Findet Ihr es auch so anstrengend, Euch immer wieder für Eure Essgewohnheiten kritisieren zu lassen? Oder die ewig gleichen Belehrungen zu hören, nur weil Ihr Euch vegetarisch, vegan oder wie auch immer ernährt? Ich bin es auf jeden Fall leid, immer wieder milde über dieselben dummen Witze zu lachen, wenn jemand mitbekommt, dass ich mich vegetarisch ernähre. Ich laufe ja auch nicht durch die Gegend und rede jeden blöd von der Seite an, nur weil er das 1,99-Euro-Schnitzel im Restaurant seines Lieblingsmöbelhauses lecker findet. Gleichwohl muss ich sagen, dass ich auch ganz gerne mal sinnlose Diskussionen zu Ernährungsthemen vom Zaun breche; so viel Selbstreflexion muss sein. Der Ratgeber Essen und essen lassen hat für mich also doppelten Nutzen.
Hinweis/Werbung: Vielen Dank an den Verlag, der uns das Rezensionsexemplar kostenlos und unverbindlich zur Verfügung gestellt hat. Unsere Meinung bleibt davon unberührt.
Autor*innen
Marlene Borchardt schreibt u. a. für DIE ZEIT über mentale Gesundheit und Familie und berät Medienhäuser. Die Journalistin und Autorin schrieb den wissenschaftsjounalistischen Blog »ZuckerzeitTyp4« über Schwangerschaftsdiabetes und wurde 2020 vom Medium Magazin als Hidden Star ausgezeichnet.
Nora Burgard-Arp schreibt vor allem für das Gesundheitsressort von DIE ZEIT über Psychologie und Ernährung. Die mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftsjournalistin hat bereits einen Roman »Wir doch nicht« und ein Kinderbuch »Flauschig Mauschig« veröffentlicht, mit denen sie durch die Schulen des Landes reist und politische Aufklärung sowie Präventionsarbeit gegen Essstörungen betreibt.
Optik
Der orange Einband und das Spiegelei darauf sind ein echter Eyecatcher. Innen geht es eher nüchtern zu, denn im Buch selbst sind keinerlei Fotos enthalten. Was aber nicht weiter störend ist, denn die Worte sprechen für sich und brauchen keine Visualisierung.

Aus dem Inhalt
Vorwort
Prolog
„Jetzt habe ich aber gesündigt, morgen muss ich joggen“
„Du musst einfach weniger Kalorien zu dir nehmen, als du verbrennst“
„Wow, du schaffst ´ne ganze Pizza? Könnte ich nicht“
„Jetzt habe mich mir mein Frühstück richtig verdient“
„Meine Maus bekommt nur Agavendicksaft“
„Ich muss noch auf meine Proteine kommen“
„Fat Lasts Longer Than Flavour“
Fazit
Epilog
Dank
Literaturempfehlungen
Anmerkungen
Inhalt
Food Noise, What I Eat in a Day-Videos und Selbstoptimierungskult: Mehr denn je sitzen bei uns heute falsche Glaubenssätze über Ernährung mit am Tisch, die wir von Kindesbeinen an eingetrichtert bekommen. Essen ist für viele längst mehr als eine Notwendigkeit oder reiner Genuss.
Dabei haben das undurchsichtige Geflecht aus irreführenden Werbebotschaften sowie das ständige Nachdenken und Urteilen über Essen, in der Regel wenig mit wirklichem Wohlbefinden zu tun. Essen und essen lassen ist damit sowohl eine überfällige Wutschrift gegen die allgegenwärtige Bedeutungsüberfrachtung von Ernährung in unserer Gesellschaft, als auch wohltuendes Comfort Food in Buchform. Es ist an der Zeit, dass wir endlich ein druck- und ideologiefreies Verhältnis zu Ernährung finden.

Kurzprofil
| Titel | Essen und essen lassen |
| Autor*innen | Marlene Borchardt, Nora Burgard-Arp |
| Herausgeber | Kösel-Verlag |
| ISBN | 978-3466373574 |
| Sprache | Deutsch |
| Ausgabeformat | Paperback |
| Seiten & Größe | 208 Seiten, 13,5 x 21,5 cm |
| Preis | € 20,00 |
Fazit
Die beiden Journalistinnen und Buchautorinnen sind Expertinnen für Ernährung, Gesundheit und Psychologie und helfen uns mit ihrem praktischem Ratgeber Essen und essen lassen zu einem entspannteren Umgang mit unserer Ernährung zu finden.




