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Meran – Rundreise durch Venetien & Südtirol (5)

13. Januar 2020

Im Herzen von Südtirol auf der Südseite der Alpen liegt Meran. Dank dieser besonderen Lage herrscht in Meran ganzjährig ein mildes Klima und die Sonne scheint fast 300 Tage im Jahr. So ist es möglich, dass blühende Gärten auf verschneite Gipfel treffen und sich in der Küche mediterrane Zutaten genauso wie alpine finden. Da wir auf dem Weg zurück nach Deutschland ohnehin an Meran vorbeikommen, machen wir noch ein paar Tage hier halt. Und außerdem geht Südtirol ja immer – egal, ob zum Genusswandern auf die Radlseehütte oder zum Weintrinken auf der Wehrburg.

Disclaimer: Dieser Beitrag enthält unbezahlte und nicht beauftragte Werbung in Form von Ortsnennungen und Verlinkungen. Alles wurde selbst finanziert.

Sehenswertes

Meran ist geprägt von ausgedehnten Parks und grünen Promenaden, von botanischen Gärten und zahlreichen Wasserläufen. Einzigartig ist das urbane Flair in der Altstadt, zwischen mittelalterlichen Laubengängen und den Prunkbauten der Belle Époque. Die alten Gemäuer bieten Lebensraum für Fledermäuse, die wir in der Abenddämmerung bei ihren Ausflügen durch die Straßen beobachten. Entlang der Passerpromende reiht sich Palme an Palme und in den preisgekrönten Gärten von Schloss Trauttmansdorf wachsen exotische Pflanzen. Im Rahmen des “Meraner Frühlings” zieren besondere Installationen und Dekorationselemente, darunter auch bunte Fahrräder mit Blumenschmuck, die Meraner Innenstadt.

Gilfpromenade

Merans Gilfpromenade führt aus der Gilfschlucht heraus, und windet sich bis unter die Zenoburg und zum Pulverturm hinauf. Durch die sonnenverwöhnte Lage am felsigen Hang des Zenobergs wird das Wachstum von subtropischer Vegetation möglich. Sie bietet sich uns für einen kleinen Verdauungsspaziergang an, denn sie beginnt fast vor der Tür unseres Ferienhäuschens. Zu verdanken haben wir diesen Luxus dem Meraner Arzt Hans Prünster, der im Jahr1880 mit dem Anlegen der Gilfpromenade begann. Zum Bau der nur 1 km langen Gilfpromenade waren zahlreiche Sprengungen nötig, und hohe Mauern mussten am Hang errichtet werden.

Streetart

Wie schon am Gardasee entdecken wir auch in Meran (fast) keine Streetart – abgesehen von den farbenfrohen Fassadenmalereien an den mittelalterlichen Gebäuden. Diese sollten damals den Reichtum der Hausbesitzer zum Ausdruck bringen und zählen natürlich nicht. In der Passeiergasse stoßen wir dann auf die vom Kunstverein geförderte Streetart von Blu und Erica il Cane.

Sissy-Weg

Sissy hier, Sissy da? Was nur hat Meran mit unserer liebsten Kaiserin zu tun? Das ist schnell erzählt! Die populäre Kaiserin Elisabeth von Österreich verbrachte insgesamt vier Kuraufenthalte in Meran. Wie Herr Wallygusto und ich liebte die edle Dame ausgedehnte Spaziergänge. Auf dem Sissy-Weg wandeln wir also vom Stadtzentrum Meran vorbei an stillen Winkeln, herrschaftlichen Villen, verwunschenen Ansitzen und alten Parkanlagen bis hinauf zum kaiserlichen Feriendomizil Schloss Trauttmansdorff. Auf dem gut beschilderten Weg vom Kaiserin-Elisabeth-Park im Stadtzentrum von Meran zu den Gärten des Schlosses erinnern zahlreiche Orte an ihre Aufenthalte in der Kurstadt.

Gärten Schloss Trautmannsdorf

Die Gärten von Schloss Trautmannsdorf sind ein Botanischer Garten der Superlative. Die wunderschöne Anlage erstreckt sich auf einer Fläche von 12 Hektar in Form eines natürlichen Amphitheaters über einen Höhenunterschied von 100 Metern. So kommen wir nicht nur in den Genuss von über 80 Gartenlandschaften, in denen verschiedenste Pflanzen aus aller Welt blühen und gedeihen, sondern wir haben auch atemberaubende Ausblicke auf die umliegende Bergwelt und die Kurstadt Meran.

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Das Touriseum, das Landesmuseum für Tourismus, vermittelt originell 200 Jahre alpine Tourismusgeschichte in Tirol und Meran. Es ist zwar keine Überraschung, aber beim Tourismus liegen Fluch und Segen nah beieinander. Und natürlich ist auch hier der prominenteste Gast von Schloss Trautmannsdorf allgegenwärtig: Sissi.

Sehr sehenswert ist die Sonderausstellung „Killerpflanzen – Die grünen Fleischfresser“, die einen tiefen Einblick in die schaurig-schöne Welt der raffinierten Fallensteller gibt. Die Sonderausstellung der Gärten stellt alle fünf Fallentypen vor und zeigt die große Artenvielfalt der bizarren Überlebenskünstler. Auf zwei Ebenen tauchen wir mittels Videos, Fotos, Verbreitungskarten und interaktiven Anwendungen die Welt der fleischfressenden Pflanzen ein.  Zudem gibt es in liebevoll gestalteten Terrarien über 500 lebende Exemplare zu sehen.

Aktivitäten

Das sich Südtirol prima zum Wandern eignet, haben wir bereits mehr als einmal ausprobiert. Sogar im Winter waren wir schon hier und haben mit Schneeschuhen an den Füßen die Bergwelt erkundet. Im Sommer macht das natürlich noch viel mehr Spaß, denn der süffige Rotwein schmeckt auf einer Sonnenterrasse gleich nochmal so gut.

Wanderung Häftling – Auenjoch – Stoanerne Mandl

Den „Stoanernen Mandln“ haben wir bereits vor ein paar Jahren einen Besuch abgestattet. Aber die Wanderung hierauf ist so schön und die Aussicht noch viel mehr, dass wir uns den Strapazen des langen Aufstiegs auf den Gipfel des Schönecks gerne nochmal ausgesetzt haben. Und wo sonst bekommt man schon Hunderte von Steinzeichen, die bis in vorgeschichtliche Zeiten zurückreichen sollen, in so großer Höhe zu sehen? Ein weiteres Highlight der langen, aber einfachen Tour sind die vielen Einkehrmöglichkeiten, die des Weges kommen. Wir lassen diese aber alle links liegen und kehren erst kurz vor Schluss in der vom DAV ausgezeichneten Wurzer Alm ein. Die gemütliche Terrasse mit Blick auf Berge lädt zum Verweilen ein und das tolle Essen lässt uns unsere schweren Beine schnell vergessen.

Algunder Waalweg

Für unseren letzten Tag in Meran haben wir uns mit der Wanderung auf dem Algunder Waalweg eine gemütliche Runde auf Waal- und alten Plattenwegen ausgesucht. Waalwege sind die schmalen Steige, die an den ehemaligen Bewässerungsgräben, den Waalen, entlangführen. Unterwegs gönnen wir uns im Schneeweisshof ein ordentliches Mittagessen mit tollem Knödeltris und Rotwein. Ganz besonders lecker ist der Dinkel-Gemüse-Knödel mit Zucchini, Brokkoli, Karotten und Lauchzwiebeln. Aber auch der Nachtisch in Form von Apfelstrudel und Erdbeeren mit Sahne ist nicht zu verachten.

Essen

Ein weiterer Grund für unseren Zwischenstopp in Meran ist das schmackhafte Essen in Südtirol. Nirgendwo zeigt sich der kulturelle Reichtum der Kurstadt als Schmelztiegel der Kulturen so deutlich wie beim Essen und Trinken. In alpin-mediterraner Kulisse kann man einen Aperitif mit italienischen Klassikern und Antipasti und anschließend typische Südtiroler Gerichte genießen.

Gelateria Oasi | Carducci-Straße, 4, 39012 Meran

Unser erstes kulinarisches Ziel in Meran ist eine Eisdiele. Die Gelateria Oasi bietet eine große Auswahl hausgemachter Eissorten und freundlichen Service. Wir empfehlen die Sorten Sacher, Sinfonie und Crema Catalana.

La Smorfia | Goethestraße, 28, 39012 Meran

Schon als wir vor ein paar Jahren zum Schneeschuhwandern in Meran weilten, haben wir in La Smorfia sehr gut Pizza gegessen. Auch bei unserem diesjährigen Besuch wurden wir nicht enttäuscht: Die neapolitanische Spezialität ist so gut wie eh und je, der Belag Standard bis ausgefallen. Dazu wird Craftbeer aus Italien und aus eigener Produktion serviert. Sehr empfehlenswert ist „Thymus“ mit seinem intensiven Geschmack nach Thymian.

Eisdiele Sabine | Via Giuseppe Garibaldi, 19, 39012 Merano

Auf Empfehlung unseres Vermieters schauen wir bei Sabine auf ein Eis vorbei. So tolles Pistazieneis wie hier habe ich noch nie gegessen! Und ich fürchte, das wird auch lange Zeit so bleiben, denn in München mache ich um diese Sorte normalerweise einen großen Bogen – sie schmeckt häufig einfach nach nichts.

Caffe Mignon | Meinhardstraße, 152, 39012 Meran

Im Caffe Migno bekommen wir die besten Cornetti des Urlaubs mit Pistaziencreme und Schokolade serviert. Aber auch die Cannoli mit Ricottacreme und Pistazien lassen uns dahin schmelzen. Schade, dass wir das kleine Cafe erst an unserem letzten Tag in Meran entdecken und daher keine Zeit mehr haben, uns durch die große Auswahl an Kuchen und Gebäck zu probieren.

Trinken

Wir bleiben auch in Meran unserer liebgewonnen Urlaubstradtion treu und gönnen uns jeden Abend vor dem Essen einen Aperol Spritz. Ab und an mogelt sich aber auch ein Bier dazwischen. Möglichkeiten dazu gibt es in Meran schließlich mehr als genug!

Caffe Darling | Passeggiata Estate, 11, 39012 Merano

Das Caffe Darling liegt in 1a Lage direkt an der Winterpromenade. Der Spritz ist gut gemischt, der Service freundlich. Begleitet vom stürmischen Rauschen der Passer genießen wir zudem einen 1a Blick auf das Bergpanorama am Horizont.

Bar Piccolo | Freiheitsstraße, 5, 39012 Meran

Das nenne ich guten Service: Obwohl es in der Bar Piccolo offiziell keinen Espresso Affogato gibt, organisiert uns die freundliche Dame bei der Eisdiele nebenan eine Kugel Vanilleeis. Beim anschließenden Aperitif ist das Schälchen mit Chips nie leer. In München hätte diese Bar absolutes Potential zur Lieblingskneipe.

Einkaufen

Selbst der einfachste Supermarkt ist in Südtirol eine einzige Versuchung: Wir müssen uns immer am Riemen reißen, um das Auto nicht bis unters Dach mit Nudeln, Olivenöl, Käse und Keksen vollzupacken. Nicht zu vergessen die lokalen Traditionsbäckereien, die mit einer großen Auswahl an Brot und Kleingebäck sowie feinen Kuchen und Torten locken. Auch diesmal kaufen wir wieder viel mehr, als wir eigentlich wollten. Sollte in nächster Zukunft die Zombieapokalypse ausbrechen, sind wir gut gerüstet.

Bäckerei Erb Brot | Freiheitsstraße, 46, 39012 Meran

Die Verkaufstheke der Bäckerei Erb verführt uns mit ihrer großen Auswahl an handgemachten Brot- und Semmelspezialitäten sowie süßem Gebäck. Wir entscheiden uns letzten Endes für eine Art Prinzregententorte: Die dreieckige Schnitte vereint feinen Biskuitteig mit wohlschmeckender Schokoladenbuttercreme und herben Schokoladenüberzug.

Pur | Freiheitsstraße, 35, 39012 Meran

Mitten im Zentrum von Meran entdecken wir den PUR Genussmarkt. Rund 2.000 Bauernprodukte und Weine aus Südtirol warten hier auf uns. Wie schon im Corte del Tipico am Gardasee gibt es auch hier eine kleine, aber feine Auswahl an lokalem Craftbier. Bistro und Weinbar locken mit biologischen und saisonalen Köstlichkeiten. Schnell füllt sich unser kleiner Einkaufskorb mit Vollkornpasta, Knusper-Schoko-Müsli, Apfelstrudel-Marmelade und anderen Leckereien. Natürlich darf auch der für den Südtirol-Urlaub obligatorische Apfelsaft nicht fehlen.

Schlafen

Auch wenn es in Meran eine große Auswahl an Hotels gibt, ziehen wir auch hier eine Ferienwohnung vor. Wir möchten unabhängig sein und trotz der guten Auswahl an Restaurants auch mal ab und an selbst den Kochlöffel schwingen. Außerdem haben wir nicht jeden Tag Lust auf das typische italienische Frühstück mit Cornetto und Cappuccino.

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Das Strichcode Haus in Meran

Unsere letzte Unterkunft auf unserem Trip durch Venetien und Südtirol ist die Schau schlecht hin: Das Strichcodehaus verdankt seinen Namen der einzigartigen Fassade, die an einen Strichcode erinnert. Mitten in Meran gelegen, ist das Strichcodehaus ein beliebtes Fotomotiv. Einmal ertappen wir ein Horde Teenager, die sich gegenseitig vor unserem Haus mit ihren Smartphones ablichten.

Der eingezäunte Hof mit Parkplatz liegt direkt an der Winterpromenade, was ihn zu einem tollen Platz für das Abendessen und zum Kniffeln macht. Der Tappeinerweg und die Lauben sind nur einen Steinwurf entfernt, der bereits erwähnte Sissi-Weg führt praktischerweise am Haus vorbei.

Das Strichcode-Haus besteht aus nur einem Raum, in dem sich die Küche, eine Essecke, eine kleine Sofalandschaft und das Doppelbett befinden. Dazu kommen ein kleines Bad und ein Vorzimmer, in dem unser umfangreiches Gepäck Platz findet.

Unser Gastgeber nimmt uns herzlich in Empfang und versorgt uns mit vielen Tipps für Meran – darunter auch Eisdiele Sabine, die mit dem weltbesten Pistazieneis. Wir fühlen uns sehr wohl und können uns gut vorstellen, hier wieder Quartier zu beziehen.

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