Travel Guide Südjütland | Roadtrip durch Dänemark
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Südjütland | Roadtrip durch Dänemark (3)

10. Juni 2024

Eigentlich wollten wir letztes Jahr im Sommer nach England. Aber irgendwie hatte ich keine Lust auf Fähre fahren und die damit verbundene Inflexibilität. Nachdem der letzte Besuch in Skandinavien schon ewig zurück liegt; ich aber trotzdem Lust hatte, etwas Neues auszuprobieren, schlug ich Herrn Wallygusto einen Camping-Urlaub in Dänemark vor. Anfangs noch recht skeptisch, ließ er sich dann aber doch recht schnell davon überzeugen. Ich selbst war zugegebenermaßen auch nicht vollends überzeugt. Ich hatte Angst, dass uns das flache Dänemark doch schnell langweilig werden könnte. Auch war ich nicht sicher, ob die kleinen Städtchen wirklich so pittoresk sein würden, wie sie im Internet angepriesen werden. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und außerdem kam es dann eh ganz anders, als gedacht. Denn schnell war klar, dass Herr Wallygusto und ich nicht genug von Dänemark bekommen würden. Natürlich waren die kulinarischen Aspekte wie Zimtschnecken, Softeis und Craftbier nicht ganz unbeteiligt an diesem positivem Eindruck.

Die Reiseplanung war recht schnell erledigt, denn wir stellten bald fest, dass wir es nicht bis ganz in den Norden schaffen würden. Schließlich wollten wir unterwegs viel Wandern und Fahrradfahren. Und auch das Sightseeing sollte nicht zu kurz kommen. Schließlich versprach der Reiseführer nicht nur traumhafte Landschaften, sondern auch jede Menge geschichtsträchtige Orte, die es zu besichtigen galt. Wir beschlossen also, nur eine grobe Route festzustecken und uns einfach treiben zu lassen. Soll heißen, wir planten immer nur von einer Etappe zur nächsten. Eine wichtige Rolle spielten dabei der Wetterbericht, die Anzahl der möglichen Outdoor-Aktivitäten und die Sehenswürdigen des jeweiligen Zielortes.

Als erste Station in Dänemark entschieden wir uns für Südjütland, dessen Landschaft von malerischen Küsten, idyllischen Dörfern und grünen Hügeln geprägt ist. Die Nähe zur Nordsee und zu Naturschutzgebieten macht die Region zum perfekten Reiseziel für uns. Hier können wir nach Herzenslust Wandern und radeln und ganz nebenbei die eine oder andere historische Sehenswürdigkeit entdecken.

Aktivitäten & Sightseeing

Alle Wanderungen findet Ihr auf unserem Komoot-Profil – schaut gerne mal vorbei!

Møgeltønder

Das hübsches Dorf Møgeltønder ist bekannt für sein charmantes historisches Zentrum und das prächtige Schloss Møgeltønder Slot, das einst die Residenz der dänischen Königsfamilie war. Die gepflasterten Straßen und traditionellen Fachwerkhäuser verleihen dem Dorf einen einzigartigen Charme. Während unseres kurzen Zwischenstopps erkunden wir die schöne Schlosskirche und den malerischen Schlossgarten.

Wanderung durch die Stensbæck Plantage

Als Ziel für unsere erste Wanderung in Dänemark haben wir uns die Stensbæk Plantage ausgesucht. Das bei Wanderern, Radfahrern und Naturliebhabern beliebte Erholungsgebiet erstreckt sich über eine Fläche von etwa 3.200 Hektar. Bei unserer Tour durch wandern wir durch drei Heidegebiete, die Åskov Hede, die Ballum Bjerg Hede und die Stensbæk Hede. Trotz ihrer Gemeinsamkeiten des Heidekrautbewuchs und der Flugsanddünen, die an der Weiterwanderung gehindert werden, weist jede dieser Heidegebiete ein unterschiedliches Landschaftsbild auf: von höheren Dünen geprägt, von Kiefern und Wacholderbüschen unterbrochen oder von geometrisch geformten Hügeln dominiert. Herr Wallygusto und ich sind überrascht, wie vielseitig die Landschaft in Jütland ist, denn wir hatten mit plattem Land und endlosen grünen Wiesen gerechnet.

Fahrradtour ans Wattenmeer & in die Altstadt von Ribe

Vom Campingplatz aus geht es mit dem Fahrrad Richtung Wattenmeer-Zentrum. Da wir vorher vergessen hatten, die Öffnungszeiten zu checken, standen wir dort leider vor geschlossenen Türen. Schön ist die Ausfahrt trotzdem, können wir doch einen ersten Blick auf das Wattenmeer erhaschen. Außerdem wartet in Ribe ein köstliches Eis als Belohnung auf uns. Während wir dieses verspeisen, drehen wir eine kleine Runde durch das gut erhaltene mittelalterliche Zentrum. Die hiesige Domkirche ist eine der ältesten Kirchen des Landes und ein beeindruckendes Beispiel nordischer Architektur. Die malerischen Kopfsteinpflasterstraßen, die gut erhaltenen Fachwerkhäuser und die gemütlichen anmutenden Cafés und Restaurants verleihen der Stadt einen charmanten historischen Charakter.

Wanderung durch die Kærgård Klitplantage

Auch die zweite Wanderung in Südjütland bringt Herrn Wallygusto und mich zum Staunen. Unser Weg in der Kærgård Klitplantage führt uns durch einen zunächst seltsam niedrig und geduckt anmutenden Eichenwald. Es handelt sich jedoch keineswegs um junge Eichen, die hier vorsichtig ihre jungen Triebe aus dem Boden recken. Wir bewegen uns vielmehr in den Kronen alter, vom Flugsand beinahe zugedeckter Eichenbäume, deren verästelte Triebe immer wieder das Licht der Oberfläche erreichen. Nach einem kurzen, wenn auch windigen Abstecher an den Børsmose Strand geht es voller neuer Eindrücke zurück zum Parkplatz.

Essen & Trinken

Isvaflen | Overdammen 11, 6760 Ribe

Der Name ist Programm: Bei Isvaflen gibt es jede Menge Eis. Hier probieren wir das erste Mal Guf. Und sind dem süßen Erdbeerschaum von da an verfallen. Aber auch das Softeis ist der Knaller. Unschlagbar gut auch die Eiswaffeln, die hier selbst hergestellt werden.

Pompei Bageri | Saltgade 7, 6760 Ribe

Die Pompei Bageri bietet eine große Auswahl an Brot und süßem Gebäck. Deftige Snacks gibt es auch, zum Beispiel sehr leckere Spinatbolle. Ganz besonders gut schmecken uns aber die Zimtschnecken und die Kardamomschecken.

Übernachten

Ribe Camping, Farupvej 2, 6760 Ribe

Ribe Camping liegt mitten im Nationalpark Wattenmeer und nur 1,5 km vom Zentrum von Ribe entfernt. Mit dem Fahrrad sind wir in ca. 15 Minuten in der Altstadt mit der tollen Eisdiele.

Der große und gepflegte Campingplatz verfügt nicht nur über Stellplätze für Wohnmobile und Hütten, sondern stellt auch gemütliche Zeltplätze zur Verfügung. Diese befinden sich in der Nähe mehrerer Wasserstellen und eines komfortabel ausgestatteten Sanitärgebäudes mit Küche, Essbereich, Toiletten und Duschen.

Da wir außerhalb der Öffnungszeiten anreisen, checken wir schnell und unkompliziert am Self-Service-Automat ein. Das Auschecken übernimmt dann aber das freundliche Personal der Rezeption.

Alles in allem waren wir sehr zufrieden und können daher Ribe Camping uneingeschränkt empfehlen.

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Weitere Etappen unseres Roadtrips durch Dänemark:

Lübeck
Flensburg
Mitteljütland (Link folgt)
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Fehmarn (Link folgt)

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