Gent | Travel Guide – Ein Abstecher nach Flandern
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Gent – Ein Abstecher nach Flandern

27. Mai 2019

Das aufgeschlossene und trendige Gent ist nicht nur Universitätsstadt, sondern auch ein Zentrum kultureller Aktivitäten. Seine Geschichte beginnt bereits im Jahre 630, als der Heilige Amandus beschließt, am Zusammenfluss (bzw. ‚Ganda’) von Leie und Schelde eine Abtei zu erbauen. Obwohl inzwischen knapp 1.400 Jahre vergangen sind, ist das Mittelalter dank vieler historischer Bauten immer noch allgegenwärtig: An keinem anderen Ort findet man so eine so hohe Geschichtsdichte pro Quadratmeter wie im historischen Viertel von Gent!

Die Frage, warum wir uns nach unserem Urlaub in Südengland für einen Aufenthalt in Gent entscheiden, beantwortet sich also quasi von selbst!

Disclaimer: Dieser Beitrag enthält unbezahlte und nicht beauftragte Werbung in Form von Ortsnennungen und Verlinkungen. Alles wurde selbst finanziert.

Sehenswertes

Die verkehrsberuhigte Innenstadt von Gent ist bekannt für ihre mittelalterliche Architektur. Wir waren leider nur zwei Tage vor Ort, so dass unsere Tipps leider etwas spärlich ausfallen. Wer noch mehr Informationen über Gent haben möchte, findet diese auf der Website des Tourismusamts der Stadt Gent. Dort habe ich auch die vielen Hintergrundinformationen über die Sehenswürdigkeiten gefunden.

Die drei Türme

Die hohen Bauten der St. Nikolaus-Kirche, der berühmte Belfried von Gent sowie der Turm der St. Bavo-Kathedrale werden als „die drei Türme“ bezeichnet. Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Gent gehörend kann man sie von bestimmten Punkt aus alle nebeneinander bewundern.

Die beeindruckenden Bauwerke können natürlich auch von innen besichtigt werden: In einer der Kapellen der St. Bavo-Kathedrale könnt Ihr den berühmten Genter Altar, der als das größte Werk altniederländischer Malerei gilt, besichtigen. Die St. Nikolaus-Kirche überzeugt durch ihre spektakuläre gotische Architektur. Der historische Belfried zählt sogar zum UNSECO-Weltkulturerbe. Als Belfried werden hohe und schlanke Glockentürme bezeichnet, die vor allem für flämische Städte typisch sind.

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Prinsenhof

Da sich die Grafenburg im 14. Jahrhundert nicht mehr als Wohnung für den Grafen von Flandern eignete, zog dieser in den Hof ten Walle (Hof zum Walle), ein Herrenhaus im selben Umkreis, um. Der Prinsenhof (Prinzenhof), wie dieses Gut ab damals genannt wurde, war ca. 2 ha gross und vollständig ummauert. Der riesenhafte, von einem Wall umgebenen Hof bot Platz für über 300 Zimmer, einen Tierpark und einen Lustgarten. Schon damals galt: Nobel geht die Welt zugrunde!

Im 17. Jahrhundert begann die Residenz zu verfallen und wurde schließlich verkauft. Im späten 18. Jahrhundert entstanden auf den Ruinen eine Zuckerraffinerie und eine Seifensiederei, später kam eine Baumwollspinnerei hinzu. Heute erinnert nur noch das Donkere Poort (dunkle Portal) an den Prinsenhof. Der Name entstand im 19. Jahrhundert, weil das Tor durch die Fabriken so stark verschmutzt wurde.

Burg Gravensteen

Burg Gravensteen ist ein wichtiges Wahrzeichen von Gent und kann auf eine sehr bewegten Geschichte zurückblicken, die eng mit der komplexen und oft turbulenten Stadtgeschichte verbunden ist. Sie ist Flanderns einzige erhalten gebliebene mittelalterliche Wasserburg mit einem nahezu vollständig intakten Verteidigungssystem.

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Graffiti-Gasse

Freunde bunter Instagram-Snapshots kommen in der Werregarenstraatje voll auf ihre Kosten: Die farbenfrohe und wandelbaren Graffiti-Gasse ist eine offene Leinwand für junge Straßenkünstler. Dank der beeindruckenden „Sprühdosenkunst“ präsentieren sich die Wände dort mit immer neuen Bildern.

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Portus Ganda

Ganda – so die ursprüngliche Bezeichnung für Gent – ist am Zusammenfluss von Leie und Schelde entstanden. An dieser historischen Stelle, der Portus Ganda, befindet sich nun ein Jachthafen, Brücken und Parks die so für eine der schönsten (neuen) Ecken in Gent sorgen.

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Essen und Trinken

Gent besitzt nach eigener Aussage mehr vegetarische Retaurants als Paris oder London. Daher ist man stolz, sich als Veggie-Hauptstadt Europas bezeichnen zu dürfen! Herr Wallygusto und ich sind zwar überwiegend in “normalen” Lokalen unterwegs, empfinden die Auswahl an vegetarischen Speisen aber auch dort als enorm gut!

Le Botaniste | Hoornstraat 13, 9000 Gent  

Gesundes Essen steht im Le Botaniste an erster Stelle: Die Gerichte werden ohne gesättigte Fettsäuren, ohne Zuckerzusätze, ohne künstliche Aromen oder Konservierungsmittel zubereitet. Selbstredend, dass die rein vegetarische Speisekarte auch glutenfreie Gerichte bietet. Herr Wallygusto und ich entscheiden uns für Bowls mit Gemüse-Tajine und Magip Miso Soup. Beide Bowls waren sehr wohlschmeckend, aber leider nicht sehr sättigend. Wer großen Hunger hat, wird hier also nicht wirklich glücklich.

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Het Waterhuis an de Bierkant | Groentenmarkt 9, 9000 Gent

Im Het Waterhuis an de Bierkant trinken wir unser erstes Bier in Gent. Wie der Name schon vermuten lässt, liegt das Lokal direkt am Wasser und es gibt jede Menge Bier. Ganze 165 Sorten, davon drei Hausbiere, stehen auf der Karte. Wir finden es allerdings nicht wirklich gemütlich und ziehen schnell weiter.

Trollekelder | Bij Sint-Jacobs 17, 9000 Gent

Der Trollekelder überzeugt uns auf Anhieb! Kein Wunder, kann die authentische Bierstube aus dem 15. Jahrhundert doch mit einer unglaublich guten Auswahl an belgischen Spezialbieren aufwarten. Wir kommen nicht nur an unserem ersten Abend sondern auch am zweiten und letzten auf ein Bierchen vorbei. Zum Glück gibt es nicht nur hochprozentige sondern auch gemäßigte Sorten.

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Ghent Gruut Brewery | Stadsbrouwerij Gruut, Grote Huidevettershoek 10, 9000 Gent 

Die Genter Stadtbrauerei Gruut wurde 2009 von Annick De Splenter gegründet. Annick hat „Bier im Blut“, denn sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits war man schon in der Brauereiwelt aktiv. Wir sitzen vor dem dazugehörigen Lokal gemütlich in der Sonne und genießen zwei der fünf interessanten Biervariationen.

Den Hoek Af | Vlaanderenstraat 1, Gent 9000, Belgien

Dank des guten Cappuccinos und der guten Auswahl an vegetarischem Frühstück werden wir beim Den Hoek Af zum Wiederholungstäter. Da es zudem fußläufig gut von unserer Unterkunft zu erreichen ist, nehmen wir hier jeden Tag die erste Mahlzeit des Tages ein. Sehr empfehlenswert (und sehr üppig!) sind Käsefrühstück und Müsli mit Joghurt und Früchten!

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Peab­erry Cof­fee­bar | 24, Limburgstraat, 9000 Gent 

An der St.-Bavo-Kathedrale entdecken wir die lebende Peab­erry Cof­fee­bar. Der Iced Coffee ist sehr erfrischend und genau das richtige nach einem langen Bummel durch Gents Altstadt. Schade nur, dass wir keinen Hunger haben, denn das Peaberry lockt mit einem herrlichen Sortiment an Gebäck.

Gado-Gado | Vrouwebroersstraat 21, 9000 Gent 

Bei unserem Bummel durch Gent stoßen wir zufällig auf das Gado-Gado. Da uns die kleine, aber feine Auswahl an vegetarischen Gerichten auf Anhieb zusagt, beschließen wir hier zu Abend zu essen. In dem modernen Restaurant machen wir so das erste Mal die äußerst angenehme Bekanntschaft mit der indonesischen Küche. Hinter dem Namen Gado-Gado – was so viel heißt wie „Mischmasch“ oder „Durcheinander“ – verbirgt sich übrigens ein Klassiker der indonesischen Küche.

Oud Huis Him­schoot | Groentenmarkt 1, 9000 Gent

Als Foodblogger ist ein Besuch der ältesten Bäckerei in Gent ein absolutes Muss! Im Oud Huis Himschoot hält man sich noch an alte Rezepte und backt Brot nach traditioneller Weise in einem Backofen im Keller. Die Auswahl an köstlichem Gebäck und süßen Teilchen ist so groß, dass Herr Wallygusto und ich uns kaum entscheiden können. Der anschließende gierige Biss in den Apfelballen rächt sich aber sofort, denn die flüssige Füllung ergießt sich ungehemmt auf meine letzte saubere Hose. Daher ist es fast Glück, dass es am nächsten Tag schon wieder Richtung Heimat geht!

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Schlafen

Die Frage, ob wir in Gent zelten wollen, stellt sich erst gar nicht. Unsere Ansprüche sind dennoch relativ bescheiden: Die Unterkunft sollte sauber sein und über ein eigenes Bad/WC verfügen. Außerdem sollte die Altstadt schnell zu Fuß erreichbar sein. Nicht zu vergessen sind die Kosten – schließlich wollen wir für die zwei Nächte in Gent kein Vermögen ausgeben.

Willkommen in der Welt von Salvador Dali

Auf Airbnb stoßen wir auf Léonard. Der charmante Léonard ist sehr geschäftstüchtig und vermietet in einem Reihenhaus direkt im Stadtzentrum Apartments. Zudem scheint er ein großer Fan von Salvador Dali zu sein, denn unser Zimmer erinnert stark an die Traumwelt des spanischen Malers.

Neben der geschmackvollen Einrichtung haben wir alles, was wir für einen gemütlichen Aufenthalt in Gent brauchen: Ein großes, bequemes Bett samt Bettwäsche, gratis Kaffee und ein kleines, aber sauberes Badezimmer mit Dusche und WC. Theoretisch hätten wir nicht mal eigene Seife und Shampoo mitbringen müssen.

In direkter Nachbarschaft befinden sich etliche Geschäfte und gemütliche Lokale, die Altstadt ist in Laufnähe.

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