Skandinavien Unterwegs

Jotunheimen Nationalpark & Lom (2012)

10. September 2012

Bei unserem 2. Besuch in Norwegen haben wir eine wunderschöne 4-Tages-Hüttentour durchs wilde Jotunheimen gemacht. Im Anschluss ging’s weiter nach Lom.

Lom ist eine kleine Stadt mit 900 Einwohnern und besteht eigentlich nur aus einer Läden und Hotels. Das Zentrum bildet eine wunderschöne Stabkirche aus dem 12. Jahrhundert. Erwähnen sollte man vielleicht noch, dass Lom der touristische Mittelpunkt des Långendal und ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge nach Jotunheimen und zu den Fjorden ist.

Eigentlich wollten wir dort nur 1 Nacht bleiben, aber dann hat uns der Campingplatz dort so gut gefallen, dass wir noch länger geblieben sind. 🙂

Nachts & Essen

  • Gjendesheim
    Bereits 2011 waren wir hier eingekehrt, um die leckeren Waffeln mit Marmelade zu essen. Auch gibt es hier Bier der Firm Atna, das ein wenig an Kellerbier erinnert und sehr süffig ist. Diesmal blieben wir über Nacht und kamen deswegen auch in den Genuss des sehr guten 3-Gänge-Abendmenüs, das mit Spinat-Kartoffelsuppem, Spaghetti mit Radieserl, Zuckerschoten & anderem Gemüse sowie Schokokuchen keine vegetarischen Wünsche offen ließ. Auch laktosefreie Speisen kann man ordern, wie wir mitbekamen. Das Frühstücksbüffet ist wirklich hervorragend und bietet mit allerlei Käsesorten, frischem Obst und kleinen Waffeln alles, was das hungrige Wandererherz begehrt. Wie in Norwegen üblich, kann man sich zusätzlich Lunchpakete mitnehmen – die Brote hierfür schmiert man sich selbst am Frühstückstisch. Gjendesheim ist eine sehr gemütliche Hütte, egal ob man nur auf einen Kaffee und eine Portion Waffeln mit Marmelade und Sauerrahm vorbeikommt oder Übernachtungsgast ist. Preise findet man auf der Website des DNT.
    Adresse: Am See Gjende
  • Leirvassbu
    Leirvassbu ist ein privatbewirtschaftete Hütte und liegt unmittelbar oberhalb des Sees Leirvatnet. Die 2-Bett-Zimmer sind schlicht, aber sauber. Dies gilt auch für Duschen und Toiletten. Die Gemeinschaftsräume sind echt gemütlich, denn hier laden Sofasitzecken und ein Kamin zum Verweilen ein. Wie in jedem Berghotel ist es möglich, abends ein 3 Gang-Menü mit Suppe, Hauptgang und Nachspeise zu bestellen, das um 17:30 oder 19:30 serviert wird. Gott sei dank kann man sich auch auf nur einen Gang beschränken: Bei der Größe unserer Gemüselasagne mit Salat waren wir damit auch gut beraten, denn wir hatten wir nachmittags schon Waffeln und hätten beim besten Willen gar nicht mehr essen können. Das Frühstück war trotz ordentlicher Käseauswahl übrigens leider nicht so ansprechend, denn es gab weder Waffeln noch Obst. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass hier vor ein paar Jahren ein Horrorfilm („Cold Prey“) gedreht wurde. Dabei geht es um einen wahnsinnigen Mörder, der seine Opfer durch die langen düsteren Gänge, auf denen die Zimmer sind, verfolgt. Passt irgendwie zu dem etwas angestaubten Ambiente und der rustikalen Deko. 🙂
    Internet: www.ton.no
    Adresse: Leirdalsvegen, NO-2687 Bøverdalen
  • Spiterstulen
    Das Berghotel Spiterstulen liegt auf 1.100 m ü. NHN an der Baumgrenze im lieblichen und üppigen Visdalen. Ursprünglich war es eine Alm der Familie Sulheim, die ihren Bauernhof im Bøvredalen hat. Diese Alm wurde erstmals 1836 erweitert um zunächst ausländische Gäste aufnehmen zu können. Der Ort wurde über mehre Generationen geprägt, erweitert und modernisiert, wobei man doch versuchte das ursprüngliche Wesen dieser Alm zu erhalten – mehrere kleine und großen Hütten bilden eine Einheit. In einer dieser Hütten bezogen wir auf unserer Hüttentour durch Jotunheimen für eine Nacht Quartier. Das Zimmer war einfach und ursprünglich für 3 Personen ausgelegt, aber glücklicherweise blieben wir zu zweit. Leider gab’s kein eigenes Waschbecken und für die Sanitäranlagen musste man in eine andere Hütte gehen. Der Aufenthaltsraum im Haupthaus ist zwar rustikal eingerichtet und hat einen schönen, großen Kamin, aber wirkt trotzdem etwas steril. Schön ist, dass es nicht nur einen großen Speisesaal gibt, in dem man abends Menü bekommt, sondern auch eine kleine Cafeteria. Dort stellten wir die Küche mit unserem Wunsch nach einer vegetarischen Pizza vor eine große Herausforderung. Die Zubereitung dauerte nämlich doppelt solange wie für die Variante mit Hackfleisch. Das Ergebnis würde ich als sehr fantasiereich bezeichnen, denn die Pizza war nicht nur mit Gemüse sondern auch mit Ananas und Reis belegt. Der Reis sollte wohl als „Fleischersatz“ dienen. 🙂 Schlecht geschmeckt hat diese liebevolle Kreation zwar nicht, aber nochmal essen muss ich es jetzt nicht unbedingt. Gebäck, Tellergerichte und belegte Brote werden hier übrigens auch angeboten, aber der Schokoladenkuchen mit seiner pappsüssen Schokoglasur schmeckte leider nur mittelmäßig. Das Frühstück war übrigens auch okay, denn es standen unter anderem einige Käsesorten, Müsli und Joghurt zur Auswahl. Ein einen Käse haben wir uns nicht drangetraut, denn der war schon so bröselig, der war richtig seltsam. Ob das der berühmt-berüchtigte „Gammelost“ (norwegischer Sauermilchkäse mit spezifisch scharfem Geschmack) war? Alles in allem ist Spiterstulen die Berghütte, die uns auf unserer Mehrtagestour am wenigstens gefallen hat.
    Internet: www.spiterstulen.no
    Adresse:
    Visdalsveien 1710, NO-2686 Lom
  • Glitterheim
    Diese gemütliche, kleine Turisthytte liegt in 1.390 m über N. N. am Fuße des Glittertind, dem zweithöchsten Berg Norwegens. Von hier aus kann man den Gletscher besteigen und von dort das überwältigende Gebirgspanorama bewundern. Wir sind leider nicht ganz so sportlich, drum haben wir hier nur im Schlafsaal übernachtet und sind am nächsten Tag wieder zurück nach Gjendesheim gewandert. Der Schlafsaal ist übrigens ziemlich witzig, denn er liegt unter dem Dach und die 2-Mann-Schlafkojen sind mit Holzwänden abgetrennt. So schläft man zwar mit vielen Menschen in einem Raum, bekommt davon aber kaum etwas mit. Der Aufenthaltsraum ist übrigens sehr gemütlich und durch die großen Fenster kann man den Blick auf die raue und wunderschöne Landschaft genießen. Auch wird abends ein 3-Gang-Menü serviert, dass man aber auf einen Gang reduzieren kann. Auch hier zeigte sich, dass Reis in Norwegen offensichtlich als „Fleischersatz“ angesehen wird, denn statt Wildpfeffer bekamen wir Reisburger serviert. Dazu gab es Pellkartoffeln, Salat und eine wahnsinnig gute Preiselbeer-Dickmilch-Soße – zumindest vermuten wir, dass es Dickmilch war. Die Kombination war auf jeden Fall außergewöhnlich und lecker. Das Frühstück war leider nur durchschnittlich, zu wenig Auswahl an Käse und Müsli. Dafür gab es Porridge und Eiersalat. Aber in der Höhe muss man eben Abstriche machen, denn irgendwer muss da ganze Zeug ja auch heranschaffen und darunter leidet eben die Vielfalt. Leider gibt es auf Website des DNT die wesentlichen Infos nur auf Norwegisch, aber ein paar nette Bilder sollten darüber hinwegtrösten!
    Adresse: Glitterheim, N-2686 Lom

Süßes

  • Turisthytte Bessheim
    Die Turisthytte Bessheim liegt ideal am Gebirgspass Valdresflya zwischen Valdres und dem Tal Gudbrandsdalen an der Landesstraße 51. Wie fast alle großen Berghütten in Norwegen ist sie aber eher ein Hotel. Die Einrichtung ist ziemlich hübsch, auch rustikale Einrichtung kann richtig edel aussehen. Die Kafeteria ist recht groß und hat eine tolle Sonnenterrasse. Leider versäumten wir es, nach Waffeln zu fragen (die werden nämlich frisch gemacht) und nahmen uns stattdessen gierig einen seltsamen Schokostreuselkuchen mit Zucker-Sahne-Topping aus der SB-Vitrine. In dem Neu-deutsch auch „Frosting“ genannten Etwas auf dem Kuchen war irgendein grünes Zeugs drin, Herr Wallygusto und ich fragen uns bis heute, ob es Minze war. Geschmacklich war’s ganz okay, wenn auch keine Offenbarung. Wenigstens war der Kaffee annehmbar. Insgesamt war der Eindruck vom Bessheim jedoch so positiv, dass wir uns ernsthaft überlegten, hier einmal zu nächtigen.
    Internet: www.bessheim.no
    Adresse: Sjodalen, N-2680 Vågå
  • Kremarhuset
    Eigentlich wollten wir ja in Lom ja in die berühmte Bäckerei, aber irgendwie waren wir bei unserem 1. Besuch nicht helle genug und haben sie nicht gefunden. 🙁 Weil wir Lust auf einen Cappuccino hatten, sind wir dann im „Kremarhuset“ gelandet. Dieses Lokal sieht von außen ganz nett aus, das Essen, Kuchen und die belegten Teilchen auch. Den Cappuccino gab es dann zum Selberzapfen aus dem Automaten. Für diesen Umstand hat er dann recht passabel geschmeckt. Außer dass er NOK 20 gekostet hat und das Mädel an der Kasse sehr nett war, gibt es über das „Kremarhuset“ nicht viel zu berichten.
    Adresse: Alf Holø, NO-2686 Lom
  • Bakeriet I Lom
    Gut versteckt im Haus unterhalb der Brücke findet man die angebliche beste Bäckerei des Landes. Ob das tatsächlich stimmt, sei mal dahingestellt, aber das dort gekaufte Brot war sehr gut und auch nach mehreren Tagen noch schmackhaft. Die Auswahl fiel uns übrigens angesichts der vielen Sorten nicht leicht. Da uns auch die süßen Teilchen anlachten, nahmen wir noch „Kanelsurer“ (norwegische Zimtschnecken) und einen Cappuccino dazu. Das Gebäck schmeckte hervorragend und machte wirklich Lust, es selbst nach zu backen. Wenn also jemand ein gutes Rezept für die „Kanelsurer“ kennt – nur her damit!!! Das zur Bäckerei gehörende Cafe ist übrigens sehr gemütlich und von den Tischen an den rückwärtigen Fenstern hat man einen spektakulären Blick auf den wild vorbei brausenden Fluss.
    Internet: www.bakerietilom.no
    Adresse: Prestfossen, NO-2686 Lom

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