Manchester gilt als eine der besten Städte im Vereinigten Königreich, um vegetarisch oder vegan essen zugehen, nicht zuletzt, weil sie Sitz der Vegetarian Society ist. Was für ein Glück, dass Herr Wallygusto bereits im Vorfeld ein Hotel für uns gebucht hat und so der Campingkocher ausbleiben kann. Wir können unsere Zeit also ganz und gar darauf verwenden, Manchester kulinarisch zu entdecken.
Das bezahlbare Designhotel von Motel One liegt im Zentrum von Manchester in unmittelbarer Nähe zahlreicher Sehenswürdigkeiten wie dem Royal Manchester Theatre und der Manchester Cathedral.
Dass Manchester eine Musikstadt ist, spiegelt sich in der Einrichtung wider. So ziert eine Tapete mit Porträts berühmter Bands das Motel One Manchester-Piccadilly. Im Barbereich schaffen Clubchairs und eine schicke Sitzlandschaft eine entspannte Backstage-Atmosphäre; E-Gitarren und Schallplatten setzen dazu passende Designakzente. Auch das sympathische Wappentier der Stadt, die fleißige Biene, ist im Motel One Picadilly zu Gast: Eine Fotocollage zum Thema Manchester Bee setzt farbige Akzente, goldene Pendelleuchten erinnern an Bienenkörper und auf den Bänken liegen honiggelbe Kissen.
Unser Zimmer ist modern eingerichtet, ausreichend groß, komfortabel und picksauber. Auch am Frühstück gibt es nichts auszusetzen, denn die Auswahl an vegetarischen und veganen Alternativen ist recht erfreulich. Darüber hinaus verbreitet nicht nur das Personal, sondern auch mein Frühstücksei immer gute Laune.
Essen
Da Manchester eine breite, vielfältige und kreative Veggie-Szene hat, ist es für Vegetarier sehr interessant. Die Bandbreite reicht von günstigen Cafés bis zu hippen Restaurants.
Im Ad Maiora. einem italienischen Feinkostgeschäft im Northern Quarter, essen wir riesige und unglaublich köstliche Sandwiches. Diese scheinen schon Pep Guardiola sowie sein Team von Manchester City gemundet zu haben. Zumindest lassen das die vielen Fotos an der Wand vermuten, die Inhaber und Fußballer Arm in Arm zeigen.
Im Northern Quarter lockt uns Crazy Pedro’s mit fantasievollen Pizza-Variationen, die sich als unfassbar groß und sehr lecker herausstellen. Ein kleiner Wermutstropfen ist die (nach unserem Geschmack) furchtbare Musik und die vielen lauten und kreischenden Menschen, die sich hier für den weiteren Abend stärken. Auch die lange Wartezeit schlägt uns ein wenig aufs Gemüt.
Im Taproom der Bundobust Brewery werden außergewöhnliche Biere, wie beispielsweise Chaipuri oder Mango Lassi Pale Ale, gezapft. Dazu bekommen Herr Wallygusto und ich sehr gutes indisches Essen serviert. Überall riecht es nach Räucherstäbchen und Gewürzen.
Da ich dringend auf die Toilette muss, legen wir bei einem Café von Bold Street Coffee eine kleine Pause ein. Der riesige Coffeeshop im Erdgeschoss eines Bürokomplexes serviert Kaffeespezialitäten mit Kaffeebohnen aus der eigenen Rösterei. Sowohl Flat White als auch Iced Latte sind hervorragend.
Im Northern Quarter landen wir auf der Suche nach gutem Kaffee in der Federal Cafe Bar. Das liebevoll eingerichtete Café bietet nicht nur sehr guten Kaffee, sondern auch süße Teilchen und herzhafte Snacks. Da wir ausnahmsweise mal keinen Hunger haben, belassen wir es aber bei einem Heißgetränk.
Trinken
Als große Stadt mit vielen Studierenden gibt es in Manchester viele Pubs, Bars und Kneipen. Um uns im Nachtleben zurecht zu finden, wälzen Herr Wallygusto und ich also nicht nur Wander- und Reiseführer, sondern auch den Bildband „Die schönsten Pubs Englands“. Übrigens ein Geschenk, dass mir Herr Wallygusto mal zu Weihnachten gemacht hat.
Manchester doesn’t really “have a craft beer scene” so much as it is one: railway arches humming with fermenters, tiled Victorian pubs pouring modern saisons, street-food halls with cellared guest lines, and brewers who’ve shaped the UK’s palate over the last decade.
Unweit der Picadilly Station entdecken wir den Taproom von Balance Brewing & Blending. Die Brauerei ist unter anderem auf fassvergorene Sauerbiere und „wild Ales“, die mit wilden Hefen und/oder Bakterien vergoren werden, spezialisiert. Viele der angebotenen Sorten weisen einen hohen Alkoholgehalt aus, weswegen wir uns lieber an ein IPA mit weniger Umdrehungen halten
Herr Wallygusto und ich sind große Fans der schottischen Craft-Brauerei Brewdog. Wenn es also in einem Urlaubsort eine Filiale gibt, wird die auch von uns besucht. Brewdog ist immer eine gute Adresse, um tolles Bier zu trinken.
The Peveril of the Peak | 127 Great Bridgewater St, Manchester
Die auffälligen grün-goldenen Fliesen sind das Erste, was einem ins Auge fällt, wenn man sich dem The Peveril of the Peak nähert. Dies ist heutzutage umso auffälliger, da das historische Pub auf einer Verkehrsinsel steht, umgeben von alten und neuen Bürogebäuden. Die Einrichtung im Inneren ist sehr urig und wie es sich für ein ordentliches Pub gehört, kann man eine Runde Dart oder Billardspielen. Da uns der Wettergott aber wohl gesonnen ist, trinken wir uns Bier trotzdem lieber an einem der Tische im Freien.
Mit dem The Britons Protection besuchen wir ein schönes, ikonisches und denkmalgeschütztes Pub. Der traditionelle Pub im Regency-Stil stammt aus dem Jahr 1806 und verfügt erwartungsgemäß über eine reiche Geschichte. So wurde der Britons Protection offenbar irgendwann im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts als Rekrutierungszentrum der Armee für die Napoleonischen Kriege genutzt. Das Peterloo-Massaker von 1819 ereignete sich in der Nähe und ist in einer Reihe von Wandgemälden im Inneren des Pubs dargestellt. Laut unbestätigter Berichte wurden einige der Verletzten in den Pub gebracht und auf dem Tresen zur Behandlung niedergelegt. Zum Glück ist im ruhigen Gastgarten von der kriegerischen Vergangenheit nichts mehr zu spüren.
Angesichts der überragenden Auswahl an Fassbieren in der Northern Monk Refectory stehe ich vor der Qual der Wahl. Trotzdem gelingt es mir aus den 20 Sorten das für mich beste Bier des Urlaubs auszuwählen. Das Bier trägt den klangvollen Namen Dakin’s Orange Drizzle Cake // Blood Orange und schmeckt herrlich nach fruchtigem Zitronenkuchen.
Ein Pub, in dessen Gastgarten sich Kästen von Tilmans, Hopebräu, Isarkindl und anderer bekannter deutscher Kleinbrauereien türmen, kann gar nicht schlecht sein. Das The Angel Pub zapft aber auch sein eigenes Bier vom Fass. Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen ein Pint vom The Fallen Angel zu probieren. Dieses überzeugt mich geschmacklich zwar nur bedingt, aber den Gag war es mir wert.
Weitere Stationen auf unserem Roadtrip durch Englands Vielfalt: zwischen Süden und Norden