Eines gleich vorweg: Als Vegetarier*in oder Veganer*in hat man es auf Madeira nicht leicht. Die traditionelle Küche Madeiras basiert sehr stark auf tierischen Produkten – vor allem Fisch und Fleisch – und spezialisierte Restaurants sind vergleichsweise selten. Zwar sind vegetarische Optionen inzwischen in vielen Restaurants verfügbar, aber oft noch eher Beilagen-orientiert und nicht immer sehr vielfältig. Etwas Planung ist auf jeden Fall nötig, wenn man auf Madeira essen gehen will. Oder man nimmt sich eine Ferienwohnung und bekocht sich selbst.

Übernachten
Unsere Unterkunft befindet sich im 1. Stock eines traditionellen madeirensischen Gebäudes, das im Jahr 2020 renoviert, wurde. Sie ist zweckmäßig, modern und ganz im Stil eines bekannten schwedischen Möbelhauses eingerichtet. Die geräumige Ferienwohnung verfügt über ein großes Schlafzimmer mit Doppelbett, ein Wohnzimmer ohne Fenster mit einem Schlafsofa, ein winziges Badezimmer mit einer Dusche und eine voll ausgestattete Ess-Küche. Alles ist sehr sauber und gepflegt. Im Erdgeschoss befinden sich die Garage, in der auch größere Fahrzeuge ohne Probleme Platz finden, und eine Waschküche.
Die Gastgeberin ist sehr sympathisch und gibt uns eine kurze Einführung. Unerwähnt bleibt dabei die Turmfalken-Familie, die unter dem Dach wohnt und deren belauschen uns viel Freude bereitet. Die Garage ist im Haus. Hier finden auch größere Fahrzeuge ohne Probleme Platz.
Erwähnt werden sollte noch die sehr gute Lage, denn alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und viele Restaurants sind fußläufig erreichbar. Alles in allem ist die Wohnung ein absoluter Glücksgriff!



Essen
Madeira ist kulinarisch vor allem für einfache, aber sehr aromatische Inselküche bekannt. Wie bereits eingangs erwähnt, ist diese stark von Fisch und Fleisch geprägt. Typische Gerichte sind „Espetada“ (Rindfleischspieße), „Bolo do Caco“ (Knoblauch-Fladenbrot) und frischer Schwarzer Degenfisch, oft kombiniert mit Banane. Auch exotische Früchte wie Maracuja, Mango und Avocado spielen eine große Rolle in Desserts und Saucen.
Funchal Taproom Craft Beer & Food | R. Direita 37, Funchal
Der moderner Funchal Taproom wartet mit einer großen Auswahl an Fassbier, darunter auch einige Sorten aus Portugal, auf. Zum Bier wird herzhafte Tex-Mex-Küche in riesigen Portionen serviert. Der Teller mit veganen Loaded Nachos mit Bohnen reicht locker für zwei.

The Snug Smoke House | R. Hospital Velho 36, Funchal
Der einzige vegetarische Burger im The Snug Smoke House kommt als fluffiges Brioche Bun, Avocado, Pico de Gallo und Rucola daher. Dazwischen liegt ein schmackhaftes Kichererbsen-Patty, das trotzdem ein bisschen mehr Würze hätte vertragen können. Dazu lassen wir uns tolles lokales Craftbier vom Fass schmecken.
Curry Guru | Largo do Corpo Santo 29, Funchal
Das hübsche, kleine Restaurant mit Namen Curry Guru überzeugt mit seiner großen Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten. Als Gruß aus der Küche gibt es Brot mit Minzsauce und Mango-Chutney sowie eine Art Kartoffelsalat, der auf Trockeneis serviert wird. Das macht nicht nur optisch unglaublich was her, sondern schmeckt auch fantastisch. Der vegetarische Vorspeisenteller wiederum haut Herrn Wallygusto und mich nicht vom Hocker, aber unsere beiden Currys sind sehr aromatisch. Die Portionen sind ordentlich und wir sind froh, dass wir nicht noch Naan bestellt haben. Der Service ist sehr aufmerksam, schnell und sehr höflich.

Buddah Tandoori | Centro Comercial Eden Mar, Lido, R. do Gorgulho 2 Loja 21, Funchal
Auch im Buddah Tandoori finden wir eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten. Geschmacklich sind unsere Vorspeisen und Curries solide, aber nicht überragend. Der Service ist professionell, könnte aber ein wenig freundlicher sein. Alles in allem passt das Preis-Leistungs-Verhältnis, denn man kann nicht immer satt und glücklich sein.
Avista & Lounges Restaurant | Estrada Monumental 145, São Martinho, Funchal
Für seinen runden Geburtstag hat sich Herr Wallygusto ein ganz besonderes Restaurant ausgesucht – das Avista Restaurant & Lounges. Das exklusive Restaurant ist seit der Ausgabe 2020 eine konstante Präsenz im Guide MICHELIN, ohne sich jedoch mit einem Stern schmücken zu dürfen. Los geht es mit einem Aperitif auf der gemütlichen Terrasse. Bei dem traumhaften Meerblick schmecken die 1a Cocktails gleich nochmal so gut. Das darauf folgende vegetarische 6-Gang-Menü ist der absolute Hammer. Besonders angetan haben es mir die Hauptgerichte mit Pilzen und das Dessert mit Schokolade. Alles in allem ein unglaublich schöner Abend, der nach einer Wiederholung schreit!

Bolo do Caco, Gelados | R. da Boa Viagem 5A, São Martinho, Funchal
Das Bolo do Caco ist ein rundes Fladenbrot, das typisch für die portugiesische Küchen und ganz besonders für Madeira ist. Im Imbiss gleichen Namens bestellen Herr Wallygusto und ich gleich zwei Fladenbrote mit Käse und Knoblauch, denn bei dem günstigen Preis können die ja nur ein Magentratzerl sein. Während wir zuschauen, wie die Bolos frisch zubereitet werden, wird uns klar, dass ein Sandwich locker für uns beide gereicht hätte, denn sie sind riesig!

Kaffee
Wie in fast jedem Urlaub gestaltet sich die Suche nach gutem Kaffee auch auf Madeira als Herausforderung. Auch bei süßen Teilchen haben wir seit unseren Aufenthalten in Frankreich andere Vorstellungen. Aber wer sucht, der findet.
NATA7 | Rua Dr. Fernão de Ornelas 60, Funchal
Wie der Name schon vermuten lässt, ist man bei NATA7 auf Pastéis de Nata spezialisiert. Herr Wallygusto und ich sind keine großen Fans, wollen aber den allseits beliebten portugiesischen Puddingtörtchen nochmal eine Chance geben. Tatsächlich schmeckt uns die Variante mit Pistazie besser als die klassische. Freunde werden wir trotzdem nicht mehr werden. Zumindest waren die süßen Teilchen spottbillig.

The Studio: Specialty Coffee & Brunch | R. João Tavira 18, São Martinho, Funchal
The Studio steht für nachhaltigen Kaffeegenuss aus Portugal. Die Kaffeebohnen stammen aus nachhaltigem Anbau und werden in der hauseigenen Rösterei in Lagos geröstet. Kein Wunder, dass jeder Tisch in dem kleinen Coffee-Shop in Funchal belegt ist. Aber wir haben Glück und können noch ein Plätzchen ergattern. Die Taube, die unter den Tischen herumläuft, ist vermutlich weniger wegen des tollen Flat White, sondern wegen der Kuchenkrümel auf dem Boden da.
Deus do Sol | R. da Árvore, Machico
Die Suche nach ansprechenden Backwaren gestaltet sich in Machico schwieriger als gedacht. Die Cafés, an denen wir vorbeikommen, sind alle eher zweckmäßig als gemütlich, und die Auslage lacht uns auch nicht an. Am besten gefällt uns das Deus do Sol, wo wir uns mit portugiesischen Apfelkuchen und Galão für die Besichtigung der geschichtsträchtigen Kleinstadt stärken.

Cafetaria das Queimadas | Parque Florestal das Queimadas, Santana
Die Aussicht auf kleine Santana-Häuschen lässt uns die abenteuerliche Fahrt über eine steile und enge Landstraße in den Parque Florestal das Queimadas auf uns nehmen. Am Ziel angekommen, stellen wir fest, dass wir die Informationen in unserem Reiseführer wohl falsch interpretiert haben – oder der Wunsch schlicht der Vater des Gedankens war. Statt Santana-Häuschen gibt es viel Wald, noch mehr Regen, aber immerhin sehr guten Kuchen in der kleinen Cafeteria. Wir essen also Kuchen, drehen eine kleine Runde durch den Wald und kehren schnell wieder zurück in die Zivilisation.
Madeira Coffee Roasters | R. da Ponte Nova 15, Santa Cruz
Bei unserem Bummel durch Santa Cruz stoßen Herr Wallygusto und ich auf das Specialty-Coffee-Café der Madeira Coffee Roasters. An kleinen Röstereien können wir einfach nicht vorbeigehen, also kehren wir kurzerhand ein. Schon beim ersten Schluck sind wir überzeugt – der Kaffee schmeckt so gut, dass wir uns direkt ein Päckchen Bohnen für zu Hause mitnehmen.

Trinken
In Funchal gibt es viele Bars und gute Möglichkeiten für einen Absacker. Da das Nachtleben eher kompakt als riesig verteilt ist, muss man auf der Suche nach einer geeigneten Location keine weiten Wege zurücklegen.
Banana’s Pub | Largo do Corpo Santo 20, Funchal
Im Banana’s Pub wird der traditionelle Cocktail von Madeira in verschiedenen Variationen serviert. Der Poncha besteht aus Aguardente de cana (Zuckerrohrschnaps), Honig und Zitronen- oder Orangensaft und schmeckt süß-sauer. Uns ist bei unserem Besuch nicht nach alkoholischen Fruchtsaftgetränken zumute, und so halten wir uns lieber an das Standardbier auf Madeira und an lokales Craft Beer. Während wir unser Bier an einem der kleinen Tische genießen, lauschen wir den Klängen des tollen Straßenmusikers, der vor der Bar musiziert.

Savoy Skybar Galáxia Skyfood | Skybar | Av. do Infante 25, São Martinho, Funchal
Höhenangst ist nicht die allerbeste Voraussetzung für den Besuch einer Rooftop-Bar. Die Savoy Skybar ist aber so verlockend, dass ich meine Angst überwinde und in den gläsernen Aufzug steige, der uns sanft gleitend in den 16. Stock des Savoy-Hotels bringt. Oben angekommen erwarten uns köstliche Cocktails, darunter auch einige Variationen mit lokalem Gin. Dazu werden leckere Snacks aus gebrannten Nüssen, schwarzen Oliven und Bananenscheiben serviert. Und habe ich schon erwähnt, dass die Aussicht auf Funchal und das Meer fantastisch ist?

Weitere (nicht nur kulinarische) Tipps für Portugal und Spanien:
Barcelona – Ein Wochenende mit Craftbier, Lametta & Tapas
Granada kulinarisch – Roadtrip durch Andalusien
Gran Canaria kulinarisch – Krater, Dünen & Rioja
Madeira aktiv – Sehenswürdigkeiten und Wanderungen auf der Blumeninsel (LINK folgt)
Teneriffa kulinarisch – Strand, Tapas & Vulkane





