Schwäbische Alb Ost – Spätzle, Wein & Wolkenkratzer | Travel Guide auf www.wallygusto.de
Deutschland Unterwegs Wanderreisen

Schwäbische Alb Ost – Spätzle, Wein & Wolkenkratzer (1)

5. November 2021

Auch dieses Jahr hat Corona unsere Reisepläne zunichte gemacht. Nachdem die Einreise nach Norwegen lange noch nicht möglich war, haben wir uns wieder für einen Urlaub in Deutschland entschieden. Denn auch wenn viele unserer Freunde schon wieder nach Griechenland, Kroatien und Slowenien reisen, zieht es uns nicht über die Landesgrenze. Zu groß ist die Angst, irgendwo in Quarantäne bleiben zu müssen oder eine neue, bisher noch unbekannte Variante einzuschleppen. Wir haben uns daher für einen weiteren Roadtrip durch Deutschland entschieden. Schließlich gibt es auch hierzulande noch genug Regionen mit wunderschöner Landschaft, netten Leuten und bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten, die wir noch nicht besucht haben. Erste Station unserer Reise ist die Schwäbische Alb Ost.

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Ich weiß, es hört sich so an, als wäre die Schwäbische Alb nur ein Notnagel und zu normalen Zeiten keine Reise wert. Aber diese Einschätzung wird dem Landstrich nicht gerecht: Nicht nur, dass exakt 62 Kilometer des 164 Kilometer langen Limes in Baden-Württemberg auf den Ostalbkreis entfallen. Und dieser zählt immerhin zu den 33 Denkmälern in Deutschland auf der Welterbeliste der UNESCO.

Mehr oder weniger ausgedehnte Wanderungen durch Wacholderheiden und Streuobstwiesen begeistern uns ebenso, wie das Erkunden einer der zahlreichen Tropfsteinhöhlen. Es schadet also nicht, Stirnlampen einzupacken! Auch alte Burgen und Schlösser tauchen immer wieder am Wegesrand auf. In der Schwäbischen Alb gibt es also sehr viel zu entdecken. Und auch der kulinarische Genuss kommt natürlich nicht zu kurz – davon aber mehr im nächsten Reisebericht.

Wir waren von der Schwäbischen Alb sehr angetan und wollen auf jeden Fall bald wiederkommen: Ganz egal, ob Reisen ins Ausland wieder unbedenklich möglich und ratsam sein werden, oder nicht. Zumindest ein langes Wochenende auf der Schwäbischen Alb soll zukünftig jedes Jahr auf unserer Bucket List stehen.

Weitere (nicht nur kulinarische) Etappen unserer Deutschlandreise:

Frankenhöhe & Rothenburg o.d. Tauber (Link folgt)
Fränkisches Weinland (Link folgt)
Frankfurt (Link folgt)
Odenwald (Link folgt)
Heidelberg (Link folgt)

Sehenswertes

Bei irgendeiner Gelegenheit habe ich bestimmt schon mal erwähnt, dass Herr Wallygusto und ich gerne Kultur mit Sport verbinden. Wie in der Einleitung bereits angedeutet, ist dies auch in der Schwäbischen Alb ohne weiteres möglich. Wir können also nicht nur etwas für unsere körperliche Fitness tun, sondern auch pittoreske Altstädte und Überreste der Römer erkunden. Auch wenn peinlicherweise ausgerechnet der Limes nicht dabei war. Die Schwäbische Alb hat natürlich auch kulinarisch einiges zu bieten.

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Reutlingen

Bevor wir unsere Ferienwohnung beziehen, machen Herr Wallygusto und ich einen kurzen Abstecher nach Reutlingen. Die Großstadt im Zentrum Baden-Württembergs gehört mit 17,5 Prozent ihrer Fläche zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Aus diesem Grund bezeichnet sich die Stadt auch als „Tor zur Schwäbischen Alb“. Darüber finden sich in Reutlingen etliche Sehenswürdigkeiten wie das Rathaus, die Marienkirche, das Tübinger Tor sowie der Königsbronner Hof. Zudem findet Ihr hier die engste Straße der Welt – zumindest laut Guinnessbuch der Rekorde. Das Nadelöhr misst an seiner schmalsten Stelle lediglich 31 cm.

Lohnenswert ist auch ein Abstecher nach Gmindersdorf, das ein Beispiel frühen sozialen Wohnungsbaus ist. 1903 bis 1923 von dem gleichnamigen Textilunternehmen erbaut, sollte die Arbeitersiedlung dem Arbeitermangel durch die Bereitstellung von modernem Wohnraum und die dadurch einhergehende Verbesserung der Lebensqualität entgegenwirken. Das Besondere an Gmindersdorf ist der Dorfcharakter, denn hier gibt bzw. gab es alle notwendigen Einrichtungen, darunter auch einen Kinderhort, einen Gemischtwarenladen und eine Gaststätte. Letzere ist sogar heute noch in Betrieb. Die angeblich 18 verschiedenen Haustypen können wir nicht ausmachen, dennoch sind wir vom ländlich-kleinstädtischen Architekturstil und den großen Hausgärten sehr angetan.

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Schwäbisch Gmünd

Immer wieder schön, wenn man das Angenehme (Eis essen) mit dem Nützlichen (Sport & Sightseeing) verbinden kann! Und so führt uns eine lange Radtour von unserer Ferienwohnung aus nach Schwäbisch Gmünd. Die größte Stadt im Remstal wurde im 11 Jahrhundert von Friedrich Barbarossa gegründet. 1160 wurde Gmünd vom Staufer König Konrad III. zur Stadt erhoben – so früh wie keine andere Stadt, in der die Staufer agierten. Schwäbisch Gmünd trägt daher auch den Titel als älteste Stauferstadt.

Das kulturhistorisch aufregende Ensemble von Schwäbisch Gmünd wartet mit der gesamten Palette der Historie Mitteleuropas auf. Während unseres Bummels durch die bezaubernde Altstadt stoßen wir nicht nur auf Spuren der Römer, sondern auch auf das Mittelalter der Ritter und Burgen der Staufer. Dazwischen das pralle, lebensfrohe Barockzeitalter, die Klassik sowie eine moderne, kreative und vibrierende Stadt. Facettenreicher geht es kaum!

Neben steinernen Zeitzeugen aus acht Jahrhunderten prägen auch orange Barocksessel aus Plastik die historische Innenstadt. Richtig gelesen: Die 43 extravaganten Sitzgelegenheiten sind im Stadtbild von Schwäbisch Gmünd der absolute Hingucker. Außerdem können erschöpfte Touristen sich hier nicht nur ganz hervorragen ausruhen, sondern sie sind auch die perfekte Kulisse für Urlaubsfotos.

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Aktivitäten

Dank ihres flächendenkenden, zertifizierten Wegnetzes ist die Schwäbische Alb ein wahres Paradies für Wanderer. Das bedeutet eine einheitliche und gute Ausschilderung, die einen nie vom Weg abkommen lässt. Ein weiteres Plus sind die vielen Natur- und Kulturhighlights am Wegesrand, wie beispielsweise Tropfsteinhöhlen und herrliche Burgen. Kein Wunder, dass der Schwäbische Jura, wie die Alb noch genannt wird, zu einer der beliebtesten Wanderregionen in Deutschland zählt.

Was uns zudem sehr gut gefällt ist, dass wir unterwegs kaum einer Menschseele begegnen. Mag sein, dass die Schwäbische Alb dem ein oder anderen nicht sexy genug ist. Oder das Wetter die Leute an dem ein oder anderen Tag nicht von der Couch hochkommen lässt. Oder aber die Gunst der Stunde genutzt wird, um nochmal schnell Urlaub in Kroatien oder Italien zu machen. Wir wissen es nicht. Und eigentlich ist es uns auch vollkommen egal.

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Wanderung Geislingen – Ruine Helfenstein – Ziegelhütte – Schildwacht

Unsere erste Wanderung in der Schwäbischen Alb führt uns zur Burgruine Helfenstein, einer riesigen Befestigungsanlage mit gut erhaltenem Zwinger und Zisterne. Von dort aus genießen wir den prächtigen Stadttiefblick auf das unter uns liegende Geislingen. Die Tour ist anspruchslos, so geht es die ganze Zeit über gut markierte Wanderwege, Forstwege und Pfade. Lediglich zwei kleine Anstiege bringen uns ein wenig zum Schnaufen.

Weitaus schlimmer ist das Gewitter mit Starkregen, das uns in das Gesensteinhaus treibt. Die bescheidene Auswahl an Speisen beschert uns eine langweilige Käsesemmel beziehungsweise einen köstlichen Apfelkuchen, um den ich Herrn Wallygusto ein kleines Bisschen beneide.

Bevor es wieder abwärts geht, genießen wir noch von der Schildwacht aus den schönen Blick auf die Talspinne von Geislingen.

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Wanderung Heubach – Teufelsklinge – Finsteres Loch – Rosenstein

Die Tour entlang des Heubacher Albtraufs beschert Herrn Wallygusto und mir landschaftliche Höhepunkte am laufenden Band. So wandern wir abwechselnd durch erholsame Traufwälder und idyllische Wiesentäler. Dabei entdecken wir Wasserfälle und tiefe Täler, steile Kletterfelsen, gleich mehrere besuchenswerte Höhlen und natürlich herrliche Aussichtspunkte en masse. Vor allem der von der Ruine Rosenstein ist traumhaft!

Die Einkehr auf dieser Runde beschränkt sich auf ein alkoholfreies Bier. Da wir uns unterwegs bereits mit einer ordentlichen Nuss-Blätterteigbreze gestärkt haben, können wir gut auf vegetarische Flammkuchen oder Pommes verzichten. Ansonsten ist die Auswahl an Speisen eher fleischlastig, sogar die Spätzle werden (nur) mit Bratensauce angeboten.

Alles in allem eine sehr schöne, lange Tour. Da wir diese direkt an der Ferienwohnung in Böbingen starten, kommen sogar noch ein paar Extra-Kilometer dazu. Aber wir sind ja schließlich nicht zum Spaß hier! ;-)

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Wanderung Heldenfinger Kliff – Hungerbrunnental

Einer unserer Wanderführer beschreibt die Wanderung von Gerstetten zum Heldenfinger Kliff als „spannende Runde“, was große Erwartungen bei Herrn Wallygusto und mir weckt. Besonders aufregend geht es dann letzten Endes nicht zu, auch wenn wir unterwegs fast von einem Hund gefressen werden. Zumindest erweckt der große Rottweiler diesen Eindruck, und wir sind froh, dass die Wände seines Zwingers hoch und stabil sind. Trotzdem nehmen wir die Beine in die Hand, um den Rüblinger Hof so schnell wie möglich zu verlassen. Was schade ist, denn der kleinen Weiler blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die alemannische Siedlung besteht seit dem 6. Jahrhundert, war einst eine Wüstung und wurde im 19. Jahrhundert wiederbelebt.

Wahrscheinlich sind mit spannend aber genau solche Orte gemeint. Und mit dem Heldenfinger Kliff wartet gleich der nächste Höhepunkt auf uns. Das Heldenfinger Kliff war ein Teil der Felsküste des tertiären Meeres vor 15 Millionen Jahren. Es ist also quasi eine Art urzeitlicher Strand, nur natürlich ohne Meer. Weiter geht es dann ins Hungerbrunnental, das weitaus idyllischer ist, als es sein Name vermuten löst. Eine verträumte Wegstrecke führt durch das teilweise unter Naturschutz gestellte Trockenbachtal, das durch eine reiche Flora sowie typische Bäume und Sträucher, wie Weidbuchen, alte Eichen, Mehlbeere, Elsbeere geprägt ist.

Durch schattigen Wald und zwischen sonnenbeschienen Feldern geht es schließlich gemütlichen Weges zurück nach Gerstetten.

Weitere Tipps für die Schwäbische Alb Ost:

Weltkulturerbe der Schwäbischen Alb erleben

Schwäbische Alb Tourismusverband

Stadtrundgang durch Schwäbisch Gmünd

Heldenfinger Kliff im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb

Die schönsten Orte und Ausflugsziele auf der Schwäbischen Alb

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2 Kommentare

  • Antworten
    Ole
    16. November 2021 at 21:30

    Manchmal liegt Gutes so nah (auch wenn die Schwäbische Alb von mir aus geschätzt ähnlich nah liegt wie Paris). Klingt nach famosen Tagen!

    • Antworten
      Karin
      23. November 2021 at 17:45

      In der Tat haben wir ein paar famose Tage in der Schwäbischen Alb verbracht! Vielleicht lohnt sich ja auch für Dich die Reise! :-)

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