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Jack Glockenbach | Isarvorstadt

25. April 2014

Obwohl der fernöstlichen Küche nicht abgeneigt, war Herrn Wallygusto und mir vietnamesische Kost bisher völlig fremd. Das einzige, was wir bisher darüber meinten zu wissen war,dass hauptsächlich mit viel Rindfleisch und Kräutern gekocht wird.

Seit Sommer 2013 gibt es ja nun das Jack Glockenbach im stylischen Glockenbach-Viertel.  Sogar die SZ ließ sich hier schon kurz nach der Eröffnung leckere Gerichte servieren und lobte den kleinen Vietnamesen danach in den höchsten Tönen. Da auch der Freundeskreis schon bald in die Lobeshymnen einstimmte, war es nicht mangelnde Neugier sondern nur unserer Bequemlichkeit geschuldet, dass Herr Wallygusto und ich erst jetzt zum Essen dort waren.

Das Jack Glockenbach ist ein vietnamesisches Lokal fernab vom bunten Kitsch, der leider häufig in asiatischen Lokalen zu finden ist. Das Ambiente in dem kleinen Vietnamesen ist modern, es gibt viel Holz und die Deko ist angenehm minimalistisch gehalten.  Es entsteht sofort eine Wohlfühlatmosphäre, bei unserem Besuch am Abend des Ostersonntag verstärkt durch einen Goldhasen und Palmkätzchen. Gestört hat uns nur der großen Flachbildfernseher, der an der Wand direkt am Eingang hängt. Dort lief den ganzen Abend über eine Kochsendung in Dauerschleife. Ich empfinde Fernseher in Gasträumen immer als störend, denn irgendwie wird der Blick immer wie magisch davon angezogen und die Unterhaltung gerät ins Stocken. Da ändert es auch nichts, dass es sich um die Show eines offenbar bekannten vietnamesischen Koch handelt, welcher vor wechselnder Kulisse anschaulich erläutert, wie diese oder jene asiatische Köstlichkeit zubereitet wird.

Die Speisekarte bietet eine große Auswahl an (auch vegetarischen und veganen) Vorspeisen, Salaten, Suppen und Hauptgerichten. Als Vorspeise wählten wir vegetarische Frühlingsrollen und Shaolin Suppe mit Tofu, Zitronengras und Kräutern in Kokosmilch. Danach ließen wir uns Nudel von Fern Ost  ( Pho Xao Dau Hu) und Reisbauer (Cari Dau Hu) servieren.

Die Shaolin Suppe war leicht scharf und hatte durch die frischen Kräuter ein tolles Aroma. Geschmacklich waren auch die Frühlingsrollen gut, aber nichts außergewöhnliches. Dazu wurde die allseits bekannte Chilli for Chicken Soße gereicht. Bei dem Nudelgericht handelte es sich um gebratene Reisbandnudeln mit Naturtofu, vietnamesischem Bärlauch,  kleinen Tomaten, Gemüse und verschiedenen Gewürzkräutern. Die Nudeln waren fein abgeschmeckt und schmeckten sehr gut. Der Reisbauer entpuppte sich als gebratener Naturtofu mit Lotuswurzeln, Basilikum, Süßkartoffeln , Zitronengras und Kräutern in herzafter Kokos-Curry-Sauce. Dazu gab es – wie der Name schon sagt – Reis. Das Gericht war leicht scharf und die Kokos-Sauce erinnerte an die Shaolin Suppe.

Danach gönnten wir uns einen vietnamesischen Espresso. Das Besondere daran ist die Zubereitung, denn der Kaffee ist beim Servieren noch nicht fertig. Vielmehr läuft er durch einen besonderen Filter in ein Glas, so dass man kurz mit dem Trinken warten muss. Der Geschmack erinnert an Schokolade und ein klein wenig an Karamell und ist meiner Meinung nach ziemlich einzigartig.

Ach ja, weil wir so schön am Experimentieren waren, bestellte ich mir auch noch eine Guanabana-Schorle. Das Internet hat mir im Nachhinein verraten, dass ich den Saft aus Früchten der immergrünen Stachelannone getrunken habe. Dieser schmeckte ganz gut, erinnerte mich aber sehr an Limonade bzw. Brause und war mir leider etwas zu süß.

Das Lokal war bei unserem Besuch nur mäßig besucht, so dass wir nie lange auf unser Essen warten mussten. Schön wäre es jedoch gewesen, wenn wir dieses immer zur gleichen Zeit bekommen hätten. So musste mir Herr Wallygusto jeweils einige wenige Minuten hungrig zuschauen, wie ich Suppe löffelte oder Nudeln aufrollte. Ansonsten gab es beim Service aber nichts zu beanstanden, denn wir wurden freundlich und sehr höflich bedient.

Die Preise im Jack Glockenbach sind trotz der exponierten Lage im gleichnamigen Viertel sehr erfreulich. Für eine vegetarische Suppe oder Frühlingsrollen werden bis zu € 3.50 fällig, für ein vegetarisches Hautgericht um die € 13.

Herr Wallygusto und ich waren nach unserem Besuch fett, faul und zufrieden und werden auf jeden Fall wieder kommen. Schließlich müssen wir ja noch ausprobieren, ob die Cocktails genauso gut sind wie das Essen. Denn an diesem Abend zogen wir für einen Absacker weiter in die CORTIINA Bar.

Internet: www.jack-glockenbach.de
Adresse: Thalkirchner Str. 3, 80337 München

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