Italien | Malta Unterwegs

Tropea und das Thyrrenische Meer | Kalabrien & Basilikata (2)

9. Juni 2013

Tropea liegt auf einem ca. 40 m hohen Felsen am Tyrrhenischen Meer. So hat man von der Altstadt aus einen guten Blick auf den feinsandigen, teilweise mit Felsen durchzogenen Strand und das Meer. Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis zur Vulkaninsel Stromboli und den anderen liparischen Inseln. Unweit des Zentrums befindet sich die auf einem Felsen gelegene Wallfahrtskirche Santa Maria dell’Isola, die wir aufgrund von Sanierungsarbeiten leider nicht besichtigen konnten. Genauere Infos zu dieser mittelalterlich anmutenden Stadt findet Ihr auf wikipedia.de.

Nachts

Frühstück im B&B Butterfly

Frühstück im B&B Butterfly

Über eine Internetplattform haben wir von Deutschland aus ein Zimmer in einem „Bed&Breakfast“ in Brattirò, nämlich dem „Butterfly“. Eigentlich dachten wir, Brattirò wäre gleich um’s Eck von Tropea. Wir haben dann allerdings festgestellt, dass es zwar nicht weit weg ist, aber die Straße von Tropea hierauf sehr steil und sehr kurvenreich ist. Die Anfahrt hat sich aber gelohnt, denn wir wurden von unserer Gastgeberin Graziella sehr freundlich empfangen. Angenehm war, dass sie zumindest ein bisschen englisch konnte. Mit unserem Italienisch wären wir ansonsten nicht weit gekommen.

Unser Zimmer war sehr sauber und hatte eine kleines Bad mit Fenster. Graziella dekoriert anscheinend gerne und sehr bunt, was man daran erkennen konnte, dass es wirklich überall Schmetterlingen und Blumen gab :-). Ein bisschen blöd war, dass das Zimmer auf die Straße raus ging, die bis abends relativ stark befahren, nachts dagegen überraschend ruhig war. Auch ein kleiner Balkon wäre noch schön gewesen.

Das Frühstück enttäuschte uns sehr, auch wenn wir natürlich schon wussten, dass Italien kein Land von umfangreichen morgendlichen Mahlzeiten ist. Es gab nur starken Kaffee aus der Thermoskanne, eingeschweißte „Cornetti“ (Hörnchen) mit Marmelade und Nutella in kleinen Portionspackungen. Immerhin gab dazu jeden Morgen frisches Obst. Herr Wallygusto und ich frühstücken beide wirklich nicht übermässig viel, aber langsam wuchs der Wunsch nach einem Käsebrot am Morgen ins schier Unermessliche :-).

Einen Abschied gab es nicht, denn wir hatten schon am Tag unserer Anreise bezahlt. Als kleines „Dankeschön“ fanden wir aber an unserem letzten Morgen eine große Schachtel Kekse auf dem Frühstückstisch.

Schlecht war es nicht im „Butterfly“, sagen wir einfach mal: Unkompliziert, zweckmäßig & günstig.

Facebook:  B&B Butterfly
Adresse: via vittorio emanuele, 14, I-89862 Brattirò

Mahlzeit

Hier gab es die beste Pasta des Urlaubs!

Hier gab es die beste Pasta des Urlaubs!

Wie der Zufall so will, betreibt der Onkel von Graziella im Souterrain des Hauses, wo auch das B&B ist, das Restaurant „Al Ritrovo“ . Dieses ist übrigens auch ein Top-Tipp unserers Reiseführers. Das haben wir aber erst nach unserem 1. Besuch hier festgestetellt. Im „Ritrovo“ werden für die Region typische Gerichte angeboten. Und wir haben hier die „Fileja“ kennen-und lieben gelernt. Die hausgemachten Nudeln werden hier unter anderem mit kleinen weißen Bohnen oder Kichererbsen serviert. Sie schmecken einfach köstlich! Auch der Antipasti-Teller mit gegrillter Paprika und Aubergine, Ricotta und Oliven konnte sich sehen lassen. Sehr gut waren auch die frittierten Kartoffeln, die ich mir bei unserem 2. Besuch als zusätzliche Vorspeise eingebildet habe. Manchmal muss es einfach ordentlich fettig & salzig sein :-)! Den Lemoncello hier kann man übrigens auch sehr empfehlen! Der Service war ebenfalls sehr nett. Wir haben übrigens trotz (Haus-)Wein, Wasser und Caffe zum Essen zu zweit nie mehr als € 23 gezahlt.

Auch im „Il Vignetto“  haben wir sehr gut gespeist, auch wenn der Service hier eher unterkühlt war. Obwohl dieser „Agriturismo“ ein wenig außerhalb von Brattirò liegt (in Google Maps falsch eingezeichnet), ist er aber noch gut zu Fuß zu erreichen. Unter „Agriturismo“ versteht man übrigens so etwas wie Urlaub auf dem Bauernhof. Normalerweise sitzt man hier abends mit der ganzen Familie am Tisch und isst das, was auf den Tisch kommt. Im „Il Vignetto“ läuft das alles ein bisschen professioneller ab, denn hier gibt es sogar ein eigenes Restaurant. Begeistert hat uns vor allem die Vorspeise mit kalabrischen Käsespezialitäten. Hierzu wurden „confettura“ (Konfitüre) aus Birne und Nüssen und „mostarde“ (Senfsoße) serviert. Nicht zu verachten waren allerdings auch die Gnocchi mit Salbeibutter und geräuchertem Ricotta und hausgemachte Pasta mit Steinpilzen. Am Nebentisch wurden übrigens wagenradgroße Pizze serviert.

Eine Bar für den Aperitif haben wir in Brattirò übrigens auch gefunden. Schon bei unserem 1. Rundgang sind wir in’s „La Piazza“ gestolpert, wo uns zum Bier gleich ein riesiger Teller belegter Brote und Kartoffelchips serviert wurde. Hier hatten wir die wohl unwahrscheinlichste Begegnung überhaupt: Nach kurzer Zeit gesellte sich nämlich ein Holländer zu uns, der vor einigen Jahren nach Süditailien ausgewandert ist. Warum er ausgerechnet in diesem ruhigen Örtchen gelandet ist? Hm, keine Ahnung, aber wahrscheinlich ist es gerade die Abgeschiedenheit, kombiniert mit der hohen Gastronomiedichte, die Brattirò so attraktiv macht :-).

Tartufo im "Caffè del Corso"

Tartufo im „Caffè del Corso“

Wenn man schon mal in der Nähe ist, sollte man übrigens unbedingt ein „Tartufo“ essen, auch wenn diese Eisspezialität ursprünglich im Nachbarort Pizzo erfunden wurde. „Tartufo“ bedeutet „Trüffel“ und besteht traditionell aus einer mit bitterer Schokoladensoße gefüllten Vanilleeiskugel, die wiederum mit einer Schicht aus Schokoladeneis umhüllt und mit Kakao bestäubt ist. Ich habe es in Tropea im „Caffè del Corso“ (Corso Vittorio Emanuele 14) probiert und hätte am liebsten noch eines bestellt, so lecker war es. Herr Wallygusto erwies sich übrigens als Kostverächter und blieb ganz klassisch bei Cappuccino und Cornetto.

Tagsüber

In der Nähe von Tropea haben wir in unserem Reiseführer nur 2 Wanderungen gefunden: Eine führte uns zu der antiken Siedlung in Zungri, die andere über Stock und Stein durch die Schluchten von Tropea. Die letzte von beiden kann man auf keinen Fall empfehlen, denn wir haben uns am Schluß ordentlich verlaufen. Aber auch der richtige Weg war nicht wirklich toll, denn er führte uns durch dichtes Unterholz mit Dornengestrüpp.

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Antike Siedlung in Zungri

Ein Besuch in Tropea durfte natürlich nicht fehlen, denn die Stadt mit ihrem mitteralterlichem Flair ist wirklich wunderschön. Es gibt Dutzende von kleinen, verwinkelten Gassen mit schönen alten Häusern. Aber auch der Ausblick von der Altstadt über das Meer ist traumhaft. Ein beliebtes Souvenir sind übrigens getrocknete Peperoncini und scharfe Paste im Glas. Zudem ist Tropea für seine roten Zwiebeln, die sogenannten „Cipolle rosse“, bekannt, die einen besonders süßen Geschmack haben. Diese Spezialitäten werden von wirklich jedem Kiosk der Stadt angeboten. Wir konnten natürlich nicht widerstehen und haben uns ein Gläschen „Salsa piccante“ mitgenommen.

Südlich von Tropea befindet sich schließlich noch der berühmte Aussichtspunkt Capo Vaticano. Hier machten wir an unserem letzten Tag hier in der Gegend Halt und legten uns für ein paar Stunden an den Strand.

Die Zeit am Tyrrhenischen Meer war sehr kurzweilig und es war fast zu schnell an der Zeit Richtung Stiefelspitze und Aspromente Nationalpark aufzubrechen.

 

 

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2 Comments

  • Reply Kalabrien & Basilikata – Einmal Stiefelspitze und zurück | wallygusto Kalabrien & Basilikata – Einmal Stiefelspitze und zurück | Der Blog der durch den Magen geht 9. Juni 2013 at 18:44

    […] Teil – Der Nationalpark Pollino & Basilikata 2. Teil – Tropea und das Tyrrenische Meer 3. Teil – Aspromonte 4. Teil – Crotone 5. Teil – Potenza 6. Teil – […]

  • Reply Die wohl schärfste Pasta all’ Arrabiatta außerhalb Italiens! | wallygusto 19. Mai 2014 at 9:01

    […] vorstellen. Die von mir verwendeten getrockneten Peperoncini sind übrigens ein Souvenir aus Süditalien. Die Schoten dort sind angeblich die schärfsten in ganz […]

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