadthaus. Das Zimmer ist winzig, aber sehr gemütlich und sauber. Auch der kostenlose WiFi funktioniert sehr gut. Ein weiteres Plus sind die vielen, fußläufig erreichbaren Sehenswürdigkeiten wie Princes Street, Edinburgh Castle, Holyrood Palace und The Royal Mile.

Essen

Da wir das Frühstück im Ryan’s von unserem letzten Besuch in Edinburgh noch in bester Erinnerung hatten, sind wir auch diesmal wieder zum Frühstücken hin. Da ich weiß, dass das Full Scottish Vegetarian Breakfast dort riesig ist, entscheide ich mich für Eggs Florentine mit frischem Spinat und werde nicht enttäuscht. Herr Wallygusto geht natürlich erneut in die Vollen und bestellt sich ein großes vegetarisches Frühstück mit allen Schikanen. Dazu gibt’s einen richtig guten Café Latte, serviert von einer sehr freundlichen Dame.

Ryan’s | Edinburgh

Gut frühstücken wir auch im Gram’s Naked Cafe. Hier gibt es ein große Auswahl an gesundem, heißen oder kalten Fastfood. Egal, ob man sich vegan, vegetarisch, glutenfrei oder laktosefrei ernährt – für jeden ist was dabei! Alle Speisen bestehen zu 100% aus natürlichen Zutaten. Der vegane Avocado Toast ist zwar recht wenig, aber die Avocado ist sehr cremig und das Sauerteigbrot herrlich knusprig. Geschmacklich ist alles super, auch der Cafe Latte. Der schmeckt uns sogar so gut, dass wir gleich noch einen zweiten bestellen.

Gram’s Naked Cafe | Edinburgh

Das Kalpna serviert nur vegetarische Gerichte und ist für Herrn Wallygusto und mich bis heute das beste indisches Restaurant, in dem wir jemals essen war. Von dem tollen Knoblauch-Naan, das frisch und nicht fettig ist, schwärmen wir noch heute. Den Kaffee danach bekommen wir übrigens in der French Press serviert – Espresso gibt es leider keinen. Ein weiteres Plus des Kalpna: Der Gastraum wartet mit wenig Schnickschnack auf, nur hier und da glitzert es ein wenig an der Wand, große Spiegel lassen den recht kleinen Raum größer wirken.

 Kalpna Restaurant | Edinburgh

Das Holyrood 9a ist ebenfalls ein alter Bekannter, bei dem wir auch diesmal gerne ein paar kleine Bierchen trinken und einen Burger essen: Es ist einfach DIE perfekte Symbiose aus klassischem Pub und moderner Kneipe. Die Auswahl an Bier ist & bleibt unglaublich: Neben etlichen Haussorten werden im Holyrood 9a auch viele, viele Gastbiere gezapft. Der Falafel Burger ist gewohnt groß und das Patty  schmeckt toll. Einzig das für Burger typische, labbrige Bun enttäuscht uns ein wenig.

Holyrood 9a | Edinburgh

Trinken

Natürlich besuchen Herr Wallygusto und ich diesmal auch ein paar andere Pubs als bei unserem letzten Besuch in Edinburgh. Da sich die schottische Hauptstadt der höchsten Kneipendichte in Europa rühmt, stellt das auch keine große Herausforderung dar. 😉

Laut unserem Reiseführer kann man im 1. Stock der Rose Street Brewery die Geräte der Brauerei besichtigen. Bei unserem Besuch sehen wir davon genauso wenig wie von dem angeblich dort gebrauten Bier. Dass in der Rose Street Brewery nur Standardbiere gezapft werden, mag unter anderem daran liegen, dass man inzwischen eines der unzähligen Nicholson’s-Pubs ist. Oder wir sind schlicht und ergreifend einfach blind.

Bollywood The Coffee Box | Edinburgh

Und noch ein Nicholson’s-Pub: Greyfriers’s Bobby bietet eine gute Atmosphäre und junges Publikum. Das Publikum besteht aus Studenten und Touristen, die durch die Geschichte des treuen Hundes gleichen Namens neugierig geworden sind: Der kleine Bursche wachte ganze 14 Jahre am Grab seines toten Herrchens!

The Pear Tree ist ein gemütlicher Pub mit kleinen Sitzecken und Ledercouchs. Lieber noch hätten Herr Wallygusto und ich im Gastgarten Platz genommen, doch dort ist trotz seiner beachtlichen Größe nichts mehr für uns frei. Schuld daran ist die große Videoleinwand, auf der ein Spiel der Fußball-Europameisterschaft übertragen wird.

The Pear Tree | Edinburgh

Der Erfinder von Sherlock Holmes, dessen Statue man unweit des Pubs bewundern kann, ist Namensgeber des The Conan Doyle. Sir Arthur Conan Doyle wäre bestimmt auch sehr zufrieden, denn das Lokal ist nicht nur sehr edel, sondern bietet auch eine sehr gute Auswahl an Essen. Es gehört übrigens ebenfalls zur Nicholson’s-Gruppe.

Ein ganz anderes Kaliber ist The Oxford Bar: Das Lieblingspub des Schriftstellers Ian Rankins versprüht eher den Charme einer Dorfkneipe. Das gemütliche Hinterzimmer hat einen Kamin und wir sitzen hier neben anderen Touristen und Anzugträgern, die frisch aus dem Büro kommen.

The Conan Doyle | Edinburgh

Als Bierliebhaber kommen Herr Wallygusto und ich in der Bar von Brew Dog voll auf unsere Kosten. Die Biere tragen fantasievolle Namen wie Cocoa Psycho Nitro oder Strawberry Blitz und sorgen für intensive Geschmacksmomente. Mein absoluter Liebling ist – wie schon in Glasgow – Jet Black Heart. An diesem Milk Stout mit seinen intensiven Kaffee- und Schokoladenaromen komme ich einfach nicht (mehr) vorbei! Neben den eigenen Craftbieren vom Fass werden auch regelmäßig diverse „Guest Drafts“ gezapft.

Auf der Suche nach einem neuen Pub entdecken wir über die App Untappd das Pub der Mikrobrauerei Andrew Usher & Co.! In der gemütlichen Kellerbar werden neben eigenen, recht ausgefallenen Bierkreationen auch Craftbiere anderer Brauereien angeboten. Während wir unser Bierchen genießen, bewundern wir die kleine Elektro-Brauereianlage, die auf 410 Liter auf einmal brauen kann.

Andrew Usher & Co. | Edinburgh

 

Liste der oben genannten Lokale & Hotels und deren Adressen

Großbritannien Unterwegs

Loch Ness & Cairngorms National Park | Einmal quer durch Schottland (5)

7. Juli 2017
Loch Ness | Schottland

Kaum zu glauben, aber unser Urlaub in Schottland liegt schon ein Jahr zurück! In den letzten Monaten habe ich Euch von unseren Erlebnissen in Glasgow, am Loch Lomond, auf der Isle Of Skye und den Südlichen & Nördlichen Highlands erzählt. Zeit, Euch mit an den Loch Ness zunehmen, um gemeinsam nach dem legendären Seeungeheuer Ausschau zu halten. Anschließend geht es zum Wandern in den Cairngorms National Park. Für den 5. Teil habe ich mich entschlossen, nicht mehr nur chronologisch unsere Reiseroute wiederzugeben, sondern alles schön in Kategorien zu packen. So könnt Ihr – wie in einem Reiseführer – schnell erkennen, was es an Sehenswürdigkeiten und interessanten Aktivitäten gibt und wo Ihr gut essen, trinken und schlafen könnt.

Schottisches Hochlandrind

Sehenswertes

Inverness liegt an der Mündung des Flusses Ness und ist ein wahrlich geschichtsträchtiger Ort, denn auf der Burg regierte im 11. Jahrhundert Macbeth. Seit dem 19. Jahrhundert steht  auf dem Hügel anstelle seiner Burg aber ein anschauliches Burgschloss. Der Caledonian Canal hat in der Stadt seinen östlichen Zugang. Nachdem wir in einem Einkaufszentrum einen Parkplatz gefunden haben, machen wir uns auf, die Stadt zu erkunden. Unser erster Weg führt uns zur die Market Hall. Leider sind wir ein bisschen zu spät dran, so dass wir nur noch die Ladeninhaber beim Schließen ihrer kleinen Geschäfte beobachten können. Wir kaufen uns daher spontan in einem Supermarkt ein Eis am Stiel mit Pfefferminze & Schokolade und schlendern gemütlich den Ness Island Walk entlang.

Inverness | Schottland

Der Loch Ness ist nicht nur Schottlands zweitgrößter See, sondern verfügt aufgrund seiner Tiefe auch über das mit Abstand größte Wasservolumen aller schottischen Seen. Vielen dürfte er aber vor allem als Zuhause des legendären Seeungeheuers Nessie ein Begriff sein. Tatsächlich ist Nessie hier allgegenwärtig – auf T-Shirts, als Plüschtier und sogar in Keksdosen. Wir haben deshalb recht schnell genug von dem ganzen Hype, lassen daher das Loch Ness Centre and Exhibition links liegen und verlassen den überlaufenen Loch Ness ganz schnell wieder. Das kleine Dorf Invermoriston mit seiner alten Steinbrücke hingegen lohnt einen kurzen Zwischenstopp. „Moriston“ ist übrigens das gälische Wort für „Fluss der Wasserfälle“ und ziemlich treffend, denn die Moriston Falls sollen spektakulär sein, wenn der Fluss viel Wasser führt.

Thomas Telford Bridge in Invermoriston

Fort Augustus ist zwar klein, aber einer der großen Touri-Hotspots der Gegend! Die Lage am südwestlichen Ufer des Loch Ness könnte besser nicht sein und mit dem Caledonian Canal, der quer durch den Ort fließt, hat Fort Augustus auch einiges zu bieten. Außerdem ist das Dorf nach einem historischen Fort benannt, das nach nach der Niederschlagung des Jakobitenaufstands von 1715 hier errichtet wurde. Von der ursprünglichen Befestigungsanlage sind heute leider praktisch keine Überreste mehr vorhanden – obwohl Teile davon in das 1876 erbaute Benediktinerkloster integriert wurden. Wir kaufen uns in einem Imbiss ein mittelmäßiges Sandwich und beobachten kauend wie diverse Segelschiffe das Schleusensystem des insgesamt fast 100 km langen Kanals passieren.
Fort Augustus | Schottland

Aktivitäten

Wenn man schon mal in Schottland ist, gehört der Besuch einer der 100 schottischen Whiskybrennereien zum Pflichtprogramm – und zwar eigentlich selbst dann, wenn man so wie ich eigentlich gar keinen Whisky mag. Ich liebe zwar den Geruch, kann mit dem aber oft beißenden Geschmack nichts anfangen. Wir suchen uns daher mit Glenmorangie eine Brennerei in Tain aus, die einen der gefälligeren schottischen Whiskys herstellt. Das soll nicht heißen, dass die Qualität nicht stimmen würde – es gibt einfach Whiskys, die extrem torfig und meiner Meinung nach für Nicht-Liebhaber extrem anstrengend sind. Wir buchen also eine Führung und erfahren dabei so einiges über das Brennen von Whisky und die Geschichte von Glenmorangie: So werden hier auffällig hohe Brennblasen, die an die Hälse von Giraffen erinnern, verwendet. Das verwendete Malz wird zwar nicht mehr von Glenmorangie selbst hergestellt, aber man achtet beim Einkauf darauf, möglichst Malz aus Getreide der Umgebung zu kaufen, außerdem soll dieses nur leicht getorft sein. Davon, dass der Glenmorangie Whisky besonders mild ist, dürfen wir uns im Whisky-Tasting im Anschluss selbst überzeugen.

Glenmorangie Whisky | Schottland

Der Dog Fall Trail  ist eine kleine, aber feine Wanderung. Auf dem Weg zu Stromschnellen und den dunklen, stillen Becken der sehen laufen wir durch einen wunderschönen Wald mit alten, knorrigen Kiefern, glänzenden Silberbirken, mit Flechten bedeckten Eichen und Kiefernsetzlingen. Wir fühlen uns ein wenig wie in einem verwunschenen Regenwald – was durch den leichten Nieselregen, der an diesem Tag unserer ständiger Begleiter ist, noch unterstrichen wird.

Dog Fall Trail | Schottland

Im VisitScotland iCentre in Aviemorebesorgen besorgen wir uns den kleinen Wanderführer Walks Aviemare. Das praktische Heftchen enthält 24 kurze Spaziergänge und längere Touren rund um Aviemore, Glenmore und Spyside. Wir entscheiden uns für Tour 12, die uns vom See Loch Morlich zum Lairig Ghru Pass führt. Das Schöne an dieser Rundwanderung ist nicht nur, dass wir direkt vom Campingplatz loslaufen können!  Die Landschaft im Cairngorms National Park ist beeindruckend und zwischendurch gibt es noch eine kleine Klettereinlage über ein Geröllfeld.

Loch Morlich to Lairig Ghru Pass | Scotland

Schlafen

Da es in Inverness keine Möglichkeit gab, spontan noch ein schönes Hotelzimmer zu bekommen, fahren wir weiter Richtung Loch Ness. Dort schlagen wir unser Zelt bei Cannich Camping auf. Der Platz liegt ruhig und idyllisch im Wald und gleich nebenan gibt es sogar ein Café, das bei unserer Ankunft aber leider schon geschlossen hat. Beim netten Betreiber stoßen wir gleich auf großes Verständnis, dass wir den Trubel rund um den Loch Ness weitestgehend vermeiden und deswegen nur eine Nacht bleiben wollen. Seiner Meinung nach gibt es viel schönere Fleckchen in Schottland. Da es gerade mal nicht regnet, nutzen wir unseren kurzen Aufenthalt bei Cannich Camping, um unsere doch recht umfangreichen Biervorräte zu sichten. 😉

Bevor es wieder in städtische Gefilde geht, schlagen wir unser Zelt im Cairngorms National Park ein letztes Mal bei Glenmore Camping in the Forrest auf. Der Platz ist sehr groß und kann erfreulicherweise mit modernen und sehr sauberen Sanitäranlagen aufwarten. Außerdem können wir so schon ohne große Anstrengung den großartigen Panoramablick auf die umliegenden Cairngorms genießen. Ihr könnt es Euch sicher denken, aber dieser beeindruckenden Berggruppe verdankt unser Campingplatz natürlich seinen Namen.

Schottisches Craft Beer

Essen & Trinken

Durch Zufall stoßen wir in dem Dorf Foyers auf Cameron’s Teamroom & Farm Shop. Hier sehen wir auch – kein Witz – das erste und einige Mal knuffige Hochlandrinder. Nachdem sich keines der zotteligen Tiere hinter den Hörnern kraulen lassen wollte, suchen wir schnell das gemütliche Café auf. Zu den fluffigen Scones und dem fruchtig-saurem Rhabarber Crumble bekommen wir tollen Caffé Latte serviert.

In der Nähe von Glenmore Camping in the Forrest entdecken wir gleich zwei Einkehrmöglichkeiten: Die gemütliche Pine Marten Bar bietet trotz ihrer geringen Größe eine sehr gute Auswahl schottischer Biere, Whiskies und Ciders. Ab und an gibt es Livemusik. Das Cobbs Cafe at Glenmore ist im Interpretative and Information Centre for The Forestry Commission zu finden. Da es ebenfalls nicht weit von unserem Campingplatz entfernt liegt, gehen wir dort nach einer Wanderung gemütlich zum Kuchen essen.

Cameron’s Teamroom & Farm Shop

Liste der oben genannten Lokale & Campingplätze und deren Adressen

bayerisch Magazin München Restaurants

Aindorfer Hof | Laim

26. Juni 2017
Aindorfer Hof | Käsespätzle

Auch wenn es oft anders aussehen mag und Herr Wallygusto und ich Euch hier viele, viele Lokale vorstellen: Wir sind bequem! Wenn es uns irgendwo schmeckt, gehen wir dort immer und immer wieder hin. Und essen durchaus häufig das gleiche Gericht. Was allerdings oft der nur eingeschränkt für Vegetarier geeigneten Speisekarte geschuldet ist – vor allem, wenn es um bayrische Schmankerl geht! Das ist ja auch der Grund, warum wir so gerne asiatisch essen gehen! Darum wundert es auch nicht, dass wir bis vor einigen Monaten immer einen großen Bogen um den Aindorfer Hof gemacht haben. Man sollte hierzu vielleicht noch erwähnen, dass die bayrische Wirtschaft nur 10 Minuten von unserer Wohnung entfernt liegt. Diesen Missstand haben wir nun aus der Welt geräumt!

Drinnen 

Wie es sich für ein richtiges Stadtteilwirtshaus gehört, ist der Aindorfer Hof angenehm schlicht eingerichtet: Rot-weiße Gardinen, ein paar Schwarz-weiß Bilder an der Wand und Blümchen auf der Fensterbank – das war’s! Da der Gastraum aber eine recht überschaubare Größe hat, ist es trotzdem gemütlich. Auch gibt es einen kleinen Gastgarten, der im Sommer zum Verweilen einlädt. Das Publikum ist bunt gemischt, hier sitzt alt neben jung, Pärchen neben Familienfeiern.

Aindorfer Hof | Laim

Speisekarte 

Neben Klassikern aus der Bayerischen Küche wie „Aindorfer“ Schweinebraten und „Münchner“ Tafelspitz gibt es mit Käsespätzle und Spinatstrudel auch zwei vegetarische Hauptgerichte. Natürlich werden auch Vorspeisen, Salate, kleine Gerichte für zwischendurch und Dessert angeboten. Witzig finden Herr Wallygusto und ich die Idee mit dem bayrisch inspirierten Burger mit dem Schweinbraten-Patty. Für Kinder gibt es übrigens eine separate Karte mit kindgerechten Hauptgerichten und Eis.

Geschmack 

Herr Wallygusto und ich haben – wie könnte es auch anders sein – im Aindorfer Hof bisher nur die Käsespätzle probiert. Diese sind unserer Meinung nach aber auch extrem köstlich, da sie in einer cremigen Sauce und mit ordentlich Bergkäse serviert werden. Dazu noch ein großer Berg Röstzwiebeln und ein frischer Salat und wir sind zufrieden. Aber auch das Münchner Schnitzel und der Zwiebelrostbraten der Schwiegereltern sind anscheinend sehr gut, zumindest kommen von dieser Seite des Tisches keine Klagen. Und die Portionen sind sowieso riesig! Das trifft übrigens auch auf das Kinderschnitzel mit Pommes zu.

Aindorfer Hof | Essen

Service 

Der Service im Aindorfer Hof ist freundlich und sehr aufmerksam. So wird dem Neffen beispielsweise die Wartezeit auf sein Eis mit ein paar weißen Schaumgummi-Mäusen versüßt. Dass das Eis dann kurz darauf und somit früher als erwartet kam, spielt dabei keine Rolle. Bei den Hauptgerichten muss man sich bei gut gefülltem Lokal auf eine etwas längere Wartezeit einstellen, aber so haben wir mehr Zeit, uns in Ruhe zu unterhalten.

Preise

Die Preise sind unserer Meinung nach – gemessen an Geschmack und Portionsgröße – absolut fair. So kosten zum Beispiel Käsespätzle mit Salat € 10,40.

Fazit 

Inzwischen waren wir schon drei Mal im Aindorfer Hof und nach jedem Besuch rundum zufrieden. Wenn wir das nächste Mal zu Gast sind, werden wir auf alle Fälle den Kaiserschmarrn probieren – der sieht nämlich auch sehr, sehr appetitlich aus! Mal sehen, ob wir diesen guten Vorsatz umsetzen können, denn normalerweise sind wir nach der Portion Käsespätzle schon pappsatt. Was wiederum bestätigt, dass wir eigentlich nicht sonderlich experimentierfreudig sind. 😉

Adresse: Guido-Schneble-Straße 36, 80689 München

Großbritannien Unterwegs

Südliche & Nördliche Highlands | Einmal quer durch Schottland (4)

19. Juni 2017
Lochcarron Scotland

Die Tage auf der Isle of Skye vergehen (leider) wie im Flug – aber zum Glück liegt die Hälfte unseres Urlaubes noch vor uns. Bei düsterem Wetter mit tiefen Wolken, verlassen wir die Insel also mit einem lachendem und einem weinenden Auge. Unser Ziel ist es, durch die Südlichen Highlands an das nördliche Ende von Schottland zu fahren. Von dort aus soll es dann über Inverness, den Loch Ness und den Cairngorms-Nationpark wieder zurück nach Süden, genauer gesagt nach Edinburgh, gehen.

Unterwegs in den südlichen Highlands

Als wir am Loch Carron ankommen, zeigt sich das Wetter leider immer noch von seiner ungestümen Seite. Zum Glück entdecken wir in der hübschen, kleinen Stadt Lochcarron das gemütliche Waterside Cafe. Ich bestelle Hot Chocolate with Cream and Marshmellows, was von der freundlichen Inhaberin mit einem „Good choice“ quittiert wird. Und tatsächlich ist das Ungetüm aus Zucker und Sahne das beste Heißgetränk aller Zeiten! Schade nur, dass wir so gar keinen Hunger haben: Die große Auswahl an kleinen Gerichten ist groß und die Kuchen sehen allesamt zum Anbeißen aus. Kein Wunder, dass das kleine Café gut besucht ist!

Am malerischen Loch Maree, der mit einer Fläche von 28,5 km² der flächenmäßig viertgrößte See Schottlands ist, stoßen wir anschließend auf den Woodland TrailDa der Regen kurz mal Pause macht, beschließen wir uns kurz die Beine zu vertreten. Wir packen also unsere Kamera und die Regenjacken ein und lassen uns auf dem kurzen Waldlehrpfad über das Ecosystem der Umgebung rund um den See aufklären.

Das triste Wetter lässt schnell den Wunsch nach der nächsten Kaffeepause entstehen. Ein Glück, dass unser Reiseführer am Loch Gairloch einen kulinarischen Tipp der besonderen Art für uns hat: Die The Mountain Coffee Company ist eine witzige Mischung aus Café, Reformhaus und Buchladen. So gibt es neben kleinen Gerichten auch Wanderführer, allerlei Müsliriegel und Yogi Tee zu kaufen. Die Mountain Lattes mit Zimt und unsere üppig belegten Bagels mit Matur Cheddar, Tomaten & Pickles und Pilzen, Tomaten & Cream Cheese sind köstlich und trösten uns über die triste Witterung hinweg.

Ullapool wurde 1788 als Hafen für den Heringsfang gegründet und ist mit 1.541 Einwohnern die größte Siedlung in den sehr dünn besiedelten nordwestlichen Highlands. Wir legen hier eine kleine Pause ein, um unsere Vorräte an Mineralwasser, Fertigsauce und Toffees aufzustocken. Da es sehr kalt ist und immer wieder regnet, machen wir nur einen kurzen Spaziergang am Hafen und bewundern die Fischerboote und Yachten, die dort vor Anker liegen. Da wir noch gut satt von der letzten Kaffeepause sind, lassen wir die vielen Restaurants und Pubs links liegen und fahren lieber schnell weiter zu unserer nächsten Übernachtungsmöglichkeit.

Der spröde Charme der nördichen Highlands

An der Atlantikküste angekommen, schlagen wir unser Zelt auf dem Clachtoll Beach Campsite auf. Die Herausforderung besteht hierbei, beim Aufbauen nicht zusammen mit der Zeltplane abzuheben und in Irland wieder zu landen. Der Wind bläst kräftig und so kalt, dass ich schon nach kurzer Zeit meine Jeans gegen lange Unterhose und dicke Softshell-Wanderhose tausche. Aber wenigstens gibt es so keine Midges – eine echte Erleichterung! Ansonsten ist der Campingplatz aber sehr schön, denn er ist sehr sauber und ruhig. Die Sanitäranlagen sind komfortabel und liebevoll im Marinestil dekoriert. Und wer mag, kann sich in der Damendusche mit einem Glätteisen von GHD die Haare stylen. Und falls einem doch mal der Gaskocher weggeweht werden sollte, gibt es einen Münzautomat für Heißgetränke. 😉

Nicht weit vom Campingplatz entfernt steht der Old Man of Stoer, eine weitere beeindruckende Felsnadel. Klar, dass wir die kurze Wanderung mitnehmen, bevor es wieder an’s Autofahren geht. Der Old Man wurde erstmals 1966 von einer Seilschaft um den schottischen Bergsteiger Tom Patey und ist seitdem ein beliebtes Ziel für Kletterer. Der Zugang ist allerdings nicht ganz unkompliziert, denn es muss zuerst eine Seilrutsche aufgebaut werden. Hierzu muss ein Mitglied der Seilschaft durch den schmalen Meeresarm zwischen Klippen und Felsfuß schwimmen – bei der stürmischen See keine angenehme Vorstellung.

Bei Sango Sands Camping war seinerseits schon John Lennon zu Gast. Der große Platz liegt direkt an der Küste und es weht stetig eine steife Brise. Die lange Unterhose ist also auch hier mein wichtigstes Accessoire. Aber der Wind hat Vorteile, denn er hält auch hier die Midges fern! Sango Sands kann erfreulicherweise auch mit sehr komfortablen Duschen mit Temperaturregelung, Glastür und viel Ablagefläche aufwarten. Der Aufenthaltsraum ist leider wenig gemütlich und als allenfalls zweckdienlich zu bezeichnen.

Da der Aufenthaltsraum unseres Campingplatzes leider nicht zum Verweilen einlädt, entschließen wir uns, das nahe Pub genauer unter die Lupe zu nehmen. Da es dort Mac & Cheese mit Pommes gibt, entschließen wir dort einzukehren. Da das Essen schmeckt und auch die Auswahl an Bier und Cider okay ist, schauen wir auch an unserem zweiten Abend im Sango Sands vorbei und genießen das warme Essen in der gemütlichen Atmosphäre des Pubs.

Natürlich sind wir nicht nur hier, um uns die Bäuche vollzuschlagen und schottisches Bier zu trinken! Laut unserem Reiseführer gibt es am Cape Wrath putzige Papageientaucher, die sogenannten Puffins. So machen wir uns früh am Morgen auf dem Weg zum Fährableger in Keoldale bei Durness. Dort bringt uns eine kleine Passagierfähre über den Kyle of Durness, eine der schönsten Buchten der Highlands. Zum Glück tragen wir wieder lange Unterhosen und dicke Fleecepullis unter den Regenjacken – auf der offenen Fähre ist es eiskalt und windig. Am anderen Ufer wartet bereits ein Minibus auf uns, der uns auf einer holprigen Straße knapp 18 Kilometern durch eine einsame und praktisch unbewohnte Region bringt. Auf dem Weg zum Cape Wrath erzählt uns der Fahrer im breitesten schottischen Dialekt, dass das Gebiet von der Royal Air Force als militärisches Übungsgebiet für Bombenabwürfe genutzt, wird und an welchem Felsen sich die Hirsche bevorzugt zur Fellpflege treffen. Am Kap selbst, das den nordwestlichsten Punkt der Insel Großbritannien darstellt, steht ein Leuchtturm, der 1828 erbaut wurde und bis 1998 bemannt war. Auch finden sich dort die Ruinen der Lloyd’s-Signalstation, die zur Überwachung der Schifffahrt benutzt wurde. Wir kämpfen uns so weit wie möglich an die Klippen vor, erspähen auch ein paar mutige Seevögel – von den kleinen Puffins aber leider keine Spur. Die erneute Lektüre des Reiseführers verrät uns auch warum: Aus welchen Gründen auch immer haben wir uns komplett mit der Tour vertan. Die knuffigen Puffins gibt’s auf Handa Island und nicht am Cape Wrath zu bewundern.

Cape Wrath

Durchgefroren und ein wenig enttäuscht – wir hätten so gerne einmal Puffins gesehen – schicken wir uns an, den Cocoa Mountain zu besteigen. Das ist natürlich nur bildlich gesprochen, auch wenn im Cocoa Mountain Cafe and Chocolaterie im Weiler Balnakeil  tatsächlich Berge von Schokolade auf uns warten. Wir haben die Wahl zwischen Choco Croissant mit weißer oder dunkler Schokolade, allerlei bunten Pralinen, diversen Flapjacks und Schokotartelettes. Dazwischen lacht ein großer Mountain Mocha mit Sahne und Schokosauce von der Speiskarte. Alles schmeckt köstlich und lässt kalte Nasen und Füße schnell der Vergangenheit angehören. Angesichts der süßen Köstlichkeiten wird uns sogar ein wenig warm um’s Herz. Leider ist die Bedienung ein wenig seltsam – so richtig auf die Reihe bekommend die Damen und Herren hier nichts.

Cocoa Mountain Cafe and Chocolaterie

Am nächsten Morgen brechen wir unsere Zelte an der unwirtlichen Nordküste Schottlands ab und fahren in wärmere Gefilde. Unweit von Golspie steht an der Ostküste das beeindruckende Dunrobin Castle. Es ist der Stammsitz des Earl of Sutherland und mit 189 Zimmern größte Wohngebäude in den Nördlichen Highlands. Der tolle Garten und die zu Dunrobin Castle gehörige Falknerei lohnen ebenfalls einen Besuch. Eigentlich besichtigen Herr Wallygusto und ich nie Schlösser von innen – hier machen wir aber eine Ausnahme.

 Liste der oben genannten Lokale & Campingplätze und deren Adressen

Kneipe | Bar Magazin München Restaurants

Das Meisterstück | Pasing

10. Mai 2017
Meisterstück Pasing

Das ehemalige Wasserpumpwerk in Pasing wurde 1854 von dem Architekt Friedrich Bürklein erbaut. Damals diente es zur Versorgung der Dampflokomotiven im Hauptbahnhof mit weichem Würmwasser. Mit dem Ende der Ära der Dampflokomotiven wurde das wunderschöne Backsteingebäude sich selbst überlassen. Einer Anwohnerinitiative ist es zu verdanken, dass ein Abriss verhindert werden konnte und das Pumpwerk unter Denkmalschutz gestellt und privat renoviert wurde. Bis vor einiger Zeit beherbergte es das leider sehr enttäuschende Restaurant Pumpenwerk. Seit Ende April ist nun Das Meisterstück am Start, um die ansonsten eher langweilige Gastronomie in Pasing zu bereichern.

Drinnen

Schon der Eingangsbereich mit den beiden großen Kühlschränken voller bunter Flaschen lässt keine Zweifel offen, welchem Motto sich das Meisterstück verschrieben hat: CRAFT BEER. Auch die Bar mit der „Tap-Wand“ hat hier ihren Platz gefunden. Dass die Zapfhähne hier nicht klassisch nebeneinander gereiht sind, sondern bis unter die Decke gehen, ist sicherlich eine witzige Idee. Bei großem Andrang könnte sich dies allerdings als unpraktisch erweisen, kann doch immer nur eine Person in Ruhe zapfen.

Das Meisterstück selbst kommt dank der Backsteinwände und der vielen witzigen Kuckucksuhren gemütlich, aber dennoch sehr schick daher. Da über 100 Gäste zur Eröffnungsfeier dem Aufruf nachkamen, sich mit einem mitgebrachten Flaschenöffner an der sogenannten Gipsy-Wand zu verewigen, gibt es zudem jede Menge ausgefallene Modelle zu bewundern. Besonders gut gefällt mir auch, dass die Möblierung nicht einheitlich ist: Fast kein Tisch oder Stuhl gleicht dem anderen.

Meisterstück Pasing Speisekarte

Die Getränkekarte des Meisterstücks ist ein Traum für jeden Craft Beer Fan! Wir haben die Qual der Wahl zwischen 122 Bierspezialitäten, die zum großem Teil von den jungen Wilden der Münchner Brauereiszene und dem Umland stammen. Neben Tilmans Biere, Hopfenhacker und Munich Brew Mafia finden sich aber auch internationale Sorten im Angebot. Und wer kein Bier mag, bestellt sich einfach Wein, Limonade oder Tee.

Meisterstück Pasing

Zum Craft Beer werden Gerichte aus regionalen Produkten wie Fleisch, Wurst, Brot und Gemüse serviert. Fleischliebhaber kommen dabei im Meisterstück ganz besonders auf ihre Kosten, denn Spareribs und Würste werden über dem offenen Buchenholzfeuer gegrillt. Außerdem kann Fleisch kann auch gegart und geräuchert werden. Natürlich gibt es auch eine kleine Auswahl an vegetarischen Gerichten. Diese gehen meiner Meinung nach aber eher als Vorspeise oder Appetithäppchen durch – aber gut, ich bin auch ein guter Esser. Eine richtige fleischlose Hauptspeise gibt es außer Tofu Currywurst nicht. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn Herr Wallygusto und ich finden trotzdem immer etwas Vegetarisches zu essen, was uns schmeckt.

Meisterstück Pasing (4)

Geschmack

Der warme Nieheimer Handkäse hätte für knapp € 7 allerdings ruhig ein wenig großzügiger auf dem Brot anwesend sein können. Die Beerenreduktion ist schön dick und fruchtig, der Salat frisch. Die Brotzeitplatte mit Käse & Brotkorb fällt großzügig aus – dafür fehlte leider das eingelegte Gemüse. Auf der dicken Scheibe Würmtaler Bauernkruste mit köstlichem Aprikosen-Rosmarin-Aufstrich sind leider noch zwei Scheiben Schinken oder Bauchspeck vom Grill platziert – das steht bei unserem Besuch so nicht in der Speisekarte. In unserem Fall ist das aber nicht so schlimm, denn unsere nicht-vegetarische Begleitung hat sich gerne geopfert. Und deswegen ist davon auf dem Foto auch nichts mehr zu sehen! 🙂 Das Pastrami Sandwich ist hingegen riesig, aber anscheinend ein wenig trocken. Ansonsten ist das Essen aber geschmacklich durchaus überzeugend!

Service

Der Service hat eine Woche nach Eröffnung noch ein wenig Sand im Getriebe, ist aber sehr freundlich und bemüht. Teilweise kommt es zu längeren Wartezeiten, aber so können wir wenigstens in Ruhe das nächste Bier auswählen.

Meisterstück Pasing

Preise

Leider passt das Preisgefüge unserer Meinung nach aber nicht ganz: Der warme Nieheimer Handkäse hätte für knapp € 7 ruhig ein wenig großzügiger auf dem Brot verteilt sein können. Die dicke Scheibe Würmtaler Bauernkruste mit Aprikosen-Rosmarin-Aufstrich kostet € 9. Und was das für eine Tofu Currywurst für knapp € 14 ist, wollen wir gar nicht erst herausfinden. Dagegen ist das ordentlich belegte Pastrami Sandwich fast ein Schnäppchen. Das Bier zum deftigen Essen gibt’s ab € 3,50. Dabei sollte man bei Studium der Karte aufpassen, in welcher Größe dieses ausgeschenkt wird – los geht’s ab 0,1 Liter.

Fazit

Auch wenn das Konzept des Meisterstücks in Pasing stimmig ist, ist der erste Eindruck ein wenig durchwachsen: Preis-Leistung stimmen unserer Meinung nach einfach (noch) nicht ganz. Wir werden aber trotzdem bald mal wieder auf ein Bierchen vorbeischauen!


Adresse:
Kaflerstraße 16, 81241 München