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Kalabrien

Kartoffeln | Hülsenfrüchte Lieblingsrezepte

Kichererbsen-Sauce mit Stangensellerie, Karotten & Tomaten | Produkttest

4. Februar 2017
Kichererbsen-Sauce mit Stangensellerie, Karotten & Tomaten

Kichererbsen kannte man schon vor 8.000 Jahren in Vorderasien. In der Antike gelangte sie über Nordafrika und Indien bis ins alte Rom. Noch heute wachsen sie wild wie Unkraut im Orient und in südeuropäischen Ländern. Angebaut werden Kichererbsen in vielen Ländern, allen voran Indien und Pakistan, Nordafrika, Spanien und in der Türkei. Kichererbsen sind aber nicht nur lecker, sie sind auch eine wichtige Eiweißquelle für Vegetarier und Veganer. Außerdem liefern sie mit rund 6 mg Eisen pro 100 g eine dicke Portion des bei Veggies oft fehlenden Mineralstoffes. Besonders interessant speziell für Veganer ist außerdem der Kalzium-Gehalt von Kichererbsen, der mit 124 mg ungefähr dem von Milch entspricht. Auch Figurbewusste sollten ruhig öfter zu Kichererbsen greifen: Die leckeren Hülsenfrüchte enthalten zwar relativ viele Kalorien, machen aber dafür mit ihrem hohen Ballaststoffgehalt schnell und lange satt. (Quelle: eatsmarter.de)

Wie schön, dass man diese lustigen Gesellen in Kalabrien zu Pasta isst, denn diese Kombination ist einfach unschlagbar! Dieses Rezept ist eine Mischung verschiedener Rezepte, die Herr Wallygusto und ich im Internet gefunden haben. Es entspricht zwar nicht ganz der Kichererbsen-Sauce, die wir im Urlaub gegessen haben, ist aber trotzdem sehr, sehr lecker. Zu dieser Sauce könnt Ihr normale Pasta servieren – oder Ihr probiert mal die Gewürznudeln Arabische Art von Pastatelli aus.

Gewürznudeln von Pastatelli

Gewürznudeln – was soll das sein?

Jeder Nudelsorte wird beim Herstellungsprozess eine ausgewählte Gewürzmischung aus bis zu 10 Gewürze & Kräuter direkt in den rohen Nudelteig gegeben. So ist sicher, dass jede Nudelsorte ihren ganz eigenen, unverwechselbar aromatischen Geschmack hat. Dabei ist jede Nudel in wochenlanger Arbeit auf die Gerichte perfekt abgestimmt, für sie vermutlich verwendet werden kann: Die Erfinder von haben jede erdenkliche Nudel-Gericht-Kombination bedacht und geben nur die Gewürze & Kräuter in die jeweilige Nudelsorte, die den Geschmack unseres Lieblingsgerichtes besser zur Geltung bringt.

Toll ist, dass das Ganze ohne Zusatzstoffe funktioniert! Alle Nudeln sind hausgemacht und es werden nur Hartweizengries und besondere Gewürz- und Kräutermischungen verwendet. E-Stoffe, Hefe-Geschmacksverstärker und „naturnahe“ Aromen werdet Ihr auf der Liste der Inhaltsstoffe – zum Glück – vergeblich suchen!

Und wie schmeckt’s?

Im Webshop von Pastatelli könnt Ihr zwischen 16 verschiedenen Sorten wählen: Neben Gewürznudeln mit Tomate-Paprika, Waldpilz oder Kräuter der Provence gibt es süße Nudeln mit Schokolade. Was gleich beim Kochen auffällt: Die Nudeln verbreiten schon nach kurzer Zeit im heißen Wasser einen atemberaubenden Duft nach Kräutern und Gewürzen. Darum schmecken die Nudeln auch am besten a la Aglio e oglio – so kommen die verschiedenen Aromen am besten zur Geltung.

Was uns nicht so gut gefällt, dass keine Kochzeit auf den Nudelpäckchen angeben ist. Aber wir finden ohne Probleme durch ausprobieren heraus, dass diese Recht kurz ist und je nach Sorte bei 3-5 Minuten liegt.

Vielen Dank an dieser Stelle an Eva und Andreas von Pastatelli., die uns das Testpaket kostenlos und unverbindlich zur Verfügung gestellt haben. Die Fotos ohne Wasserzeichen wurden mir freundlicherweise ebenfalls von den beiden zur Verfügung gestellt.

Aber jetzt genug gelabert – hier ist das Rezept für Kichererbsen-Sauce mit Stangensellerie, Karotten & Tomaten! 😉

Kichererbsen-Sauce mit Stangensellerie, Karotten & Tomaten

Zutaten für 2 Personen

  • 130 g getrocknete Kichererbsen (braun & weiß)
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 TL getrockneter Rosmarin
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 4 Stangen Staudensellerie, in Scheiben
  • 2 Tomaten, klein gewürfelt
  • 1 frische rote Chili, fein gehackt
  • Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • nach Belieben Basilikumblätter

Kichererbsen mit lauwarmem Wasser bedeckt über Nacht einweichen.

Eingeweichte Kichererbsen abgießen. Topf auswaschen, Kichererbsen zusammen mit Knoblauch, Rosmarin, Zwiebel, Staudensellerie, Tomate und Chili wieder zurück in den Topf geben. Alle Zutaten großzügig mit Wasser bedecken. Zugedeckt zum Kochen bringen und ca. 45-60 Minuten leise köcheln, bis die Kichererbsen gar sind.

Wer die Kichererbsen-Sauce dicker mag, püriert einfach ein Drittel davon und gibt dieses wieder zurück in den Topf. Anschließend mit Salz, Pfeffer und Basilikum abschmecken.

Lieblingsrezepte Nudeln | Reis

Pasta all‘ Arrabiatta

19. Mai 2014

Wie bereits schon häufiger erwähnt, essen Herr Wallygusto und ich sehr gerne Nudeln. Und das egal, ob mit Räuchertofu oder Kichererbsen oder gar als One Pot Pasta. Besonders gut schmeckt es uns allerdings, wenn die Sauce dazu scharf ist. Spaghetti Aglio, olio e peperoncino gibt es daher öfter bei uns. Oder eben Penne all‘ Arrabiata.

Angestiftet durch Sabine mit ihrer Tomatensauce mit Peperoni und Zwiebel möchte ich Euch heute meine Version von Penne all‘ Arrabiatta vorstellen. Die von mir verwendeten getrockneten Peperoncini sind übrigens ein Souvenir aus Süditalien. Die Schoten dort sind angeblich die schärfsten in ganz Italien!

Ursprünglich kommt dieses Nudelgericht aus dem italienischen Latium und wird ohne Paprikaschoten, also nur mit Chilischoten zubereitet. Streng genommen gibt es hier also keine Arrabiatta sondern eine Tomatensauce mit Paprika und Chilischoten. Aber wen stört das schon? Hauptsache, es schmeckt!

Zutaten für 2 Personen

  • 1 Dose Kirschtomaten aus der Dose (alternativ gehen auch ganz normale gestückelte Tomaten)
  • 2 rote Paprika
  • 1 rote Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • nach Bedarf getrocknete Tomaten
  • Olivenöl
  • 3 getrocknete Peperoncini
  • Salz
  • Pfeffer
  • Paprikapulver edelsüß
  • nach Bedarf Tomatenmark
  • beliebige Kräuter
  • 220 g Nudeln nach Wahl
  • nach Bedarf Grana Padano (ital. Hartkäse) oder Pecorino

Zubereitung

Zwiebeln und Knoblauchzehen schälen und beides fein würfeln. Paprikaschoten waschen, halbieren und entkernen, dann in kleine Würfel schneiden. Getrocknete Tomaten ebenfalls zerkleinern.

Zwiebelwürfel in einer tiefen Pfanne glasig dünsten. Paprika und Knoblauch zugeben und kurz mit anbraten.

Tomaten, Tomatenmark und getrocknete Tomaten in die Pfanne geben, mit Salz, Pfeffer und edelsüßem Paprikapulver würzen. Getrocknete Chilischoten in die Soße krümeln. Danach am besten nicht in den Augen reiben oder an die Nase fassen! Ich mache diesen Fehler jedes Mal und es brennt immer ganz, ganz fürchterlich.

Jetzt das Wasser für die Nudeln aufsetzen. Wenn das Wasser kocht, Nudeln hineingeben und gemäß Packungsanleitung zubereiten. Tomatensauce in der Zwischenzeit auf kleiner Flamme köcheln. Jetzt ist auch eine gute Gelegenheit, den Käse zu reiben.

Wenn die Nudeln fertig sind, abgießen und abtropfen lassen. Soße mit Kräutern würzen, eventuell abschmecken und mit den Nudeln vermischen. Anschließend in einen tiefen Teller geben und mit dem Käse bestreut servieren. Und fertig ist die schärfste Pasta außerhalb Italiens. Ach, was sag ich – wohl auf der ganzen Welt!

Für mich ist dieses Gericht übrigens DAS Sommergericht und damit perfekt für Sarahs Blogevent geeignet, das noch bis 01.06.2014 auf ihrem Blog Leben am Land stattfindet.

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Italien | Malta Unterwegs

Crotone | Kalabrien & Basilikata (4)

1. Juli 2013
Crotone | Kalabrien & Basilikata

Crotone (in der Antike auch Kroton genannt) ist eine italienische Provinzstadt im Südosten des Landes mit 61.849 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2011). Stadt und Crotone liegen in der Region Kalabrien am Ionischen Meer nahe dem Golf von Tarent.

Altstadt von Crotone12 Kilometer südöstlich der Stadt liegt die Landspitze „Capo Colonna“. Die Capo Colonna (Colonne; dt. Kap Colonna) ist gleichzeitig der östlichste Punkt von Kalabrien. Es ist ein felsiges Vorgebirge an der Küste von Bruttium, westlich am Eingang des Tarentinischen Meerbusens (jetzt Kap Nao). Der frühere griechische und lateinische Name war Lakinion beziehungsweise Lacinium. (Quelle wikipedia.de)

Am 3. Sonntag im Mai herrscht in Crotone der Ausnahmezustand, denn da findet das Fest „Madonna di Capo Colonna“ statt. In einer nächtlichen Prozession wird die Ikone der Madonna von der Kathedrale nach Capo Colonna getragen. Dies geschieht im Gedenken daran, dass eben diese Ikone nach den türkischen Raubzügen unversehrt im Meer wiedergefunden wurde. Und jetzt ratet mal, wer während der Vorbereitungen in Crotone Quartier bezog hat :-)?

Nachts

Als wir das Bed & Breakfast „Il Nido“ gefunden hatten, dachten wir nur: „Oh Scheiße“. Schon die Gegend war alles andere als einladend, türmte sich doch zwischen schäbigen Häusern meterhoch der Müll. Der Anblick des Hauses, in dem das „Il Nido“ beheimatet ist, gab uns dann erst mal den Rest. Wer mag schon in einer Bruchbude mit einer Gittertür vor dem Eingang übernachten?! Wir waren beim Betreten des Gebäudes schon sehr skeptisch, zumal der Eigentümer uns bereits per Email zu verstehen gab, dass er nur sehr wenig Englisch kann. Innen war es dann zum Glück sehr sauber und freundlich. Und zum Glück hat der Eigentümer einen sehr hilfsbereiten Bruder, der uns in fließendem Englisch die Abwicklung sowie die anstehende Festivität am Sonntag erläuterte. Einen Kaffee und Obst auf’s Zimmer haben wir übrigens auch bekommen. Das Zimmer selbst war sehr geräumig und modern. Wandtattoos sind im Moment anscheinend auch in Crotone schwer angesagt, denn an der Wand hinter dem Bett prangte üppige lila Blumen. Im „Il Nido“ bekommt man kein Frühstück, dafür aber Gutscheine für die „Bar um die Ecke“. In der „Bar Federico“ gab es typisch italienisches Frühstück, nämlich Cappuccino und ein lecker „Cornetto“ (Hörnchen mit oder ohne Füllung). Am 2. Tag haben wir es dann richtig krachen lassen, denn da mussten wir auf Empfehlung der netten Barista unbedingt noch italienische Krapfen mit Vanille-Creme (bomboloni alla vaniglia) probieren. Rückblickend muss ich sagen, dass wir bei „Federico“ mit am besten gefrühstückt haben.

Adresse: via E. Scalfaro, 32, I-88900 Crotone
Internet: www.ilnidokr.it

Mahlzeit

Für einen Aperitif bietet sich die Bar „Florida S.A.S.“ am Piazza Gramsci an. Zwar sitzt man an einer stark befahrenen Straße, aber zum Leute gucken gibt es ja kaum was Besseres :-). Der Service ist nett und man bekommt zwei große Schälchen mit Chips und Nüssen zu seinem Getränk. Auch wäre es möglich gewesen, Fingerfood vom Büfett zu bestellen. Da wir aber an beiden Abenden noch Essen gehen wollten, haben wir darauf verzichtet. Appetitlich ausgesehen haben die Häppchen aber schon.

Mangiare!Tagsüber haben wir uns einen Snack in einer „Rosticceria“, was nichts anderes ist als ein Schnellrestaurant geholt. Wir wählten Panini mit Mozzarella und Tomaten, denn damit kann man nichts falsch machen, und probierten „Arancini“ Hierbei handelte es sich um ein Reisbällchen, das mit Tomaten und Peperoncini gefüllt ist. Das Bällchen – eigentlich eher ein Ballen – hat uns eigentlich ganz gut geschmeckt, bis wir entdeckt haben, dass leider auch Würstel und Schinken drin waren.

Das man sich nicht unbedingt auf das Urteil seines Reiseführers verlassen kann, haben wir bei unserem Besuch des „Zza´Rosi´“ ( Via Tedeschi 81) festgestellt. Die Inhaberin ist die Tochter einer berühmten Pizzabäckerin und ist mit diesem Ristorante angeblich in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten. Zugegeben, die Pizza war nicht die schlechteste, aber bei weitem auch nicht die Beste. Wirklich schlimm war aber die arrogante Dame im Service, die uns schon unfreundlich begrüßte. Wir wurden so lustlos an einen Tisch gesetzt, dass wir am überlegen waren, wieder zu gehen. Das Verhalten änderte sich leider den ganzen Abend über nicht. Eigentlich schade, denn das „Zza´Rosi´“ ist sehr elegant eingerichtet und an den Wänden hängen auf modern gemachte Familienbilder. Eigentlich hätten wir uns hier schon wohlfühlen können. Na ja, immerhin haben wir zu zweit nur € 20 für zwei Pizze und jeweils einen halben Liter Wein und Wasser gezahlt. Und ja, wir wissen, dass man zu Pizza eigentlich Bier trinkt! Die Abendkarte bot nur leider keinerlei vegetarische Pasta an und wir wollten unbedingt roten Rebensaft trinken :-).

An unserem zweiten Abend waren wir zwar auch bei einer Empfehlung unseres Reiseführers essen, doch waren hier Essen und Service um einiges besser. Bei „Don Pedro“ (Viale R. Margherita 23-25) bekamen wir zu unserer „Caprese“ (Mozzarella mit Tomaten) leckeres geröstetes Brot, das mit Olivenöl beträufelt und mit Peperoncini und Oregano bestreut war. Herrlich! Als Hauptgericht gab es hausgemachte Nudeln in einer für uns gänzlich neuen Form. Das Ganze wird mit einer sehr guten Tomatensoße serviert. Manchmal sind die einfachsten Dinge einfach die besten! Ein sehr starker Espresso rundete den Abend in diesem simplen, aber stilvollen Ristorante ab. Witzig war, dass hier auch die Band gespeist hatte, die wir dann später auf dem Jazz-Konzert sahen. Wir dachten aufgrund der schwarzen Anzüge erst, es handle sich um den Jahreskongress der städtischen Bestatter. Sehr peinlich ;-).

Tolles Eis gibt es übrigens bei „Blobb Il Gelato“ (Via Napoli 25). Die kleine kunterbunte Eisdiele bietet eine große Vielfalt. Es gibt so viele verschiedene Sorten, dass wir gleich zweimal da waren. Man muss ja möglichst viel probieren, nicht wahr?

Tagsüber

Altstadt von CrotoneNachdem beide unserer Reiseführer vom Markt von Crotone schwärmen, besuchten wir diesen natürlich gleich am nächsten Morgen. Wir mussten ein wenig suchen, denn der Piazza Mercato ist ein einem Innenhof versteckt. Dort drängen sich die Marktstände mit Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch. Da wir trotz der großen Auswahl an kalabrischen Spezialitäten leider nichts für einen Brunch gefunden haben, zogen wir schnell weiter weiter.

Selbstverständlich gibt es auch in Crotone ein Kastell. Und dieses konnte man auch besichtigen, was ja leider keine Selbstverständlichkeit ist. Von seinen Befestigungsmauern aus hatten wir einen schönen Blick auf den Hafen.

Auch wenn viele der Informationen nur auf Italienisch sind, fanden wir auch den Besuch des „Museo Archeologico Nazionale di Crotone“ (Via Risorgimento, 121) lohnenswert. Dort bewunderten wir unter anderem Skulpturen von Sirenen und ein kostbares goldenes Diadem.

Vor unserem Bummel durch die Altstadt haben wir uns den Dom mit der bereits erwähnten byzantinischen Madonna angeschaut.

Lost PlaceAuf dem Weg zum Strand holten wir uns dann den 2. platten Reifen des Urlaubs. Dank des Pannensprays in unserem Leihwagen hat Herr Wallygusto dieses Problem aber relativ schnell wieder in den Griff gekriegt. Belohnt wurden wir mit ein paar Stunden an einem wunderbar ruhigen Ort, den ein Geocacher als „Lost Place“ bezeichnen würde. Der Strand wird wohl schon länger Zeit nicht mehr besucht, denn zum Zeitpunkt unseres Besuches war die Bar verfallen und überall wucherte Unkraut. Wir fanden es toll, steckten die Nasen in unser eBooks und genossen unser mitgebrachten Kirschen.

Wegen unseres Reifens war mir dann aber doch ein wenig mulmig, als wir uns auf den Weg unserer 5. Etappe machten. So ein bisschen Schaum soll die Luft dort halten, wo sie sein soll? Aber natürlich ging alles gut und wir kamen unbeschadet in Potenza an.

Italien | Malta Unterwegs

Locri und der Aspromonte | Kalabrien & Basilikata (3)

21. Juni 2013

Der Aspromonte (übersetzt: „rauer Berg“) ist ein Bergmassiv in der Provinz Reggio Calabria in Südkalabrien, Italien. Eng umschlossen vom Tyrrhenischen und vom Ionischen Meer bedeckt der Gebirgszug das Zentrum der südlichen Spitze des italienischen Stiefels. Der Boden besteht aus kristallinischem Granit, das Gebirge wurde durch Meeressedimentation geformt. Der Aspromonte mit seinen teilweise bizarren Felsgebilden ist durchzogen von engen Tälern mit steinigen, im Sommer meist ausgetrockneten Flussbetten, da es vorwiegend im Winter regnet. Die höchste Erhebung ist der Montalto mit einer Höhe von 1955 m s.l.m. Eine Fläche von 80.000 Hektar steht als Parco Nazionale dell‘ Aspromonte unter Naturschutz.

Die Vegetation besteht in niedrigeren Lagen aus Oliven-, Orangen- und Bergamottekulturen und Macchia, in mittleren Lagen wachsen ausgedehnte Eichen-, Steineichen-, und Kastanienwälder, dort wird auch Ackerbau betrieben. In den höchsten Lagen wachsen Kiefern, Fichten und Tannen. Von den zur Fauna gehören Wildkatzen, Wölfen und Habichtsadler haben wir leider nicht viel gesehen. Unsere “Wildlife”-Beobachtungen beschränkten sich auf Ziegen, Schafe und Kühe sowie deren Gerippe, denen man doch relativ häufig beim Wandern begegnet. Dazu aber später mehr. Obwohl auf wikipedia.de dringend davor gewarnt wird, allein oder ohne ortskundige Führung zu wandern, gingen wir trotz teilweise schlechter Markierung der Wanderwege nicht verloren. Auch von der kalabresischen Mafia ´Ndrangheta haben wir nichts mitbekommen. Also schnürrt Eure Wanderstifel und keine Angst, die Kalabresen beißen nicht, sondern sind überaus freundlich und auch ein bisschen neugierig.

Alle oben genannaten Informationen stammen von wikipedia.de

Nachts

Unterwegs in LocriUnser “Basislager” schlugen wir in Locri auf. Herr Wallygusto hatte hier bereits im Vorfeld via Internet ein Doppelzimmer mit Küchenzeile in der 3-Sterne-Unterkunft “Residence Gnura Momma” gebucht.

Der Inhaber war sehr nett und sprach ein wenig Englisch, so dass die Verständigung nicht ganz so schwierig wurde.

Unser Zimmer war sehr groß und sauber, das Bad hatte sogar ein großes Fenster. Erfreulicherweise war die Küche sehr gut ausgestattet, so dass wir uns zweimal abends Pasta kochen konnten. Den Balkon konnten wir leider nicht richtig nutzen, da es abends teilweise sehr windig war.

Über das Frühstück gibt es nicht viel zu berichten, denn es gab jeden Tag den gleichen Kuchen. Schon nach 2 Tagen konnte ich keine der 3 Sorten, nämlich Zitrone, Schokolade und “Crostata” (Gebäck aus Mürbteig) mehr sehen. Besonders schade war, dass der Kuchen nicht mal selbst gebacken war. Immerhin schmeckte wenigstens der Cappucciono sehr gut.

Erwähnt werden sollte noch, dass im Garten ein Pferd wohnt, das sich über Gesellschaft und ein paar Stücke trockenes Brot freut :-).

Adresse: Via Don Vittorio, I-89044 Locri Reggio di Calabria

Mahlzeit

In unserer Unterkunft lagen ein paar Visitenkarten von nahen Restaurants aus, was uns normalerweise eher abschreckt. Da wir aber an unserem 1. Abend nach der langen Autofahrt keine große Lust mehr hatten, ein Lokal zu suchen, entschieden wir uns für eines dieser Lokale. Das “La Piazza” (via V. Emanuele 52) entpuppte sich aber dann als richtiger Glücksgriff! Hier habe ich zum ersten Mal in meinem Leben „Pizza Bianco“, also Pizza ohne Tomaten, gegessen. Belegt war sie nur mit Aubergine, Mozzarella und Grana, was aber tatsächlich sehr lecker war und wahre Begeisterungsstürme bei mir auslöste. Herr Wallygusto blieb bei der “herkömmlichen” Variante mit Grillgemüse. Diese war zwar ganz okay, aber im Gegensatz zur “Bianco” nahezu ein wenig langweilig. Ein Highligt war übrigens der Tomatensalat, gegen den der “Insalat Misat” richtig fad schmeckte. Eine Spezialität im “La Piazza” scheinen übrigens Würschtel mit Pommes zu sein, die sich einige Leute als Vorspeise bestellten. Wir fanden dies sehr befremdlich, aber wem’s schmeckt?

Das 2. Restaurant, das wir in Locri besuchten, konnte uns dagegen vom Essen her nicht überzeugen. Im „Winter Cactus“ (C. Sov. Emanuele 87) war es verhältnismäßig teuer (auch wenn dies dann doch auch relativ ist), vor allem was die Getränkepreise anging. So kostete z.B. italienisches Bier (0,75 l) € 10. Die Pizze waren okay, aber nicht überragend. Immerhin war das Lokal sehr gemütlich eingerichtet und an den Wänden hingen Zettel mit poetischen Sprüchen. Schön war auch, dass es Stoffservietten gab und auf der Toilette konnte man sich mit Mini-Frottee-Handtücher abtrocknen. Auch der Service ließ keinerlei Wünsche offen. Witzig war am Schluss, dass die Rechnung zwar € 22,10 betrug, wir aber nur € 20 bezahlten mussten. Der Rest wurde einfach mal so gekürzt. So was gibt es auch nur in Süditalien :-).

Aperol Sprizz & FingerfoodWenn man gutes Eis essen möchte, geht man am besten in die „Bar del corso“ (Corso V. Emanuele 58/60/62). Oder man fährt gleich nach Gerace und stattet der „Bar del Tocco“ einen Besuch ab. Hier gibt es in einem Kühlschrank eine große Auswahl an kleinen Eis-Hörnchen, die wir so noch nie gesehen haben. Eigentlich wollte ich hier ja nur her, weil in unserem Reiseführer stand, hier gäbe es „Granita“ mit Bergamotte. „Granita“ haben wir zwar dort zwar nicht gesehen, aber diese sogenannten „Bambino Cones“ (mit Sahne- und Pistatzieneis) entschädigten uns ausreichend dafür. Weil es uns in der „Bar del Tocco“ so gut geschmeckt hat, kehrten wir nach unserem Bummel durch Gerace nochmals hier ein. Und bestellten das für diese Gegend untypischste Getränk überhaupt: Aperol Sprizz. Wir hätten uns dies auch nie getraut, wenn wir nicht schon Leute damit hätten sitzen sehen – man will sich ja schließlich nicht als „Super-Touri“ outen. Unglaublich war, dass wir ein halbes Abendessen zum Knabbern dazu serviert bekamen. Es gab nämlich nicht nur ein Schälchen mit Oliven, sondern zusätzlich noch ein paar Mini-Pizze mit Tomate und Aubergine. Und das für sage und schreibe € 5 pro Getränk!

Tagsüber

Natürlich haben wir es ausgenützt, dass man im Aspromonte super wandern kann. Besonders toll fanden wir, dass wir wieder niemanden begegnet sind. Mit „Niemand“ meinen wir andere Wanderer, einheimische Hirten zählen nicht :-).

Unsere 1. Tour führte uns zur Geisterstadt Roghudi.  Hier war es tatsächlich sehr unheimlich, denn in den verlassenen Häusern fand sich das ein oder andere Tierskelett und der Wind spielte mit den alten Fensterläden. Auch die restliche Wanderung hätte man mühelos in das Filmset von „The Walking Dead“ integrieren können, so einsam und morbide war die Atmosphäre. Besonders skurril fanden wir eine Herde Kühe, die es sich auf einer zu gewachsenen Brücke bequem gemacht hatte. Da kamen Erinnerungen an diverse einschlägige Filme hoch und wir fragten uns, woran man Zombie-Kühe erkennen kann :-).

Auf den "Tre Pizzi"Auch die Tour zu den „Tre Pizzi“ war schön, auch wenn man sagen muss, dass diese Berggipfel aus der Ferne viel beeindruckender Aussehen. Der Weg dorthin war zweckmäßig, der Rückweg teilweise sehr steil und ungemütlich.

Empfehlenswert ist auch die Tour vom Örtchen Natile Vecchio zur „Pietra Capa“. Die Tour fanden wir sehr leicht, aber die ungewöhnliche Form des zu umrundenden Berges macht sie zum absoluten Erlebnis. Man sollte sein Auto nur nicht auf dem Dorfplatz abstellen, denn der Bus kann sonst nicht wenden. Wir hatten Glück, dass wir rechtzeitig von der Wanderungen zurückkamen, sonst wäre unser Gefährt wohl abgeschleppt worden.

Pietra Cappa

Die Ausgrabungsstätte von Locri erwies sich leider als ziemlicher Reinfall, denn der Großteil der Schilder war leider auf italienisch. Ansonsten wären die Überreste des antiken „Lokri Epizefiri“ sowie das Museum mit seinen vielen Fundstücken sicherlich sehr interessant.

Ein Besuch wert ist auf jeden Fall das Städtchen Gerace. Es ist sehr sauber und verkörpert alles, was man sich unter einem mittelalterlichen Bergstädtchen so vorstellt. Wir wanderten durch die engen Gassen und genossen den Ausblick vom Castello.

Die "Cattolica" von StiloAuf unserem Weg nach Crotone machten wir noch einen kleinen Abstecher nach Stilo. Dort haben wir uns die kleine, aber feine „Cattolica“ angeschaut. Die vollständig erhaltene byzantinische Kirche wurde im 10. Jahrhundert erbaut. Nicht wundern, die Kirche sieht auf Fotos viel größer und beeindruckender aus, als sie in Wirklichkeit ist. Hübsch ist sie aber auf jeden Fall. Lohenswert ist auch die kurze, aber steile Wanderung hinauf zum „Castello di Stilo“.

Auch unser Aufenthalt im Aspromonte war viel zu kurz. Aber gut gelaunt fuhren wir weiter nach Crotone – wo wir erstmal gehörig geschockt wurden.

Italien | Malta Unterwegs

Tropea und das Thyrrenische Meer | Kalabrien & Basilikata (2)

9. Juni 2013

Tropea liegt auf einem ca. 40 m hohen Felsen am Tyrrhenischen Meer. So hat man von der Altstadt aus einen guten Blick auf den feinsandigen, teilweise mit Felsen durchzogenen Strand und das Meer. Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis zur Vulkaninsel Stromboli und den anderen liparischen Inseln. Unweit des Zentrums befindet sich die auf einem Felsen gelegene Wallfahrtskirche Santa Maria dell’Isola, die wir aufgrund von Sanierungsarbeiten leider nicht besichtigen konnten. Genauere Infos zu dieser mittelalterlich anmutenden Stadt findet Ihr auf wikipedia.de.

Nachts

Frühstück im B&B Butterfly

Frühstück im B&B Butterfly

Über eine Internetplattform haben wir von Deutschland aus ein Zimmer in einem „Bed&Breakfast“ in Brattirò, nämlich dem „Butterfly“. Eigentlich dachten wir, Brattirò wäre gleich um’s Eck von Tropea. Wir haben dann allerdings festgestellt, dass es zwar nicht weit weg ist, aber die Straße von Tropea hierauf sehr steil und sehr kurvenreich ist. Die Anfahrt hat sich aber gelohnt, denn wir wurden von unserer Gastgeberin Graziella sehr freundlich empfangen. Angenehm war, dass sie zumindest ein bisschen englisch konnte. Mit unserem Italienisch wären wir ansonsten nicht weit gekommen.

Unser Zimmer war sehr sauber und hatte eine kleines Bad mit Fenster. Graziella dekoriert anscheinend gerne und sehr bunt, was man daran erkennen konnte, dass es wirklich überall Schmetterlingen und Blumen gab :-). Ein bisschen blöd war, dass das Zimmer auf die Straße raus ging, die bis abends relativ stark befahren, nachts dagegen überraschend ruhig war. Auch ein kleiner Balkon wäre noch schön gewesen.

Das Frühstück enttäuschte uns sehr, auch wenn wir natürlich schon wussten, dass Italien kein Land von umfangreichen morgendlichen Mahlzeiten ist. Es gab nur starken Kaffee aus der Thermoskanne, eingeschweißte „Cornetti“ (Hörnchen) mit Marmelade und Nutella in kleinen Portionspackungen. Immerhin gab dazu jeden Morgen frisches Obst. Herr Wallygusto und ich frühstücken beide wirklich nicht übermässig viel, aber langsam wuchs der Wunsch nach einem Käsebrot am Morgen ins schier Unermessliche :-).

Einen Abschied gab es nicht, denn wir hatten schon am Tag unserer Anreise bezahlt. Als kleines „Dankeschön“ fanden wir aber an unserem letzten Morgen eine große Schachtel Kekse auf dem Frühstückstisch.

Schlecht war es nicht im „Butterfly“, sagen wir einfach mal: Unkompliziert, zweckmäßig & günstig.

Facebook:  B&B Butterfly
Adresse: via vittorio emanuele, 14, I-89862 Brattirò

Mahlzeit

Hier gab es die beste Pasta des Urlaubs!

Hier gab es die beste Pasta des Urlaubs!

Wie der Zufall so will, betreibt der Onkel von Graziella im Souterrain des Hauses, wo auch das B&B ist, das Restaurant „Al Ritrovo“ . Dieses ist übrigens auch ein Top-Tipp unserers Reiseführers. Das haben wir aber erst nach unserem 1. Besuch hier festgestetellt. Im „Ritrovo“ werden für die Region typische Gerichte angeboten. Und wir haben hier die „Fileja“ kennen-und lieben gelernt. Die hausgemachten Nudeln werden hier unter anderem mit kleinen weißen Bohnen oder Kichererbsen serviert. Sie schmecken einfach köstlich! Auch der Antipasti-Teller mit gegrillter Paprika und Aubergine, Ricotta und Oliven konnte sich sehen lassen. Sehr gut waren auch die frittierten Kartoffeln, die ich mir bei unserem 2. Besuch als zusätzliche Vorspeise eingebildet habe. Manchmal muss es einfach ordentlich fettig & salzig sein :-)! Den Lemoncello hier kann man übrigens auch sehr empfehlen! Der Service war ebenfalls sehr nett. Wir haben übrigens trotz (Haus-)Wein, Wasser und Caffe zum Essen zu zweit nie mehr als € 23 gezahlt.

Auch im „Il Vignetto“  haben wir sehr gut gespeist, auch wenn der Service hier eher unterkühlt war. Obwohl dieser „Agriturismo“ ein wenig außerhalb von Brattirò liegt (in Google Maps falsch eingezeichnet), ist er aber noch gut zu Fuß zu erreichen. Unter „Agriturismo“ versteht man übrigens so etwas wie Urlaub auf dem Bauernhof. Normalerweise sitzt man hier abends mit der ganzen Familie am Tisch und isst das, was auf den Tisch kommt. Im „Il Vignetto“ läuft das alles ein bisschen professioneller ab, denn hier gibt es sogar ein eigenes Restaurant. Begeistert hat uns vor allem die Vorspeise mit kalabrischen Käsespezialitäten. Hierzu wurden „confettura“ (Konfitüre) aus Birne und Nüssen und „mostarde“ (Senfsoße) serviert. Nicht zu verachten waren allerdings auch die Gnocchi mit Salbeibutter und geräuchertem Ricotta und hausgemachte Pasta mit Steinpilzen. Am Nebentisch wurden übrigens wagenradgroße Pizze serviert.

Eine Bar für den Aperitif haben wir in Brattirò übrigens auch gefunden. Schon bei unserem 1. Rundgang sind wir in’s „La Piazza“ gestolpert, wo uns zum Bier gleich ein riesiger Teller belegter Brote und Kartoffelchips serviert wurde. Hier hatten wir die wohl unwahrscheinlichste Begegnung überhaupt: Nach kurzer Zeit gesellte sich nämlich ein Holländer zu uns, der vor einigen Jahren nach Süditailien ausgewandert ist. Warum er ausgerechnet in diesem ruhigen Örtchen gelandet ist? Hm, keine Ahnung, aber wahrscheinlich ist es gerade die Abgeschiedenheit, kombiniert mit der hohen Gastronomiedichte, die Brattirò so attraktiv macht :-).

Tartufo im "Caffè del Corso"

Tartufo im „Caffè del Corso“

Wenn man schon mal in der Nähe ist, sollte man übrigens unbedingt ein „Tartufo“ essen, auch wenn diese Eisspezialität ursprünglich im Nachbarort Pizzo erfunden wurde. „Tartufo“ bedeutet „Trüffel“ und besteht traditionell aus einer mit bitterer Schokoladensoße gefüllten Vanilleeiskugel, die wiederum mit einer Schicht aus Schokoladeneis umhüllt und mit Kakao bestäubt ist. Ich habe es in Tropea im „Caffè del Corso“ (Corso Vittorio Emanuele 14) probiert und hätte am liebsten noch eines bestellt, so lecker war es. Herr Wallygusto erwies sich übrigens als Kostverächter und blieb ganz klassisch bei Cappuccino und Cornetto.

Tagsüber

In der Nähe von Tropea haben wir in unserem Reiseführer nur 2 Wanderungen gefunden: Eine führte uns zu der antiken Siedlung in Zungri, die andere über Stock und Stein durch die Schluchten von Tropea. Die letzte von beiden kann man auf keinen Fall empfehlen, denn wir haben uns am Schluß ordentlich verlaufen. Aber auch der richtige Weg war nicht wirklich toll, denn er führte uns durch dichtes Unterholz mit Dornengestrüpp.

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Antike Siedlung in Zungri

Ein Besuch in Tropea durfte natürlich nicht fehlen, denn die Stadt mit ihrem mitteralterlichem Flair ist wirklich wunderschön. Es gibt Dutzende von kleinen, verwinkelten Gassen mit schönen alten Häusern. Aber auch der Ausblick von der Altstadt über das Meer ist traumhaft. Ein beliebtes Souvenir sind übrigens getrocknete Peperoncini und scharfe Paste im Glas. Zudem ist Tropea für seine roten Zwiebeln, die sogenannten „Cipolle rosse“, bekannt, die einen besonders süßen Geschmack haben. Diese Spezialitäten werden von wirklich jedem Kiosk der Stadt angeboten. Wir konnten natürlich nicht widerstehen und haben uns ein Gläschen „Salsa piccante“ mitgenommen.

Südlich von Tropea befindet sich schließlich noch der berühmte Aussichtspunkt Capo Vaticano. Hier machten wir an unserem letzten Tag hier in der Gegend Halt und legten uns für ein paar Stunden an den Strand.

Die Zeit am Tyrrhenischen Meer war sehr kurzweilig und es war fast zu schnell an der Zeit Richtung Stiefelspitze und Aspromente Nationalpark aufzubrechen.

 

 

Italien | Malta Unterwegs

Nationalpark Pollino & Basilikata – Kalabrien & Basilikata (1)

1. Juni 2013

Begonnen hat unsere Reise auf dem Flughafen von Neapel. Das Chaos auf den dortigen Straßen umgingen wir, da wir direkt am Flughafen einen Wagen nahmen und ohne Umwege Richtung Nationalpark Pollino fuhren.

Der Pollino-Nationalpark  bedeckt eine Fläche von 192.565  Hektar  und ist damit der größte Naturpark Italiens. Gleichzeitig zählt er zu den größten  Naturschutzgebieten  in Europa. Er erstreckt sich über zwei italienische Regionen (Basilikata und Kalabrien) und drei italienische Provinzen (Cosenza, Matera, Potenza). Der Nationalpark umfasst die südlichsten Ausläufer der  Apennin-Bergkette, das Pollino- und das Orsomarso-Massiv. Er reicht annähernd vom Tyrrhenischen Meer im Westen bis zum Ionischen Meer im Osten. Auf dem Gebiet des Nationalparks befinden sich 56 Gemeinden mit ca. 172.500 Einwohnern. Mehr Infos zum Pollino auf wikipedia.de.

Nachts

Unser 1. Unterkunft, die "Residenza della Rose" in Varco

Unsere 1. Unterkunft, die „Residenza della Rose“ in Varco

Unsere 1. Unterkunft war gleichzeitig die beste! Obwohl die „Residenza delle Rose“ ein Top-Tipp unseres Reiseführers ist, sind wir eher zufällig hier gelandet. Eigentlich wollten wir ja in eine andere Unterkunft in Varco, aber die hat leider schon seit längerem geschlossen. Der deutsche Mittelsmann hat uns dann dieses nette 3-Sterne-Hotel empfohlen. Mitten im Grünen gelegen ist es hier traumhaft ruhig. Nachts hört man nur die Grillen zirpen, die Nachtigallen singen und den nahen Fluß rauschen. Ab und an ist dann auch noch das Geläut von Kuhglocken zu hören.

Enzo, der Inhaber, ist unglaublich herzlich und hilfsbereit. Trotz unserer sehr geringen Italienisch-Kenntnisse und seinem kaum vorhandenen Englisch haben wir uns sehr gut verstanden. Selbst als wir eine Autopanne hatten und dringend einen neuen Reifen brauchten, stand er uns mit Rat und Tat zur Seite. Mit Stolz und Hingabe servierte er uns jeden Morgen neue hausgemachte Spezialitäten, darunter so wahnsinnig leckere Dinge wie Marmelade mit ganzen Kirschen, in ZImt und Honig gekochte Birnen und Apfel. Aber auch „Crostata“ (italienischer Kuchen aus Mürbteig) und Apfelkuchen gab es einmal. Bei der Erläuterung, dass wir nur „senza Pesce, senza Carne (Hund, gemeint war „Carni“ für Fleisch :-)) “ essen, bekam Enzo große Augen und servierte uns zum nächsten Frühstück Brioche mit Spinat und Käse. Da wir gerne deftig frühstücken, hat sich dieser kleine Versprecher als durchaus ausgezahlt ;-).

Unser Zimmer war geräumig und sehr sauber. Zudem war es noch mit einer kleinen Küchenzeile ausgestatte, die gut mit Geschirr, Besteck und Töpfen bestückt war. Auch ein Fernseher, allerdings nur mit italienischen Sendern, war vorhanden. Toll fanden wir auch die große Terasse, die wir leider aufgrund des noch recht kühlen Wetters nicht ausreichend nutzen konnten.

Auch der Abschied viel sehr herzlich aus, bekamen wir außer Küsschen auf die Wange auch noch ein Lunchpaket mit dicken Kuchenstücken mit auf die Reise. Fast wehmütig muss ich jetzt, fast 2 Wochen später, an unseren Aufenthalt auf der „Residenza“ zurückdenken. Es war einfach zu entspannend und erholsam dort. Wie entschleunigt kommt mir die Zeit dort jetzt vor und ich würden jederzeit wieder dort übernachten wollen. Natürlich auch Herr Wallygusto. Wegen dem lecker Kuchen :-).

Internet:  www.residenzadellerose.it 
Adresse: c.da Varco, I-85040 Viggianello

Mahlzeit

Auf Empfehlung unseres Gastgebers Enzo besuchten wir am 1. Abend das “Ristorante Mulino Jannarelli” (Mezzana Salice, I-85030 San Severino Lucano), welches wir in 15 Minuten zu Fuß erreichten. Wie der Name schon sagt, ist dieses Restaurant in einer restaurierten Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert untergebracht. Diese Mühle gehörte während der Brigantenkriege dem pietmomtesischen Kapitän Gennaro Iannarelli, der die Aufstände grausam niederschlug. So spektakulär war das Essen leider nicht. Wir bekamen ein solides „Menu Turistico“ bestehend aus Antipasti, Nudeln mit Gemüsesoße und gegrillten Gemüse seviert. Der Service war sehr nett und das Abendessen mit € 48 das teuerste des Urlaubes. Wobei man sagen muss, dass wir noch 2 Gläser Wein, eine große Flasche Wasser und ein kleines Bier dazu hatten.  Mehr Infos findet Ihr auf  www.mulinoiannarelli.com.  Auch die Pizzeria „Il Ruscello“ (C/da Falascoso,40 , I-85040 Viggianello) war eine Empfehlung von Enzo. Hier hat es uns so gut geschmeckt, dass wir trotz über 20 Minuten Autofahrt auf düsteren, kurvigen Straßen gleich zweimal hier waren. Alle Pizze waren einsame Spitze: Egal, ob Pizza mit Ricotta (mein heimlicher Lieblings-Belag) oder mit Aubergine und Grana oder aber Rucola und frischen Tomaten. Der Service war sehr, sehr nett und spricht neben Englisch auch ein wenig Deutsch. Ich würde fast sagen, eine der besten Lokale des ganzen Urlaubes.

Im Caffe' Renzelli

Im Caffe‘ Renzelli

An unserem 4. Tag unternahmen wir mehrere kleine Städtetrips (siehe „Tagsüber“) und wollten die Gelegenheit nutzen, neue Lokale zu testen. Leider gestaltete sich dies in Castroviallari erstaunlich schwierig. Nach gut einer Stunde planlosen Umherirrens kehrten wir schließlich in der „La Torre infame“ (Piazza Castello 16, I-87012 Castrovillari) ein. In dieser kleinen Osteria bekamen wir Käse aus dem Ofen (Casa Furu), Pecorino und „Makkaroni al Pastore“ mit dreierlei Käse, Oliven und Rucolo serviert. Einfach lecker!

Noch schwieriger als in Castrovillari war es Montagabend, ein Lokal zu finden. Unglaublich, wie lange man nachts über enge Bergstraßen fahren kann, um seinen Hunger zu stillen. Kein Wunder, dass der Fiat Panda hier DAS Auto schlechthin ist :-). Wir wurden wurden letzten Endes in San Severino fündig: Bei „Agostino“ (Via Circumvallazione, I-8530 San Severino Lucano) bekamen wir große & wohlschmeckende Pizze mit Steinpilzen und gegrilltem Gemüse serviert. Spannend fand ich, dass auf der Gemüsepizza Kartoffeln waren. Auch der starke Espresso danach ließ keinerlei Wünsche offen.

In Consenza gab es süße Teilchen und Espresso im alterwürdigen „Cafe Renzelli“ und absolut geniales Eis in der „Antica Gelateria“ (Piazza dei Valdesi N. 235/237, I-87100 Cosena). Unglaublich, wie gut hier soga recht „langweilige“ Sorten wie Erdbeere, Zitrone oder Sahne schmecken. Mein Liebling war aber das Mandeleis. Nicht unerwähnt bleiben sollte das „Caffe‘ Telesio“ (Corso Telesio N. 18) mit seinem witzigen und freundlichen Service.

Tagsüber

Natürlich haben wir uns nicht nur die Bäuche vollgeschlagen. Nein…denn wir sind eigentlich wegen der tollen Landschaft in den Pollino-Nationalpark gefahren. So führte uns die 1. Wanderung auf den Monte Sparviere, wo uns außer einer Horde Ziegen, einem Hirten und seinen Hunden niemand begegnete. Einsam waren auch die nächsten beiden Touren auf den Serre dll’Abbete und zum “Garten der Götter” auf der “Serretata della Porticella”.

Bei der Parkplatz wahl darf man nicht wählerisch sein!

In Morano Cálabro darf man bei der Wahl des Parkplatzes nicht wählerisch sein!

Aber auch ein wenig Kultur durfte sein, so besuchten wir Morano Cálabro, das zu den schönsten Städten Süditailens zählt, und die heimliche Hauptstadt Kalabriens, Castrovillari. Den Besuch dort hätten wir uns allerdings schenken können, denn zu sehen gab es da leider nicht so viel. Die Burg war geschlossen und da es mittags war, hatten fast alle Läden zu. Von 13 bis 17 Uhr werden in Italien nämlich die Bürgersteige hochgeklappt und man triftt so gut wie keine Menschenseele mehr auf der Straße. Dies macht aufgrund der hohen Temperaturen, die um diese Uhrzeit hier herrschen können durchaus Sinn. Man sollte diese Tatsache nur immer im Hinterkopf behalten.

Auch in Vigianello und Rotanda haben wir kurz vorbeigeschaut. Aber außer dem jeweiligen Castell gibt es hier unserer Meinung nach nicht viel zu sehen. In Vigianello findet man übrigens zwei kleine Lebensmittelläden, in denen man unter anderem Käse, Brot und Wasser bekommt.

Auf unserem Weg nach Tropea haben wir denn noch in Cosenza halt gemacht. Der Besuch hier war sehr ernüchternd, denn noch nie haben wir so eine dreckige Stadt gesehen. Überall liegen Berge stinkenden Mülls herum. Auch die Altstadt ist extrem verwahllost, denn dort wohnt fast niemand mehr. Es war fast ein wenig unheimlig, dort herumzulaufen. Auch hier gibt es natürlich ein Castell, das – natürlich – geschlossen war. Eine Bautafel verkündete aber, dass die Renovierungsarbeiten im Herbst 2012 abgeschlossen sein würden. Vielleicht ein Druckfehler 🙂 oder doch eher dem heftigen Wirtschaftsabschwung geschuldet, den Italien und vor allem der Süden in den letzten Jahren erfahren musste?

Nach diesen tiefenentspannten Tagen in den wilden Bergen des Pollino ging es weiter nach Tropea am Thyrrenischen Meer. 

Italien | Malta

Kalabrien & Basilikata | Einmal Stiefelspitze und zurück

1. Juni 2013
Kalabrien & Basilikata | Einmal Stiefelspitze und zurück

Nach 2 Jahren Zelten, Wandern und Frieren in Norwegen war es mal wieder an der Zeit, während des Jahresurlaubs wärmere Gefilde aufzusuchen. Da wir Wallygustos auf Sardinien bereits gute Erfahrungen mit Land, Küche und Menschen gemacht hatten, fiel die Vorauswahl auf Italien.

Allgemeines

In Gerace

In Gerace

Eine Dokumentation über Kalabrien und Basilikata weckte dann unser Interesse für den Süden Italiens. Kalabrien grenzt im Norden an die  Basilicata, im Westen an das Tyrrhenische Meer  und im Süden und Osten an das  Ionische Meer. Die Küste erstreckt sich über eine Länge von 780 km. Kalabrien ist fast vollständig von Gebirgszügen bedeckt. Um Flora und Fauna zu schützen, wurden drei  Regionalparks  eingerichtet. Der  Parco Nazionale del Pollino  im Norden erstreckt sich bis in die  Basilikata. Südlich liegen der  Parco Nazionale della Sila  und der  Parco Nazionale dell‘ Aspromonte. Die Überreste antiker Bauwerke in Kalabrien sind u. a. in den Ausgrabungsstätten von  Lokroi  und  Sybaris  zu besichtigen. Auch das  Museo Nazionale della Magna Grecia  in Reggio Calabria zeigt antike Architekturfragmente. Aus byzantinischer Zeit sind Kirchenbauten erhalten wie z. B. die Cattolica in  Stilo, die Oratorien San Marco und Panaghia in  Rossano  und die Chiesa San Giovanello in  Gerace. Unter normannischer Herrschaft entstanden neben weiteren Kirchenbauten auch zahlreiche Befestigungsanlagen. Dazu zählen die Kastelle von  Vibo Valentia,  Nicotera,  Cosenza  und Crotone. Auf Grund schwerer Erdbeben wurden viele historische Bauten zerstört und wieder neu aufgebaut. Ein Beispiel  neoromanischer Architektur  ist die  Kathedrale von Reggio Calabria, die nach dem Erdbeben 1908 neu erbaut wurde (Quelle: wikipedia.de). Alles also die besten Voraussetzungen für einen kombinierten Wander-Strand-Urlaub mit einem Hauch Kultur.

Reise- und Wanderführer (Klare Empfehlung: „Reise KnowHow Kalabrien, Basilikata“ und „Rother Wanderführer Kalabrien“) hierfür waren schnell gekauft, die endgültige Entscheidung ließ dann allerdings noch ein wenig auf sich warten. Zu unsicher waren wir uns, welche Jahreszeit und ob denn unsere bescheidenen Italienisch-Kenntnisse ausreichen würden.

Mahlzeit

Ein Grund für unsere Entscheidung war bestimmt auch die Aussicht auf 2 Wochen leckere Pizza & Pasta. In unserem Reiseführer steht nämlich, dass beinahe jeder Ort seine eigene Nudelform kennt. Das schöne ist, dass diese Nudeln nicht nur Zuhause sondern auch in vielen Restaurants per Hand hergestellt wurden. Mit der „Fileja“ durften wir erfreulicherweise mehrmals Bekanntschaft. Das besondere an ihrer Herstellung ist, dass der Teig über eine Stricknadel gerollt und so geformt wird. Hierzu werden fleischlastige Ragouts, aber auch Soßen mit Kichererbsen oder weißen Bohnen gereicht. So viele Gemüsegerichte, wie uns der Reiseführer vormachen wollte, gab es dann zwar doch nicht immer. Aber wenn alle Stricke rissen, nahmen wir einfach eine vegetarische Pizza. Bei diesem Klassiker wurden wir immer fleischlos fündig und glücklich.

Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass in Kalabrien gerne und viel mit Peperoncino gewürzt wird.  Zu Ehren der scharfen Schote wurde in Maierà sogar ein Museum errichtet. Dieses haben wir zwar nicht besucht, dafür aber in Tropea ein Gläschen „Salsa piccante“ mitgenommen.

Ein Caffe im Plastikbecher. Zumindest die Untertasse ist aus Porzellan :-).

Ein Caffe im Plastikbecher. Zumindest die Untertasse ist aus Porzellan :-).

Außerdem ist Kalabrien ja auch noch so etwas wie die italienische Hochburg der Konditoren und Eismacher. Eis und Kuchen haben wir folglich reichlich gegessen. Das Angebot war einfach zu verführerisch.

Aber auch wohlschmeckende Getränke gibt es hier, wie der auch bei uns bestens bekannte „Lemoncello“ und die Rotwein-Sorte Cirò.  Neu für mich war ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränke mit Kaffeegeschmack, dass unter Markennamen wie“Brasilcaffè“ oder „Brasilena“ zu bekommen ist.

Übrigens hat auch die Süddeutsche Zeitung die Vorzüge der kalabrischen Küche entdeckt, wie man hier nachlesen kann.

Wie man vielleicht denken kann, haben wir es uns die beiden Wochen so richtig gut gehen lassen :-).

Etappen

Nachdem die finale Entscheidung nun feststand, ging es nun an die Planung der Reiseroute. Da Herr Wallygusto ein spezielles Talent hierfür besitzt, durfte er sich auch dieses Jahr wieder dieses Themas annehmen.

Heraus kamen dabei diese Etappen:

1. Teil – Der Nationalpark Pollino & Basilikata
2. Teil – Tropea und das Tyrrenische Meer
3. Teil – Locri und der Aspromonte
4. Teil – Crotone
5. Teil – Potenza
6. Teil – Neapel

Fazit

Kalabrien und Basilikata haben auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das liegt nicht allein an den traumhaften und abwechslungsreichen Berglandschaften und den langen Sandstränden. Auch die Menschen mit ihrer hilfsbereiten und freundlichen Art haben wir in unsere Herzen geschlossen. Denn obwohl wir wirklich kaum Italienisch sprechen – und man mit Englisch auch nicht wirklich weiter kommt – kamen wir erstaunlich gut zurecht und uns nicht ganz wie die dummen Touristen vor, die wir eigentlich waren.

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